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Das Rollenkonzept der Zivilmacht

Título: Das Rollenkonzept der Zivilmacht

Trabajo , 2006 , 17 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Mathias Dittrich (Autor)

Politíca - Métodos, investigación
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„In den 1990er Jahren ist die Produktion wissenschaftlicher Abhandlungen zur deutschen Außenpolitik explodiert.“ Bereits dieses Zitat macht deutlich, dass die Quantität neuer Beiträge zur Außenpolitikforschung enorm zunahm. Auch die Klassifizierung deutscher Außenpolitik differierte von Wissenschaftler zu Wissenschaftler. Sie reicht von „Mittelmacht (Wilfried von Bredow), Regionalmacht (Arnulf Baring), Zentralmacht in Europa (Hans-Peter Schwarz), Führungsmacht (Helga Haftendorn), Weltwirtschaftsmacht Norbert Kloten), Euro – Hegemon (Reinhard Rode), Handelsstaat (Volker Rittberger), Großmacht (Peter Schlotter), Hegemonialmacht (Caroline Thomas / Klaus-Peter Weiner) [...] [bis zu] Weltmacht (Christian Hacke)“ .
Ziel dieser Hausarbeit soll nicht darin bestehen, zu untersuchen, welches dieser Konzepte am besten zur Erklärung der deutschen Außenpolitik geeignet scheint, sondern es soll die Theorie eines völlig anderen Modells vorgestellt werden: „Das Rollenkonzept der Zivilmacht“.
Es soll dabei der Frage nachgegangen werden, ob das „Zivilmachtskonzept“ als Erklärungsmuster für solche Staaten in Betracht kommt, deren außen- und sicherheitspolitische Orientierungen, trotz ähnlicher Vorraussetzungen in der Struktur des internationalen Systems, stark von anderen Staaten abweicht. „Ferner wird danach gefragt, welche Stärken und Schwächen der rollentheoretische Zugang des Zivilmachtsansatzes (gegenüber anderen Ansätzen) bei der Erklärung der deutschen Außenpolitik aufweist.“
Hierbei wird zuerst auf die Entwicklung des „Idealtypus Zivilmacht“ und seine theoretischen Annahmen eingegangen. Dabei wird auch ein Analysekatalog aufgestellt werden, anhand dessen man untersuchen kann, ob bzw. inwieweit sich ein Staat „Zivilmacht“ nennen darf. Anhand dieses Kataloges wird im Folgenden kurz die bundesdeutsche Außenpolitik untersucht, und der Frage nachgegangen, ob man die BRD eine „Zivilmacht“ nennen kann, oder ob andere außenpolitische Konzepte ebenfalls Beachtung finden sollten. Zwei dieser Modelle, das realistische Konzept des Machtstaates und das liberale Modell des Handelsstaates, werden im zweiten Teil näher beleuchtet.

Den Abschluss des Hauptteils dieser Arbeit bildet eine Kritik des „Zivilmachtkonzeptes“, sowohl von den Verfechtern (hierbei vor allem Sebastian Harnisch), als auch von Kritikern (Henning Tewes). Im Fazit werden die gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammengefasst werden, sowie ein Ausblick zur Anwendbarkeit gegeben....

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Rollenkonzept der Zivilmacht

1) Die Rollentheorie

2) Vor- und Nachteile der Rollentheorie

3) Der Idealtypus der Zivilmacht

4) Analysekategorien für Zivilmächte

5) Deutschland als Zivilmacht?

III. Die Modelle des Machtstaates und des Handelsstaates

1) Das realistische Modell des Machtstaates

2) Das liberale Modell des Handelsstaates

IV. Kritik am Zivilmachtsmodell

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das theoretische Rollenkonzept der "Zivilmacht" als Erklärungsmodell für die deutsche Außenpolitik. Ziel ist es, auf Basis eines Analysekatalogs zu prüfen, ob die Bundesrepublik Deutschland als Zivilmacht klassifiziert werden kann und wie sich dieser Ansatz zu anderen Theorien wie dem Machtstaat- oder Handelsstaatmodell verhält.

  • Grundlagen der Rollentheorie in der Außenpolitik
  • Entwicklung des Idealtypus der Zivilmacht
  • Kritische Analyse des Zivilmachtmodells
  • Vergleich zwischen Zivilmacht, Machtstaat und Handelsstaat
  • Fallbeispiel: Die bundesdeutsche Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

3) Der Idealtypus der Zivilmacht

Trotz dieser Nachteile lassen sich Vorhersagen über das wahrscheinliche Verhalten eines Staates als Rollenträger treffen, weshalb Maull und Kollegen den Idealtypus der „Zivilmacht“ entwickelt haben, mit dem Ziel, die Außenpolitik solcher Staaten zu erklären, die mit utilitaristischen – rationalistischen Theorien nicht erklärbar sind. Hierbei ging es Maull vor allem um eine Analyse der Außenpolitiken der Bundesrepublik Deutschland und Japans.

Bei der Entwicklung des Zivilmachtstypus, griff man zurück auf die Idee der gesellschaftlichen, also der zwischenmenschlichen, Zivilisierung. Man erkannte die immer engere gesellschaftliche Verflechtung, die eine Kontrolle der eigenen Taten und eine Kooperation mit Anderen notwendig machte. Diese Entwicklung könne sich auch auf die internationale Ebene übertragen lassen, da es auch hier eine engere Beziehung zwischen Staaten und Gesellschaften, über die Grenze des Nationalstaates hinweg, gibt.

„Außenpolitik kann letztlich nur dann erfolgreich sein, wenn sie diesen veränderten Rahmenbedingungen der internationalen Politik insgesamt angemessen Rechnung trägt[...].“ Nicht die Abschaffung, sondern die Einbindung und somit teilweise Überführung staatlicher Macht und Gewalt in supranationale Kontrollorgane kennzeichnet eine Zivilmacht. Anders ausgedrückt herrscht die Vorstellung, „dass ein Konzert ziviler und demokratischer Großmächte, die sich internationalen Spielregeln unterwerfen und weitestgehend über internationale Institutionen agieren, an die Stelle des traditionellen Machtspiels der Großmächte treten sollte“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Vielfalt der Konzepte zur deutschen Außenpolitik und führt in die Absicht ein, das Zivilmachtskonzept als theoretisches Erklärungsmodell vorzustellen.

II. Das Rollenkonzept der Zivilmacht: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen Grundlagen der Rollentheorie, definiert den Idealtypus der Zivilmacht mit seinen sechs Grundprinzipien und wendet diesen auf Deutschland an.

III. Die Modelle des Machtstaates und des Handelsstaates: Hier werden das realistische Machtstaatmodell und das liberale Handelsstaatmodell als alternative Erklärungsansätze für staatliches Außenpolitikverhalten vorgestellt.

IV. Kritik am Zivilmachtsmodell: Das Kapitel befasst sich mit zentralen Kritikpunkten am Zivilmachtskonzept, insbesondere hinsichtlich seiner theoretischen Schärfe, der Definition von Rollen und der Anwendbarkeit auf Nicht-OECD-Staaten.

V. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung des Zivilmachtskonzepts als Ergänzung zu anderen Theorien und betont die Notwendigkeit weiterer außenpolitischer Forschung.

Schlüsselwörter

Zivilmacht, Rollentheorie, Außenpolitik, Deutschland, Machtstaat, Handelsstaat, Internationale Beziehungen, Konstruktivismus, Multilateralismus, Normen, Werte, Souveränität, Kooperation, Interessen, Außenpolitikanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das politikwissenschaftliche Rollenkonzept der "Zivilmacht" und untersucht dessen Nutzen als Erklärungsmodell für das außenpolitische Handeln von Staaten, mit einem besonderen Fokus auf die Bundesrepublik Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die theoretische Herleitung der Zivilmacht, die Abgrenzung zu Macht- und Handelsstaatmodellen sowie die kritische Reflexion des Zivilmachtsansatzes in der modernen Außenpolitikforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Mehrwert des rollentheoretischen Zivilmachtansatzes gegenüber traditionellen, utilitaristischen Theorien aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit die deutsche Außenpolitik diesem Ideal entspricht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt den konstruktivistisch-reflexiven Ansatz der Außenpolitikanalyse und arbeitet mit einem Analysekatalog, um staatliches Verhalten basierend auf Normen und internen Rollenkonzepten zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Rollentheorie und des Zivilmachtidealtypus, den Vergleich mit dem Macht- und Handelsstaat sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Validität des Zivilmachtbegriffs.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "Zivilmacht", "Rollentheorie", "Staatsräson", "Multilateralismus" und "normgeleitetes Handeln".

Warum wird Deutschland als klassisches Beispiel für eine Zivilmacht herangezogen?

Deutschland gilt aufgrund seiner historischen Erfahrungen und der tiefen Einbindung in multilaterale Strukturen als prädestiniertes Beispiel für einen Staat, dessen Außenpolitik schwer mit klassischen, realistischen Machtkalkülen allein erklärbar ist.

Welche Hauptkritik äußern Experten wie Henning Tewes am Zivilmachtmodell?

Kritisiert wird primär die Unschärfe des Begriffs, da eine klare Trennung zwischen Zivilmächten und Nicht-Zivilmächten schwierig sei und das Modell eher ein Kontinuum beschreibe als eine binäre Kategorie.

Wie unterscheidet sich der Handelsstaat vom Machtstaat?

Während der Machtstaat nach realistischen Prinzipien auf unilaterale Machtmaximierung setzt, orientiert sich der Handelsstaat primär an ökonomischer Wohlfahrt und kooperativem, multilateralem Handeln.

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Detalles

Título
Das Rollenkonzept der Zivilmacht
Universidad
Dresden Technical University  (Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Außenpolitikanalyse
Calificación
2,0
Autor
Mathias Dittrich (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
17
No. de catálogo
V56590
ISBN (Ebook)
9783638512367
ISBN (Libro)
9783656268987
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rollenkonzept Zivilmacht Außenpolitikanalyse
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mathias Dittrich (Autor), 2006, Das Rollenkonzept der Zivilmacht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56590
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