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Goethes Groß-Cophta und der Verfall des Ancien Régime

Titre: Goethes Groß-Cophta und der Verfall des Ancien Régime

Mémoire de Maîtrise , 1992 , 64 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jürgen Biefang (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Literaturkritik katalogisert Goethes "Groß Cophta" bis heute als "verfehltes Lustspiel" - im Gegensatz zu seinem Autor. Die Halsbandaffäre am französischen Hof, der obskure Scharlatan Cagliostro haben Goethe zeitlebens beschäftigt, erschreckt und fasziniert. Die vorliegende Arbeit rekonstruiert anhand von detailliertem Archiv- und Quellenmaterial den historischen Hintergrund der Halsbandaffäre und Goethes literarischer Beschäftigung damit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Cagliostro und der Halsbandprozeß

2.1 Vorbereitungen: 1777 bis 1785

2.1.1 Die europäische Freimaurerei um 1780

2.1.2 Der ägyptische Ritus

2.1.3 Cagliostro in Straßburg

2.1.4 Louis Prince de Rohan, Jeanne de la Motte und die Halsbandaffäre

2.2 Öffentlichkeit und Majestät

2.2.1 Die Affäre wird öffentlich

2.2.2 Das "tribunal du public"

2.2.3 Die Mémoires: Realitätsverlust

2.2.4 Vom Magus zum Revolutionär

2.2.5 Ergebnis

3 Goethes Groß-Cophta

3.1 Goethe und Cagliostro: Protest und Faszination

3.1.1 Der "Stammbaum des Joseph Balsamo..."

3.1.2 Briefwechsel mit Lavater

3.1.3 Cagliostros und Goethes Autobiografie

3.1.4 Magie: Goethe als enttäuschter Adept

3.2 Anschauung und Begriff

3.3 Der Groß-Cophta

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis von Johann Wolfgang von Goethe zum Abenteurer Cagliostro und die Bedeutung der Halsbandaffäre als Symptom für den Verfall des Ancien régime. Ziel ist es, die Gründe für Goethes anhaltende Faszination und kritische Auseinandersetzung mit dem Stoff in seinem Lustspiel "Der Groß-Cophta" anhand zeitgenössischer Quellen und historischer Kontexte nachzuvollziehen.

  • Historische Aufarbeitung der Halsbandaffäre
  • Die Rolle von Freimaurerei und Okkultismus im 18. Jahrhundert
  • Analyse der publizistischen Wirksamkeit von Cagliostros "Confessions" und den "Mémoires" der Beteiligten
  • Die Funktion der Öffentlichkeit als "Tribunal" in der Krise des Absolutismus
  • Goethes autobiografische und magische Jugenderfahrungen als Deutungsschlüssel für seine Kritik

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Der ägyptische Ritus

Er bezog seine "Theorie" auf ein Manuskript, das er in London von einem gewissen Georges Cofton erworben haben will, und in dem das ägyptische System der Freimaurerei dargelegt war (45). Das Ziel der ägyptischen Maurerei beschreibt der theosophische Verehrer von Cagliostro, Marc Haven, so:

"...le but de l'initiation est d'amener l'homme déchu à réconquerir sa dignité perdue. Cette régénération doit être double: morale et physique. (...) Il apprend de ce maître que ce travail consiste à glorifier Dieu (régénération spirituelle), à se faire l'apôtre et le sacrificateur de sa toute-puissance, à pénétrer dans le sanctuaire de la nature (régénération intéllectuelle) et à purifier les éléments en soi (régénération sociale et physique). (...) Pénétrer dans le sanctuaire de la nature, c'est acquerir la connaissance, non pas celle des sciences humaines, mais la notion directe des êtres, la pleine possession des sujets, ce qui va de paire avec la pratique de la charité." (46)

Die Stelle will sich programmatisch, sagt aber nichts aus. Unpräzise gebrauchte Begriffe werden willkürlich vermischt mit religiösen und theosophischen Phrasen. Die Mixtur ist aber insofern interessant, als sie eine Problematik vage umstellt, die in der späten Aufklärung in der Tat akut wurde, den Riß zwischen Moral und Physik, also zwischen individuell-seelischer und real-gesellschaftlicher Sphäre. Der Preis für die rationale Gestaltung der Lebenswelt war ihre Versachlichung und die Verdrängung unmittelbar menschlicher Gehalte in den politisch unverbindlichen Innenraum.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, indem sie die erste Begegnung Goethes mit dem Namen Cagliostro dokumentiert und die historische Bedeutung der Halsbandaffäre für den Dichter skizziert.

2 Cagliostro und der Halsbandprozeß: Dieses Kapitel rekonstruiert die Lebensgeschichte Cagliostros, die Ursprünge des ägyptischen Ritus und den Ablauf der Halsbandaffäre unter Einbeziehung der zeitgenössischen Verteidigungsschriften.

3 Goethes Groß-Cophta: Im letzten Hauptteil wird das Verhältnis Goethes zu Cagliostro beleuchtet, wobei dessen Einfluss auf Goethes Autobiografie und Naturverständnis sowie die Entstehungsgeschichte des Lustspiels "Der Groß-Cophta" analysiert werden.

Schlüsselwörter

Cagliostro, Halsbandaffäre, Goethe, Groß-Cophta, Freimaurerei, Ancien régime, Aufklärung, Geheimnis, Öffentlichkeit, Tribunal, Magie, Alchemie, Marie-Antoinette, Revolution, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische und literarische Figur des Cagliostro und seine Rolle in der sogenannten Halsbandaffäre sowie die kritische Verarbeitung dieses Stoffes durch Johann Wolfgang von Goethe in seinem Lustspiel "Der Groß-Cophta".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Individuum und Absolutismus, die Rolle der Freimaurerei als Ort der Aufklärung, der Wandel der öffentlichen Meinung durch Verteidigungsschriften sowie Goethes eigene Auseinandersetzung mit magischen und naturmystischen Traditionen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu ergründen, warum der Stoff um Cagliostro und das Halsband auf Goethe eine so ambivalente Faszination ausübte und inwieweit er den Betrug als Symptom für den gesellschaftlichen Verfall des Ancien régime erkannte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse historischer Quellen, insbesondere der zeitgenössischen Pamphlete, Verteidigungsschriften ("Mémoires") und Prozessakten, sowie eine literaturwissenschaftliche Untersuchung von Goethes "Groß-Cophta" und dessen autobiografischen Schriften.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Rekonstruktion der Karriere Cagliostros, eine Analyse der Halsbandaffäre als politischer Skandal und eine Untersuchung von Goethes persönlichem und theoretischem Bezug zu den darin verhandelten okkulten und aufklärerischen Ideen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Schlagworte sind Cagliostro, Halsbandaffäre, Goethe, Freimaurerei, Öffentlichkeit, Aufklärung und das Ende des Ancien régime.

Warum spielt die Freimaurerei eine so zentrale Rolle in der Argumentation?

Die Arbeit zeigt, dass die Freimaurerlogen im 18. Jahrhundert als Orte der bürgerlichen Öffentlichkeit fungierten, die jedoch durch okkulte Riten und das Versprechen auf Geheimmacht zunehmend mit den aufklärerischen Idealen in Konflikt gerieten – ein Spannungsfeld, das Cagliostro für seine Zwecke ausnutzte.

Welche Rolle spielt die "Öffentlichkeit" bei der Entlarvung Cagliostros?

Die Arbeit verdeutlicht, dass sich die Öffentlichkeit durch die unzensierte Verbreitung von "Mémoires" und "Libelles" als ein "zweites Tribunal" konstituierte, welches das staatliche Autoritätsvakuum füllte und maßgeblich zur Delegitimierung der Monarchie beitrug.

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Résumé des informations

Titre
Goethes Groß-Cophta und der Verfall des Ancien Régime
Université
University of Frankfurt (Main)  (Deutsche Sprache und Literatur I)
Note
1,0
Auteur
Jürgen Biefang (Auteur)
Année de publication
1992
Pages
64
N° de catalogue
V55142
ISBN (ebook)
9783638501712
ISBN (Livre)
9783638693141
Langue
allemand
mots-clé
Goethes Groß-Cophta Verfall Ancien Régime
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jürgen Biefang (Auteur), 1992, Goethes Groß-Cophta und der Verfall des Ancien Régime, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55142
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Extrait de  64  pages
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