Der Begriff Wissensmanagement hat in den letzten Jahren in der betriebswirtschaftlichen Diskussion zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dieses steigende Interesse ist darauf zurück zu führen, das sich in den letzten 150 Jahren ein Wandel von einer Agrargesellschaft hin zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft vollzogen hat. Die Gründe dieser Bedeutungsverschiebung lassen sich anhand der drei folgenden Entwicklungstendenzen sichtbar machen:
Zum einen ist es der strukturelle Wandel, d.h. die Entwicklung von arbeits- und kapitalintensiven Produkten hin zu informations- und wissensorientierten Dienstleistungen in einer globalen Wettbewerbswirtschaft. In diesen hochtechnologisierten Volkswirtschaften werden zunehmend Informationen, Wissen oder intelligente Produkte und Dienstleistungen verkauft, was zu einer Verdrängung der klassischen Produktionsfaktoren führt.
Andererseits wird auch auf die Internationalisierung von Märkten verwiesen. Die Globalisierung der Wirtschaft führt zu immer stärkerem lokalen und globalen Wettbewerb, sowie zu einer Beschleunigung der internationalen Lernprozesse. Folglich werden die als Industrienationen bezeichneten Länder zu sogenannten ‚Wissensnationen’, die physischen Produktionen werden zunehmend in die Schwellen- und Entwicklungsländer ausgelagert und Wettbewerber können in immer kürzer werdenden Zeitabschnitten auf den Weltmarkt drängen, so dass die Informationsvorsprünge eines Unternehmens immer kostbarer werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KONZEPT DES WISSENSMANAGEMENTS
2.1 Der Begriff des Wissens
2.1.1 Entstehung und Definition von Wissen
2.1.2 Ausprägungen der Ressource Wissen
2.1.3 Bedeutung von Wissen
2.2 Wissensmanagement
2.2.1 Aufgaben und Ziele des Wissensmanagements
2.2.2 Die Kernprozesse des Wissensmanagements
3 THEORETISCHE FUNDIERUNG DES WISSENSMANAGEMENTS
3.1 Grundlegende Sichtweisen von Wissensmanagement
3.2 Gestaltungsdimensionen eines Ganzheitlichen Wissensmanagements
3.3 Ansätze zum Wissensmanagement
3.3.1 Die Wissensspirale
3.3.2 Vier Akte zum Wissensmanagement
3.3.3 Bausteine des Wissensmanagements
3.4 Kritische Betrachtung der Ansätze
4 PRAKTISCHE NUTZUNG IM UNTERNEHMEN
4.1 Gründe für die Nutzung im Unternehmen
4.2 Ansatzpunkte zur Nutzung des Wissensmanagementkonzepts
4.3 Beurteilung und Erfahrungen
5 SCHLUSSBETRTACHTUNG
6 BIBLIOGRAPHIE
6.1 Literaturquellen
6.2 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, einen systematischen, kritischen und konzentrierten Einblick in die komplexe Thematik des Wissensmanagements im Unternehmen zu vermitteln und dabei die theoretischen Grundlagen mit der praktischen Umsetzung zu verknüpfen.
- Definition und Bedeutung von Wissen und Wissensmanagement.
- Theoretische Fundierung und verschiedene Gestaltungsansätze.
- Kernprozesse und Bausteine des Wissensmanagements.
- Praktische Anwendungsfelder und Erfolgsfaktoren in Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Die Wissensspirale
Das Grundproblem des Wissensmanagements liegt nach Auffassung von Nonaka und Takeuchi in der Überführung von implizitem in explizites Wissen. Denn, für einzelne Personen oder Personengruppen ist das Wissen erst verfügbar, wenn es in expliziter Form vorliegt. Nonaka und Takeuchi haben gezeigt, „das es für ein gelingendes Wissensmanagement darauf ankommt, die Übergänge zwischen implizitem und explizitem Wissen zu gestalten und in Bewegung zu bringen“.
Die Autoren unterscheiden hier zunächst vier Formen der Wissenserzeugung: die Sozialisation, die Externalisierung, die Kombination und die Internalisierung. Dabei wird die Transformation von implizitem zu explizitem Wissen (Externalisierung) als zentraler Prozess angesehen.
Die Umwandlungsprozesse sollten vom Unternehmen beherrscht werden, d.h., die jeweiligen Transformationsprozesse sind zu aktivieren, vorhandene Barrieren müssen überwunden werden und geeignete Rahmenbedingungen sind zu gestalten. Bei einer optimalen Prozessgestaltung dieser vier Formen der Wissenserzeugung, lassen diese sich – siehe Abb. 2 – zu einer Spirale der Wissensschaffung im Unternehmen verknüpfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung des strukturellen Wandels zur Wissensgesellschaft und Hinführung zur Fragestellung der Arbeit.
2 KONZEPT DES WISSENSMANAGEMENTS: Definition der Begriffe Wissen und Wissensmanagement sowie Untersuchung der Kernprozesse.
3 THEORETISCHE FUNDIERUNG DES WISSENSMANAGEMENTS: Analyse verschiedener theoretischer Ansätze wie der Wissensspirale und der Baustein-Logik.
4 PRAKTISCHE NUTZUNG IM UNTERNEHMEN: Aufzeigen von Anwendungsbeispielen, Anreizsystemen und Erfolgsfaktoren für die Unternehmenspraxis.
5 SCHLUSSBETRTACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung von Wissensmanagement für die Wettbewerbsfähigkeit.
6 BIBLIOGRAPHIE: Verzeichnis der verwendeten Literatur- und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissensspirale, Wissensbasis, implizites Wissen, explizites Wissen, Unternehmenskultur, Wissensnutzung, Wissensbewahrung, Wissensidentifikation, Wettbewerbsvorteil, Humankapital, Lernprozesse, Bausteinmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Wissensmanagement im Unternehmen, wobei sie konzeptionelle Grundlagen, theoretische Fundierungen und praktische Anwendungsaspekte systematisch beleuchtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Definition von Wissen, die Analyse theoretischer Wissensmanagement-Ansätze (wie die Wissensspirale oder Bausteinmodelle) und deren Umsetzung in unternehmerische Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen fundierten Einblick in die komplexe Thematik des Wissensmanagements zu geben und aufzuzeigen, wie Unternehmen Wissen effektiv für Wettbewerbsvorteile nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die etablierte theoretische Modelle kontrastiv vergleicht und in Bezug auf ihre praktische Anwendbarkeit prüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Sichtweisen und Ansätze) sowie die Darstellung der praktischen Umsetzung, inklusive Methoden zur Identifikation, Speicherung und Verteilung von Wissen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, Wissensspirale, implizites/explizites Wissen, Unternehmenskultur, Humankapital und Wettbewerbsvorteil sind zentrale Begriffe.
Warum wird implizites Wissen als so bedeutsam eingestuft?
Implizites Wissen ist an Personen gebunden, schwer imitierbar und gilt daher als strategisch wichtigster Faktor für die Erzielung langfristiger Wettbewerbsvorteile.
Welche Rolle spielen Anreizsysteme bei der Wissensverteilung?
Anreizsysteme sind entscheidend, da sie die Motivation der Mitarbeiter fördern, ihr Wissen zu teilen und sich aktiv am Wissensmanagement-Prozess zu beteiligen, was ohne entsprechenden Anreiz oft ausbleibt.
- Citation du texte
- Alexi Towfighian (Auteur), 2004, Wissensmanagement - Konzept, theoretische Fundierung und praktische Nutzung im Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55330