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Entstehung und Geschichte der Grünen - Politische Strömungen, Formierung und Parteigründung in Karlsruhe 1980

Title: Entstehung und Geschichte der Grünen - Politische Strömungen, Formierung und Parteigründung in Karlsruhe 1980

Seminar Paper , 2002 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andrea Gebhardt (Author)

Politics - History of Political Systems
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Die Entstehungslinie der Bundespartei „DIE GRÜNEN“ bis zu ihrem Gründungskongreß in Karlsruhe wird verfolgt und ergründet. Hierbei gilt es zunächst, die Vorläufer der Ökologie- und Alternativbewegung zu untersuchen, um den weiteren Lauf der Bewegung deuten zu können. Dabei werden schemenhaft einzelne Beispiele von Initiativen, Gruppierungen oder ähnliches vorgeführt, die jeweils beispielhaft für weitere stehen. Aufgrund des begrenzten Raumes wird auf diese Weise in der gesamten Niederschrift vorgegangen. Im ersten Teil wird also erläutert, inwiefern die Wurzeln der Grünen bereits in ihrer Vorgeschichte liegen. Im folgenden Abschnitt steht der unmittelbare Beginn der Ökologie- und Alternativbewegung im Vordergrund. Dabei wird unterschieden zwischen Bürgerinitiativen, alternativer Bewegung und Kleinstparteien. Welche Rolle spielte die Entstehung der Bürgerinitiativen? Mit welchen thematischen Schwerpunkten befaßten sie sich? Wo lagen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede zwischen der bürgerlich-ökologischen und der alternativen Programmatik? Inwieweit reichte der Einfluß der alternativen Organisationen? Welche Funktion nahmen die Kleinstparteien ein?

Des weiteren wird die Phase der landesweiten Zusammenschlüsse der verschiedensten Initiativen dargelegt. Wurden hier bereits die ersten Marksteine für eine künftige Parteigründung gelegt? Wo vereinigten sich, wo konkurrierten grüne und alternative Listen? Den Abschluß bildet die Entstehung der „Sonstigen Politischen Vereinigung (SPV) / Die Grünen“ vor der Europawahl, die schließlich in die Gründung einer grünen Bundespartei im Sinne des Parteiengesetzes mündete. Was waren die Ursachen für einen bundesweiten Zusammenschluß? Wie hießen die führenden Persönlichkeiten während des Gründungsprozesses? Wer vermittelte zwischen Ökologen und Alternativen? Was wurde auf dem Gründungskongreß in Karlsruhe erreicht?

Der Darstellung zugrunde liegende Literatur sind die Werke von Gerd Langguth, „Der grüne Faktor. Von der Bewegung zur Partei“,2 und Hubert Kleinert, „Vom Protest zur Regierungspartei. Die Geschichte der Grünen“3. Das Ziel ist, einen Gesamtüberblick über die Anfänge der Protestbewegung bis hin zur Gründung der Partei „DIE GRÜNEN“ zu bieten, die politischen Strömungen zu entfalten, den Weg der Formierung nachzuvollziehen. Dabei soll eine, soweit im Rahmen der Hausarbeit möglich, umfassende Beantwortung der genannten Fragen erreicht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorläufer der Ökologie- und Alternativbewegung

3. Beginn der Ökologie- und Alternativbewegung

3.1. Bürgerinitiativen

3.2. Alternative Bewegung

3.3. Kleinstparteien

4. Landesweite Zusammenschlüsse

5. SPV und Europawahl

6. Parteigründung

7. Der Entstehungsprozeß in seiner Bedeutung: Eine Partei wider Willen? (Schlußbetrachtung)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln, die politische Formierung und den schwierigen Gründungsprozess der Partei „DIE GRÜNEN“ bis zum offiziellen Parteitag in Karlsruhe 1980. Im Zentrum steht dabei die Analyse der verschiedenen politischen Strömungen – von den Bürgerinitiativen über die alternative Bewegung bis hin zu den Kleinstparteien – sowie die Überwindung des Antiparteien-Status hin zur parlamentarischen Organisation.

  • Historische Herleitung der Ökologie- und Alternativbewegung
  • Differenzierung zwischen bürgerlichen Ökologen und Bunt-Alternativen
  • Die Rolle der Kleinstparteien (AUD, GAZ) im Gründungsprozess
  • Der Einfluss der Protestpotenziale auf die Parteientwicklung
  • Interne Machtkämpfe und Bündnisfragen auf dem Weg zur Bundespartei

Auszug aus dem Buch

3.1.) Bürgerinitiativen

In der ersten Hälfte der siebziger Jahre erlebte die Protestbewegung mit der Ökologiebewegung eine Renaissance. Erstmals traten zahlreiche Bürgerinitiativen ans Tageslicht. Ursachen für das steigende Interesse der Bundesbürger, ihre politische Apathie abzustreifen und sich in Bürgerinitiativen für ihre eigenen Anliegen einzusetzen, sind im wesentlichen folgende Faktoren: Die Wirtschaftskrise von 1967 nahm einem Großteil der Bevölkerung den Glauben an einen dauerhaften wirtschaftlichen Aufstieg. Die immer deutlicher werdenden Strukturprobleme in den verschiedenen Aufgabenbereichen der öffentlichen Hand wie Städtebau, Nahverkehr, Umweltschutz und Bildung sowie die immer unzureichender werdende soziale Infrastruktur, zu der Kindergärten, Jugendheime und die Altenversorgung zählen, führten beim Bürger zu einem Ohnmachtsgefühl in anbetracht der „Allmacht der Technokraten“. Die politische Situation in der Bundesrepublik Ende der sechziger Jahre verstärkte die Legitimationsdefizite der politischen Parteien. Die Große Koalition steigerte das Mißtrauen der Bürger in das Parlament als Kontrollinstanz. Die Studentenbewegung und außerparlamentarische Opposition entwickelte Aktionsformen, die als Möglichkeiten für politische Willensäußerungen und Interessensvertretung von den Bürgerinitiativen übernommen werden konnten.

Das Erwachen dieser politischen Aktivität der Bürger verlief in drei Stufen: 1. Entstehung von Bürgerinitiativen, 2. Auftreten von Wählergemeinschaften bei den Landtagswahlen, 3. Gründung von Protestparteien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Ausgangslage der Grünen als "Antiparteienpartei" und definiert das Ziel der Arbeit, den Entstehungsprozess und die Divergenzen zwischen den verschiedenen Strömungen zu untersuchen.

2. Vorläufer der Ökologie- und Alternativbewegung: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Vorläufer der Protestkultur, insbesondere die Opposition gegen Wiederbewaffnung und Atomkraft in den 1950er und 1960er Jahren.

3. Beginn der Ökologie- und Alternativbewegung: Das Kapitel differenziert zwischen den organisatorischen Ursprüngen in Form von Bürgerinitiativen, alternativen Bewegungen und den spezifischen Kleinstparteien.

3.1. Bürgerinitiativen: Es werden die gesellschaftlichen Ursachen für das Erstarken von Bürgerinitiativen in der ersten Hälfte der 1970er Jahre und deren Rolle bei der Demokratisierung der Willensbildung analysiert.

3.2. Alternative Bewegung: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung alternativer Lebensstile, primär an Hochschulen, und deren Abgrenzung zur bürgerlich-ökologischen Strömung.

3.3. Kleinstparteien: Hier wird der Einfluss von Parteien wie der AUD und der GAZ auf den bundesweiten Gründungsprozess der Grünen dargestellt.

4. Landesweite Zusammenschlüsse: Das Kapitel beschreibt den Übergang von lokalen Protesten zu landesweiten Organisationsformen, um die Hürden des etablierten Parteiensystems zu überwinden.

5. SPV und Europawahl: Es wird die Gründung der "Sonstigen Politischen Vereinigung (SPV) DIE GRÜNEN" als Dachorganisation für die Europawahl 1979 thematisiert.

6. Parteigründung: Dieser Teil analysiert den turbulenten Gründungskongress in Karlsruhe 1980, geprägt von Machtkämpfen zwischen verschiedenen politischen Lagern.

7. Der Entstehungsprozeß in seiner Bedeutung: Eine Partei wider Willen? (Schlußbetrachtung): Die Schlussbetrachtung fasst die Entwicklung von der Antiparteienbewegung hin zur klassischen Oppositionspartei zusammen.

Schlüsselwörter

Die Grünen, Ökologiebewegung, Alternativbewegung, Bürgerinitiativen, Parteigründung, Karlsruhe 1980, AUD, GAZ, Protestbewegung, politische Strömungen, Basisdemokratie, Parlamentarismus, außerparlamentarische Opposition, Umweltpolitik, Gründungsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entstehungsgeschichte der Partei "Die Grünen" von den frühen 1950er Jahren bis hin zur offiziellen Parteigründung im Jahr 1980.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel von außerparlamentarischen Protestbewegungen hin zur Parteiorganisation, die Divergenz zwischen bürgerlichen Ökologen und radikalen Linksalternativen sowie die Herausforderung, die "Antiparteien"-Ideologie in Strukturen zu überführen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über die Anfänge der Protestbewegung zu geben und den Weg der Formierung der Partei "DIE GRÜNEN" nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die wesentliche Werke über die Geschichte der Grünen auswertet, um den Entstehungsprozess systematisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Vorläufer der Bewegung, die Rolle der Bürgerinitiativen, die Entwicklung alternativer Lebensstile sowie die Gründungsprozesse auf Landes- und Bundesebene bis zum Karlsruher Kongress.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind u.a. Entstehungsgeschichte, Bürgerinitiativen, Alternative Bewegung, Parteigründung und politische Strömungen.

Welche Bedeutung hatte der Kongress in Karlsruhe 1980 für die Partei?

Er markierte die offizielle Gründung der Bundespartei, stand aber gleichzeitig im Zeichen massiver innerparteilicher Machtkämpfe zwischen dem gemäßigten Flügel und organisierten Linksextremisten.

Warum wird die Gründung der Grünen als "mühsam und chaotisch" beschrieben?

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Grünen im Kern eine "Antiparteienpartei" waren und die notwendige Institutionalisierung den ursprünglichen basisdemokratischen und widersprüchlichen Ansätzen entgegenstand.

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Details

Title
Entstehung und Geschichte der Grünen - Politische Strömungen, Formierung und Parteigründung in Karlsruhe 1980
College
University of Bonn  (Politisches Seminar)
Course
Proseminar
Grade
1,7
Author
Andrea Gebhardt (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V56422
ISBN (eBook)
9783638510943
ISBN (Book)
9783638782623
Language
German
Tags
Geschichte Grünen Parteigründung Bündnis 90 Entstehungsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Gebhardt (Author), 2002, Entstehung und Geschichte der Grünen - Politische Strömungen, Formierung und Parteigründung in Karlsruhe 1980, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56422
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