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Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust im Unterricht. Zu Gudrun Pausewangs "Reise im August"

Titre: Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust im Unterricht. Zu Gudrun Pausewangs "Reise im August"

Dossier / Travail de Séminaire , 2003 , 39 Pages , Note: 2

Autor:in: Ewa Stock (Auteur)

Didactique - Philologie Allemande
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Spricht man von Kinder- und Jugendliteratur, deren Thematik sich mit den Geschehnissen des Holocaust auseinandersetzt, könnte man davon ausgehen, dass diese Literatur seit Ende des Dritten Reiches existiert. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil: Diese Literatur benötigte, ganz anders als die Erwachsenenliteratur, insgesamt eine sehr große Zeitspanne, bis sie die Ereignisse des Holocaust aufgriff. Die ist sicherlich auch auf die damaligen Erzählmuster zurückzuführen ist, die auf eine sogenannte heile Welt ausgerichtet waren und deshalb die Thematik nicht auffangen und verarbeiten konnten. Weitere Gründe für die ablehnende Haltung der Deutschen gegenüber der Verarbeitung des Themas in der EL sowie in der KJL sind nach Malte Dahrendorf1bei den Tätern der belastende Komplex von „Schuldgefühlen, Scham, Verdrängung, Leugnung, verletztem Nationalstolz“ und bei den Opfern die belastende „Problematik der Opferrolle, der Unbegreiflichkeit mangelnden Widerstands und der Selbstvorwürfe, dass man nicht genügend und nicht rechtzeitig etwas dagegen unternommen hat“.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Chronologie der Beschäftigung mit KJL über den Holocaust

2. Erziehung nach Auschwitz/ Funktion der Darstellung des Holocaust in der KJL

3. Zeitpunkt der Erziehung nach Auschwitz

4. Darstellungsweise des Holocaust in der KJL

5. Probleme der Darstellung des Holocaust in der KJL

5.1. Problem der Unterhaltung

5.2. Problem der Angemessenheit/ Darstellbarkeit

5.3. Schwächen des Inhalts

5.4. Problem der Zumutbarkeit/ Wahrheit

6. Problematik im Umgang mit KJL über den Holocaust im Unterricht

7. Didaktische und methodische Konsequenzen

8. Gudrun Pausewang: Reise im August

8.1. Zur Autorin

8.2. Inhalt

8.3. Charakteristik der Hauptpersonen

8.3.1. Alice Dubsky

8.3.2. Siegfried Dubsky

8.3.3. Ruth Mandels

8.3.4. Rebekka Mandels

8.3.5. Paul

8.4. Inhaltliche Analyse

8.5. Didaktische Analyse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust, wobei der Fokus auf dem Roman "Reise im August" von Gudrun Pausewang liegt. Es wird erörtert, wie dieser komplexe und schwierige historische Stoff für junge Leser aufbereitet werden kann, ohne die Ereignisse zu verharmlosen oder die Heranwachsenden emotional zu überfordern.

  • Chronologische Entwicklung der Holocaust-Thematik in der Kinder- und Jugendliteratur
  • Theoretische Grundlagen und pädagogische Konzepte wie die "Erziehung nach Auschwitz"
  • Problematiken bei der literarischen Darstellung von Holocaust, Leid und Schuld
  • Didaktische Strategien für den Literaturunterricht und Kriterien für die Auswahl geeigneter Lektüre
  • Literarische und didaktische Analyse von Gudrun Pausewangs "Reise im August"

Auszug aus dem Buch

5.1. Problem der Unterhaltung

Jugendliche erwarten von der Literatur mit der sie sich befassen erstens eine Orientierungshilfe für den Alltag und zweitens Unterhaltung im Sinne von Spaß und Entspannung. Die Gültigkeit dieser Forderung im Hinblick auf den Inhalt und die Darstellung der KJL über den Holocaust ist fraglich. Diese Überlegungen basieren hauptsächlich auf einem Aufsatz von Ursula Kliewer „Jugendliteratur zum Thema Holocaust. Wie unterhaltsam darf oder muss sie sein?“, der 2002 in der Zeitschrift „Fundevogel“ erschien.

Die Unterhaltung als „thematisches Element“ des Textes zu sehen, ist undenkbar im Bezug auf den Inhalt. Das Leseverhalten ist gänzlich zu unterscheiden von dem bei anderer KJL. Die Lektüre dieser Bücher befriedigt auch nicht die „Lust am Spaß“, die Jugendliche empfinden, wenn sie in ihrer Freizeit ein Buch lesen. Hier gilt die aktive und reflektierende Auseinandersetzung des Lesers mit dem Inhalt. Dabei gelten „eigene Wertungen und Gesetze“. Die Schrecken der KJL über den Holocaust dürfen nicht zu Unterhaltung im Sinne der Lust an Angst werden, wie es in den heutigen Horrorfilmen so oft geschieht. Aus diesen Gründen empfiehlt Kliewer die Nachbereitung des Gelesenen in einem Gespräch.

Um Jugendliche an den Inhalt eines Buches zu fesseln und die Details über den Holocaust zu nennen, muss KJL einigermaßen unterhaltsam gestaltet sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Chronologie der Beschäftigung mit KJL über den Holocaust: Dieses Kapitel erläutert die späte Aufnahme des Themas in die Jugendliteratur aufgrund damaliger Erzählmuster und psychologischer Barrieren bei Tätern und Opfern.

2. Erziehung nach Auschwitz/ Funktion der Darstellung des Holocaust in der KJL: Hier wird der Begriff der "Erziehung nach Auschwitz" nach Adorno eingeführt, wobei das Primärziel der Verhinderung einer Wiederholung und die Vermittlung zentraler Werte im Vordergrund steht.

3. Zeitpunkt der Erziehung nach Auschwitz: Die Untersuchung befasst sich mit der Frage des optimalen Alters für eine Konfrontation mit der Thematik, wobei verschiedene pädagogische Ansätze einander gegenübergestellt werden.

4. Darstellungsweise des Holocaust in der KJL: Das Kapitel analysiert, wie der Holocaust literarisch vermittelt wird, insbesondere durch die Erfahrungsperspektive von Kindern und die damit verbundene Problematik der Darstellung.

5. Probleme der Darstellung des Holocaust in der KJL: Hier werden zentrale Schwierigkeiten behandelt, darunter Unterhaltung, Angemessenheit, inhaltliche Schwächen wie das "Helfersyndrom" sowie die Frage der Zumutbarkeit und Wahrheit.

6. Problematik im Umgang mit KJL über den Holocaust im Unterricht: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Weg der Behandlung im Schulunterricht und analysiert verschiedene methodische Vermittlungsweisen.

7. Didaktische und methodische Konsequenzen: Es werden Schlussfolgerungen für die Unterrichtsplanung abgeleitet, wobei die Bedeutung von Lehrkraftreflexion und Schülerbeteiligung betont wird.

8. Gudrun Pausewang: Reise im August: Der letzte Teil widmet sich dem konkreten Werk, von der inhaltlichen Charakterisierung der Figuren bis hin zur detaillierten inhaltlichen und didaktischen Analyse.

Schlüsselwörter

Holocaust, Kinder- und Jugendliteratur, Erziehung nach Auschwitz, Nationalsozialismus, Gudrun Pausewang, Reise im August, Geschichtsbewusstsein, Opferperspektive, Pädagogik, Literaturunterricht, Zumutbarkeit, Literaturdidaktik, Erinnerungskultur, Identifikation, Adoleszenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und didaktischen Möglichkeiten bei der Vermittlung des Holocaust-Themas in der Kinder- und Jugendliteratur, konkret am Beispiel von "Reise im August".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Einordnung der Holocaust-Literatur, die pädagogische Zielsetzung der "Erziehung nach Auschwitz" sowie die Problematiken von Unterhaltung, Zumutbarkeit und Wahrheitsvermittlung.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Kriterien und methodische Anregungen zu erarbeiten, wie das Thema Holocaust altersgerecht und ethisch verantwortlich in Schule und Erziehung behandelt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf der Auswertung bestehender theoretischer Fachliteratur (z.B. Dahrendorf, Köster, Kliewer) und der literarischen Analyse des Romans "Reise im August" basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Reflexionen zu den Problemen der Darstellung, methodische Erörterungen zum Umgang im Unterricht und eine spezifische inhaltliche sowie didaktische Analyse des Werkes von Gudrun Pausewang.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Holocaust, Jugendliteratur, Erziehung nach Auschwitz, Pädagogik und Literaturdidaktik.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von "Reise im August" als Unterrichtslektüre?

Das Buch wird als sehr geeignet für die Auseinandersetzung mit dem Thema eingestuft, da es durch die kindliche Erzählperspektive Identifikationsmöglichkeiten bietet, die jedoch durch eine kompetente didaktische Begleitung ergänzt werden müssen.

Welches Problem stellt sich laut Arbeit bei der Darstellung des Holocaust in der Jugendliteratur?

Ein zentrales Dilemma ist die Spannung zwischen der notwendigen Vermittlung von Grausamkeiten und der pädagogischen Verantwortung, die jungen Leser nicht zu überfordern oder zu verharmlosen.

Warum ist laut der Arbeit eine reflektierende Lesehaltung der Lehrkräfte notwendig?

Die Lehrkraft muss die eigene Einstellung und Betroffenheit reflektieren, um die Frustration bei der Auseinandersetzung mit dem Holocaust konstruktiv in den Unterricht einzubinden und ein positives Ziel der Toleranz und Verantwortung zu fördern.

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Résumé des informations

Titre
Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust im Unterricht. Zu Gudrun Pausewangs "Reise im August"
Université
University of Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Cours
Seminar: Der Holocaust in der Kinder- und Jugendliteratur
Note
2
Auteur
Ewa Stock (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
39
N° de catalogue
V57996
ISBN (ebook)
9783638522991
ISBN (Livre)
9783656780243
Langue
allemand
mots-clé
Umgang Kinder- Jugendliteratur Holocaust Gudrun Pausewangs Reise Seminar
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ewa Stock (Auteur), 2003, Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust im Unterricht. Zu Gudrun Pausewangs "Reise im August", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57996
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Extrait de  39  pages
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