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Communities of Practice - nur eine IT-basierte Kaffeeküche?

Title: Communities of Practice - nur eine IT-basierte Kaffeeküche?

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Michael Lueg (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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In unserer heutigen Zeit, in der im Zuge der Globalisierung immer mehr Unternehmen auf den verschiedensten Märkten konkurrieren, wird es für Firmen zunehmend schwieriger Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Ein Faktor, dem in den letzten Jahren in zunehmenden Maße Aufmerksamkeit geschenkt wurde, ist das immaterielle Vermögen der Unternehmen und dabei insbesondere das Wissensreservoir der eigenen Mitarbeiter.1Aufgrund internationalisierter Arbeitsteilung und dem Wandel von arbeits- und kapitalintensiven hin zu informations- und wissensintensiven Aktivitäten im Wirtschaftsgeschehen hat die Bedeutung des Wissens in den letzten Jahren stark zugenommen. Begünstigt wurde dieser Umstand durch den rapiden Ausbau von Informations- und Kommunikationstechnologie, die einen Länderübergreifenden Wissensaustausch erst möglich machten.2 Ziel einer jeden Organisation muss es daher mittlerweile sein, durch eine verbesserte Nutzung von Wissen, Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen zu erreichen, sowie durch einen kontinuierlichen Innovationsprozess einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu erzielen.3

Bei der Ressource Wissen gilt es aber zwischen dem explizitem und dem implizitem Wissen zu unterscheiden. Das explizite Wissen der Mitarbeiter ist dieses, was man in Formeln, Gleichungen und ähnlichem ausdrücken kann. Es kann dementsprechend relativ einfach verbalisiert und visualisiert werden. Implizites Wissen dagegen kann nicht ohne weiteres einfach so „abgezapft“ werden. Es ist erlerntes Wissen, dass zum Beispiel durch den täglichen Umgang mit Maschinen, Arbeitsprozessen oder durch langjährige Erfahrungen in anderen Gebieten entsteht.4 Dieses Wissen ist für Unternehmen insofern wichtig, da sich Probleme an unterschiedlichen Standorten in ähnlicher Art und Weise oft wiederholen. Somit kann eine unnötige mehrfache Erfindung des Rades vermieden werden. Die Frage die sich aufgrund dieser Unterscheidung für das Management stellt ist die, wie man das implizite Wissen des Einzelnen unternehmensweit verfügbar machen kann. Ein Konzept das seit dem Anfang der 90er Jahre rasch an Popularität gewann, ist das Modell der Communities of Practice5.
Der Begriff geht auf den Schweizer Sozialwissenschaftler Etienne Wenger6 zurück, der 1991 zum ersten Mal von solch einer Wissensgemeinschaft sprach. Im folgenden Abschnitt wird eine derartige Community dargestellt und aufgezeigt, wie sie in das Unternehmensgeschehen eingegliedert werden kann. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Communities of Practice aus Unternehmenssicht

2.1 Communities of Practice im Allgemeinen

2.2 Eingliederung in das Unternehmen

2.2.1 Psychologische Voraussetzungen

2.2.2 Organisationale Voraussetzungen

2.2.3 Technologische Voraussetzungen

2.3 Nutzen für das Unternehmen

3. Communities of Practice als Keimzelle des Wissensmanagements

3.1 Was ist Wissensmanagement?

3.2 Das Münchener Wissensmanagement Modell

3.3 Einordnung der Communities of Practice in das Münchener Modell

4. Kritische Würdigung

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Communities of Practice als Instrument für modernes Wissensmanagement in Unternehmen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit diese informellen Netzwerke zur Wertschöpfung beitragen und ob sie sich tatsächlich von einer bloßen "Kaffeeküche" unterscheiden oder als evolutionäre Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zu verstehen sind.

  • Grundlagen und Eingliederung von Communities of Practice im Unternehmen
  • Analyse der psychologischen, organisationalen und technologischen Voraussetzungen
  • Untersuchung von Nutzenpotenzialen für die Produktentwicklung und den Wissensaustausch
  • Verknüpfung mit dem Münchener Wissensmanagement Modell
  • Kritische Reflexion der Steuerbarkeit und Homogenität von Wissensgemeinschaften

Auszug aus dem Buch

2.1 Communities of Practice im Allgemeinen

CoP sind informelle Personennetzwerke, die sich aus eigenem Antrieb heraus mit dem vorrangigen Ziel des Wissensaustausches bilden. Sie haben weder einen vorab bestimmbaren Entstehungszeitpunkt, noch ein prognostizierbares Ende. Der Grund für ihre Entstehung liegt in dem gemeinsamen Interesse an einem speziellen Thema oder einer Fragestellung. Die CoP als spezielle Form einer Community basiert darauf, dass sich ihre Mitglieder eine gemeinsame Wissensbasis zur praktischen Problemlösung geschaffen haben.

Eine weitere Besonderheit von dieser Form der Gemeinschaft liegt in dem hohen Bewusstsein der Mitglieder Teil eines Ganzen zu sein. Daraus resultiert ein hoher Interaktionsgrad mit dem Ziel sich gegenseitig zu unterstützen.

CoP sind heutzutage zumeist virtuelle Communities, was an der Unternehmensstruktur und der Ausbreitung des Internets liegt, da somit standortunabhängig gemeinsam an einem Projekt gearbeitet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Wissen als Wettbewerbsfaktor unter Globalisierungsdruck und führt das Konzept der Communities of Practice als Antwort auf die Herausforderung ein, implizites Wissen unternehmensweit verfügbar zu machen.

2. Communities of Practice aus Unternehmenssicht: Dieses Kapitel definiert CoP als informelle Netzwerke und analysiert die notwendigen psychologischen, organisationalen und technologischen Rahmenbedingungen, die ein Management schaffen muss, damit solche Gemeinschaften erfolgreich gedeihen können.

3. Communities of Practice als Keimzelle des Wissensmanagements: Hier wird der theoretische Kontext des Wissensmanagements, insbesondere das Münchener Modell, vorgestellt und CoP als konkretes Instrument zur Wissensrepräsentation, -nutzung, -kommunikation und -generierung eingeordnet.

4. Kritische Würdigung: Der Autor hinterfragt das Konzept kritisch und identifiziert Risiken wie die Eindimensionalität durch Gruppenzwang, mangelnde Steuerbarkeit und die Gefahr, dass starke Führungspersönlichkeiten die kollektive Kreativität unterdrücken.

5. Resümee: Das Fazit widerlegt die These, CoP seien nur modernisierte "Kaffeeküchen", und stuft sie stattdessen als systematische, zielgerichtete Evolution bestehender Mitarbeitergemeinschaften ein.

Schlüsselwörter

Wissensmanagement, Communities of Practice, CoP, Implizites Wissen, Wissensaustausch, Wissensgenerierung, Münchener Wissensmanagement Modell, Wissensrepräsentation, Wissensnutzung, Wissenskommunikation, Lernende Organisation, Unternehmenskultur, Wissensmanagement, Innovationsmanagement, Personennetzwerke.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der Communities of Practice (CoP) und deren Rolle bei der Bewältigung von Wissensmanagement-Aufgaben innerhalb moderner Unternehmensorganisationen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Wissensmanagement, die Voraussetzungen für informelle Wissensgemeinschaften, die Einbindung dieser in das Münchener Modell sowie eine kritische Bewertung ihres Nutzens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob Communities of Practice ein ernsthaftes Instrument des Wissensmanagements darstellen oder lediglich informelle Treffpunkte ("Kaffeeküchen") ohne wirkliche strategische Relevanz sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf bestehenden Management-Modellen (wie dem Münchener Modell) und sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen über Gruppeninteraktionen aufbaut.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Definitionsgrundlagen der CoP vor allem die psychologischen, organisationalen und technologischen Voraussetzungen für deren Gelingen sowie deren Einbettung in Wissensmanagement-Strukturen detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wissensmanagement, Communities of Practice, Wissensgenerierung, implizites Wissen und das Münchener Modell sind die zentralen Begriffe der Publikation.

Wie unterscheidet der Autor zwischen explizitem und implizitem Wissen?

Explizites Wissen ist nach dem Autor in Formeln oder Dokumenten visualisierbar, während implizites Wissen durch Erfahrung und tägliche Arbeitsprozesse entsteht und schwerer zu greifen ist.

Warum hält der Autor die "Kaffeeküchen-These" für falsch?

Der Autor argumentiert, dass CoP im Gegensatz zu informellem Geplauder systematisch zielgerichtet sind und einen bewussten Wissensaustausch sowie die Generierung neuen Wissens innerhalb einer definierten Thematik anstreben.

Welche Gefahr sieht der Autor bei der Homogenität von Communities?

Eine zu homogene Gruppe läuft Gefahr, Problemstellungen zu eindimensional zu betrachten und so den kreativen Vorteil zu verlieren, den die Einbindung unterschiedlichster Fachbereiche bringen könnte.

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Details

Title
Communities of Practice - nur eine IT-basierte Kaffeeküche?
College
RWTH Aachen University  (Lehrstuhl für Innovations- und Technolgiemanagement)
Course
Wissensmanagement
Grade
2,3
Author
Michael Lueg (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V57429
ISBN (eBook)
9783638518871
ISBN (Book)
9783656068358
Language
German
Tags
Communities Practice IT-basierte Kaffeeküche Wissensmanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Lueg (Author), 2006, Communities of Practice - nur eine IT-basierte Kaffeeküche?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57429
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