Diskussion des Artikels: The irrelevance of the MM dividend irrelevance theorem


Seminararbeit, 2006

27 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung dieser Arbeit

2 MM revisited
2.1 Parameter des Modellmarktes
2.1.1 Vollkommene Kapitalmärkte
2.1.2 Rationale Akteure
2.1.3 Gewissheit
2.2 Bewertungsmodell
2.3 Der Dividendeneffekt
2.4 Irrelevanztheorem
2.5 DeAngelo/DeAngelo erste Kritik
2.6 Zusammenfassung

3 MM modified, with retention allowed
3.1 Das Modell von DeAngelo/DeAngelo
3.2 Zusammenfassung

4 Agency Costs und Stock Bubbles
4.1 Agency Costs
4.2 Stock Bubbles

5 Black’s Dividend Puzzle
5.1 Das Modell nach Black
5.2 Die Kritik von DeAngelo/DeAngelo

6 Empirische Befunde zu den gewonnen Erkenntnissen
6.1 Fama/French (2001)
6.2 DeAngelo/DeAngelo/Skinner (2004)
6.3 Brav et al (2005)
6.4 Zusammenfassung

7 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Feasible and Optimal FCF Distribution, when Retention is ruled out

Abbildung 2 - Feasible and Optimal FCF Distribution, when Retention is allowed

Formelverzeichnis

Formel 1 – Preisgleichgewichtsbedingung auf vollkommenen Märkten

Formel 2 – Preisgleichgewichtsbedingung auf vollkommenen Märkten modifiziert

Formel 3 – Firmenwert

Formel 4 – Kapitalbedarf der Periode t

Formel 5 – Firmenwert in Abhängigkeit der Investition

Formel 6 – Firmenwert in Abhängigkeit der Dividende ohne Steuern

Formel 7 – Firmenwert in Abhängigkeit der Dividende mit Steuern

1 Einleitung und Zielsetzung dieser Arbeit

Miller und Modigliani (MM) legten in ihren beiden Aufsätzen von 1958 und 1963 mit dem Irrelevanztheorem die Basis des modernen Corporate Finance. Dieses Theorem besagt, dass unter bestimmten Marktgegebenheiten, auf deren Spezifika in Abschnitt 2 näher eingegangen wird, alle möglichen Kapitalstrukturen und Dividendenpolitiken optimal sind und dem Investor gleichen Nutzen stiften. Der gemeinhin gültigen Interpretation des Irrelevanztheorems folgend ist die einzige Determinante, die den Nutzen des Investors beeinflusst, die Investitionspolitik. Sie alleine bestimmt in weiterer Folge den Firmenwert, dessen Maximum unter einem optimalen Investitionsprogramm erreicht wird, unabhängig vom Leverage und von geplanten Auszahlungen an die Kapitalgeber. Der Firmenwert stellt die Summe diskontierter zukünftiger Cash-Flows dar.

Miller[1] selbst vergleicht diese Auffassung einer Firma mit einer Pizza. Diese kann in verschieden große Teile geschnitten werden, äquivalent der Finanzierungsstruktur einer Firma. Diese einzelnen Teile besitzen Ansprüche auf künftige Cash-Flows aus den Investitionsprojekten, abhängig von der Ausgestaltung des Finanzinstruments. Unabhängig von der Teilungsregel entsprechen – unter den von Miller/Modigliani gewählten Modelannahmen – die einzelnen Teile/Ansprüche in Summe dem generierten Wert des Investitionsprogramms.

An diesem Punkt setzt der Aufsatz von DeAngelo/DeAngelo an. Sie zeigen, dass entgegen MM[2] nicht nur die Investitions- sondern auch die Auszahlungspolitik den Firmenwert beeinflusst. In der Parabel von Miller: Die einzelnen Pizzaschnitten ergeben nur mehr eine Fraktion der gesamten Pizza.

DeAngelo/DeAngelo erlauben entgegen dem Modell von Miller/Modigliani die Thesaurierung von Free-Cash-Flows (FCF), liquide Mittel, die nach Durchführung sämtlicher optimaler Investitionsprojekte noch zur Verfügung stehen, i.e. für die keine weiteren Investitionsprojekte mit positivem Net-Present-Value bestehen. Durch diese Erweiterung gelingt es ihnen das Irrelevanztheorem zu widerlegen. Die Diskussion dieses Ansatzes ist in Abschnitt 3 zu finden.

Abschnitt 4 widmet sich in Grundzügen einer Betrachtung der Dividendenpolitik im Lichte der Agency Theory sowie einem kurzen Abriss wie Dividendenzahlungen während Stock-Bubbles eingesetzt werden können, um an überdurchschnittlichen Spekulationsrenten partizipieren zu können.

Black nahm 1976[3] die Artikel von Miller und Modigliani zum Ausgangpunkt um seinen legendären Artikel „The Dividend Puzzle“ zu verfassen. DeAngelo/DeAngelo argumentieren, dass Black einem Trugschluss in MM aufgesessen sei und somit zu fehlgeleiteten Ergebnissen gelange. Inwieweit nun Black wirklich in die Irre geleitet wurde, soll in Abschnitt 5 abgehandelt werden.

Der Beitrag der Empirie zu den Formeln und Modellen soll in Abschnitt 6 beschrieben werden. Werden die Thesen von MM, Black oder aber von DeAngelo/DeAngelo in irgendeiner Form vom Markt bestätigt? Drei Ausgewählte Artikel über die Entwicklung von Dividendenzahlungen von US-amerikanischen Unternehmen tragen zum Brückenschlag zwischen Theorie und Empirie bei. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung und kritische Würdigung der Erkenntnisse von DeAngelo/DeAngelo.

Kann ihr Artikel als essentieller Beitrag für weitere Entwicklungen des Corporate Finance dienen oder schafften sie lediglich, durch wohlüberlegte Wortdefinitionen Bestehendes in neue Gewänder zu kleiden?

2 MM revisited

MM[4] beginnen ihren Aufsatz mit der Feststellung, dass die Dividendenpolitik einer Firma von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist – nicht nur für die Führungsebene eines Unternehmens, die die Strategie festlegen muss, sondern auch für Investoren, die Portfolios zu planen haben, wie auch für Ökonomen, die bestrebt sind, die Gesetze und Mechanismen von Märkten zu durchleuchten und zu verstehen.

Daraus leitet sich ihre Forschungsfrage des Aufsatzes ab:

„Do companies with generous distribution policies consistently sell at a premium over those with niggardly payouts? Is the reverse ever true? If so, under what conditions? Is there an optimum payout ratio or range of ratios that maximizes the current worth of the shares?” [5]

Im Weiteren wird das Grundmodell vom MM kurz dargestellt, mit dem der formale Beweis für die Unabhängigkeit des Firmenwertes von Dividendenzahlungen erbracht wurde. Dafür ist es in einem früheren Schritt notwendig die Parameter des verwendeten Marktmodells aufzugreifen und kurz zu umreißen. Danach kann damit begonnen werden, das formale Model zu entwickeln und die Irrelevanz von Dividendenzahlungen vom Firmenwert abgeleitet werden. Im Anschluss an die formale Darstellung folgt die erste Kritik von DeAngelo/DeAngelo am Modell. In der Zusammenfassung werden die wesentlichen Erkenntnisse, die in den weiteren Teilen nochmals benötigt werden, hervorgehoben.

2.1 Parameter des Modellmarktes

MM entwickeln ihr Modell unter den Annahmen eines „vollkommenen Kapitalmarktes“ für „rationale Akteure“ und unter „Gewissheit“. Diese Annahmen sind häufig wiederkehrende Elemente ökonomischer Modelle, doch scheint es sinnvoll, die einzelnen Teile für diese spezielle Umgebung zu definieren:

2.1.1 Vollkommene Kapitalmärkte

Unter den Beschränkungen eines vollkommenen Kapitalmarktes hat kein Anbieter, Käufer (oder Emittent) von Wertpapieren einen maßgeblichen Einfluss auf den Marktpreis. Alle Marktteilnehmer haben gleichen und kostenlosen Zugang zu Informationen betreffend den Marktpreis und allen anderen relevanten Aktien-Informationen. Es gibt keine Transaktionskosten für den Kauf, Verkauf oder die Ausgabe von Wertpapieren. Weiters gibt es keine Steuerunterschiede zwischen realisierten und nicht-realisierten Gewinnen sowie zwischen Kapitalgewinnen und Dividenden.

2.1.2 Rationale Akteure

Sämtliche Akteure handeln nutzen- bzw. gewinnmaximierend. Sie präferieren strikt mehr Wohlfahrt gegenüber weniger; sie sind indifferent zwischen cash-payments, i.e. Dividenden oder Stock-Repurchases, und steigenden Kursen ihrer Aktien.

2.1.3 Gewissheit

Zukünftige Zahlungsströme aus Investitionsprojekten treffen mit Sicherheit ein; es gibt keine wie auch immer geartete Ungewissheit. Bedingt durch diese Sicherheit von Zahlungsströmen besteht in weiterer Folge kein Bedarf um zwischen Aktien und Anleihen eines Unternehmens zu differenzieren, weswegen vereinfachend eine reine Eigenkapitalfinanzierung in Form von Aktien angenommen wird.[6]

2.2 Bewertungsmodell

Unter den oben beschriebenen Annahmen ergibt sich der Wert einer Aktie aus folgendem fundamentalem Gleichgewicht: Der Preis einer Aktie muss dergestalt sein, dass die Rendite – Dividenden plus Kapitalgewinne je investierter Geldeinheit – für jede am Markt gehandelte Aktie für jeden Zeitpunkt identisch ist.

Formal lässt sich dies ausdrücken als:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

und somit ergibt sich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Äquivalent gilt die Darstellung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten,

für jedes j und für alle t.

Gibt es Aktien am Markt, die diese Gleichung nicht erfüllen, würde es sofort zu Arbitragebewegungen kommen bis dieses Gleichgewicht für alle Aktien wieder erfüllt ist.

[...]


[1] Miller zitiert in Ross et al. (2002), S. 406.

[2] vgl. Miller/Modigliani (1961), S. 412 ff.

[3] vgl. im Detail Miller (1976).

[4] vgl. Miller/Modigliani (1961), S. 411.

[5] Miller/Modigliani (1961), S. 411.

[6] vgl. Miller/Modigliani (1961), S. 412.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Diskussion des Artikels: The irrelevance of the MM dividend irrelevance theorem
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Industrie und Fertigungswirtschaft)
Veranstaltung
Doktorandenseminar
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V57190
ISBN (eBook)
9783638517089
Dateigröße
646 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dividend puzzle, Irrelevanztheorem, Dividendenpolitiken, Thesaurierung von Free-Cash-Flows, Miller Modigliani, Auszahlungspolitik
Arbeit zitieren
MMag. Patrick Zirngast (Autor), 2006, Diskussion des Artikels: The irrelevance of the MM dividend irrelevance theorem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57190

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