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Der Singlebegriff im Wandel der Zeit. Zwischen persönlicher Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung

Title: Der Singlebegriff im Wandel der Zeit. Zwischen persönlicher Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: N. H. (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Wer ist überhaupt ein "Single" und wo genau finden sich vor dem historischen Hintergrund der traditionellen Familie die Ursachen hierfür? Dazu stellt sich die Frage, seit wann es diese Lebensform überhaupt gibt? Ist im "Single" ein Phänomen unserer postmodernen Zeit zu sehen und welche Rolle spielen Individualisierung und Emanzipation dabei? In der folgenden Seminararbeit sollen diese Fragen, anhand einer Darstellung des Phänomens der "Singles" und der Familie in der ersten und zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, näher erläutert und beantwortet werden.

Das Phänomen der Singles stellt ein Thema dar, welches heutzutage in Deutschland besonders zu beobachten ist. Gerade durch die hohen Zahlen von Alleinlebenden und Einpersonenhaushalten, den niedrigen Geburtenraten gelangt das Phänomen in den Fokus der Öffentlichkeit und führt zu zahlreichen Debatten. Gleichzeitig hat sich die Lebensform zu einem wichtigen wie auch interessanten Untersuchungsfeld in der Wissenschaft entwickelt.

Das Thema stellt sich dabei als recht komplex dar, da es eine Vielzahl von Begriffsbestimmungen gibt, die eine präzise Definition des Terminus "Singles" scheinbar unmöglich machen. Hinzu kommt die Verwendung verschiedener Begrifflichkeiten, die entweder als Synonym oder nur mit unwesentlichen Unterscheidungen hinsichtlich ihrer Bedeutung verwendet werden. Beispielhaft sollen hier die Begriffe Ehelose, Ledige sowie Männer und Frauen, die in Einpersonenhaushalten leben, angeführt werden.

Dem gegenüber war die Familienstruktur im Mittelalter und der frühen Neuzeit oft dadurch gekennzeichnet, dass drei bis vier Generationen zusammen lebten. Hinzu kamen meist noch Mägde und Knechte, um die zahlreichen Aufgaben zu erledigen.
Im industriellen Zeitalter begann sich die Familiengröße bereits zu reduzieren, da eine Trennung von Arbeit und Privatleben erfolgte. Die Familie gibt es natürlich heute auch noch, jedoch rückte eine andere Lebensform immer mehr in den Vordergrund.
Die Rede ist von den "Singles".

Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vollzog sich in Deutschland ein Wandel in der Gesellschaft, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wurde. Industrialisierung, Wohlstand sowie zwei Weltkriege, welche die politische Staatsmacht ablösten und durch demokratischen Pluralismus ersetzten. Das Ergebnis beider Kriege bestand im Verlust von Millionen von Familienmitgliedern, wobei es sich vorwiegend um Männer handelte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Untersuchung der Begrifflichkeiten

2.1 Alte Jungfern und Hagestolz

2.2 Wer kann als Single definiert werden?

3. Die Rolle der Familie

3.1 Die Familie als soziales Netzwerk

3.2 Familie im historischen Rückblick

4. Individualisierung der Gesellschaft?

4.1 Was bedeutet Individualisierung?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel des Begriffs sowie des Lebensentwurfs „Single“ im 20. Jahrhundert und analysiert dabei die Wechselwirkung zwischen individueller Freiheit, gesellschaftlicher Strukturveränderung und der Rolle der Familie.

  • Historische Entwicklung des Begriffs „Single“ und dessen Vorläufer.
  • Die Bedeutung der Familie als soziales Netzwerk im Wandel der Zeit.
  • Der Einfluss der Individualisierung auf moderne Lebensformen.
  • Soziologische Perspektiven auf die „Singlegesellschaft“.
  • Das Spannungsfeld zwischen persönlicher Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Alte Jungfern und Hagestolz

Eine Analyse der Ledigen in der frühen Neuzeit bedarf zu Beginn einen ‚Blick‘ auf Gefahren, mit denen sich die Bevölkerung in der damaligen Epoche auseinanderzusetzen hatte. Dadurch sollen die Probleme verdeutlicht und darauf aufbauend die Schutzeinrichtungen erläutert werden. Daran anschließend werden Ledige genauer untersucht, also wie sie begrifflich terminiert wurden und was sie charakterisierte.

Das Leben der Bevölkerung in der Frühmoderne war gekennzeichnet durch Kriege, Seuchen und Missernten. Vor allem in ländlichen Gebieten waren die Menschen äußeren Gefahren ausgesetzt und konnten nur auf Schutz in den Siedlungen hoffen. Auf Grund der zahlreichen Gefahren und den mangelnden Schutzvorrichtungen, schlossen sich die Menschen eng zusammen. Daraus entstanden eine Vielzahl sogenannter ‚Schutzgemeinschaften‘, wie Kloster- oder Zunftgemeinschaften, mit dem Ziel zu überleben. Den wichtigsten Zufluchtsort stellte aber die Hausgemeinschaft und die Familie dar.

Des Weiteren gab es nur vereinzelt Einrichtungen, vorwiegend im städtischen Bereich, die sich um Pflegebedürftige, Invaliden und Ältere kümmerten. Wer sollte also diese Menschen unterstützen, ihnen Unterkunft und Essen gewähren? Finanzielle Unterstützung gab es nicht, daher übernahm die Familie diese Aufgaben. Dabei erfüllte sie nicht nur Schutz- und Pflegefunktion, sondern erledigte auch Sozialisationsaufgaben, ergo die Erziehung und Schulbildung der Kinder. Folglich lässt sich sagen: „Die Familie ersetzte [Schule], Krankenhaus und Altersheim, sie fing Witwen und Waisen auf, sie leistete Hilfe und Vorsorge. Sie bildete das Zentrum des Lebens.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen des Alleinlebens ein, beleuchtet die Komplexität der Begriffsbestimmung „Single“ und skizziert den gesellschaftlichen Wandel vom Mittelalter bis in die Postmoderne.

2. Die Untersuchung der Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel analysiert historische Bezeichnungen für Unverheiratete wie „alte Jungfern“ und „Hagestolze“ und diskutiert moderne Definitionen des Single-Begriffs unter Berücksichtigung soziologischer Kriterien.

3. Die Rolle der Familie: Es wird die Familie in ihrem historischen Kontext sowie als soziales Netzwerk untersucht und die Frage erörtert, ob dieses soziale Geflecht für alleinlebende Personen von Bedeutung ist.

4. Individualisierung der Gesellschaft?: Das Kapitel beleuchtet die beiden großen Individualisierungsschübe der Industriegesellschaft sowie der 1960er Jahre und analysiert deren Auswirkungen auf Rollenbilder und Lebensformen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Alleinleben heute eine bewusste Lebensform darstellt, die in der Gesellschaft fest integriert ist.

Schlüsselwörter

Single, Alleinlebende, Familie, Individualisierung, Soziale Netzwerke, Gesellschaftswandel, Industrialisierung, Lebensformen, Emanzipation, Postmoderne, Historischer Rückblick, Beziehungsgefüge, Einpersonenhaushalt, Soziale Absicherung, Demografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Lebensform „Single“ und analysiert, wie sich das Alleinleben von einer gesellschaftlich marginalisierten Randerscheinung zur etablierten Lebensweise entwickelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die historische Etymologie der Begriffe „Ledig“, die soziologische Funktion der Familie als soziales Netzwerk sowie die Auswirkungen der Individualisierung auf das moderne Leben.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für den Anstieg des Alleinlebens zu identifizieren und den Wandel der familiären Strukturen im 20. Jahrhundert soziologisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Der Autor wählt einen methodisch aufbauenden Ansatz, der historische Rückblicke mit aktuellen soziologischen Theorien (z. B. Beck, Hradil) verbindet, um eine theoretische Fundierung für das Thema zu schaffen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Begriffe, die Untersuchung von sozialen Netzwerken im Kontext der Familie sowie die beiden wesentlichen Phasen der gesellschaftlichen Individualisierung.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Individualisierung“, „Singlegesellschaft“, „soziales Netzwerk“ und den historischen Wandel vom „Hagestolz“ zum modernen „Single“ definiert.

Welche Bedeutung hatte die Familie in der Frühmoderne?

In der Frühmoderne fungierte die Familie als zentrale Überlebens- und Versorgungseinheit, die Funktionen von Schule, Krankenhaus und Altersheim übernahm und somit ein Überleben ohne Familienverbund nahezu unmöglich machte.

Wie unterscheidet sich die heutige Situation von der vorindustriellen Zeit?

Während Alleinleben in der vorindustriellen Zeit fast immer ein erzwungener Zustand oder ein Notfall war, stellt es heute für viele Menschen eine bewusste und freiwillige Lebensentscheidung dar.

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Details

Title
Der Singlebegriff im Wandel der Zeit. Zwischen persönlicher Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung
College
Martin Luther University  (Geschichte)
Grade
2,0
Author
N. H. (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V589429
ISBN (eBook)
9783346193636
ISBN (Book)
9783346193643
Language
German
Tags
Wandel der Zeit Singles Familie Frühe Neuzeit Individualisierung soziales Netzwerk Jungfern und Hagestolz Familie im historischen Rückblick
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
N. H. (Author), 2010, Der Singlebegriff im Wandel der Zeit. Zwischen persönlicher Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/589429
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