In dieser Arbeit sollen zunächst die historischen Gegebenheiten und der Umbau der Emscher, die viele andere Projekte in Gang gesetzt hat, geschildert werden. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf dem naturnahen Umgang mit Regenwasser, dessen Konzept und Maßnahmen im Anschluss dargelegt werden. Ein weiterer Teil umfasst die Darstellung einiger bereits realisierter Projekte aus der Emscherregion. Am Ende werden noch die Probleme und Herausforderungen der Zukunftsinitiative ausgeführt.
Wasser ist ein wichtiger Faktor, besonders in urbanen Regionen. Der natürliche Wasserkreislauf wird in Städten beispielsweise durch Versiegelung und die Begradigung von Fließgewässern enorm beeinflusst. Ein veränderter Grundwasserspiegel, Hochwasser und die Zerstörung von wichtigen Ökosystemen sind die Folge davon. Urbanisierung und der Klimawandel sind neue Herausforderungen für die Stadtplanung. Man wird sich auf höhere Temperaturen, mehr Starkregenereignisse und niederschlagsärmere Sommer einstellen müssen. Neue Konzepte in der Wasserwirtschaft sind gefragt, um dem entgegenzuwirken. Eine Vorreiterrolle kann hier die Emscherregion einnehmen, die trotz der dichten Besiedlung und der zusätzlichen Belastungen durch den Bergbau, zahlreiche innovative Projekte verwirklicht hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Besonderheiten der Wasserwirtschaft in der Emscherregion
3. Emschergenossenschaft
4. Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von Morgen
5. Renaturierung von Fließgewässern am Beispiel der Emscher
6. Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung
7. Maßnahmen im Rahmen einer naturnahen Regenwasserbewirtschaftung
7.1. Entsiegelung von Flächen
7.2. Arten der Versickerung
7.2.1 Flächenversickerung
7.2.2. Muldenversickerung
7.2.3. Versickerungsschacht
7.2.4. Rigolenversickerung
7.3. Teiche und Biotope
7.4. Dachbegrünung
7.5. Regenwassernutzung
8. Konkrete Projekte
8.1. Phoenix-See
8.2. Fußball und Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung
8.3. Küppersbusch-Siedlung
8.4. Depot Zentrum für Handwerk, Kunst, Medien und Nachbarschaft
8.5. Firma Schley
9. Probleme und Herausforderungen der Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von morgen
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Strategien und Herausforderungen einer nachhaltigen, dezentralen Regenwasserbewirtschaftung in urbanen Räumen am Beispiel der Emscherregion. Dabei wird untersucht, wie durch innovative Ansätze in der Stadtplanung der natürliche Wasserkreislauf wiederhergestellt und der Klimawandel adressiert werden kann.
- Historische Entwicklung der Wasserwirtschaft im Ruhrgebiet
- Methoden der dezentralen Regenwasserversickerung und -nutzung
- Integration von nachhaltiger Wasserwirtschaft in städtebauliche Projekte
- Anpassung an den Klimawandel und demografischen Wandel
- Herausforderungen in der Umsetzung (Finanzierung, Akzeptanz, Bürokratie)
Auszug aus dem Buch
6. Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung
Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung ist eine der Hauptelemente der Zukunftsinitiative. Es soll das System der Mischkanalisation ablösen, dessen Art der Abwasserbeseitigung in Deutschland seit etwa 150 Jahren existiert. (Held 2013: 52)
Lange war man der Ansicht, dass Niederschlagswässer gemeinsam mit den Abwässern so schnell wie möglich über die Kanalisation abtransportiert werden soll. Dieser sogenannten Mischkanalisation steht die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung gegenüber. Im Gegensatz zum konventionellen Umgang mit Regenwasser versucht man hier Abwasser und Niederschlag zu trennen. Das Regenwasser soll direkt vor Ort ins Grundwasser oder ein Gewässer eingeleitet werden. Das Konzept der naturnahen Regenwasserbewirtschaftung beinhalten neben der Versickerung auch die Entsiegelung von Flächen, die Rückhaltung, Verdunstung und Nutzung des Wassers (siehe Abbildung 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik urbaner Wasserwirtschaft und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Historische Besonderheiten der Wasserwirtschaft in der Emscherregion: Erläuterung der historischen Notwendigkeit von Abwasserkanälen durch Bergsenkungen und die Folgen für den Wasserkreislauf.
3. Emschergenossenschaft: Porträt des 1899 gegründeten Wasserwirtschaftsverbandes und dessen Aufgaben im Hochwasserschutz und der Abwasserreinigung.
4. Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von Morgen: Vorstellung der 2014 unterzeichneten Absichtserklärung zur nachhaltigen Stadtentwicklung unter Berücksichtigung des Klimawandels.
5. Renaturierung von Fließgewässern am Beispiel der Emscher: Analyse der ökologischen und klimatischen Vorteile der Renaturierung sowie der baulichen Herausforderungen.
6. Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung: Gegenüberstellung von konventioneller Mischkanalisation und modernen, dezentralen Versickerungsansätzen.
7. Maßnahmen im Rahmen einer naturnahen Regenwasserbewirtschaftung: Detaillierte Betrachtung verschiedener technischer Strategien wie Entsiegelung, Mulden-Rigolen-Systeme und Dachbegrünung.
8. Konkrete Projekte: Fallstudien realisierter Projekte, wie dem Phoenix-See und der Küppersbusch-Siedlung, als Praxisbeispiele.
9. Probleme und Herausforderungen der Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von morgen: Diskussion bürokratischer und finanzieller Hürden bei der Umsetzung neuer Projekte.
10. Fazit: Resümee zur Vorbildfunktion der Emscherregion und Ausblick auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen Stadtplanung.
Schlüsselwörter
Emscherregion, Wasserwirtschaft, Regenwasserbewirtschaftung, Renaturierung, Stadtplanung, Klimawandel, Mischkanalisation, Versickerung, Dachbegrünung, Phoenix-See, Nachhaltigkeit, Emschergenossenschaft, ökologischer Hochwasserschutz, Dezentralisierung, Stadtökologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel der Wasserwirtschaft im Ruhrgebiet, speziell in der Emscherregion, und beleuchtet den Übergang von einer klassischen, zentralen Kanalisation hin zu einer nachhaltigen, dezentralen Regenwasserbewirtschaftung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die historische Belastung der Emscher durch Bergbau und Industrie, die ökologische Renaturierung, verschiedene technische Methoden der Versickerung sowie die städtebauliche Integration dieser Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie nachhaltige Wasserwirtschaft als integraler Bestandteil der modernen Stadtplanung dienen kann, um sowohl ökologische Vorteile zu erzielen als auch den Lebensraum Stadt aufzuwerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen sowie Konzepten der Emschergenossenschaft und relevanter Fachliteratur aus dem Bereich der Regionalgeographie und Stadtökologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, technische Strategien (wie Dachbegrünung oder Muldenversickerung) und die praktische Anwendung anhand konkreter Projekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Emscherregion, nachhaltige Wasserwirtschaft, dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, Klimawandel, Renaturierung und ökologischer Hochwasserschutz.
Welche spezifischen Vorteile bietet die Dachbegrünung?
Dachbegrünungen speichern Regenwasser, tragen zur Entlastung bei Starkregenereignissen bei und kühlen durch Verdunstung das Stadtklima. Zudem verlängern sie die Lebensdauer des Daches.
Warum wird die Bürokratie als Hindernis bei der Umsetzung genannt?
Es bestehen oft Diskrepanzen zwischen Wasser- und Naturschutzgesetzgebung, und Projekte werden häufig eher nach kurzfristiger Kosteneffizienz bewertet als nach ihrem langfristigen ökologischen Mehrwert.
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- Philipp Straßer (Autor), 2016, Naturnaher Umgang mit Regenwasser. Am Beispiel der Emscherregion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/585268