Im Rahmen der vorliegenden Projektarbeit soll (soweit wie möglich und anhand der gefassten Daten von Dritten) die Wirtschaftlichkeit eines ausgewählten Beispiel-Wasserkraftwerkes untersucht und der aktuellen Stimmlage (und somit der Expertenmeinung) gegenübergestellt werden um danach, Rückschlüsse auf die vom Volk genehmigte Marktprämie für bestehende Großwasserkraft zu ziehen.
Als positiver Nebeneffekt und möglicher Ausblick für die Zukunft könnten ebenfalls Rückschlüsse auf mögliche Reaktionen von Wasserkraftwerks-Betreiber auf diese Maßnahme gezogen werden oder Erkenntnisse über die aktuellen Problemverursacher erlangt werden.
Die Wasserkraft ist eine der bedeutendsten Errungenschaften der Schweizer Bevölkerung und der Schweiz insgesamt. Ökonomisch, sozial-politisch wie auch technisch leistet die Wasserkraft seit vielen Jahren Ihren Beitrag als solider Arbeitgeber, Dienstleister wie auch als zuverlässiger Stromlieferant aus erneuerbarer Quelle. Nach guten wie auch finanzstarken Jahren plagt nun der volatile Strommarkt inkl. der tiefen Preise die hiesige Wasserkraft und stellt diese vor großen Herausforderungen.
Die aktuellen Entwicklungen rund um die erneuerbaren Energien sowie die tiefen Strompreise der letzten Jahre verschlechtern mehr und mehr die Rolle der Wasserkraft als eine der wichtigsten Stützpfeiler der Energiewende in der Schweiz. Unrentabel und nicht überlebensfähig scheint die Wasserkraft zum heutigen Zeitpunkt für viele zu sein. Die Gründe für eine solche Aussage basieren auf den sogenannten Gestehungskosten, also die Kosten, welche für die Stromerzeugung benötigt werden. Werden die Kosten für die Produktion nicht gedeckt, droht der Wasserkraft das Ende.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Problemanalyse
1.3 Zielsetzung, Forschungsziel
1.3.1 Abgrenzungen zur Zielsetzung
1.4 Forschungsfrage
1.4.1 Hypothese
1.5 Inhaltliche Abgrenzung
1.5.1 Geografische Bedingungen
1.5.2 Regulatorische und technische Bedingungen
1.5.3 Ökonomische Rahmenbedingungen
1.5.4 Datenrelevante sowie zeitliche Bedingungen
1.5.5 Allgemeine Bedingungen
2 Theoretisches Grundgerüst
2.1 Allgemeines
2.2 Elektrotechnische Kenngrössen
2.3 Wasserkraft und deren Klassifizierung
2.3.1 Wasserkraft
2.3.2 Klassifizierung Wasserkraftwerkstypen
2.4 Wasserkraftwerkstypen
2.4.1 Laufkraftwerke
2.4.2 Speicherkraftwerke
2.4.3 Pumpspeicherkraftwerke
2.5 Wirtschaftlichkeit
2.6 Gestehungskosten
2.7 Stromproduktion
2.8 Produktionsprofil
2.9 Europäische Strombörse EPEX SPOT
2.10 Strompreise & Liberalisierung des Strommarktes
2.10.1 Liberalisierung des Strommarktes
2.11 Marktprämie für bestehende Grosswasserkraft
3 Empirische Untersuchung
3.1 Strukturierte Vorgehensweise
3.2 Beschreibung und Begründung der Stichprobenauswahl
3.2.1 Kriterienfestlegung - Stichprobenauswahl Wasserkraftwerke
3.2.2 Kriterienfestlegung - Stichprobenauswahl Experten
3.2.3 Übersicht Stichprobenauswahl – Laufwasserkraftwerk Wildegg Brugg
3.2.4 Übersicht Strichprobenauswahl – Experten
3.3 Aufbau des Interview & Herleitung der Interviewfragen
3.3.1 Operationalisierung
3.4 Qualitative Datenerhebung
3.5 Kalkulatorische Überprüfung (Stichprobenauswahl)
3.5.1 Allgemeines
3.5.2 Einleitung
3.5.3 Strompreise (Tagesspotpreise)
3.5.4 Produktionsprofil - „Brutto-Erzeugung“
3.5.5 Investitionskosten
3.5.6 Abschreibungen
3.5.7 Jahreskosten
3.5.8 Wasserzinsen und Steuern
3.5.9 Vergleich Spotpreise gegenüber Gestehungskosten
3.5.10 Vergleich Spotpreise gegenüber Gestehungskosten inkl. Martkprämie
3.5.11 Erträge – Gegenüberstellung Produktion / Strompreise
3.5.12 Break-Even Analyse
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Allgemeines
4.2 Demografische Daten (Expertenbefragung)
4.3 Ergebnisse qualitativer Datenerhebung (Experteninterviews)
4.3.1 Ergebnisse Gruppe A – Qualitative Daten mit Bezug auf die Forschungsfrage
4.3.1.1 Merkmale Interviewfrage Nr. 3
4.3.1.2 Merkmale Interviewfrage Nr. 4
4.3.1.3 Merkmale Interviewfragen Nr. 6 & 7
4.3.1.4 Merkmale Interviewfrage Nr. 8
4.3.1.5 Merkmale Interviewfrage Nr. 9 & 10
4.3.1.6 Merkmale Interviewfrage Nr. 11
4.3.1.7 Merkmale Interviewfrage Nr. 12
4.3.1.8 Merkmale Interviewfrage Nr. 13
4.3.1.9 Merkmale Interviewfrage Nr. 15
4.3.2 Ergebnisse Gruppe B – Qualitative Daten ohne Bezug auf die Forschungsfrage
4.3.2.1 Merkmale Interviewfrage Nr.1
4.3.2.2 Merkmale Interviewfrage Nr. 2
4.3.2.3 Merkmale Interviewfrage Nr. 5
4.3.2.4 Merkmale Interviewfrage Nr. 14
4.4 Gegenüberstellung Expertenbefragung – kalkulatorische Überprüfung
4.4.1 Gegenüberstellung - Gestehungskosten
4.4.1.1 Daten Experteninterviews
4.4.1.2 Daten kalkulatorische Überprüfung
4.4.1.3 Konklusion - Gestehungskosten
4.4.2 Gegenüberstellung - Abhängigkeit Marktprämie
4.4.2.1 Daten Experteninterviews
4.4.2.2 Daten kalkulatorische Überprüfung
4.4.2.3 Konklusion Abhängigkeit Marktprämie
4.4.3 Gegenüberstellung – Höhe der Marktprämie
4.4.3.1 Konklusion – Höhe der Marktprämie
4.5 Konklusion
4.6 Erkenntnisse
4.6.1 Grenzen der Aussagekraft
5 Schluss
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
5.2.1 Kalkulatorische Überprüfung mit validierten Daten
5.2.2 Stichprobe erweitern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschaftliche Notwendigkeit der staatlichen Marktprämie für bestehende Grosswasserkraftwerke in der Schweiz, wobei die Forschungsfrage lautet: Sind die Betreiber von Schweizer Grosswasserkraftwerken auf die Marktprämie von maximal 1 Rappen angewiesen? Die Untersuchung basiert auf einer kombinierten Methode aus qualitativer Expertenbefragung und einer kalkulatorischen Überprüfung anhand eines Beispielkraftwerks.
- Energiestrategie 2050 und ihre Auswirkungen auf die Grosswasserkraft
- Analyse der Gestehungskosten im Vergleich zu Marktpreisen (Spotpreise)
- Struktur und Bedeutung der Marktprämie als Förderinstrument
- Expertenmeinungen zur Systemrelevanz und Rentabilität der Schweizer Wasserkraft
- Kalkulatorische Break-Even-Analyse zur Beurteilung der Abhängigkeit von Subventionen
Auszug aus dem Buch
1.2 Problemanalyse
Den Gestehungskosten werden die volatilen Strom-Marktpreise gegenübergestellt. Steigen die Strompreise, erwirtschaften Wasserkraftwerke Gewinne, sinken jedoch die Strompreise (teilweise unterhalb der Gestehungskosten) sind die Kraftwerke unwirtschaftlich.
Würde dies bei allen Wasserkraftwerken gleichermassen ablaufen, so könnten Betreiber entscheiden die Wasserkraftwerke abzustossen oder gar stillzulegen, da nur Verluste eingefahren werden. Dies hätte für die Schweiz, aus der beinahe 60% der Stromproduktion aus Wasserkraftwerken stammt, folgenschwere Auswirkungen.
Um diesem Szenario entgegenzuwirken, hat die Schweiz mit der Energiestrategie 2050 einen Förderbeitrag für die Grosswasserkraft geschaffen, welchen der Wasserkraft finanziell unter die Arme greifen soll. Allerdings ist diese Massnahme, wie die Kommunikation des Bundes zeigt, lediglich auf maximal fünf Jahre, bis Ende 2022, befristet.
„Bereits bestehende Grosswasserkraftanlagen können für ihre Stromproduktion, die sie am Markt unter den Gestehungskosten verkaufen müssen und nicht in der Grundversorgung absetzen können, eine Marktprämie beantragen. Die Marktprämien betragen maximal 1 Rp./kWh. Die Gesuchsteller müssen auch Angaben zu Massnahmen für eine Verbesserung der Kostensituation vorlegen.“ (Der Bundesrat - Das Portal der Schweizer Regierung, 2017)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Krisensituation der Schweizer Wasserkraft ein, thematisiert die Forschungsfrage zur Marktprämie und grenzt den Untersuchungsrahmen ab.
2 Theoretisches Grundgerüst: Das Kapitel vermittelt die notwendigen Grundlagen zur Wasserkraft, deren Klassifizierung, Wirtschaftlichkeitskriterien und die Funktionsweise der Strombörse EPEX SPOT.
3 Empirische Untersuchung: Hier wird die Methodik der Arbeit dargelegt, insbesondere die Auswahl des Kraftwerks Wildegg-Brugg sowie die Durchführung der Experteninterviews und der kalkulatorischen Analyse.
4 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse aus den Experteninterviews und stellt diese den Ergebnissen der kalkulatorischen Überprüfung zur Gestehungskosten-Problematik gegenüber.
5 Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Wasserkraft, Grosswasserkraft, Marktprämie, Energiestrategie 2050, Gestehungskosten, Strommarkt, Rentabilität, Expertenbefragung, Laufwasserkraftwerk, Wildegg-Brugg, Versorgungssicherheit, Strompreis, Subventionierung, Energiewende, Produktionsprofil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Lage der Schweizer Grosswasserkraft vor dem Hintergrund sinkender Marktpreise und der Einführung der Marktprämie durch die Energiestrategie 2050.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Die zentralen Themen umfassen die Berechnung von Gestehungskosten, die Analyse von Strommarktpreisen an der Strombörse und die Bewertung staatlicher Förderinstrumente für die Grosswasserkraft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Betreiber von Schweizer Grosswasserkraftwerken tatsächlich auf die Marktprämie von maximal 1 Rappen pro Kilowattstunde angewiesen sind, um den Betrieb rentabel zu halten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor wählt einen qualitativen Forschungsansatz mittels Experteninterviews, kombiniert mit einer kalkulatorischen Überprüfung anhand von Daten eines Beispielkraftwerks (Laufwasserkraftwerk Wildegg-Brugg).
Was steht im Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Wasserkrafttechnik und -ökonomie sowie in den empirischen Teil, der die Daten der Expertenbefragung den kalkulatorischen Ergebnissen gegenüberstellt.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wasserkraft, Marktprämie, Energiestrategie 2050, Gestehungskosten, Rentabilität, Versorgungssicherheit und Strommarkt sind die zentralen Begriffe der Studie.
Warum wurde das Kraftwerk Wildegg-Brugg als Beispiel gewählt?
Das Kraftwerk wurde aufgrund seiner Grösse (>10 MW), seines Typs (Laufwasserkraftwerk im Kanton Aargau) und der besonders guten Zugänglichkeit zu relevanten Informationen für die Stichprobe ausgewählt.
Zu welchem Ergebnis kommt der Autor bei der Abhängigkeit von der Marktprämie?
Während die befragten Experten mehrheitlich von einer Notwendigkeit der Prämie ausgehen, zeigt die durchgeführte kalkulatorische Überprüfung für das Jahr 2016, dass der Betrieb auch ohne diese Unterstützung rentabel sein könnte.
- Citar trabajo
- Emanuele Esposito (Autor), 2018, Marktprämie für die Großwasserkraft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/544589