Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, welche gesundheitlichen Auswirkungen chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf die menschliche Gesundheit haben können und welche Möglichkeiten es gibt, um die Exposition mit Pestiziden zu reduzieren. Zunächst werden verschiedene Expositionsquellen und besonders exponierte Personengruppen beschrieben. Des Weiteren wird auf akute Gesundheitsauswirkungen durch die Exposition mit Pestiziden sowie auf potenzielle Zusammenhänge zwischen Pestizid-Expositionen und der Entwicklung von Autismus, Diabetes, Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson und den häufigsten Krebsarten bei Erwachsenen, wie Lungen-, Brust- und Prostatakrebs sowie Leukämie bei Kindern eingegangen.
Anschließend befasst sich der Autor mit verschiedenen Maßnahmen zur Verringerung des Pestizideinsatzes und der damit verbundenen Expositionsminderung. Hierbei wird unter anderem auf den integrierten Pflanzenschutz eingegangen. Außerdem wird beschrieben, wie der ökologische Landbau bei einer vollständigen Umstellung dabei helfen kann, den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln einzusparen und theoretisch zur Ernährungssicherung der zunehmenden Weltbevölkerung beizutragen. Weiterhin werden verschiedene Maßnahmen des biologischen Pflanzenschutzes erläutert. Zusätzlich werden weitere Maßnahmen besprochen, die Landwirte ausführen können, um sich und andere Personen während der Ausbringung vor Pestiziden zu schützen, aber auch ihre Familien nach verrichteter Arbeit vor einer Belastung mit Pestiziden zu bewahren. Außerdem werden Maßnahmen aufgezählt, durch die Zulassungsbehörden zu einer Pestizidminderung beitragen können. Zudem werden Präventionsmaßnahmen genannt, durch die auch die allgemeine Bevölkerung eine Expositionsminderung erzielen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
3 Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit
3.1 Autismus-Spektrum-Störungen
3.2 Diabetes mellitus
3.3 Krebs
3.3.1 Lungenkrebs
3.3.2 Brustkrebs
3.3.3 Prostatakrebs
3.3.4 Leukämien bei Kindern
3.4 Morbus Alzheimer
3.5 Morbus Parkinson
4 Möglichkeiten der Expositionsminderung
4.1 Integrierter Pflanzenschutz
4.2 Ökologischer Landbau
4.3 Biologischer Pflanzenschutz
4.3.1 Entomophage Insekten (Nützlinge)
4.3.2 Entomopathogene Nematoden
4.3.3 Bacillus thuringiensis
4.3.4 Pflanzenextrakte (Botanicals)
4.3.5 Sterile-Insekten-Technik
4.3.6 Einsatz von Pheromonen
4.4 Persönliche Schutzausrüstung
4.5 Entfernen von Pestiziden durch Verarbeitungsprozesse
4.6 Weitere empfohlene Maßnahmen zur Expositionsminderung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht anhand einer Literaturrecherche die gesundheitlichen Auswirkungen von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf den Menschen und identifiziert Strategien zur Reduzierung dieser Exposition. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Zusammenhang zwischen Pestizidbelastungen und der Entwicklung chronischer Erkrankungen sowie auf präventive Möglichkeiten zur Expositionsminderung für verschiedene Personengruppen.
- Analytische Bewertung der gesundheitlichen Langzeitrisiken durch Pestizidexposition
- Identifikation von Expositionsquellen und besonders betroffenen Personengruppen
- Darstellung von Methoden des Integrierten Pflanzenschutzes und ökologischen Landbaus
- Untersuchung biologischer Pflanzenschutzmaßnahmen und persönlicher Schutzstrategien
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Brustkrebs
Brustkrebs, auch Mammakarzinom bezeichnet, stellt ein großes öffentliches Gesundheitsproblem dar, da eine von neun Frauen im Laufe ihres Lebens die Erkrankung entwickeln wird (Eldakroory et al., 2017). Die Zahl der Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wird, steigt trotz der jahrzehntelangen Forschung auf diesem Gebiet sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern weiter an (Adnan et al., 2018; Forman et al., 2017). Die weltweite Inzidenz von Brustkrebs schwankt deutlich. Sie ist in den Vereinigten Staaten, Australien, Neuseeland, West- und Nordeuropa mit einer Inzidenz von mehr als 80 pro 100.000 Menschen am höchsten. Sie kommt intermediär in Süd- und Osteuropa sowie Südamerika vor. Am geringsten ist sie in Asien und bei afrikanischen Frauen, die in Afrika südlich der Sahara leben (Inzidenz ≤ 30/100.000) (Fenga, 2016). Brustkrebs ist die zweithäufigste diagnostizierte Krebsart neben Lungenkrebs (Yang et al., 2015). Bei Frauen stellt Brustkrebs die häufigste Krebsart sowie die führende krebsbedingte Todesursache bei Frauen im Alter zwischen 35 und 54 Jahren dar (Adnan et al., 2018). Allein im Jahr 2018 wurden 2.088.849 neue Fälle von Brustkrebs diagnostiziert, 626.679 Frauen starben daran. Damit macht Brustkrebs 11,6 % aller neu aufgetretenen Krebsfälle und 6,6 % aller durch Krebs bedingten Todesfälle aus (Bray et al., 2018). Bei Männern kommt Brustkrebs mit 1 % aller Fälle von Mammakarzinomen deutlich seltener vor als bei Frauen. Erkranken Männer an Brustkrebs, so ähnelt dieser vom Aussehen und dem Wachstumsverhalten den Mammakarzinomen in der weiblichen Brust. Allerdings zeigt sich die Brustkrebs-Prognose bei Männern im Allgemeinen ungünstiger als bei Frauen. Dies liegt eventuell darin begründet, dass Männer vermutlich zu spät zu einem Arzt gehen (Aigner et al., 2016b).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die globale Bedeutung von Pestiziden in der Landwirtschaft und deren ubiquitäre Verbreitung sowie die Zielsetzung dieser Masterarbeit.
2 Grundlagen: Definiert Pestizide als Stoffe zur Schädlingsbekämpfung und erläutert deren Klassifizierung, Expositionswege und Risiken für den Menschen.
3 Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit: Untersucht akute Vergiftungen und potenzielle Zusammenhänge zwischen chronischer Pestizidbelastung und Erkrankungen wie Autismus, Diabetes, Krebs (Lungen-, Brust-, Prostatakrebs, Leukämie), Alzheimer und Parkinson.
4 Möglichkeiten der Expositionsminderung: Analysiert verschiedene präventive Strategien, von Integriertem Pflanzenschutz und ökologischem Landbau über biologische Maßnahmen bis hin zu persönlicher Schutzausrüstung und Verarbeitungsprozessen.
5 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zu Toxizitätsmechanismen und plädiert für einen vorsorgenden, reduzierten Pestizideinsatz.
Schlüsselwörter
Pestizide, Pflanzenschutzmittel, Expositionsminderung, Humangesundheit, Chronische Erkrankungen, Integrierter Pflanzenschutz, Ökologischer Landbau, Biologischer Pflanzenschutz, Neurotoxizität, Endokrine Disruptoren, Epidemiologische Studien, Risikomanagement, Arbeitssicherheit, Nahrungskette, Bioakkumulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen von Pestiziden auf den Menschen und analysiert Methoden, wie diese Belastungen durch verschiedene präventive Maßnahmen reduziert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Identifikation von Expositionsquellen, epidemiologische Nachweise für chronische Erkrankungen sowie Strategien der Landwirtschaft zur Pestizidreduktion.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, anhand einer Literaturrecherche aufzuzeigen, welche gesundheitlichen Schäden Pestizide verursachen können und welche Möglichkeiten existieren, die menschliche Exposition gegenüber diesen Substanzen zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturrecherche, die auf einer Auswertung aktueller epidemiologischer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst werden gesundheitliche Aspekte wie Autismus, Diabetes und verschiedene Krebsarten analysiert; danach werden Maßnahmen wie Integrierter Pflanzenschutz, biologische Schädlingsbekämpfung und persönliche Schutzmaßnahmen erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Pestizide, Expositionsminderung, Integrierter Pflanzenschutz, Neurotoxizität, chronische Erkrankungen und gesundheitliche Prävention.
Warum ist es laut Autor schwierig, eine direkte Ursache zwischen Pestiziden und chronischen Krankheiten festzustellen?
Die Bestimmung eines kausalen Zusammenhangs ist komplex, da Symptome oft erst nach Jahren auftreten und die Entstehung der jeweiligen Erkrankungen meist durch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren begünstigt wird.
Welche Rolle spielt der ökologische Landbau in Bezug auf die Pestizidexposition?
Der ökologische Landbau stellt eine wichtige Alternative dar, da durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide die Rückstandsbelastung von Lebensmitteln signifikant gesenkt werden kann.
- Quote paper
- Tatjana Regeljac (Author), 2019, Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die menschliche Gesundheit. Möglichkeiten der Expositionsminderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/544516