Ziel dieser Ausarbeitung ist es, einen Überblick über die Umsetzung der wichtigsten objektrelationalen Konzepten in SQL:2003 vorzustellen und deren Einschätzung in der aktuellen Standard-Literatur darzulegen. Zur Erklärung sollen in dieser Ausarbeitung grundlegende Beschreibungen und kleinere Beispiele dienen. Für einen detaillierten Einblick in die objektrelationalen Konstrukte von Standard-SQL wird auf die Literatur [Gep02, Mel02, Pet03, Tür03, Tür06] verwiesen. Die komplette Definition von SQL:2003 ist in den 14 Teilen der Veröffentlichung „ISO International Standard: Database Language SQL“ von ANSI/ISO/IEC zu finden [ANS03a, ANS03b, ANS03c, ANS03d, ANS03e, renANS03f, ANS03g, ANS03h, ANS03i, ANS03j, ANS03k]. In Kapitel 3 wird zusätzlich die Umsetzung des aktuellen SQL-Standards im SQL Server 2005 von Microsoft untersucht und die allgemeine Problematik der Umsetzung des Standards in der Praxis thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Umsetzung objektrelationaler Konzepte in SQL:2003
2.1 Typkonstruktoren und Typhierarchien.
2.2 Benutzerdefinierte Datentypen.
2.3 Methoden
2.4 Tupeltabellen.
2.5 Typisierte Tabellen und Tabellenhierarchien
2.6 Typisierte Sichten und Sichtenhierarchien
3 Microsoft SQL Server 2005 und SQL:2003
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Umsetzung der objektrelationalen Konzepte des SQL:2003-Standards in der Praxis. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Analyse der standardisierten Konstrukte und deren tatsächlicher Implementierung in marktführenden Datenbanksystemen, insbesondere am Beispiel des Microsoft SQL Server 2005.
- Objektrelationale Erweiterungen in SQL:2003
- Implementierung von Typkonstruktoren und Typhierarchien
- Strukturierte Datentypen und Methoden
- Vergleichende Analyse der Standard-Konformität in der Praxis
- Herausforderungen der Standardisierung gegenüber proprietären DBMS-Strategien
Auszug aus dem Buch
2.5 Typisierte Tabellen und Tabellenhierarchien
„Typisierte Tabellen bilden zusammen mit den strukturierten Typen den Kern der objektrelationalen Erweiterungen von SQL.“ [Tür03, S.72] Die mit SQL:1999 eingeführten typisierten Tabellen werden über einen strukturierten Typ definiert. Die Spaltenattribute der Tabelle werden somit vorgegeben, denn diese beziehen sich aus den Attributen des bei der Tabellendefinition angegebenen strukturierten Typs. Zusätzlich erhält jede typisierte Tabelle als erste Spalte die OID-Spalte. Jede Zeile in einer Tabelle repräsentiert ein Objekt, deshalb werden typisierte Tabellen teilweise als Objekttabellen bezeichnet (Vgl. [Gep02, S.66 f., Tür03, S.72 f., Tür06, S.15]).
Typisierte Tabellen können analog zur Typhierarchie als Subtabellen von anderen typisierten Tabellen definiert werden und eine Tabellenhierarchie abbilden. Die typisierten Tabellen, die keiner Supertabelle untergeordnet sind werden als Wurzeltabellen bezeichnet (Vgl. [Tür03, S.73]).
Die OID-Generierung kann auf drei Arten durchgeführt werden: automatisch durch das System, abgeleitet aus Attributen oder benutzerdefiniert. Dabei muss die OID-Generierung der Referenzgenerierung des zu Grunde liegenden strukturierten Typs entprechen. Die OID-Spalte bietet die Möglichkeit die Zeilen einer typisierten Tabelle zu referenzieren (Vgl. [Tür03, S.73, Tür06, S.119]).
Mit dem Konzept der Referenzierung können beispielsweise m:n-Beziehungen ohne die Definiton einer zusätzlichen Tabelle abgebildet werden. Zwei typisierte Tabellen könnten jeweils ein Attribut als Tupeltyp oder Multimengentyp besitzen, das mit Referenztypen gefüllt wird. Die Referenztypen verweisen auf die jeweils andere typisierte Tabelle (Vgl. [Gep02, S.68]).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Erläutert die Notwendigkeit objektrelationaler Datenbanken zur Reduzierung des Impedance Mismatch und den Übergang vom relationalen Standard zum objektrelationalen Modell ab SQL:1999.
2 Umsetzung objektrelationaler Konzepte in SQL:2003: Detaillierte Untersuchung spezifischer Konstrukte wie Typkonstruktoren, Benutzerdefinierte Datentypen, Methoden und Tabellenhierarchien hinsichtlich ihrer theoretischen Definition im Standard.
3 Microsoft SQL Server 2005 und SQL:2003: Analysiert den Umgang des SQL Server 2005 mit dem Standard und diskutiert das Spannungsfeld zwischen theoretischer Vorgabe und proprietärer Implementierungspraxis.
4 Zusammenfassung und Fazit: Reflektiert den Nutzen objektrelationaler Konzepte, bewertet die Akzeptanz bei Entwicklern und diskutiert Alternativen sowie die Performance-Problematik in der Praxis.
Schlüsselwörter
SQL:2003, Objektrelationale Datenbanken, Datentypen, Typkonstruktoren, Typhierarchien, Impedance Mismatch, Tabellenhierarchien, SQL Server 2005, Referenztypen, Multiset, Objektidentifikation, Standardisierung, Datenbankmodellierung, Strukturdatentypen, Objektorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Konzepte der Objektrelationalität in der Datenbank-Standardsprache SQL:2003 und untersucht, wie diese theoretischen Konzepte in realen Produkten umgesetzt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Erweiterung relationaler Datenmodelle um objektorientierte Prinzipien, die Implementierung von komplexen Datentypen sowie die Problematik der heterogenen Standardeinhaltung durch DBMS-Hersteller.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über die wichtigsten objektrelationalen Konstrukte zu geben und kritisch zu bewerten, inwieweit diese in der Praxis (beispielhaft am SQL Server 2005) tatsächlich sinnvoll und konsistent eingesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Basis aktueller Standardliteratur und technischer Dokumentationen die Spezifikationen des SQL:2003-Standards mit den Implementierungspraxen vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Analyse der SQL:2003-Konstrukte wie Typkonstruktoren, Methoden und Vererbungshierarchien sowie eine anschließende Fallstudie über die Umsetzung dieser Standards durch Microsoft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Impedance Mismatch, Typkonstruktoren, OID-Generierung, Objektrelationale Mapping-Tools und die Abgrenzung zu rein relationalen Datenbanksystemen.
Warum ist der OID-Konzept in SQL:2003 kritisch zu betrachten?
Die OID (Object Identifier) ist in SQL:2003 auf eine Typhierarchie beschränkt und Zeilen in typisierten Tabellen fungieren eher als Repräsentanten statt als abstrakte Objekte, was die objektorientierte Sichtweise einschränkt.
Warum wird der SQL Server 2005 als klassisch relational eingestuft?
Microsoft setzt bei SQL Server 2005 eigene Strategien und UDTs (User Defined Datatypes) ein, die nicht der strengen objektrelationalen Spezifikation von SQL:2003 folgen, um Bedienbarkeit und Performance zu optimieren.
- Quote paper
- Holger Schmalz (Author), 2006, SQL:2003 aus objektrelationaler Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58805