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Die Abtreibungsentwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert

Title: Die Abtreibungsentwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert

Term Paper , 2001 , 20 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sebastian Gottschalch (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Im Jahr 1852 trat das österreichische Strafgesetzbuch in Kraft, dass allerdings nur eine Neuausgabe des StGB von 1803 war. In ihm waren unter anderem die §§ 144ff 1 festgehalten, die sich auf den Schwangerschaftsabbruch bezogen. Trotz dieser Gesetze stieg die Dunkelziffer der Abtreibungen in den Folgejahren. Deshalb entstanden im Jahr 1934 § 344 und § 357a und 1937 das „Bundesgesetz zum Schutze des keimenden Lebens“ um den Abbrüchen entgegenzuwirken.2 Diese blieben bis auf das „Bundesgesetz zum Schutze des keimenden Lebens“, das nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in das Gesetz aufgenommen wurde3, bis 1975 bestehen. Trotz heftiger Kritik einzelner Organisationen, die eine Liberalisierung des Gesetzes forderten, wie auch der 1919 gegründete Bund gegen den Mutterschaftszwang und den rassenhygienischen Gesetzen der Deutschen in den Jahren des Zweiten Weltkrieges, änderte sich daran nichts. Die Fristenregelung, die am 1.1.1975 in Kraft trat, legalisiert eine Abtreibung in den ersten drei Monaten, da in diesem Zeitraum eine Abtreibung für die Mutter weniger gefährlich sei als später. Weiterhin erlaubte sie die Abtreibung zwischen dem vierten und sechsten Monat, im Falle einer Medizinische-, Eugenische- oder einer Unmündigkeitsindikation und vom siebten bis neunten Monat, wenn eine unabwendbare Lebensgefahr für die Mutter besteht.
Wie war und ist die Stellung der Frau in der Alpenrepublik und wie reagierte ihre Bevölkerung, deren Politiker und Ärzte, aber vor allem die Kirche auf die legislativen Regelungen? Diesen Fragen wird sich hier gewidmet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Entwicklung von der medizinischen Indikation zur Fristenregelung

2.1 1945 bis 1954: Die große Koalition

2.2 1954 bis 1966: Der Stillstand

2.3 1966 bis 1970: ÖVP ist Regierungspartei

2.4 1970 bis 1975: Vorarbeit zur Fristenregelung

2.5 Ab 1975: Die Fristenregelung

3. Darstellung der Abtreibungsgesetze von 1852 und 1975

3.1 Abtreibungsgesetz von 1852

3.1.1 Verschärfungen des Abtreibungsgesetzes

3.2 Die Fristenregelung von 1975

3.3 Die Gesetze im Vergleich

4. Die Fristenregelung in der Praxis

4.1 Verurteilungen seit der Fristenregelung

4.2 Verhütungsmittel

5. Reaktionen auf die Einführung der Fristenregelung der...

5.1 ... Politik

5.2 ... Kirche

5.3 ... Laienorganisationen

5.4 ... Bevölkerung

5.5 ... Ärzte

6. Pro und Contra - Maßnahmen zur Fristenlösung

6.1 Flankierende und unterstützende Maßnahmen

6.1.1 Der „Auersperg Skandal“

6.1.2 „Aktionskomitee zur Abschaffung des § 144“

6.1.3 Die Rechtssprechung

6.2 Bemühungen gegen die Fristenregelung und ihre Durchsetzung

6.2.1 Konservative Organisationen

6.2.1.1 „Aktion Leben“

6.2.1.2 „Geborene für Ungeborene“

6.2.2 Die ÖVP

6.3 Familienpolitische Maßnahmen

7. Stellung der Frau ...

7.1 ... in der Politik

7.2 ... in der Gesellschaft

7.3 Meinung der österreichischen Frauen zur Fristenregelung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch in Österreich im 20. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf den Übergang von der strafrechtlichen Verfolgung hin zur Einführung der Fristenlösung 1975 sowie die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dieses Prozesses.

  • Historische Analyse des österreichischen Strafgesetzbuches in Bezug auf den Schwangerschaftsabbruch.
  • Untersuchung der politischen Auseinandersetzungen zwischen den Regierungsparteien (SPÖ/ÖVP) und dem Einfluss der katholischen Kirche.
  • Darstellung der pro- und contra-orientierten Akteure und Maßnahmen im Vorfeld und nach der Einführung der Fristenregelung.
  • Analyse der Rolle der Frau in Politik und Gesellschaft im Kontext der Abtreibungsdebatte.
  • Betrachtung der praktischen Umsetzung, der sozialen Auswirkungen und der Akzeptanz der Fristenlösung in der österreichischen Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Abtreibungsgesetz von 1852

§ 144 Eine Frauenperson, welche absichtlich was immer für eine Handlung unternimmt, wodurch die Abtreibung ihrer Leibesfrucht verursacht, oder ihrer Entbindung auf solche Art, dass das Kind tot zur Welt kommt, bewirkt wird, macht sich eines Verbrechens schuldig.

§ 145 Ist die Abtreibung versucht , aber nicht erfolgt, so soll die Strafe auf Kerker zwischen sechs Monaten und einem Jahr ausgemessen; die zustande gebrachte Abtreibung mit schweren Kerker zwischen einem und fünf Jahren bestraft werden.

§ 146 Zu eben dieser Strafe, jedoch mit Verschärfung, ist der Vater des Abgetriebenen Kindes zu bestrafen, wenn er mit an dem Verbrechen Schuld trägt.

§ 147 Diesen Verbrechen macht sich auch derjenige schuldig, der aus was immer für einer Absicht, wider Wissen und Willen der Mutter, die Abtreibung ihrer Leibesfruchtbewirkt oder zu bewirken versucht.

§ 148 Ein solcher Verbrecher soll mit schweren Kerker zwischen einem und fünf Jahren; oder wenn zugleich der Mutter durch das Verbrechen Gefahr am Leben oder Nachteil an der Gesundheit zugezogen worden ist, zwischen fünf und zehn Jahren bestraft werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung skizziert die historische Ausgangslage der Abtreibungsgesetzgebung in Österreich seit 1852 und erläutert den Übergang zur Fristenregelung im Jahr 1975.

2. Die Entwicklung von der medizinischen Indikation zur Fristenregelung: Dieses Kapitel beschreibt chronologisch die politische Entwicklung und die Reformversuche zwischen 1945 und 1975, die schließlich zur Einführung der Fristenlösung führten.

3. Darstellung der Abtreibungsgesetze von 1852 und 1975: Hier werden die ursprünglichen Strafbestimmungen des Gesetzes von 1852 mit der liberaleren Fristenregelung von 1975 gegenübergestellt.

4. Die Fristenregelung in der Praxis: Das Kapitel beleuchtet die Tabuisierung und die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung sowie die Situation bezüglich Verhütungsmitteln nach 1975.

5. Reaktionen auf die Einführung der Fristenregelung der...: Die Reaktionen der verschiedenen gesellschaftlichen Akteure wie Politik, Kirche, Laienorganisationen, Bevölkerung und Ärzteschaft auf die neue gesetzliche Lage werden dargestellt.

6. Pro und Contra - Maßnahmen zur Fristenlösung: Dieses Kapitel analysiert sowohl die flankierenden Maßnahmen der Befürworter als auch die Bemühungen konservativer Gruppen gegen die Fristenregelung.

7. Stellung der Frau ...: Abschließend wird der Wandel der Rolle der Frau in der österreichischen Politik und Gesellschaft im Zusammenhang mit der Abtreibungsdebatte thematisiert.

Schlüsselwörter

Schwangerschaftsabbruch, Fristenregelung, Österreich, Strafgesetzbuch, 20. Jahrhundert, medizinische Indikation, SPÖ, ÖVP, katholische Kirche, Frauenbewegung, Gesetzgebung, Abtreibungsdiskussion, Aktion Leben, Gesellschaftswandel, Geburtenrückgang

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche und gesellschaftliche Entwicklung des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich während des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Gesetzgebung, die politischen Debatten zwischen den Parteien, die Rolle von Kirche und Frauenorganisationen sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen der Fristenregelung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den historischen Wandel von der strafrechtlichen Verfolgung hin zur Liberalisierung durch die Fristenregelung 1975 und die damit verbundenen sozialen Auseinandersetzungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse von Gesetzesentwürfen, Umfragen und Dokumenten zur zeitgenössischen politischen Auseinandersetzung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die politische Entwicklung, vergleicht die Gesetze von 1852 und 1975, untersucht die praktische Umsetzung und beleuchtet die Reaktionen und organisierten Bemühungen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Schwangerschaftsabbruch, Fristenregelung, Österreich, Strafgesetzbuch und Frauenbewegung.

Was hat den "Auersperg Skandal" so bedeutend gemacht?

Der Skandal löste erstmals Ermittlungen gegen über hundert Ärzte wegen illegaler Abtreibungen aus und verdeutlichte den Druck auf die Ärzteschaft, was wiederum Reformbemühungen innerhalb der ÖVP anstieß.

Wie hat sich die Haltung der Organisation "Aktion Leben" verändert?

Die "Aktion Leben" verschob ihren Schwerpunkt im Laufe der Zeit von der expliziten Bekämpfung des legalen Schwangerschaftsabbruchs hin zu präventiven Maßnahmen und der Förderung eines kinderfreundlichen Umfelds.

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Details

Title
Die Abtreibungsentwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert
College
University of Marburg  (Fachbereich Neuere und Neuste Geschichte)
Course
PS: Die Abtreibungsdiskussion: ein historischer Überblick
Grade
2
Author
Sebastian Gottschalch (Author)
Publication Year
2001
Pages
20
Catalog Number
V59003
ISBN (eBook)
9783638530460
ISBN (Book)
9783640866410
Language
German
Tags
Abtreibungsentwicklung Jahrhundert Abtreibungsdiskussion Österreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Gottschalch (Author), 2001, Die Abtreibungsentwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59003
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