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Die Eventstudienmethodik als Instrument der empirischen Kapitalmarktforschung

Title: Die Eventstudienmethodik als Instrument der empirischen Kapitalmarktforschung

Seminar Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Czirr (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Am 4.3.2005 gegen 13:10 Uhr erreichte die Kapitalmärkte die Information, dass der Karstadt Quelle-Konzern in einem Rechtstreit mit den Wertheim-Erben über eine Entschädigung für ein enteignetes Grundstück im Wert von 20 Mio. € unterlegen war und hierfür Schadensersatz zu leisten hat. Nach Auffassung von Experten könnte dieses Urteil richtungsweisend für weitere Ansprüche der Erben sein, die auf eine Summe von 500 Mio. € geschätzt werden. [Vgl. Financial Times Deutschland, 4.3.2005] Ungeachtet der Tatsache, dass die Karstadt Quelle AG unmittelbar nach dem Urteil ankündigte, Rechtsmittel einzulegen, brach der Aktienkurs innerhalb weniger Minuten um 7% ein, bevor er sich bei einem Verlust von etwa 3% verfestigte [vgl.Abb.1], was einem Rückgang des Börsenwertes von 50 Mio. € entsprach. Während hier die finanziellen Auswirkungen der relevanten Information auf den Unternehmenswert gut quantifizierbar scheinen, gibt es jedoch eine Vielzahl von Ereignissen, deren ökonomischer Wert nur mit großer Unsicherheit - wenn überhaupt - bestimmbar ist [vgl. Woolridge/Snow, 1990, S.353]. Zur Lösung dieses Problems können in nahezu allen betriebswirtschaftlichen Teilbereichen Eventstudien herangezogen werden, die sich der Annahme der in obigem Beispiel gut dokumentierten, zügigen Anpassung von Wertpapierkursen an neue Informationen (Effizienzmarkt- Hypothese) bedienen, um den Einfluss bestimmter Ereignisse auf den Unternehmenswert zu erfassen. Eventstudien identifizieren hierbei Kursabweichungen von systematisch erwarteten Kursverläufen um den Tag des Ereignisses herum und schreiben diese „Anomalien“ dem entsprechenden Ereignis zu. [Vgl. McWilliams/Siegel, 1997, S.626f.] Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Methodik der Eventstudie als Instrument der empirischen
Kapitalmarktforschung vorzustellen und ausgewählte empirische Anwendungen zu präsentieren. Zu diesem Zweck wird nach der Erläuterung kapitalmarkttheoretischer Grundlagen (Kapitel 2) im Hauptteil dieser Arbeit die Eventstudie im Detail dargestellt und kritisch beurteilt (Kapitel 3). Kapitel 4 zeigt empirische Anwendungen der Eventstudie im Bereich von Unternehmensinvestitionen auf, bevor Kapitel 5 mit einer Zusammenfassung schließt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kapitalmarkttheoretische Grundlagen der Eventstudienmethodik

2.1 Theorie des effizienten Kapitalmarktes

2.1.1 Definition der Informationseffizienz

2.1.2 Ausprägung von Informationseffizienz

2.2 Unternehmens- und Börsenwert vor dem Hintergrund der Informationseffizienz

3 Methodik der Eventstudie

3.1 Wesen und Struktur der Eventstudie

3.2 Elemente der Eventstudie

3.2.1 Auswahl des Ereignisses

3.2.2 Definition des Renditeerwartungsmodells

3.2.2.1 Statistische Modelle

3.2.2.2 Ökonomische Modelle

3.2.3 Berechnung und Aggregation abnormaler Renditen

3.2.4 Analyse der Ergebnisse

3.3 Kritische Würdigung der Eventstudie

4 Ausgewählte empirische Anwendungen der Eventstudie

4.1 Bewertung von strategischen Unternehmensinvestitionen

4.2 Bewertung von Online-Vertriebskanälen

4.3 Gegenüberstellung der empirischen Anwendungen

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Eventstudienmethodik als präzises Instrument der empirischen Kapitalmarktforschung vorzustellen, ihre theoretischen Grundlagen zu erläutern und ihre praktische Anwendung bei der Bewertung von Unternehmensentscheidungen anhand empirischer Fallbeispiele kritisch zu evaluieren.

  • Kapitalmarkttheoretische Fundierung (Effizienzmarkt-Hypothese)
  • Struktur und methodische Elemente der Eventstudie (Ereignisfenster, Renditeerwartungsmodelle)
  • Statistische Verfahren zur Identifikation abnormaler Renditen
  • Empirische Anwendung bei strategischen Unternehmensinvestitionen
  • Evaluierung von Online-Vertriebskanälen als spezifisches Ereignis

Auszug aus dem Buch

3.1 Wesen und Struktur der Eventstudie

In Sinne der Eventstudie führt die Veröffentlichung unbekannter Informationen zu einer Neubewertung der betroffenen Aktie durch die Investoren und über ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu den beobachteten Kursausschlägen. Unter der Annahme effizienter Kapitalmärkte ermitteln Eventstudien daher den Einfluss eines Ereignisses auf den Unternehmenswert, indem sie eine abnormale Rendite als Differenz aus erwarteter und tatsächlicher Rendite der betrachteten Unternehmen in einem Zeitraum um das Ereignis herum berechnen. [Vgl. Woolridge/Snow, 1990, S.354f.] Die technische Grundvoraussetzung für die Anwendbarkeit der Eventstudie ist die Börsennotierung der untersuchten Unternehmen, da die Erfassung von Aktienkursänderungen ansonsten nicht möglich ist [vgl. Agrawal/Kamakura, 1995, S.57].

Trotz unterschiedlicher Untersuchungsinhalte folgen Eventstudien in der Regel einer nahezu einheitlichen Struktur [vgl. Bowman, 1983, S.561], die sich gemäß Abb.3 darstellen lässt:

Nach Auswahl der relevanten Ereignisse und Identifikation des Zeitraumes, innerhalb dessen die Aktienkurse der untersuchten Unternehmen auf abnormale Renditen analysiert werden sollen, müssen Annahmen bezüglich der erwarteten Renditen der Aktien getroffen werden, die sich ergeben hätten, wenn das Ereignis nicht stattgefunden hätte. Anschließend werden die erwarteten Renditen ermittelt und mit den tatsächlichen Renditen verglichen, um die abnormalen Renditen im Ereignisfenster zu berechnen. Anhand der Aggregation der abnormalen Renditen und geeigneter Signifikanztests können im Rahmen der Ergebnisanalyse schließlich Rückschlüsse über den finanziellen Einfluss des Ereignisses auf den Unternehmenswert gezogen werden. [Vgl. Campbell et al., 1997, S.151]

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Ereignissen und deren Einfluss auf den Unternehmenswert ein und definiert das Ziel der Arbeit sowie den methodischen Fokus.

2 Kapitalmarkttheoretische Grundlagen der Eventstudienmethodik: Das Kapitel erläutert die Theorie effizienter Märkte und deren Relevanz für die Aktienbewertung sowie die Modellierung des Unternehmenswertes.

3 Methodik der Eventstudie: Hier werden die Struktur, die Auswahlkriterien für Ereignisse, verschiedene Renditeerwartungsmodelle sowie Verfahren zur Ergebnisanalyse detailliert dargelegt.

4 Ausgewählte empirische Anwendungen der Eventstudie: Dieses Kapitel präsentiert praktische Anwendungsfälle der Methodik, speziell im Bereich strategischer Investitionen und Online-Vertriebskanäle.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Ergebnisse und zeigt Möglichkeiten für zukünftige Forschungsansätze auf.

Schlüsselwörter

Eventstudie, Kapitalmarktforschung, Informationseffizienz, Abnormale Rendite, Effizienzmarkt-Hypothese, Discounted Cash Flow, Unternehmenswert, Market Model, Ereignisfenster, Aktienkurs, Renditeerwartungsmodell, Empirische Analyse, Investitionsbewertung, Online-Vertriebskanäle, Finanzwirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Eventstudienmethodik als wissenschaftliches Instrument, um den Einfluss spezifischer Ereignisse auf den Börsenwert von Unternehmen zu messen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen kapitalmarkttheoretische Grundlagen, die mathematische Struktur der Eventstudie sowie deren Anwendung zur Bewertung strategischer Unternehmensinvestitionen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die methodische Vorstellung der Eventstudie sowie die Präsentation und kritische Gegenüberstellung empirischer Anwendungsbeispiele aus der Praxis.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Eventstudienmethodik, insbesondere das Market Model zur Berechnung abnormaler Renditen, kombiniert mit statistischen Signifikanztests.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung des methodischen Ablaufs einer Eventstudie und die Analyse zweier spezifischer empirischer Studien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Eventstudie, Kapitalmarkteffizienz, abnormale Rendite, Shareholder Value und Renditeerwartungsmodelle.

Warum ist das "Market Model" für die Eventstudie so relevant?

Es dient in der aktuellen empirischen Forschung als bedeutendstes Prognosemodell, da es die Flexibilität bietet, Marktschwankungen mittels eines Sensitivitätsparameters zu berücksichtigen.

Wie gehen die Autoren mit dem Problem der "Überlappung von Ereignissen" um?

Die Arbeit empfiehlt, das Ereignisfenster möglichst kurz zu wählen und betroffene Datensätze zu bereinigen oder zu eliminieren, sofern die Grundgesamtheit groß genug ist.

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Details

Title
Die Eventstudienmethodik als Instrument der empirischen Kapitalmarktforschung
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Betriebswirtschaftslehre)
Course
ABWL-Seminar am Lehrstuhl für Innovation, Neue Medien und Marketing 'Marketing und Finance'
Grade
1,0
Author
Michael Czirr (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V58152
ISBN (eBook)
9783638524247
ISBN (Book)
9783656802266
Language
German
Tags
Eventstudienmethodik Instrument Kapitalmarktforschung ABWL-Seminar Lehrstuhl Innovation Neue Medien Marketing Finance”
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Czirr (Author), 2005, Die Eventstudienmethodik als Instrument der empirischen Kapitalmarktforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58152
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