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Der Vertrag von Maastricht und seine Auswirkungen auf das Grundgesetz

Title: Der Vertrag von Maastricht und seine Auswirkungen auf das Grundgesetz

Seminar Paper , 2003 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Peter Becker (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Die Grundfragen für die europäische Integration bzw. eine europäische Verfassungsentwicklung wurden durch die weltpolitische Konstellation, welche durch den zweiten Weltkrieg entstand aufgeworfen. Diese Fragen konnten sich nur innerhalb eines Kontinents binnen kürzester Zeit so ergeben, weil die vorherige Vormachtstellung in der Welt eine zu große Machtlücke gelassen hatte, so dass sich der Konflikt zwischen Ost und West, aufgrund des entstandenen Machtvakuums entwickelte. Die wichtigste Begebenheit in diesem Zusammenhang war die Konferenz von Jalta, auf der sich durch den offensichtlich werdenden Konflikt zwischen den russischen und den amerikanischen Interessen eine eindeutige Niederlage der europäischen alliierten Kräfte abzeichnete. Dies führte in der frühen Nachkriegszeit, nach der Wiederherstellung der deutschen Ordnung, zu den Anfängen der europäischen Einigung; auf Initiative Frankreichs und Deutschlands begann mit der EGKS und der Euratom - auf welche in diesem Aufsatz weniger eingegangen werden soll - über die römischen Verträge die Erfolgsgeschichte Europas. Bestätigt wurde der Erfolgsweg zuletzt durch die politische Entscheidung von Maastricht im Jahr 1992, welche die Staaten zu einer weiter integrierten Einheit formten. Dies wurde durch weitere wichtige und neue Institutionen manifestiert, wie beispielsweise der EZB, die nun die Gemeinschaftswährung verwaltet. Allerdings besteht immer noch keine Einigkeit über den gewünschten Integrationsgrad Europas, der zwischen Churchills Idee eines Europas der Vaterländer und einer Bundesstaatlichen Union schwankt. Heute ist die Tendenz dergestalt, dass die europäische Union sich in den Verfassungen ihrer Einzelstaaten wiederspiegelt. Diese weitreichenden Eingriffe, die durch den Vertrag von Maastricht von den einzelnen Mitgliedsstaaten gefordert wurden, erforderten weitreichende gemeinsame Regelungen, um eine Wirtschafts- und Währungsunion mit gemeinsamem Markt sowie eine Zusammenarbeit in der Außen-, Innen-und Rechtspolitik zu erreichen. Die folgende Hausarbeit soll aufzeigen, dass die Übertragung von Souveränität der Einzelstaaten auf die Europäische Gemeinschaft bzw. die Europäische Union, welche durch die Vertragspapiere von Maastricht initiiert wurden, auf äußerst gerechte Weise übertragen wurden, was insbesondere ein Anliegen des Grundgesetztes und dessen Hüter, dem Bundesverfassungsgericht war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Der Weg nach Maastricht

B Vorbedingungen und Ausrichtung des Grundgesetztes

1. Die Eckpunkte des Vertrages und deren Ratifizierung

2. Die Folgen für die deutsche Verfassungsgesetzgebung und die Kontrolle der Korrektheit der Verfassungsänderungen

3. Die Rolle des Verfassungsstaates im europäischen Integrationsprozess

C Kontinuität des Grundgesetzes und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die verfassungsrechtlichen Auswirkungen des Vertrags von Maastricht auf das deutsche Grundgesetz. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die notwendige Übertragung von Souveränitätsrechten auf die Europäische Union verfassungsrechtlich legitimiert wurde und welche Anpassungen im Grundgesetz erforderlich waren, um sowohl den Integrationsprozess zu ermöglichen als auch die demokratischen Grundpfeiler der Bundesrepublik zu wahren.

  • Historische Entwicklung der europäischen Integration
  • Verfassungsrechtliche Grundlagen für die Übertragung von Souveränität
  • Anpassung des Grundgesetzes an die Anforderungen der Wirtschafts- und Währungsunion
  • Mitspracherechte der Bundesländer im europäischen Integrationsprozess
  • Rolle des Bundesverfassungsgerichts bei der Wahrung der Verfassungsidentität

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des Verfassungsstaates im europäischen Integrationsprozess

Die zukünftige Rolle des Verfassungsstaates ist durch den Maastrichter Vertrag an eine „überstaatliche Bedingtheit“ gebunden. Die Dimension, in welcher der Maastricht Vertrag in die Souveränität des Staates eingreift, wird erst durch die in letzter Zeit verschickten „blauen Briefe“ und zu leistende Strafzahlungen an europäische Institutionen klar. Schon hat man damals an die Einführung einer Gemeinschaftssteuer gedacht, deren Budgetierung unter die Kontrolle des europäischen Parlamentes zu stellen wäre. Während vor Maastricht vor allem Fragen des Grundrechtsschutzes in der deutschen Staatsrechtslehre diskutiert wurde, ist es seitdem auch und insbesondere eben das Interesse an Fragen zur Wirtschafts-, Währungs- und Finanzverfassung, welche in einem immer integrierteren Europa zu klären sind, gewachsen. Es bestanden Ängste, insbesondere auch in Deutschland, dass Gemeinschaftsorgane durch eine extensive Nutzung ihrer Zuständigkeiten ein zentralistisch geprägtes, und bürokratisch strukturiertes Europa schaffen, in dem der dominierende Einfluss vom Rat, also von den europäischen Staats- und Regierungschefs ausgeht. Andererseits ist es nicht wahrscheinlich, da die technischen und administrativen Kapazitäten nicht ausreichen, um einen europäischen Zentralstaat zu schaffen. Den europäischen Organen erwachsen vor allem Kontrollaufgaben der nationalen Regierungen, die weiterhin die Basis der Union sind.

Um die Zeit der Ratifizierung des Maastrichter Vertrages dachte man allerdings, daß es ein glücklicher Zufall sein könnte, daß die im Art. 5 des deutschen Einigungsvertrages festgehaltene verfassungspolitische Debatte über eine Revision des Grundgesetzes in einer Zeit stattfindet, in der auch die Entwicklung einer europäischen Verfassung vor dem Abschluss steht. Es wäre hierbei allerdings vonnöten, den Wiedervereinigungsprozeß und die europäische Verfassungsentwicklung maßgeblich aufeinander abzustimmen. Es wurde bereits überlegt, das Grundgesetz abzuschaffen, da durch Art. 79 Abs. 3 wenige bestimmte, aber zentrale Fragen beim europäischen Integrationsprozess verhindert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

A Der Weg nach Maastricht: Dieses Kapitel erläutert die historischen Rahmenbedingungen und die weltpolitische Konstellation nach dem Zweiten Weltkrieg, die den Grundstein für die europäische Einigung legten.

B Vorbedingungen und Ausrichtung des Grundgesetztes: Hier werden die juristischen Herausforderungen der Ratifizierung des Vertrags von Maastricht analysiert, wobei der Schwerpunkt auf der Souveränitätsübertragung, den Grundgesetzänderungen und der Einbindung der Länder liegt.

C Kontinuität des Grundgesetzes und Ausblick: Dieses Kapitel reflektiert die künftige Rolle des Nationalstaats innerhalb der Europäischen Union und erörtert die Vereinbarkeit von europäischer Verfassungsentwicklung und nationaler Souveränität.

Schlüsselwörter

Maastrichter Vertrag, Grundgesetz, Europäische Integration, Souveränität, Wirtschafts- und Währungsunion, Bundesverfassungsgericht, Art. 23 GG, Art. 24 GG, Föderalismus, Europäische Union, Verfassungsänderung, Ratifizierung, Gemeinschaftsrecht, Volkssouveränität, Integrationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verfassungsrechtlichen Folgen, die der Vertrag von Maastricht für das deutsche Grundgesetz hatte, insbesondere im Hinblick auf die Souveränität der Bundesrepublik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Souveränitätsübertragung an supranationale Institutionen, die Rolle des Föderalismus und die Anpassung nationaler Gesetze an die Anforderungen der EU.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Grundgesetz auf "gerechte Weise" geändert wurde, um die europäische Integration zu ermöglichen, ohne dabei die verfassungsrechtliche Identität der BRD aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor nutzt eine rechtswissenschaftliche und politikwissenschaftliche Analyse unter Auswertung von Verfassungsartikeln, Urteilen des Bundesverfassungsgerichts und einschlägiger Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Eckpunkte des Maastrichter Vertrags, die Problematik der Grundgesetzänderungen (z. B. Art. 23, Art. 24, Art. 88 GG) und die Mitwirkungsrechte des Bundesrates detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem der Maastrichter Vertrag, Europäische Integration, Souveränität und die Strukturklausel des Grundgesetzes.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Bundesverfassungsgerichts?

Das Gericht wird als Hüter der Verfassungsidentität gesehen, das durch seine Rechtsprechung (insbesondere zum Ausländerwahlrecht) den Rahmen für die Ratifizierung und die notwendigen Grundgesetzänderungen vorgab.

Warum war die Einführung des neuen Art. 23 GG so entscheidend?

Der neue Artikel 23 GG definierte die Strukturvorgaben für die EU und verankerte die Mitsprache des Bundesrates bei der Abtretung von Hoheitsrechten, um die demokratische Kontrolle zu sichern.

Welche Rolle spielt die Wirtschafts- und Währungsunion in der Untersuchung?

Die Untersuchung beleuchtet den Kompetenzverlust der Bundesbank und die Herausforderung, die nationalen Haushaltsregeln mit den Konvergenzkriterien der EU in Einklang zu bringen.

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Details

Title
Der Vertrag von Maastricht und seine Auswirkungen auf das Grundgesetz
College
LMU Munich  (Hochschule für Politik)
Course
Die Fortentwicklung des Verfassungs- und Gesetzesrechts
Grade
2,0
Author
Peter Becker (Author)
Publication Year
2003
Pages
14
Catalog Number
V57105
ISBN (eBook)
9783638516372
Language
German
Tags
Vertrag Maastricht Auswirkungen Grundgesetz Fortentwicklung Verfassungs- Gesetzesrechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Becker (Author), 2003, Der Vertrag von Maastricht und seine Auswirkungen auf das Grundgesetz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57105
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