Der Terminus Tragik wird häufig ohne exakte Definition im wissenschaftlichen Diskurs verwendet. So nimmt es nicht wunder, dass sich in der Geschichte diverse Definitionen dieses Begriffes finden. Diese Arbeit stellt sich die Aufgabe verschiedene Begriffsdefinitionen darzustellen und auf deren Basis einen neuen Tragikbegriff zu erarbeiten, nämlich einen, der sich auf aktuelles Theater und Performance - in dem die Kategorie der Handlung defekt ist - bezieht.
Inhaltsverzeichnis
- Über die Notwendigkeit von Tragik – Einführung
- Tragik als Paradigma ästhetischer Theorien
- Aristoteles: Die Antike
- Tragik in Klassik und Aufklärung
- Tragik in Hegels Dialektik
- Entweder - Oder: Kierkegaard zu Tragik
- Das apollinische und das dionysische Prinzip: Nietzsche
- Moderne und Postmoderne
- Das Erhabene als tragischer Wirkungsmechanismus
- Klassische Ästhetik des deutschen Idealismus
- Paradigmenwechsel in Moderne und Postmoderne
- Subjekttheorien und Tragik
- Der Körper und das Subjekt
- Gibt es Tragik im Ereignis? – Versuch der Herleitung eines neuen Tragikbegriffes
- Tragische Wendungen. Schluss und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Tragikbegriffs in der Theater- und Literaturwissenschaft und versucht, einen neuen Begriff für die heutige Zeit zu entwickeln. Dabei werden exemplarische ästhetische Theorien herangezogen und auf ihre Anwendbarkeit auf das (post)moderne Theater untersucht.
- Die historische Entwicklung des Tragikbegriffs
- Das Verhältnis von Tragik und Erhabenem
- Die Rolle des Körpers im Tragischen
- Die Bedeutung von Ereignissen für die Tragik
- Die Frage, ob Tragik in neuen Theaterformen noch möglich ist
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: In der Einleitung wird die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem Tragikbegriff im Kontext des zeitgenössischen Theaters begründet. Dabei wird die Bedeutung des Erhabenen und die These aufgestellt, dass Tragik im Ereignis möglich ist.
- Kapitel 2.1: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene ästhetische Theorien zur Tragik, beginnend mit Aristoteles' Poetik und endend mit Nietzsche's Theorie des Apollinischen und Dionysischen.
- Kapitel 2.2: Dieser Abschnitt untersucht das Erhabene als tragischen Wirkungsmechanismus, betrachtet die klassische Ästhetik des deutschen Idealismus und beleuchtet die Veränderungen des Erhabenen in Moderne und Postmoderne.
- Kapitel 2.3: Hier werden Subjekttheorien und Tragik im Zusammenhang mit dem Körper des Zuschauers diskutiert.
- Kapitel 2.4: In diesem Kapitel wird der Versuch unternommen, einen neuen Tragikbegriff zu entwickeln, der sich auf die Bedeutung von Ereignissen im Theater konzentriert.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Tragik, Erhabenes, Körper, Ereignis, Theater, Performance-Art, Performance-Theater, (post)modernes Theater, Atmosphäre, Subjekt.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird „Tragik“ in der modernen Theaterwissenschaft definiert?
Die Arbeit schlägt einen neuen Tragikbegriff vor, der sich nicht mehr nur auf die klassische „Handlung“ stützt, sondern auf das „Ereignis“ und die Atmosphäre im postmoderne Theater und in der Performance-Art.
Welche Rolle spielt Aristoteles für den Tragikbegriff?
Aristoteles legte in der Antike den Grundstein mit seiner Definition der Tragödie als Nachahmung einer Handlung, die Mitleid und Furcht erregt und zur Katharsis führt.
Was bedeutet das „Erhabene“ im Kontext der Tragik?
Das Erhabene wird als Wirkungsmechanismus untersucht, der über das bloße Verstehen hinausgeht und eine emotionale oder körperliche Erschütterung beim Zuschauer auslöst.
Warum ist der Körper des Zuschauers für die moderne Tragik wichtig?
In der Performance-Art wird Tragik oft durch die physische Präsenz und die unmittelbare Erfahrung des Körpers vermittelt, was klassische Subjekttheorien herausfordert.
Kann es Tragik ohne eine klassische Heldenfigur geben?
Ja, der neue Tragikbegriff der Arbeit legt nahe, dass Tragik heute im performativen Ereignis und in der Struktur des Moments entstehen kann, unabhängig von traditionellen dramatischen Charakteren.
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- Adrian Breul (Author), 2006, Krise und Chance - Herleitung eines neuen Tragikbegriffs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58075