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Berufsvorbereitung ohne Nutzen? Das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit vor dem Hintergrund weitreichender Veränderungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt

Title: Berufsvorbereitung ohne Nutzen? Das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit vor dem Hintergrund weitreichender Veränderungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt

Bachelor Thesis , 2005 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.A. Oskar Schäfer (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Seit der Einführung von Maßnahmen zur Berufsvorbereitung in der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der siebziger Jahre, wird deutlich, dass das deutsche System der dualen Berufsausbildung, in dem sich Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen die Aufgabe der Ausbildung des beruflichen Nachwuchses teilen, in so fern nicht mehr reibungslos funktioniert, als zunehmend mehr junge Menschen am Übergang zwischen Schule und Ausbildung scheitern. Wiederkehrende Rationalisierungswellen in Produktion und Organisation als Anpassungsreaktion auf steigende Energiepreise und globalisierten Wettbewerbsdruck haben den Bedarf an Fach-und Arbeitskräften bis heute immer weiter sinken lassen. Der stetige Anstieg der amtlichen Arbeitslosenzahlen seit den 70er Jahren - nur von gelegentlichen Konjunkturzyklen unterbrochen - ist das Ergebnis der beschriebenen Prozesse (vgl.:MIEGEL 2001).Wo der Bedarf an Mitarbeitern zurückgeht, weil Betriebe auf neue Produktions- und Organisationsstrukturen setzen oder gar die Produktion und Dienstleistung in Billiglohnländer verlagern, sinkt analog dazu der Bedarf an Nachwuchskräften hier in Deutschland. Die Einrichtung unterschiedlichster Lehrgänge und Maßnahmen zur beruflichen Vorbereitung und Eingliederung durch die Bundesanstalt für Arbeit (BA) und auf Initiative der Kultusministerkonferenz sind als Reaktion auf die beschriebene Situation zu verstehen. Das ihnen gemeinsame Ziel ist, „(...) am Ausbildungsstellenmarkt benachteiligte junge Menschen vor einem negativen Start in ihre Berufsbiographie (...)“ zu bewahren. Gemeinsam ist ihnen auch der pädagogische Ansatz, dass ungeachtet der wirtschaftlichen Zusammenhänge allen Jugendlichen insbesondere denen mit sozialen und/oder schulischen Defiziten - der Zugang zu einer Ausbildung ermöglicht und damit prekäre Beschäftigungsverhältnisse vermieden werden sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Berufsvorbereitung zwischen Schule und Ausbildung

3. Das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit

3.1 Individualisierung der Förderarbeit

3.2 Modularisierungen der Qualifizierung

3.3 Kooperation und Netzwerkarbeit

3.4 Praktika und betriebliche Bildungsphasen

3.5 Bildungsbegleitung

4. Benachteiligtenförderung zwischen Pädagogik und Ökonomie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsvorbereitung vor dem Hintergrund anhaltender Probleme auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die angestrebte Rationalisierung und Modularisierung der Bildungsmaßnahmen die pädagogischen Ziele der Förderung benachteiligter Jugendlicher tatsächlich unterstützen oder durch ökonomische Zwänge gefährden können.

  • Analyse der strukturellen Veränderungen im Bereich der Berufsvorbereitung.
  • Evaluation des neuen Fachkonzepts der Bundesagentur für Arbeit (BvB).
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen ökonomischer Effizienz und pädagogischem Förderanspruch.
  • Betrachtung der Bedeutung von Kooperation, Netzwerkbildung und Bildungsbegleitung.
  • Kritische Würdigung der Wirksamkeit von Praktika und Qualifizierungsbausteinen.

Auszug aus dem Buch

3.4 Praktika und betriebliche Bildungsphasen

Hohe Erwartungen werden mit den Praktika verknüpft. Die Hoffnungen aller Beteiligten richten sich vor allem auf seine Funktionalität in Richtung einer Übernahme-Entscheidung des Betriebs. So geht auch RÜTZEL zunächst davon aus, dass „gut vorbereitete, begleitete und nachbereitete betriebliche Praktika das A und O der Berufsvorbereitung (sind)“ (2005, S. 29).

Dies entspricht dem Standpunkt der BA, die im neuen Fachkonzept „ (...) eine gezielte Vorbereitung, eine Qualifizierungsbegleitung, eine Nachbereitung und eine teilnehmerbezogene Auswertung (...)“ (BA 2004, S. 15) festschreibt. Die zunehmend Verwendung findenden Begriffe wie „betriebliche Bildungsphase“ oder „betriebliche Qualifizierung“ verweisen m. E. auf einen sich verändernden Blickwinkel in der Betrachtung von vorberuflichen Praxiserfahrungen. Während in der Vergangenheit der Schwerpunkt eher auf der Seite der beruflichen Erprobung, in der theoriefreien Praxis lag, wird der Fokus heute verstärkt auf den Lern-Ort Betrieb und auf die gestiegenen Ausbildungsanforderungen gelenkt, womit zunehmend der Forderung nach permanenter Weiterbildung auch und vor allem im Betrieb Rechnung getragen wird (vgl.: SOMMER 2003; SCHOBER 2001; INBAS 1998; aber auch DEHNBOSTEL 1998, SLOANE 1997 etc.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die Problematik am Übergang zwischen Schule und Ausbildung sowie die Entstehung der Berufsvorbereitung als Reaktion auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Rationalisierungsprozesse.

2. Berufsvorbereitung zwischen Schule und Ausbildung: Es wird der sogenannte „Maßnahmedschungel“ analysiert, der zu ineffektiven „Maßnahmekarrieren“ führt und die Notwendigkeit des neuen Fachkonzepts zur Transparenzsteigerung begründet.

3. Das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit: Dieses Kernkapitel analysiert die strategischen Eckpunkte des neuen Konzepts wie Individualisierung, Modularisierung, Kooperation, Betriebspraktika und Bildungsbegleitung unter dem Aspekt der Effizienzsteigerung.

4. Benachteiligtenförderung zwischen Pädagogik und Ökonomie: Das Fazit stellt die Widersprüche zwischen dem pädagogischen Anspruch einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung und dem ökonomischen Druck zur Kostenreduzierung heraus, wobei die Wirksamkeit der Maßnahmen hinterfragt wird.

Schlüsselwörter

Berufsvorbereitung, Bundesagentur für Arbeit, Fachkonzept, Ausbildungsmarkt, Benachteiligtenförderung, Individualisierung, Modularisierung, Bildungsbegleitung, Praktikum, Effizienz, Pädagogik, Ökonomie, Qualifizierungsbausteine, Arbeitslosigkeit, Berufsausbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser B.A. Abschlussarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) im Kontext eines schwierigen Ausbildungsstellenmarktes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Neustrukturierung der Berufsvorbereitung, die Bedeutung der Modularisierung und Individualisierung sowie die Rolle von Kooperationen und betrieblichen Bildungsphasen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Reflexion darüber, ob das neue Fachkonzept der BA den pädagogischen Anforderungen der Zielgruppe gerecht wird oder primär ökonomischen Effizienzkriterien folgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Fachkonzepte der BA sowie der Einbeziehung von Ergebnissen wissenschaftlicher Begleitforschung und Modellprojekten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der fünf Säulen des neuen Fachkonzepts: Individualisierung der Förderarbeit, Modularisierung, Kooperation, betriebliche Bildungsphasen und die Funktion der Bildungsbegleitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Berufsvorbereitung, Fachkonzept, Bundesagentur für Arbeit, Benachteiligtenförderung, Modularisierung, betriebliche Bildungsphasen und Bildungsbegleitung.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Stellenwert von Praktika?

Praktika werden als zentrales Instrument für die Übernahme in Ausbildung gesehen, wobei jedoch der Mangel an systematischen Untersuchungen und die zunehmende Konkurrenz um Plätze kritisch angemerkt werden.

Welche Rolle spielt die „Bildungsbegleitung“ im neuen Konzept?

Sie fungiert als zentrales Fallmanagement, das pädagogische Prozesse bündelt, die individuelle Qualifizierungsplanung steuert und den Jugendlichen als kontinuierlicher Bezugspunkt zur Seite steht.

Welche Risiken sieht der Autor in der neuen Konzeption?

Der Autor warnt vor einer Dominanz des Kosten-Nutzen-Kalküls, das pädagogische Ziele in den Hintergrund drängen könnte, und kritisiert die ungeklärte Positionierung der Bildungsbegleiter innerhalb oder außerhalb der Bildungsträger.

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Details

Title
Berufsvorbereitung ohne Nutzen? Das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit vor dem Hintergrund weitreichender Veränderungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
B.A. Oskar Schäfer (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V54611
ISBN (eBook)
9783638497718
Language
German
Tags
Berufsvorbereitung Nutzen Fachkonzept Bundesagentur Arbeit Hintergrund Veränderungen Ausbildungsstellenmarkt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Oskar Schäfer (Author), 2005, Berufsvorbereitung ohne Nutzen? Das neue Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit vor dem Hintergrund weitreichender Veränderungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54611
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