Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um einen didaktisch ausgearbeiteten Lehrspaziergang zum Thema Geschichte. Inhalt wird dabei von den Schülern einer 3. Klasse die Wiener Ringstraße im Rahmen einer Stadtrally auf historische Merkmale hin untersucht.
Nach einer kurzen fachhistorischen Einführung wird dabei der Fokus auf die didaktische Ausgestaltung des Spazierganges gelegt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den vermittelten historischen Kompetenzen und den verschiedenen Anforderungsbereichen der Aufgabenstellungen.
Abschließend erfolgt eine kurze Reflexion des Autors.
Inhaltsverzeichnis
1. Fachwissenschaftlich-historischer Teil
1.1 Börse
1.2 Burgtheater
2. Didaktischer Teil
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Vorbereitung
2.3 Lehrausgang
2.4 Nachbereitung
2.5 Rückmeldung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Planung, Durchführung und Reflexion eines Lehrausgangs auf die Wiener Ringstraße darzustellen. Dabei steht die Vermittlung historischer Zusammenhänge und architektonischer Stilepochen an eine Schulklasse im Zentrum, um das Interesse der Lernenden an der lokalen Geschichte zu wecken und historische Kompetenzen zu fördern.
- Historische und architektonische Analyse ausgewählter Ringstraßengebäude
- Didaktische Konzepte zur Vermittlung des Historismus
- Methodik des Stationenlernens und der Rätselrally im Außerschulischen Unterricht
- Förderung historischer Kompetenzen (Methoden-, Sach-, Orientierungs- und Fragekompetenz)
Auszug aus dem Buch
1.1 Börse
Die Börse, oder auch der „Tempel des Geldes“, wie er von Frau Dmytrasz in ihrem Werk über die Ringstraße bezeichnet wird, wurde von 1874 - 1877 errichtet. Die alte Wiener Börse hatte ihren Platz im Palais Ferstel. Der Baugrund für die Wiener Börse wurde knapp 10 Jahre zuvor, im Jahr 1865, am Franz Josefskai angekauft, welcher dann aber mit dem heutigem Platz, am Schottenring 16, getauscht wurde. Beauftragt für den Entwurf des Gebäudes wurde der Architekt Theophil Hansen, der 1868 den ersten offiziellen Plan vorlegte. Wie Hansen in einem Artikel aus der Allgemeinen Bauzeitung schrieb, waren auch weitere Architekten wie Gottfried Semper, Heinrich Ferstel und Carl Tietz zur Mitkonkurrenz aufgefordert worden. Hansen war zu einer gemeinschaftlicher Ausführung seines Entwurfes mit Tietz bereit, jedoch war diese Zusammenarbeit nur kurz, da Tietz bald verstarb.
Das Wiener Börsengeschäft hat in Wien 1771 unter Maria Theresia begonnen, die Zahl der gehandelten Papiere war damals aber noch sehr gering. Erst im 19. Jahrhundert kam es zu einem Aufschwung der Wirtschaft. Die Börse am Schottenring besteht aus einer Vielzahl an Räumlichkeiten, die früher unterschiedlich genutzt wurden. Das Parterre war für die Geldbörse bestimmt, andere Teile wie das Souterrain enthielten ein großes Restaurant und eine Warenbörse. Bis ins 2000 wurden hier die Börsengeschäfte abgewickelt, bis die Wiener Börse ins Palais Caprara-Geymüller zog.
Die Börse am Schottenring wurde im Stil der italienischen Renaissance entworfen. Von außen fällt dem Auge sofort die zartroten mäandrierten Terrakotta-Platten auf, welche die Mauerflächen verkleiden. Im Grundriss bildet das Gebäude ein Rechteck mit vortretenden, loggiengekrönte Eckpavillons. Beim Blick auf den Eingangsbereich fallen sofort die fünf Rundbögen mit ionisch-korinthischen Säulen sowie die Poseidongruppe am Dach auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fachwissenschaftlich-historischer Teil: Dieses Kapitel bietet einen geschichtlichen Überblick über die Errichtung und architektonische Gestaltung der Wiener Börse sowie des Burgtheaters als bedeutende Bauwerke der Ringstraße.
1.1 Börse: Hier werden die Baugeschichte des „Tempels des Geldes“ von 1874 bis 1877 sowie die architektonischen Besonderheiten im Stil der italienischen Renaissance detailliert beschrieben.
1.2 Burgtheater: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entstehungsgeschichte des neuen Burgtheaters unter Semper und Hasenauer sowie dessen Zerstörung und Wiederaufbau im 20. Jahrhundert.
2. Didaktischer Teil: Dieser Teil beschreibt die praktischen Rahmenbedingungen sowie die didaktische Planung des Lehrausgangs inklusive Vor- und Nachbereitung.
2.1 Rahmenbedingungen: Hier werden die Zusammensetzung der Schulklasse, der zeitliche Ablauf des Praktikums sowie die äußeren Faktoren des Lehrausgangs dargelegt.
2.2 Vorbereitung: Dieses Kapitel erklärt das Konzept des Stationenbetriebs zu verschiedenen Stilepochen, das zur Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf den Lehrausgang diente.
2.3 Lehrausgang: Hier wird der konkrete Ablauf der Exkursion entlang der Ringstraße inklusive der Rätselrally und der pädagogischen Betreuung in Kleingruppen beschrieben.
2.4 Nachbereitung: Dieser Abschnitt unterbreitet Vorschläge für die schulische Nachbereitung, um das Gelernte zu festigen und weiterführende Themen zu erschließen.
2.5 Rückmeldung: Das Kapitel reflektiert das Feedback des betreuenden Professors und der Beobachtungsgruppe sowie die persönlichen Erkenntnisse der Verfasser zum Zeitmanagement und zur Vermittlungsmethode.
Schlüsselwörter
Wiener Ringstraße, Börse, Burgtheater, Historismus, Fachdidaktik, Lehrausgang, Architekturgeschichte, Stilepochen, Renaissance, Rätselrally, Geschichtsunterricht, Historische Kompetenz, Schulpraktikum, Stationenbetrieb, Wien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Planung und Durchführung eines Lehrausgangs zur Wiener Ringstraße im Rahmen eines fachdidaktischen Praktikums.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Baugeschichte prominenter Gebäude (Börse, Burgtheater), der Historismus als Epoche sowie didaktische Strategien für den Geschichtsunterricht außerhalb des Klassenzimmers.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern die „trockene“ Geschichte der Wiener Ringstraße durch aktives Entdecken interessant zu vermitteln und ihr Interesse an der historischen Umgebung zu wecken.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine didaktische Interventionsmethode gewählt, die eine vorbereitende Unterrichtseinheit (Stationenbetrieb) mit einer praktischen Erkundung vor Ort (Rätselrally) kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen fachwissenschaftlichen Teil zu den Gebäuden und einen didaktischen Teil, der Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung und Reflexion umfasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wiener Ringstraße, Historismus, Fachdidaktik, Lehrausgang, Architektur, Geschichtsunterricht und Kompetenzförderung.
Warum wurde die Börse als Ziel für den Lehrausgang gewählt?
Die Börse wurde aufgrund ihrer architektonischen Bedeutung und ihrer Geschichte als „Tempel des Geldes“ ausgewählt, um den Schülern Stilepochen und Funktionswandel beispielhaft näherzubringen.
Welche Rolle spielt die Rätselrally bei der Exkursion?
Die Rätselrally dient dazu, die Schüler zur genauen Beobachtung der Fassaden und architektonischen Details zu motivieren und sie aktiv in den Lernprozess einzubinden.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2017, Architekturgeschichte didaktisch aufbereitet. Ein Lehrausgang auf die Wiener Ringstraße, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590727