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Das schwedische System der Kinderbetreuung - Ein Wegweiser für Deutschland?

Title: Das schwedische System der Kinderbetreuung - Ein Wegweiser für Deutschland?

Term Paper , 2005 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabrina Heuer (Author)

Social Work
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Die Erkenntnis ist niederschmetternd: Im europäischen Vergleich bildet Deutschland bei der Kinderbetreuung das Schlusslicht. Zwar nehmen die politischen Bemühungen für eine Verbesserung der Situation zu, was sich beispielsweise an dem im Oktober 2004 vom Bundestag beschlossenen Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) zeigt, es ändert jedoch nichts daran, dass Deutschland weiterhin erhebliche Defizite in diesem Bereich aufweist.1 Die Folgen sind fatal: Zum einen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erheblich eingeschränkt, so dass nahezu die Hälfte der Mütter mit einem noch nicht schulpflichtigen Kind ein aufgezwungenes Hausfrauendasein pflegt. Fehlende Möglichkeiten der öffentlichen Kinderbetreuung führen zu einer enormen Kluft zwischen dem tatsächlichen und dem gewünschten Lebensmodell, worauf die Frauen mit individuellen Lösungen, wie der Annahme einer Teilzeitbeschäftigung oder dem Hinausschieben der Geburt des ersten Kindes reagieren.2 Letzteres führt mit durchschnittlich 1,3 Kindern pro Frau nicht nur zu einer der geringsten Geburtenraten, sondern auch zu der weltweit höchsten Kinderlosigkeit von 22 Prozent der unter 45-jährigen.3 Zum anderen bleibt der Förderbedarf vieler Kinder unbeachtet. „Bildung beginnt in Deutschland, gleichgesetzt mit Schule, wenn die entwicklungsreichsten Jahre vorbei sind. Lernen, auf Leistungsansprüche reduziert, erscheint als etwas, das man möglichst aus der frühen Kindheit heraushalten […] sollte; als Zumutung im Paradies der Kindheit.“4 Dabei ist inzwischen nachgewiesen, dass sich gerade die Förderung in den ersten Jahren positiv auf die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung des Kindes auswirkt.5 In welchem Maße man in Deutschland derzeit die Entwicklungschancen des frühen Lebens- und Lernabschnittes ungenutzt verstreichen lässt, beweisen eindringlich die Ergebnisse der PISA-Studie. Ist es dennoch realistisch, Deutschland als das familienfreundlichste europäische Land der Zukunft darzustellen, wie es die Bundesfamilienministerin Renate Schmidt tut?6

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung

2 Ursprung der Kinderbetreuung in Schweden

3 Schwedische Kinderbetreuung heute

3.1 Das familienpolitische Leitbild als Grundlage

3.2 Verantwortung für die Elementarerziehung

3.3 Betreuungsangebote

3.3.1 Kindertagesstätte und Familienpflege

3.3.2 Vorschulklasse

3.3.3 Freizeitheim

3.4 Curriculum für die vorschulische Kinderbetreuung

3.5 Personal in den Betreuungseinrichtungen

3.6 Qualität der Kinderbetreuung

3.7 Finanzierung und Ausgaben für die Elementarerziehung

4 Der „Baum der Erkenntnis“

5 Schlussfolgerungen für Deutschland

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das schwedische System der Kinderbetreuung, um zu analysieren, inwieweit dieses als Modell für eine Reform der deutschen Elementarerziehung dienen kann und welche Aspekte zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen können.

  • Historische Entwicklung des schwedischen Elementarbereichs
  • Struktur der modernen schwedischen Betreuungsangebote
  • Einfluss des familienpolitischen Leitbildes auf die Kinderbetreuung
  • Qualitätsmerkmale und Bildungspläne wie der "Baum der Erkenntnis"
  • Übertragbarkeit schwedischer Ansätze auf den deutschen Kontext

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung

Die Erkenntnis ist niederschmetternd: Im europäischen Vergleich bildet Deutschland bei der Kinderbetreuung das Schlusslicht. Zwar nehmen die politischen Bemühungen für eine Verbesserung der Situation zu, was sich beispielsweise an dem im Oktober 2004 vom Bundestag beschlossenen Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) zeigt, es ändert jedoch nichts daran, dass Deutschland weiterhin erhebliche Defizite in diesem Bereich aufweist. Die Folgen sind fatal: Zum einen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erheblich eingeschränkt, so dass nahezu die Hälfte der Mütter mit einem noch nicht schulpflichtigen Kind ein aufgezwungenes Hausfrauendasein pflegt.

Fehlende Möglichkeiten der öffentlichen Kinderbetreuung führen zu einer enormen Kluft zwischen dem tatsächlichen und dem gewünschten Lebensmodell, worauf die Frauen mit individuellen Lösungen, wie der Annahme einer Teilzeitbeschäftigung oder dem Hinausschieben der Geburt des ersten Kindes reagieren. Letzteres führt mit durchschnittlich 1,3 Kindern pro Frau nicht nur zu einer der geringsten Geburtenraten, sondern auch zu der weltweit höchsten Kinderlosigkeit von 22 Prozent der unter 45-jährigen. Zum anderen bleibt der Förderbedarf vieler Kinder unbeachtet. „Bildung beginnt in Deutschland, gleichgesetzt mit Schule, wenn die entwicklungsreichsten Jahre vorbei sind. Lernen, auf Leistungsansprüche reduziert, erscheint als etwas, das man möglichst aus der frühen Kindheit heraushalten […] sollte; als Zumutung im Paradies der Kindheit.“ Dabei ist inzwischen nachgewiesen, dass sich gerade die Förderung in den ersten Jahren positiv auf die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung des Kindes auswirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Defizite der Kinderbetreuung in Deutschland und führt die Fragestellung ein, ob das schwedische Modell als Vorbild für eine familienfreundlichere Politik dienen kann.

2 Ursprung der Kinderbetreuung in Schweden: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung nach, von den frühen privaten Krippen des 19. Jahrhunderts bis zur Etablierung des modernen Wohlfahrtsstaates und der Neudefinition des Vorschulmodells in den 1960er Jahren.

3 Schwedische Kinderbetreuung heute: Hier werden die aktuellen Strukturen, das familienpolitische Leitbild, die staatliche Verantwortung, das Curriculum sowie Aspekte der Personalqualifikation, Qualitätssicherung und Finanzierung detailliert analysiert.

4 Der „Baum der Erkenntnis“: Dieses Kapitel stellt eine spezifische pädagogische Umsetzung des schwedischen Lehrplans für die Gemeinde Halmstadt vor, die als Metapher für eine ganzheitliche Bildungsbiografie dient.

5 Schlussfolgerungen für Deutschland: Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengeführt und bewertet, welche Elemente des schwedischen Systems als Anregung für die deutsche Debatte um eine moderne Elementarerziehung dienen können.

Schlüsselwörter

Kinderbetreuung, Schweden, Deutschland, Elementarerziehung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Vorschule, Tagesstätten, Bildungsplan, Baum der Erkenntnis, Familienpolitik, frühkindliche Förderung, Reform, pädagogisches Konzept, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem schwedischen System der Kinderbetreuung und dessen Potenzial als Vorbild für die Reform der deutschen Kinderbetreuungspolitik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt historische Hintergründe, die aktuelle Struktur der Betreuungsangebote, die pädagogischen Lehrpläne sowie die finanzielle und organisatorische Gestaltung ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Schweden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfolgreich gestaltet und inwieweit diese Erkenntnisse auf den deutschen Kontext übertragen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung nationaler sowie internationaler bildungspolitischer Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des schwedischen Modells, das familienpolitische Leitbild, verschiedene Betreuungsformen wie Kindertagesstätten und Freizeitheime sowie die Bedeutung von Curricula und Personalqualifikationen.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinderbetreuung, Familienpolitik, Elementarerziehung, Schweden, Bildungsplan und Vereinbarkeit von Familie und Beruf charakterisieren.

Was genau ist der "Baum der Erkenntnis"?

Der "Baum der Erkenntnis" ist eine anschauliche Metapher für den Lehrplan der Gemeinde Halmstadt, der den Lernprozess eines Kindes vom 1. bis zum 16. Lebensjahr als ganzheitliche Entwicklung darstellt.

Warum spielt die Personalqualifikation in Schweden eine so große Rolle?

Die hohe Qualifikation, insbesondere von Vorschullehrern und Freizeitpädagogen, ist essenziell, um die pädagogischen Ziele wie Demokratieförderung und individuelle Lernunterstützung in den Kindertagesstätten umzusetzen.

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Details

Title
Das schwedische System der Kinderbetreuung - Ein Wegweiser für Deutschland?
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Grade
1,0
Author
Sabrina Heuer (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V55915
ISBN (eBook)
9783638507486
ISBN (Book)
9783656803584
Language
German
Tags
System Kinderbetreuung Wegweiser Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Heuer (Author), 2005, Das schwedische System der Kinderbetreuung - Ein Wegweiser für Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55915
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