Psychische Gesundheit bei arbeitslosen im Vergleich zu erwerbstätigen Menschen


Bachelorarbeit, 2018

34 Seiten, Note: 2

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Einleitung
1.1 Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit
1.2 Depression
1.3 Rauchverhalten
1.4 Alkoholkonsum

2. Material und Methoden
2.1 Untersuchungsgruppen
2.2 Aufbau des Fragebogens
2.3 Datenauswertung

3. Ergebnisse
3.1 Allgemeine Informationen
3.2 Depression
3.3 Rauchverhalten
3.4 Alkoholkonsum

4. Diskussion

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstract

Sowohl Arbeitslosigkeit als auch Erwerbstätigkeit können zu gesundheitlichen Problemen führen. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Forschungsfrage „Liegen Unterschiede in der psychischen Gesundheit bei langzeitarbeitslosen und erwerbstätigen Menschen vor?“ und soll beweisen, dass bei langzeitarbeitslosen Menschen ein höheres Risiko für eine Depression und einen Alkoholmissbrauch, bei erwerbstätigen Menschen ein höheres Risiko für eine Tabakabhängigkeit besteht. Mittels eines Fragebogens, mit dem die Bereiche Stimmungslage, Rauchverhalten und Alkoholkonsum untersucht wurden, sind 44 langzeitarbeitslose (> 12 Monate arbeitslos) und 38 erwerbstätige Menschen (Σ = 82 Menschen) im Alter von 31 bis 50 Jahren befragt worden. Zwischen den arbeitslosen und den erwerbstätigen Menschen konnte zwar kein signifikanter Unterschied bei einer Depression und daraus schließend kein höheres Risiko nachgewiesen werden, jedoch wurde festgestellt, dass mit zunehmenden Alter auch die Zahl der depressiven Menschen steigt. Beim Rauchverhalten und Alkoholmissbrauch zeigten sich sehr signifikante Unterschiede zwischen den beiden Untersuchungsgruppen, aufgrund dessen langzeitarbeitslose Menschen ein viel höheres Risiko für diese beiden Bereiche aufweisen.

1. Einleitung

1.1 Arbeitslosigkeit und Erwerbst ä tigkeit

Die Arbeitslosenquote in Österreich steht in ständiger Veränderung. Während laut Daten des Arbeitsmarktservice Österreich (= AMS) (2017) die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen (unter 25 Jahren) und bei Arbeitslosen im Haupterwerbsalter im Vergleich zu den Vorjahren durchschnittlich sinkt, ist die Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen (50 Jahre oder älter) gestiegen. Wenn man den internationalen Vergleich (Abb. 1) betrachtet kann man erkennen, dass die Arbeitslosigkeit auch in anderen europäischen Ländern weit verbreitet ist, besonders in Griechenland, Spanien und Italien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arbeitslosenquoten im internationalen Vergleich (Stand: 29.09.2017; in %) laut Eurostat (AMS, 2017)

Dabei ist allgemein bekannt, dass Arbeitslosigkeit weitreichende Folgen haben kann. Nach einer Auswertung gesundheitsbezogener Daten der deutschen Arbeitslosenstatistik liegen bei einem Drittel der Langzeitarbeitslosen gesundheitliche Probleme oder Behinderungen vor. (Hollederer, 2003) Langzeitarbeitslose sind laut dem AMS jene Menschen, die länger als 12 Monate als arbeitslos vermerkt sind. (Grieger, 2015) Bevor man sich die Forschungslage und -ergebnisse zu den Auswirkungen von Arbeitslosigkeit genauer anschaut, ist es zunächst für einen Vergleich beider Untersuchungsgruppen interessant, auch die Auswirkungen von Erwerbstätigkeit genauer zu betrachten. Denn laut mehreren Quellen, die auf den nächsten Seiten näher erläutert werden, führt auch eine erhöhte Arbeitsbelastung zu einer allgemeinen Verschlechterung des Gesundheitszustands.

Laut dem Robert-Koch-Institut (2011) des Bundesministeriums für Gesundheit stehen dem Ziel, dass qualifizierte Arbeitskräfte möglichst lange arbeiten können, arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken entgegen. Die Belastungen am Arbeitsplatz resultieren aus sowohl körperlichen als auch aus geistigen Tätigkeiten. Vollzeiterwerbstätige fühlen sich laut einer Studie häufiger durch die Arbeit belastet als Teilzeiterwerbstätige, welche sich im Vergleich zu geringfügig Beschäftigten wiederum häufiger belastet fühlen. Daraus lässt sich schließen, dass höhere Arbeitszeiten auch zu höheren Belastungen führen. Während in dieser Studie nur die subjektive Wahrnehmung der Erwerbstätigen durch Befragungen erhoben wird, gibt es aber auch andere Statistiken, welche die Annahme, dass Erwerbstätigkeit die Gesundheit stark belasten kann, bestätigen:

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) hat im Auftrag der Arbeiterkammer im Bereich „Psychische Belastungen der Arbeit“ geforscht. Sie sagen, dass Arbeitsbedingungen in einem direkten Zusammenhang mit der Gesundheit der Erwerbstätigen stehen. Die häufigsten Folgen von Arbeit sind psychische Belastungen (Stress, Depression oder Angstzustände), bedingt durch Zeitdruck und Überbeanspruchung, gefolgt von Herzkrankheiten, Kopfschmerzen, Infektionskrankheiten, Probleme mit der Lunge und Knochen-, Gelenks- oder Muskelprobleme. Des Weiteren kommen Arbeitsunfälle hinzu, die die Gesundheit ebenfalls belasten. Die Arbeitsbedingungen, die zu diesen Gesundheitsfolgen führen, sind eine Auswirkung der modernen Arbeitswelt: „Zunehmender Wettbewerb verbunden mit Flexibilisierung und Arbeits- und Einkommensunsicherheit führen zu erhöhter Arbeitsintensität, steigender Verantwortung und steigendem Zeitdruck und damit verbunden zunehmendem Stress.“ (Biffl et al., 2011, S. 10) Die moderne Arbeitswelt ist geprägt durch eine Wirtschaft, die sich zunehmend zu einem globalen Kapitalismus entwickelt, der unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen stetig verändert. Burnout ist schon lang kein typisches Symptom mehr für Helfer- und Pflegeberufe, wie die Diplomsoziologin Helga Dill (2010) schreibt. In den Jahren 2000 - 2010 ist die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um rund 40 Prozent gestiegen. Sowohl äußerliche (Organisationsform der Arbeit, Sicherung des Arbeitsplatzes etc.) als auch innerliche Faktoren (Arbeitsinhalt) spielen beim Auftreten dieser Erschöpfungssymptome eine große Rolle.

Die Auswirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit wurden bereits 1933 in einer Studie namens „Die Arbeitslosen von Marienthal“ untersucht. Schon damals ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass Arbeitslosigkeit, im Fall der Arbeitslosen von Marienthal, zu Resignation, Apathie und Verzweiflung führen kann. Rund drei Viertel aller Marienthaler Familien hatten weder eine Arbeit noch daraus resultierend Geld, um die Familie zu ernähren. Dies diente der Sozialwissenschaftlerin Marie Jahoda und den Sozialwissenschaftlern Paul F. Lazarsfeld und Hans Zeisel (1933) als eine optimale Forschungsgrundlage. In einer Studie der GEDA 2010 wurden die Anteile der Erwerbstätigen, Arbeitslosen (< 12 Monate) und Langzeitarbeitslosen (> 12 Monate) an medizinischen Leistungen in den letzten 5 Jahren differenziert nach Geschlecht untersucht. Einen Gesundheits-Check-Up nahmen am meisten arbeitslose Männer und erwerbstätige Frauen in Anspruch. Bei der Krebsfrüherkennung und Zahn-Vorsorgeuntersuchung stehen sowohl die erwerbstätigen Männer als auch die erwerbstätigen Frauen an der Spitze. Dies könnte im Zusammenhang mit der finanziellen Lage von arbeitslosen Menschen stehen. Anders sieht es bei den Arztbesuchen aus: Diese nahmen mehr arbeitslose und langzeitarbeitslose Menschen als Erwerbstätige in Anspruch. Auch arbeitslose und langzeitarbeitslose Männer stehen bei Krankenhausaufenthalten an der Spitze. (Kroll, Müters & Lampert 2016) Auch nach Untersuchungen von Hollederer (2010) auf der Datenbasis des Mikrozensus 2005 weisen arbeitslose Menschen wesentlich höhere Krankenstände, vor allem mit zunehmenden Alter, im Vergleich zu Erwerbstätigen auf.

In dieser Bachelorarbeit werden ebenfalls die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die psychische Gesundheit untersucht und ein Vergleich zu erwerbstätigen Menschen hergestellt. Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit lautet „Liegen Unterschiede in der psychischen Gesundheit bei langzeitarbeitslosen und erwerbstätigen Menschen vor?“. Die drei Hauptbereiche, bei denen ein Unterschied zwischen Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit festgestellt werden soll, sind

1. Depression
2. Rauchverhalten
3. Alkoholkonsum.

Gemessen an diesen drei Hauptbereichen möchte ich in dieser Arbeit beweisen, dass es Unterschiede in der psychischen Gesundheit zwischen arbeitslosen und erwerbstätigen Menschen gibt. Meine Hypothesen lauten:

Hypothese 1: Langzeitarbeitslosigkeit erhöht das Risiko für eine Depression. Hypothese 2: Erwerbstätigkeit erhöht das Risiko für eine Tabakabhängigkeit. Hypothese 3: Langzeitarbeitslosigkeit erhöht das Risiko für einen Alkoholmissbrauch.

Es wird erwartet, dass die vorliegenden Hypothesen bestätigt werden. Langzeitarbeitslose sollen ein höheres Risiko für eine Depression und einen Alkoholmissbrauch als Erwerbstätige aufweisen. Im Gegenzug dazu sollen sich unter den Erwerbstätigen mehr Raucherinnen und Raucher befinden im Vergleich zu den Langzeitarbeitslosen. Die Hypothesen werden widerlegt, wenn es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Erwerbstätigen und Langzeitarbeitslosen in einem Bereich gibt oder das Gegenteil der Hypothese, d.h. dass es zwar signifikante Unterschiede gibt, aber das Risiko für einen der drei Bereiche bei der anderen Untersuchungsgruppe höher ist, eintritt. Ob die Hypothesen nach meiner Studie verifiziert werden konnten wird in der Diskussion (siehe 4.) besprochen.

1.2 Depression

Als Depression bezeichnet man im Allgemeinen eine psychische Krankheit, bei der ein Symptomkomplex mit emotionalen, kognitiven und somatischen Zeichen vorliegt, durch den sowohl ein subjektiver Leidensdruck entsteht als auch Alltags- und Sozialfunktionen nicht mehr erfüllt werden können. Die Hauptsymptome einer Depression sind fast täglich anhaltende schlechte Stimmung (mindestens 2 Wochen lang), Verlust an Freude und Interesse, Antriebslosigkeit, Aktivitätseinschränkung, schnelle Ermüdbarkeit und Müdigkeit. (Mehler-Wex, 2008) Die Depression zählt nach ICD-10 zu den affektiven Störungen, welche durch eine Veränderung der Stimmung oder Affektivität zur Depression gekennzeichnet sind. Diese unterteilen sich wiederum in mehrere Schlüssel. Depression wird unter dem Schlüssel F32 „depressive Episode“ geführt. (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, 2017)

Laut der World Health Organization (= WHO) (2017) leiden weltweit über 300 Millionen Menschen an Depressionen. Frauen sind hierbei häufiger betroffen als Männer. Die Folgen davon sind weitreichend und können bis zum Selbstmord führen. Depressionen resultieren oft aus einer Kombination von verschiedenen sozialen, psychologischen und biologischen Faktoren. Es ist bewiesen, dass Menschen, die durch lebensbedrohliche Ereignisse gegangen sind, leichter an einer Depression leiden. Arbeitslosigkeit stellt, wie ein Trauma oder Trauerfall, auch ein solches Ereignis dar und kann dadurch einen Mitfaktor für die Beeinträchtigung der Gesundheit darstellen. Eine Depression hat sowohl Auswirkungen auf die psychische als auch physische Gesundheit (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen).

Ob ein Mensch an einer Depression leidet, kann mit Hilfe eines Fragebogens oder Differentialdiagnostik festgestellt werden. Das „Beck-Depressions-Inventar Revision“ (BDI-II; Beck, Steer & Brown, 2009) ist ein psychologischer Test, der nicht nur diagnostiziert, ob ein Mensch an einer depressiven Störung leidet, sondern auch den Schweregrad der Depression feststellen kann. Es ist ein Fragebogen mit 21 Gruppen von Aussagen mit je 4 Antwortmöglichkeiten, welche typische Depressionssymptome beschreiben. Die Probandinnen und Probanden sollen dabei die Fragen nach ihrer Stimmungslage der letzten zwei Wochen vor dem Test beantworten. Bei der Auswertung werden diese miteinander addiert. Der Summenwert gibt eine Auskunft über die Depression. (Petermann & Wintjen, 2010)

1.3 Rauchverhalten

Die meisten Todesfälle bei Krebserkrankungen werden durch Lungenkrebs verursacht. Dass der Zigarettenkonsum in Zusammenhang mit Lungenkrebs und weiteren gesundheitlichen Folgen steht, wurde bereits in zahlreichen Studien bewiesen. Nach der Studie des Robert-Koch-Instituts (2017) „Krebs in Deutschland für 2013/2014“ sind bei den Männern bis zu neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Lungenkrebserkrankungen auf aktives Tabakrauchen zurückzuführen. Passivrauch steigert ebenso die Chancen für eine Erkrankung. Des Weiteren ist das Rauchen eines der stärksten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Herzgefäßerkrankungen. (Berry et al., 2012)

Die Abhängigkeit von Zigaretten ist zum Großteil durch das Nikotin, das in Tabakblättern vorkommt, bedingt. Beim Zigarettenkonsum bindet sich das Nikotin an den Acetylcholin-Rezeptoren in autonomen Ganglien, im Nebennierenmark, an neuromuskulären Überleitungen und im Gehirn. Nikotin überschreitet leicht die Blut-Hirn-Schranke, das ist eine Abgrenzung, die das Gehirn vor Krankheitserregern, Toxinen und bestimmten Botenstoffe schützt. Bei der Bindung des Nikotins an den Rezeptoren werden Neurotransmitter ausgeschüttet, deren Wirkung verschieden sein kann. Die meisten Raucherinnen und Raucher sagen, dass Zigaretten, abhängig von der Tageszeit, sowohl entspannend als auch positiv auf die Aufmerksamkeit und Konzentration wirkt und ihnen beim Stressabbau hilft. (Kunze, Schoberberg, 2013)

Mittels eines Fagerström-Tests (Fagerström, 2012) lässt sich, ähnlich des BDI-II, der Grad der Abhängigkeit von Zigaretten feststellen. Er eignet sich aufgrund der Kürze sehr gut für eine schnelle Bestimmung der Abhängigkeit und ist international anerkannt, da er eine hohe Zuverlässigkeit und Gültigkeit besitzt. Das frühmorgendliche Rauchen, das Konsumieren von zehn Zigaretten am Tag und mehrere, nicht erfolgreiche Abstinenzversuche der Vergangenheit zählen zu den wichtigsten Indikatoren für den Grad der Abhängigkeit beim Fagerström-Test. (Geue, Strauß & Brähler, 2016) Zusätzlich gibt es sechs Kriterien, an denen man die Sucht nach einer Substanz, unter anderem auch eine Alkoholsucht, die im nächsten Punkt genauer behandelt wird, erkennt. Diese sind ein starker Wunsch nach der Substanz, ein Kontrollverlust, eine Abstinenzunfähigkeit, d.h. dass man trotz Folgeschäden und Sucht weiterraucht, die Toleranzentwicklung, d.h. dass man eine immer höhere Dosis benötigt, die Entzugserscheinungen und ein sozialer Rückzug, falls das soziale Umfeld den Konsum nicht akzeptiert. (Süddeutsche Zeitung, 2013)

1.4 Alkoholkonsum

Alkohol ist weltweit die dritthäufigste Ursache für Erkrankungen, obwohl nur die Hälfte der Weltbevölkerung Alkohol konsumiert. Aus diesem Grund ist Alkoholkonsum ein wichtiges gesundheitspolitisches Thema. (Bundesministerium für Frauen und Gesundheit, 2017) Österreich liegt laut einer Studie der WHO (2017) zum Alkoholkonsum mit 10,6 Litern reinem Alkohol pro Kopf und Jahr auf Platz 35. Auf Europa bezogen liegt dies im Mittelfeld. Litauen steht mit 18,2 Litern Alkohol auf Nummer Eins.

Alkohol gelangt über die Mundschleimhaut, Schleimhaut der Speiseröhre, Magenschleimhaut und über den Darm in das Blut. Sobald der Alkohol ins Blut gelangt ist, verteilt er sich schnell und gleichmäßig auf viele Organe. Zu hoher Alkoholkonsum kann hier zu einer Schädigung führen. Das Bundesministerium für Frauen und Gesundheit Österreich (2017) hat acht gesundheitsschädigende Wirkmechanismen der chronischen Alkoholzufuhr zusammengefasst: Dadurch, dass Alkohol in der Leber abgebaut wird, verursacht dieser hier eine Fettleber und Leberentzündung, welche in Leberzirrhose und Leberkrebs enden kann. Auch die Schleimhäute werden durch den Alkohol gereizt. Durch die Wirkung von Alkohol auf das endokrine System kann die Hormonausschüttung verändert werden, woraus Diabetes mellitus Typ II, Arteriosklerose, Übergewicht, Gicht, Neuropathie, Zyklusstörungen und Störungen des Sexualtriebes folgen können. Auch die Entstehung verschiedenster Krebsformen kann durch Alkohol begünstigt werden. Des Weiteren kann Alkohol das Immunsystem schwächen, das Nervensystem schädigen sowie Herzmuskelerkrankungen und Muskel- oder Knochenschwund verursachen. Neben den physischen Auswirkungen treten auch psychische Auswirkungen auf.

Ein Alkoholmissbrauch kann mit dem Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT) nachgewiesen werden. Dieser ähnelt dem BDI-II und Fagerström-Test. Bei diesem Test wird aber nur ermittelt, ob ein Missbrauch vorliegt und nicht welcher Grad des Missbrauchs. (Bohn, Babor & Kranzler, 1995)

2. Material und Methoden

Um die Unterschiede in der psychischen Gesundheit bei Arbeitslosen und Erwerbstätigen herauszufinden, wurden die Probandinnen und Probanden mittels eines sechsseitigen Fragebogens, der in vier Hauptkategorien (siehe 2.2) aufgeteilt ist, befragt.

2.1 Untersuchungsgruppen

Um eine repräsentative Stichprobe zu erhalten, wurden erwerbstätige und arbeitslose Menschen im Alter von 31 bis 50 Jahren befragt. Für die Studie kamen von den arbeitslosen Menschen nur jene Personen in Betracht, die als langzeitarbeitslos (> 12 Monate) gelten. Die Probandinnen und Probanden wurden in zwei Altersgruppen eingeteilt. In Altersgruppe 1 befinden sich Personen im Alter von 31 - 40 Jahren, in Altersgruppe 2 Personen im Alter von 41 - 50 Jahren. Befragt wurden sie in einem Zeitraum von 1½ Monaten (November und Dezember 2017).

Die Daten der arbeitslosen Menschen konnten mit freundlicher Unterstützung des Burgenländischen Schulungszentrum Neutal (= BUZ) erhoben werden. Das BUZ ist ein Bildungsanbieter für das AMS, in dem langzeitarbeitslosen Menschen die Möglichkeit für Einstiegshilfen, Berufsausbildungen und Weiterbildungskursen gegeben wird. Aus diesem Grund findet man hier auch langzeitarbeitslose Menschen verschiedensten Alters und Berufe. Die Probandinnen und Probanden für diese Untersuchung stammen ausschließlich aus dem BUZ. Die Personengruppe der erwerbstätigen Menschen wurde aus einem weit breiteren Spektrum ausgewählt. Folgende Probandinnen und Probanden waren sowohl unbekannte, zufällig ausgewählte Menschen, als auch Menschen aus meinem Bekannten-, Freundes und Familienkreis. Die Personen sind an öffentlichen Plätzen (Meidlinger Hauptstraße Wien, HATRIC Einkaufspark Hartberg und im Einkaufszentrum Oberwart) befragt worden. Die Befragung war stets anonym.

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Psychische Gesundheit bei arbeitslosen im Vergleich zu erwerbstätigen Menschen
Hochschule
Universität Wien
Note
2
Jahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V590746
ISBN (eBook)
9783346211323
ISBN (Buch)
9783346211330
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheit, menschen, psychische, vergleich
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Psychische Gesundheit bei arbeitslosen im Vergleich zu erwerbstätigen Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590746

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