Bei der Oscar – Verleihung im Jahre 2003 gewann Halle Berry als erste Schwarze den Academy Award der besten Hauptrolle für ihre Leistung als Witwe eines hingerichteten Mörders in dem Film Monster´s Ball. Während Halle Berry ihre Dankesrede hielt und dabei von dem Triumph für die schwarzen Frauen in Amerika sprach, schwenkte die Kamera auf ihre Mutter, die vor Glück über den Erfolg ihrer Tochter Tränen in den Augen hatte. Wahrscheinlich fanden die meisten Amerikaner diesen rührenden Moment nicht ungewöhnlich, doch viele ausländische Zuschauer werden nicht realisiert haben, dass die blonde, weiße Frau die biologische Mutter von Halle Berry ist. Das Seltsame an dieser Situation ist aber nicht, dass eine weiße Frau ein “Mischlingskind“ zur Welt gebracht hat, sondern dass Mutter und Tochter in der amerikanischen Gesellschaft – und vielleicht nicht nur in dieser – als Angehörige verschiedener endogener Rassen gesehen werden.
Frank W. Sweet veröffentlicht seit einigen Jahren immer wieder Bücher zum Thema Color Line. In seinem Essay „Features of Today´s Endogamous Color Line”1 beschreibt er nicht nur die besondere Stellung der USA in Bezug auf ihre Black Color Line, sondern stellt auch die These auf, dass sich andere Länder in ihrer Rassentrennung zwar ähneln, aber nicht gleichen. So geht er davon aus, dass die USA nur zwei diskrete Gruppen der Rasse kennt, nämlich Schwarze (in anderen Länder eventuell Ureinwohner o.ä., Gruppe B) und Weiße (oder eben Nicht – Schwarze, Gruppe A). In den meisten geschichteten Gesellschaften jedoch existiert laut Sweet eine dritte, die „hybrid group“2 (Gruppe C), eine Mischform der beiden Gruppen, welche in verschiedenen Gesellschaften aber unterschiedliche Stellungen einnimmt. So behauptet Sweet, in Haiti und Mexiko stünden diese „Hybriden“ bezüglich ihres sozialen Status über den Gruppen A und B, in Kanada, Uganda, Vietnam und Korea darunter und in Südafrika und den westindischen Staaten nimmt die Gruppe C laut Sweet eine Stellung zwischen den Gruppen A und B ein3.Diese Thesen sollen in der vorliegenden Hausarbeit untersucht werden. Anhand der Nationengeschichten und der momentanen Situation in den Ländern ist zu prüfen, ob und wie stark die Annahmen Sweets zutreffen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die "Color Line"?
- Vergleich der Nationengeschichten bezüglich der Color Line
- Haiti
- Allgemeine Daten zum Land
- Historie
- Besonderheiten bezüglich der Color Line
- Kanada
- Allgemeine Daten zum Land
- Historie
- Besonderheiten bezüglich der Color Line
- Südafrika
- Allgemeine Daten zum Land
- Historie
- Besonderheiten bezüglich der Color Line
- USA
- Allgemeine Daten zum Land
- Historie
- Besonderheiten bezüglich der Color Line
- Haiti
- Prüfung der Thesen Sweets
- Abschließende Diskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Thesen von Frank W. Sweet bezüglich der „Color Line“ in verschiedenen Ländern. Sie analysiert die Nationengeschichten von Haiti, Kanada, Südafrika und den USA, um zu überprüfen, ob und inwiefern Sweets Annahmen über die soziale Stellung von „Hybriden“ in diesen Ländern zutreffen.
- Definition des Begriffs „Color Line“
- Vergleich der Nationengeschichten von Haiti, Kanada, Südafrika und den USA
- Prüfung der Thesen von F.W. Sweet bezüglich der sozialen Stellung von „Hybriden“ in den vier ausgewählten Ländern
- Abschließende Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf die „Color Line“ als historisch bedingtes Phänomen.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel definiert den Begriff „Color Line“ und beleuchtet die besondere Stellung der USA in Bezug auf die Black Color Line. Im zweiten Kapitel werden die Nationengeschichten von Haiti, Kanada, Südafrika und den USA im Hinblick auf die „Color Line“ verglichen und Besonderheiten bezüglich der sozialen Stellung von „Hybriden“ in diesen Ländern herausgearbeitet. Das dritte Kapitel prüft die Thesen von F.W. Sweet anhand der im zweiten Kapitel gewonnenen Erkenntnisse. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Color Line, Rassenbeziehungen, Nationengeschichte, Haiti, Kanada, Südafrika, USA, Hybride, soziale Stratifizierung, Frank W. Sweet.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die „Color Line“?
Der Begriff beschreibt die soziale und rassische Trennungslinie, insbesondere zwischen Schwarzen und Weißen, die Gesellschaften strukturiert.
Was besagt die These von Frank W. Sweet?
Sweet postuliert, dass die USA nur zwei Gruppen (Schwarz/Weiß) kennen, während andere Länder eine dritte „hybride“ Gruppe mit unterschiedlichem sozialen Status haben.
Wie unterscheidet sich die Color Line in Haiti von der in den USA?
In Haiti standen „Hybride“ historisch oft sozial über den rein schwarzen oder weißen Gruppen, während in den USA die „One-Drop-Rule“ herrschte.
Welche Länder werden in der Arbeit verglichen?
Die Untersuchung umfasst die Nationengeschichten von Haiti, Kanada, Südafrika und den USA.
Ist die Color Line ein rein historisches Phänomen?
Die Arbeit prüft, inwieweit diese historischen Trennungen auch heute noch die soziale Stratifizierung und Wahrnehmung in den jeweiligen Ländern prägen.
- Quote paper
- Sarah Brodhäcker (Author), 2006, Die Black-Color-Line - Ein historisches Phänomen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55064