Inklusion als Zustand, in welchem das Augenmerk nicht auf den Unterschieden liegt, sondern alle, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Glauben oder körperlichen und geistigen Fähigkeiten dieselben Chancen, Möglichkeiten, Rechte und Pflichten genießen. Die Gesellschaft hat sich hierzu bereits auf den Weg gemacht, doch verbirgt sich hinter dem Begriff „Inklusion“ noch ein Mysterium, er ist nicht greifbar für die meisten Menschen. Der Begriff Inklusion und dessen Bedeutungsinhalt bereitet selbst Leuten aus dem Fachbereich Pädagogik im Alltag oft Schwierigkeiten. Der Weg von Integration zur Inklusion sowie notwendige Voraussetzungen werden in dieser Hausarbeit behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Dimensionen des Pluralismus in der Frühpädagogik
2.1 Entwicklungsgefährdete Kinder
2.2 Kinder mit besonderem Verhalten
2.3 Von Armut bedrohte Familien
2.4 Sprachauffälligkeiten
2.5 Mehrsprachige Kinder
2.6 Sinnes- und Körperbeeinträchtigungen
3. Definition des Begriffs Inklusion
4. Begriffsbestimmung Integration, Separation, Exklusion
4.1 Definition Exklusion
4.2 Definition Separation
4.3 Definition Integration
5. Geschichte: von der Salamanca Erklärung und dem Aktionsrahmen zur Pädagogik für besondere Bedürfnisse zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
6. Wesentliche Unterschiede Inklusion – Integration
7. Beschreibung einer „Traumkita“ in welcher Inklusion erfolgreich umgesetzt werden kann
8. Strukturelle, finanzielle und politische Voraussetzungen für eine ernsthafte Umsetzung von Inklusion in Kitas, Schulen und in der Gesamtgesellschaft
8.1 Strukturelle Voraussetzungen
8.2 Finanzielle Voraussetzungen
8.3 Politische Voraussetzungen
9. Zusammenfassung
10. Ausblick
11. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit dem komplexen Weg von der Integration hin zur Inklusion im frühpädagogischen Kontext und analysiert die notwendigen strukturellen, finanziellen und politischen Voraussetzungen für eine gelingende Umsetzung in Bildungseinrichtungen und der Gesellschaft.
- Historische Entwicklung und menschenrechtliche Grundlagen der Inklusion
- Differenzierung der Begriffe Inklusion, Integration, Separation und Exklusion
- Analyse der Zielgruppen und der Anforderungen an das pädagogische Fachpersonal
- Beschreibung praxisnaher Entwicklungsinstrumente wie dem "Index für Inklusion"
- Kritische Untersuchung politischer Rahmenbedingungen und bestehender Umsetzungshürden
Auszug aus dem Buch
3. Definition des Begriffs Inklusion
Nach Prof. Dr. Timm Albers kann „Inklusion (…) als Prozess des Strebens nach größtmöglicher Partizipation und des aktiven Verhinderns von Exklusion verstanden werden“ (Albers 2017: 1). Die kanadische Organisation inclusion BC beschreibt Inklusion für Schüler, was sich aber auf alle Bildungseinrichtungen übertragen lässt: „Inclusive education is about how we develop and design our schools, classrooms, programs and activities so that all students learn and participate together.“ (inclusion BC 2012). Im Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gilt nach Artikel 3 Allgemeine Grundsätze, dass diese eine volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und eine Einbeziehung in ebendiese voraussetzen (vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2011: 12 f). Das Portal Inklusion – Schule für alle des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg beschreibt den Umfang der Inklusion wie folgt: „Der Begriff „Inklusion“ stammt in seiner ursprünglichen Wortbedeutung aus dem Lateinischen und bedeutet „Einschluss“, „enthalten sein“ oder „dazu gehören“. Er bezeichnet den Anspruch, dass alle Menschen selbstverständlich in allen Bereichen der Gesellschaft mitmachen – unabhängig ihrer religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen, ihres Geschlechts, ihrer sozialen Lage, ihres Alters, ihrer kulturellen Hintergründe, ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung und ihrer körperlichen oder geistigen Behinderungen.“ (Inklusion – Schule für alle o.J.).
Den Begriff der Inklusion von dem der Integration zu trennen, ist schwer und doch von großer Wichtigkeit. Bei der Inklusion geht es nicht darum, die Andersartigkeit zu akzeptieren. Es handelt sich um eine Grundhaltung und Überzeugung, dass man Menschen nicht zuerst kategorisieren muss, um sie dann in die Gesellschaft aufzunehmen. Alle müssen von Beginn an die selben Chancen und Voraussetzungen haben können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Inklusion ein und beleuchtet die Notwendigkeit, das Verständnis für diesen Begriff im pädagogischen Alltag zu schärfen.
2. Dimensionen des Pluralismus in der Frühpädagogik: Es werden verschiedene Personengruppen definiert, die vom inklusiven Gedanken profitieren, darunter entwicklungsgefährdete und mehrsprachige Kinder sowie Kinder mit Behinderungen.
3. Definition des Begriffs Inklusion: Dieses Kapitel erläutert den Inklusionsbegriff auf theoretischer Ebene und grenzt ihn von einer bloßen Akzeptanz von Andersartigkeit ab.
4. Begriffsbestimmung Integration, Separation, Exklusion: Die Begriffe werden definiert, um die unterschiedlichen pädagogischen Konzepte und den Ausschluss-Charakter von Separation und Exklusion zu verdeutlichen.
5. Geschichte: von der Salamanca Erklärung und dem Aktionsrahmen zur Pädagogik für besondere Bedürfnisse zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: Es wird die historische Entwicklung der Inklusion von der Salamanca-Erklärung bis zur völkerrechtlich bindenden UN-Behindertenrechtskonvention dargelegt.
6. Wesentliche Unterschiede Inklusion – Integration: Hier findet eine Abgrenzung statt, bei der Inklusion als Paradigmenwechsel gegenüber der defizitorientierten Integration dargestellt wird.
7. Beschreibung einer „Traumkita“ in welcher Inklusion erfolgreich umgesetzt werden kann: Es wird erläutert, wie Einrichtungen mittels Instrumenten wie dem „Index für Inklusion“ und professioneller Teamentwicklung inklusive Strukturen schaffen können.
8. Strukturelle, finanzielle und politische Voraussetzungen für eine ernsthafte Umsetzung von Inklusion in Kitas, Schulen und in der Gesamtgesellschaft: Das Kapitel analysiert kritisch die aktuellen Hürden im Bildungssystem, den Lehrermangel sowie die Notwendigkeit einer verbesserten politischen Planung und Finanzierung.
9. Zusammenfassung: Die Kernaussagen werden zusammengeführt, wobei die Bedeutung einer inklusiven Grundhaltung und die Dringlichkeit politischer Maßnahmen hervorgehoben werden.
10. Ausblick: Die Autorin reflektiert ihre Rolle als Fachkraft und unterstreicht die Wichtigkeit, im eigenen Wirkungsbereich trotz schwieriger bildungspolitischer Rahmenbedingungen Inklusion voranzubringen.
Schlüsselwörter
Inklusion, Integration, Frühpädagogik, UN-Behindertenrechtskonvention, Kindertageseinrichtung, Bildungsgerechtigkeit, Partizipation, Heterogenität, Sonderpädagogik, Bildungsbenachteiligung, Index für Inklusion, strukturelle Voraussetzungen, politische Rahmenbedingungen, Fachkräftemangel, gesellschaftliche Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht das Konzept der Inklusion in der Frühpädagogik, beleuchtet deren geschichtliche Herleitung und diskutiert die notwendigen Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die begriffliche Abgrenzung von Inklusion und Integration, die historische Entwicklung durch internationale Konventionen sowie die strukturellen, personellen und finanziellen Voraussetzungen für inklusive Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Weg von der Integration zur Inklusion aufzuzeigen und die Herausforderungen und Bedingungen zu beleuchten, die erfüllt sein müssen, damit inklusive Pädagogik in Kindertageseinrichtungen und Schulen gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Quellen, Berichte von Stiftungen sowie internationale Konventionen und Erklärungen ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Inklusionsbegriffs, der historischen Einordnung, dem Vergleich zu Integrationskonzepten sowie den konkreten Anforderungen an Kitas und die Politik zur Förderung inklusiver Bildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Inklusion, Integration, Frühpädagogik, gesellschaftliche Teilhabe, UN-Behindertenrechtskonvention, Bildungsgerechtigkeit und strukturelle Voraussetzungen.
Welche Rolle spielt der "Index für Inklusion" in dieser Arbeit?
Der Index wird als praxisbezogenes Instrument vorgestellt, das Einrichtungen bei der Selbstevaluation und dem bewussten Entwicklungsprozess zu einer inklusiven Pädagogik unterstützen kann.
Wie bewertet die Arbeit die aktuelle politische Situation in Deutschland bezüglich der Inklusion?
Die Arbeit übt deutliche Kritik und konstatiert, dass trotz formaler Anerkennung in Bildungsplänen die politische Planung und die Bereitstellung notwendiger Mittel unzureichend sind, was eine echte Umsetzung erschwert.
Warum betont die Autorin die Notwendigkeit eines Perspektivenwechsels?
Sie betont dies, da Inklusion nicht bei der bloßen Förderung eines vermeintlich defizitären Kindes ansetzt, sondern das System selbst sowie die Haltung aller Beteiligten verändern muss, um Barrieren abzubauen.
- Citar trabajo
- Melanie Wimmer (Autor), 2017, Inklusion. Geschichtliche Hintergründe und gesamtgesellschaftliche Voraussetzungen für eine gelingende Umsetzung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583401