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Lässt Schmidt die Fliege aus dem Glas? Zum radikalen Konstruktivismus Siegfried J. Schmidts

Title: Lässt Schmidt die Fliege aus dem Glas? Zum radikalen Konstruktivismus Siegfried J. Schmidts

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Tanja Kasper (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Der Titel dieser Arbeit ist eine Anspielung auf ein, vor allem in der Philosophie verwandtes, Bild Ludwig Wittgensteins, mit der er die Leistung aber auch die Grenzen seiner eigenen Untersuchungen veranschaulichen wollte. Siegfried J. Schmidt verwendet es selbst mehrfach, in seiner Arbeit Geschichten und Diskurse, um sein Ziel anzukündigen, der ‚Fliege’ aus dem Glas konstruktivistischer Begrenzungen zu verhelfen.

An dieser Stelle soll nun überprüft werden inwieweit Schmidt, diesen selbst im Untertitel proklamierten ‚Abschied vom Konstruktivismus’, dessen bekannter deutschsprachiger Vertreter er lange war bzw. ist, leistet. Zunächst wird deshalb der Begriff des Radikalen Konstruktivismus vorgestellt. Dies soll in Form eines kurzen geschichtlichen Abrisses, der daraus hervorgehenden neueren Entwicklung seit den 1970ern und seinem Umgang mit häufigen Kritikpunkten erfolgen. Als zentral ist hier die Definition und Richtungsgebung Ernst von Glasersfeld zu sehen. Als einer der immer noch aktiven Mitbegründer, aber auch dem Namensgeber dieser Denkrichtung, der zudem seit langem in engem Kontakt zu Schmidt steht, fügen sich seine Ausführungen besonders gut in die vorliegende Arbeit.

Als Untersuchungsgegenstand der Schmidtschen Position werden seine früheren Äußerungen zum radikalen Konstruktivismus, im Auftakt-Aufsatz des von ihm herausgegebenen Buches Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus von 1987 mit seinem Werk Geschichten & Diskurse von 2003, miteinander verglichen. Aus Letzterem werden dabei überwiegend das Vorwort sowie die Kapitel Handeln und Kommunikation einbezogen. So soll erörtert werden, ob Schmidt sich nur von einem allgemeinen Verständnis des Radikalen Konstruktivismus verabschiedet oder auch seine eigene Position stark verändert. Im Resümee werden schließlich die Texte Schmidts, mit der allgemeinen Begriffserklärung des Radikalen Konstruktivismus abgeglichen, und auf die Behauptung eines Abschieds vom Konstruktivismus hin überprüft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A EINLEITUNG

B HAUPTTEIL

1 Der Radikale Konstruktivismus – Begriffserläuterung

2. Schmidts Position zum radikalen Konstruktivismus

2.1 Schmidts frühere Position von 1987

2.2 Schmidts Position in ‚Geschichten & Diskurse’

2.2.1 Vorwort

2.2.2 Handeln

2.2.3 Kommunikation

2.2.3 Zusammenfassung zu ‚Geschichten und Diskurse’

C RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, inwieweit der Kommunikationswissenschaftler Siegfried J. Schmidt seinen im Untertitel seines Werkes "Geschichten & Diskurse" proklamierten "Abschied vom Konstruktivismus" tatsächlich vollzieht. Ziel ist es zu analysieren, ob Schmidt seine eigene konstruktivistische Position grundlegend verändert hat oder ob er lediglich eine Weiterentwicklung innerhalb des konstruktivistischen Rahmens vornimmt, indem er verstärkt pragmatische und wissenssoziologische Aspekte integriert.

  • Grundlagen und historische Entwicklung des Radikalen Konstruktivismus
  • Vergleichende Analyse der Position von Siegfried J. Schmidt (1987 vs. 2003)
  • Die zentrale Rolle des Handelns und der Kommunikation als Schnittstellen
  • Verknüpfung von kognitiver Autonomie und sozialer Integration
  • Kritische Würdigung der Intersubjektivität und Wissenskonstruktion

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Kommunikation

Erst am Ende seines Kapitels Kommunikation stellt Schmidt klar, dass diese für ihn nur eine spezielle Form des Handelns sei und deswegen konsequenterweise auch eher als Handlungskommunikation oder Kommunikationshandlung bezeichnet werden müsse. Demnach könne Handeln Sinn kommunizieren und Kommunikation sei Sinn realisierenden Handeln (vgl. Schmidt 2004: 78f.). Das unterwirft auch Kommunikation ähnlich grundlegenden Bedingungen die Schmidt für Handeln ansetzt wie z.B. der Unlösbarkeit von den Aktanten sowie Kontexten und auch hier sind zahlreiche Schemata wie z.B. die Phonetik oder Grammatik zu finden.

Der Anfang des Kapitels legt dagegen noch sehr viel mehr Bedeutung auf die Sonderstellung von Kommunikation, indem er sie als grundlegende gesellschaftliche Operation bezeichnet, da es ohne sie keine Vergesellschaftung gäbe. Sie würde in besonderer Weise der sozial verbindlichen Kontingenzverarbeitung dienen (vgl. ebd.: 68). Schmidt bezeichnet sie sogar als „Paradebeispiel funktionaler Reflexivität“ (ebd.: 69).

Für ihr Gelingen unterstellt Schmidt auch hier, wie bereits bei der Handlung, die operative Fiktion in Form einer Erwartung von kollektivem Wissen welches als verbindlich für die Handlungspartner vorausgesetzt wird. Im Falle des Spracherwerbs geschehe dies über Vertrauenspersonen in prototypischen Situationen. Man lerne wie die Wirklichkeitsmodelle seiner Gesellschaft zusammengesetzt sind und welche Handlungsmöglichkeiten man darin nutzen könne. Spracherwerb führe zu der Kompetenz, kollektives Sprachverwendungswissen individuell zu erzeugen. Das kollektive Wissen stabilisiert sich dabei individuell und sozial durch die Reflexivität der Zeit-, Sach- und Sozialdimension.

Zusammenfassung der Kapitel

A EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Siegfried J. Schmidt durch seine neueren Publikationen tatsächlich den Abschied vom Radikalen Konstruktivismus vollzogen hat oder bei dessen Kernprinzipien verblieb.

1 Der Radikale Konstruktivismus – Begriffserläuterung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Radikalen Konstruktivismus, insbesondere die Definition von Wissen als individuelle Konstruktion und die daraus resultierenden erkenntnistheoretischen Herausforderungen.

2. Schmidts Position zum radikalen Konstruktivismus: Hier wird der theoretische Wandel Schmidts untersucht, indem seine frühen Thesen von 1987 mit seiner späteren Arbeit "Geschichten & Diskurse" verglichen werden.

2.1 Schmidts frühere Position von 1987: Die Analyse konzentriert sich auf Schmidts frühe Auffassung, in der er bereits pragmatische Elemente und die Bedeutung der sozialen Komponente betonte, um der reinen Subjektfixierung zu entgehen.

2.2 Schmidts Position in ‚Geschichten & Diskurse’: Dieses Kapitel beleuchtet den expliziten Versuch Schmidts, den Konstruktivismus "soziokulturell zu fundieren" und die theoretischen Problembestände durch Auf-Lösung zu bearbeiten.

2.2.1 Vorwort: Die Diskussion konzentriert sich auf Schmidts Begründung für den "Abschied vom Konstruktivismus" und seinen Ansatz, Gegenstandsbereiche als reine Prozessresultate zu begreifen.

2.2.2 Handeln: Das Kapitel analysiert das Handeln als zentrale Schnittstelle zwischen kognitiver Autonomie des Subjekts und der notwendigen sozialen Intersubjektivität.

2.2.3 Kommunikation: Hier wird Kommunikation als eine spezialisierte Form des Handelns definiert, die für die gesellschaftliche Vergesellschaftung und Kontingenzverarbeitung essenziell ist.

2.2.3 Zusammenfassung zu ‚Geschichten und Diskurse’: Das Kapitel resümiert, dass Schmidts Versuch der soziokulturellen Fundierung zwar theoretisch ambitioniert ist, jedoch in der Umsetzung vage bleibt und ontologische Probleme nicht vollständig löst.

C RESÜMEE: Das Resümee kommt zu dem Ergebnis, dass Schmidt sich nicht von seiner eigenen Position verabschiedet hat, sondern den konstruktivistischen Rahmen lediglich um wissenssoziologische und pragmatische Aspekte erweitert hat.

Schlüsselwörter

Radikaler Konstruktivismus, Siegfried J. Schmidt, Kommunikation, Handeln, Intersubjektivität, Kognition, Wissenssoziologie, Pragmatik, Reflexivität, Wirklichkeitsmodell, Sozialität, operative Fiktion, Erkenntnistheorie, Konstruktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretische Entwicklung des Kommunikationswissenschaftlers Siegfried J. Schmidt und prüft, ob sein angekündigter "Abschied vom Konstruktivismus" eine tatsächliche Abkehr von dieser Denkschule darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Radikalen Konstruktivismus, die Rolle von Handeln und Kommunikation sowie die Frage nach der Intersubjektivität.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob Schmidt seine Position grundlegend gewandelt hat oder ob er lediglich versucht, konstruktivistische Konzepte durch Pragmatik und Wissenssoziologie weiterzuentwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der Schmidts frühere Schriften (1987) mit seinem späteren Hauptwerk "Geschichten & Diskurse" (2003) systematisch gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung des Radikalen Konstruktivismus sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Schmidts Begriffen von Handeln und Kommunikation in seinen neueren Werken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kognitive Autonomie, soziale Intersubjektivität, operative Fiktion, Systemtheorie und die "Fliege im Glas"-Metapher nach Wittgenstein.

Wie bewertet der Autor Schmidts Konzept der „operativen Fiktion“?

Der Autor hinterfragt kritisch, wie diese Fiktion trotz radikaler konstruktivistischer Annahmen überhaupt funktionieren kann, da sie für das Gelingen von Kommunikation auf ein vorausgesetztes kollektives Wissen angewiesen ist.

Wird das Ziel des "Abschieds vom Konstruktivismus" aus Sicht der Arbeit erreicht?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Abschied eher eine Erweiterung ist; Schmidt bleibt den konstruktivistischen Kernannahmen in seinem Denken treu, auch wenn er sie weiterzuentwickeln sucht.

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Details

Title
Lässt Schmidt die Fliege aus dem Glas? Zum radikalen Konstruktivismus Siegfried J. Schmidts
College
University of Duisburg-Essen
Course
Neuere Ansätze der Kommunikationspragmatik
Grade
1,2
Author
Tanja Kasper (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V58859
ISBN (eBook)
9783638529440
ISBN (Book)
9783638792554
Language
German
Tags
Lässt Schmidt Fliege Glas Konstruktivismus Siegfried Schmidts Neuere Ansätze Kommunikationspragmatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Kasper (Author), 2005, Lässt Schmidt die Fliege aus dem Glas? Zum radikalen Konstruktivismus Siegfried J. Schmidts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58859
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