Das ständige Piepsen, Klingeln und Vibrieren ist aus dem heutigen Alltag kaum noch wegzudenken. Überall können Menschen beobachtet werden, die ihr Mobiltelefon nicht nur für seine ursprüngliche Telefonfunktion benutzen, sondern sich vielmehr darauf verstehen, kurze Texte über die Telefontastatur in ihre mobilen Begleiter einzutippen. Gerade bei Jugendlichen, aber auch Erwachsenen gewinnt die textbasierte Zusatzfunktion immer mehr an Beliebtheit und stellt das ursprüngliche Telefonieren zunehmend in den Schatten. Während die SMS-Funktion noch vor wenigen Jahren eher eine neumodische Spielerei war, die nur den technisch Interessierten ein Begriff war, ist sie heute zur absoluten Normalität geworden.
In jedem Seminar, in jedem Kaufhaus, in jedem öffentlichen Gebäude verrät ein einfacher Blick, dass die Allgemeinheit nicht mehr auf dieses Kommunikationsmittel verzichten möchte. Im Jahr 2001 waren schon 50 Millionen Bundesbürger im Besitz von Mobiltelefonen. Hiervon verschickten 86% regelmäßig Kurzmitteilungen. Im Gegensatz zu einem Telefonat, ermöglicht das Verfassen einer SMS-Kurzmitteilung, an beinahe jedem Ort, eine diskrete und unauffällige Kommunikation mit nicht anwesenden Personen jeden Alters. Mittlerweile ist die Behauptung zu äußern, dass die SMS aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Im Jahr 2003 wurden in Europa monatlich durchschnittlich 16 Milliarden Kurzmitteilungen versendet. Die Einsatzfunktionen der SMS sind vielfältig. So werden sie mittlerweile nicht nur als schlichte Informationsweitergabemittel benutzt, sondern auch zur Versendung von beispielsweise Weihnachts- und Ostergrüßen oder von lustig empfundenen Textpassagen und Witzen. Vor kurzem wurde sogar eine Zahlungsfunktion durch den SMS-Versandt eingeführt.
Diese Arbeit setzt sich mit der SMS- und E-Mail-Kommunikation auseinander. Neben einer Definition, Nutzungsmotiven und der Nutzungshäufigkeit der SMS und Email, behandelt der Text im Schwerpunkt die linguistischen Auffälligkeiten der genannten Kommunikationsmittel. Hierbei sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Kommunikationsformen miteinander verglichen werden. Welche linguistischen Auffälligkeiten treten auf? Bei welchen gleichen sich SMS und Email? Bei welchen treten Unterschiede auf?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen und Erläuterungen
2.1 Was ist eine SMS?
2.2 Was ist eine E-Mail?
3. Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotive
3.1 Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotive der SMS
3.2 Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotive der E-Mail
3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4. Linguistische Analyse/ Linguistische Auffälligkeiten
4.1 Durchgängige Kleinschreibung
4.2 Bigraphen
4.3 Orthographie
4.3.1 Verdreher
4.3.2 Anschlagfehler
4.4 Akronyme und Abkürzungen
4.5 Ideogramme
4.6 Reduktionen
4.7 Anreden und Verabschiedungen
4.8 Iterationen
5. Zusammenfassung und Ergebnissicherung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die linguistischen Auffälligkeiten in der SMS- und E-Mail-Kommunikation. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Medien hinsichtlich ihrer Nutzung sowie ihrer spezifischen sprachlichen Ausprägung im Vergleich zu konventionellen Kommunikationsformen herauszuarbeiten.
- Definition der Kommunikationsmittel SMS und E-Mail
- Analyse von Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotiven
- Untersuchung linguistischer Phänomene wie Kleinschreibung und Orthographie
- Vergleich von Akronymen, Abkürzungen und Ideogrammen
- Evaluation von Anreden, Verabschiedungen und Iterationen
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Verdreher
Vor allem in der E-Mail kommt es vermehrt zu den sogenannten „Verdre hern“. Hierbei werden zwei aufeinanderfolgende Buchstaben beim Eintippen mit der Computertastatur vertauscht. Grund hierfür ist meist eine schnelle Schreibweise des Autors.
Beispiel: ...Mir fällt es schwer zu gluaben, dass die für das Visum wirklich 3 Wochen benötigen....17
Bei beruflichen oder sonstigen wichtigen Mails hingegen, ist dieser Fehler kaum zu beobachten, da hier verstärkt auf einen „richtigen“ Text geachtet wird. In der SMS-Kommunikation muss in diesem Fall unterschieden werden, ob das Mobiltelefon des Absenders eine aktivierte „T9-Rechtschreiberkennung“ besitzt, mit welcher Rechtschreibfehler vermieden werden können.18 Dieses Programm besitzt einen gespeicherten und erweiterbaren Wortschatz und gleicht diesen mit der eingetippten Zeichenfolge ab. Neue Konstruktionen sind nur unter zumindest temporärer Abschaltung dieser Software möglich. Die „Verdreher“ werden demnach nicht erkannt und somit als Fehler indiziert. Im Regelfall korrigiert der Absender nun seine Nachricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von SMS und E-Mail als moderne Kommunikationsmedien und skizziert das Forschungsziel der linguistischen Untersuchung.
2. Definitionen und Erläuterungen: In diesem Kapitel werden SMS und E-Mail als technische Kommunikationsformen definiert und ihre funktionalen Merkmale erläutert.
3. Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsmotive: Hier werden die Verwendungszwecke, Zielgruppen und Motive der Nutzung von SMS und E-Mail analysiert und miteinander verglichen.
4. Linguistische Analyse/ Linguistische Auffälligkeiten: Das zentrale Kapitel untersucht spezifische sprachliche Besonderheiten und Fehler wie Kleinschreibung, Orthographie, Akronyme, Ideogramme und Iterationen.
5. Zusammenfassung und Ergebnissicherung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert den Trend zur weiteren Angleichung der beiden Kommunikationsformen sowie die Rolle sprachlicher Normen.
Schlüsselwörter
SMS, E-Mail, Linguistik, Sprachwandel, Netzsprache, Orthographie, Kommunikation, Medienwissenschaft, Mobiltelefon, Akronyme, Ideogramme, Iterationen, Reduktionen, T9-Rechtschreiberkennung, Privatkommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem linguistischen Vergleich von SMS und E-Mails als moderne Kommunikationsmittel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Nutzungsmotiven sowie spezifischen linguistischen Auffälligkeiten wie Kleinschreibung, Abkürzungen und Rechtschreibfehlern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, welche linguistischen Merkmale bei beiden Medien auftreten, wo sie sich ähneln und wo sie signifikante Unterschiede aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse auf Basis der Klassifizierungen nach Schlobinski durchgeführt, ergänzt durch empirische Beobachtungen an gesammelten SMS und E-Mails.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition der Medien, eine Analyse der Nutzungsmotive und eine detaillierte Untersuchung der sprachlichen Phänomene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Netzsprache, Linguistik, Medienkommunikation und Sprachwandel beschreiben.
Warum treten bei der SMS häufiger "Verdreher" auf als bei E-Mails?
Dies liegt an der begrenzten Displaygröße der Mobiltelefone, die ein Korrekturlesen erschwert, sowie an der oft schnellen Eingabeweise des Autors.
Welche Rolle spielt die T9-Rechtschreiberkennung in der Untersuchung?
Die T9-Technologie beeinflusst das Auftreten von Rechtschreibfehlern, da sie Wortvorschläge liefert, aber auch dazu führen kann, dass korrekt getippte Wörter durch falsche Wortvorschläge ersetzt werden.
- Citation du texte
- Martin Kussel (Auteur), 2005, E-Mail- und SMS-Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54489