Demonstration hierarchischer Ordnung? Die soziale Darstellung der Patrone der frühen Kaiserzeit bei einer 'cena recta' im Spiegel von Martials Epigrammen


Seminararbeit, 2019

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Schmackhaftes Bankett oder ekelerregende Zurschaustellung? – Zu Gegenstand und Methodik der wissenschaftlichen Untersuchung

2. Die ce na und soziale „Bindungswesen“
2.1 Der Stand aktueller Forschung zu Begriffsdefinitionen und dem sozialen Kontext
2.2 Die cena im Allgemeinen – Sitzordnungen, Speisekarte und weitere Tätigkeiten während dem Bankett
2.3 Die Rolle des Gastmahls bei Nahverhältnissen zur Zeit Martials

3. Cena Recta statt sportula publica: Ein guter Ersatz?
3.1 Ungleiche Bewirtung beim Abendessen (Mart. 3, 60)
3.2 Ein Gastmahl ohne Bewirtung (Mart. 1, 43)
3.3 Die beiden Martialepigramme im Vergleich mit anderen: Martials Kritik an Patrone seiner Zeit

4. Demonstrationen sozialer Hierarchien während der römischen cena – Die Ergebnisse der Untersuchung

I. Abbildungsverzeichnis

II. Quellen- und Literaturenverzeichnis
II.1 Quellen
II.2 Literaturverzeichnis
II.3 Internetseiten

1. Schmackhaftes Bankett oder ekelerregende Zurschaustellung? – Zu Gegenstand und Methodik der wissenschaftlichen Untersuchung

Es ist jetzt an der Zeit, auf die nachmittägliche Hauptmahlzeit, die cena 1 , zu kommen. Sie beendete den Tageslauf eines Römers, […] sie war der ersehnte Abschluß oder (im Falle des armen Klienten) sogar das erstrebte Ziel des ganzen Tages.2

Mit diesen Worten leitet Christoff Neumeister in seinem „literarischen Stadtführer“ zum an- tiken Rom die Thematik der cena und dem convivium 3 ein und deutet direkt auf eine hohe Werthaftigkeit der cena für die Bewohner des antiken Roms hin. Weiterhin wird auf den hohen Wert vor allem für die „armen“ Klienten verwiesen, die „mit allen Mitteln darauf hin[arbeiteten]“4. Liest man jedoch weiter, so sieht man, dass dem nicht immer so war. Oft- mals konnte mit einer Einladung zum Abendessen auch der Unmut eines Klienten steigen, wie C. Neumeister mit einem Epigramm Martials zeigt, bei dem ein „neureicher Geldprotz“ während seinem Gastmahl seine soziale Position demonstrieren wollte, indem er seine Kli- enten schlechter bewirtete.5

Das Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, das Thema der cena als Möglichkeit sozialer Her- vorhebung und Stärkung hierarchischer Ordnungen bei Patron-Klienten-Beziehungen näher zu untersuchen. Dabei soll diese Ansicht anderen möglichen Funktionen eines römischen Gastmahls gegenübergestellt werden und im Anschluss zu einer Widerlegung der Aussage, die cena beim Patron sei „das erstrebte Ziel des ganzen Tages“6, führen.

Die Quellengrundlage dieser Untersuchung sollen zwei Epigramme des Dichters Martials sein, welche im Laufe dieser Hausarbeit kritisch betrachtet werden.7 Martial selbst „nimmt ihrer schwierigen Nachweisbarkeit – Vgl. P. Garnsey/R. Saller (1999) 155. Jedoch gibt es auch Ansichten, die die Nutzung der Epigramme zulassen, auf die ich mich in dieser Hausarbeit stützen möchte. So beschreibt Elke Hartmann-Puls Martial als „>Spürhund< […], um auf [gesellschaftliche] Probleme aufmerksam zu machen […]“ - E. Hartmann (2016) 22; Zu ihren methodischen Überlegungen bezüglich der Arbeit mit Martials Epi- grammen 24. Angela Ganter geht einen ähnlichen Weg, indem sie Martials Epigramme als „Überzeichnung antike[r] Reflexionen über gesellschaftliche Probleme“ sieht – Vgl. A. Ganter (2015) 206-211. in seinen Gedichten die komischen, ja lächerlichen Auswüchse dieser allgegenwärtigen Be- deutung des Gastmahls aufs Korn.“8

Doch bevor auf den Dichter und zwei seiner Epigramme im Detail eingegangen wird, soll zunächst auf die cena, beziehungsweise das convivium selbst eingegangen werden. Dabei werden zunächst die Begrifflichkeiten geklärt und daraufhin soll der Akt des Gastmahls kurz näher beleuchtet werden. Zu diesem Thema gibt es schon zahlreiche Untersuchungen, wie zum Beispiel „Das römische Gastmahl – Eine Kulturgeschichte“ von E. Stein-Hölkeskamp, die sich mit der cena umfassend beschäftigt hat. Aber auch in C. Neumeisters „Das antike Rom“ und in E. Hartmann-Puls‘ „Ordnung in Unordnung“ hat man sich mit der cena be- schäftigt, jedoch hat man sich hier mehr auf den sozialen Aspekt fokussiert.

Wie schon zuvor genannt behandelt diese wissenschaftliche Untersuchung die Frage, inwie- weit Patrone das Gastmahl zur Demonstration sozialer Verhältnisse verwendet haben. Dabei ist es wichtig, zunächst einmal die Patron-Klienten-Beziehungen sowohl in einen begriffli- chen, als auch in einen sozialen Kontext für die Zeit um das Leben Martials gebracht werden. Hierfür soll als Grundlage A. Ganters Werk „Was die römische Welt zusammenhält“ dienen, in der sich die Verfasserin mit diesen Themen ausgiebig beschäftigt hat. Im Anschluss soll eine kritische Auseinandersetzung mit den beiden Epigrammen folgen, die in den anschlie- ßenden Kapiteln näher untersucht werden, wobei die Fragestellung dabei im Vordergrund steht. Zusammengetragen wird das Ergebnis dann mit den vorherigen Erkenntnissen, die dann kritisch gegenübergestellt werden und die Antwort auf die Fragestellung konkretisieren sollen.

2. Die cena und soziale „Bindungswesen“

2.1 Der Stand aktueller Forschung zu Begriffsdefinitionen und dem sozialen Kontext

Um diese Untersuchung so unmissverständlich wie möglich zu machen, müssen zunächst die Begriffe cena, Patron und Klient, sowie die Patron-Klient-Verhältnisse geklärt werden. Denn wie Dirk Schnurbusch in seiner Untersuchung zur römischen convivia beschreibt ent- stehen durch den Verzicht begrifflicher Reflexion häufig Missverständnisse.9 10 Die vier ge- nannten Begriffe werden in den kommenden Seiten am häufigsten benutzt, weshalb eine Präzisierung notwendig ist.

Der wichtigste Begriff ist hier die cena, welche einfach gesagt das römische Wort für Gast- mahl ist. Jedoch gibt es auch Begriffe, wie die cena publica, die cena familiaris und die cena recta 11. Während die cena publica und die cena familiaris gegensätzlich jeweils ein Bankett in der Öffentlichkeit und ein Bankett im engeren Kreis darstellen, so soll hier der Fokus auf der cena recta liegen. Recta bedeutet „regelrecht“, welches durch Vössing durch den „Ge- gensatz zur sportula 12 13, die bei der morgendlichen salutatio ausgeteilt wurde, erklärt. Nachdem die cenae rectae durch ein Verbot Neros im Jahr 87/88 nach dem Verbot von sportulae durch Kaiser Domitian wiedereingeführt wurden, wurden die Gastmähler nach dessen Wiedereinführung erneut zu einem Zeichen „besondere[r] Gunst des Patrons“.14 Vös- sing sieht den Grund dieser Verbote in dem Versuch, die öffentliche Sichtbarkeit der Patrone einzuschränken. Selbstdarstellung ging nun nur noch in privater Gesellschaft, da die cena publica weiterhin eher dem Kaiser vorbehalten war.15 Somit sieht die Forschung aus dem sozialen Standpunkt aus einen hohen Wert in der cena recta, da dies neben der salutatio einer der wenigen Orte öffentlicher Selbstdarstellung für die Patrone zur Zeit Martials war. Auch für die Klienten war sie, aus Sicht der heutigen Forschung, von hohem Wert. In Mar- tials Epigrammen, auf die wir speziell im späteren Verlauf eingehen werden, wird häufig kritisiert, wie selten man in seiner Zeit vom Patron zum Gastmahl eingeladen wird.16 Dies deutet auf die Besonderheit der cena hin und erweckt zugleich die Annahme, dass man in der Zeit vor Martial häufiger zum Abendessen eingeladen wurde.

Angela Ganter, welche sich mit dem Wandel der Patron-Klient-Verhältnisse auseinanderge- setzt hat, sieht zur Zeit Martials eine „Ökonomisierung“ dieser Verhältnisse. Damit meint sie die Kritik Martials über den „Geiz [der Patrone] im alltäglichen Umgang mit ihren Kli- enten“17, aber ebenso kritisiert Martial das Verhalten einiger Klienten in seinen Epigrammen beispielsweise durch den „verspottete[n] Typus des <Mahlzeitjägers>“18.

Damit ist klar, dass die Forschung Martial keineswegs als strengen Gegner einer gewissen Gruppierung ist, sondern mit seinen Epigrammen Kritik an der Gesellschaft im Allgemeinen nahm.19 Nun wurden aber schon öfter die Begriffe Patron-Klient-Verhältnisse, sowie Patron und Klient verwendet worden. Wie Ganter beschreibt gibt es eine Reihe lateinischer Aus- drücke, um das Verhältnis eines damaligen Patron-Klienten-Verhältnis auszudrücken. Be- sonders das Wort cliens, also das Urwort für „Klient“, war damals ein eher verpönter Begriff, weswegen häufiger das Wort amicus für eine gewisse Gleichstellung verwendet wurde.20

Um aber Verwirrung zu vermeiden, wird in dieser Untersuchung vorwiegend der Begriff „Klient“ verwendet. Gleiches gilt für den Begriff „Patron“. Die Patronage gilt seit den 1980er Jahre für den Hauptstrom der historischen Forschung als ein anthropologisch gepräg- ter Begriff, welcher ein freiwilliges Bündnis zwischen zwei Individuen ungleicher sozialer Stellung betitelt.21 Aus neuerer Forschung geht sogar eine „Ausdifferenzierung der Begriff- lichkeit [‚Klientel‘]“ hervor, nämlich Matthias Gelzers „Nah- und Treuverhältnisse“ und Christian Meyers „Bindungswesen“.22 Diese Begriffe sollen im Folgenden verwendet wer- den.

Nicht nur die Verwendung von Begrifflichkeiten bezüglich Nahverhältnissen hat sich seit den 1980er Jahren verändert, sondern auch der Interessenschwerpunkt und die Sichtweise auf die Bindungswesen der römischen Antike selbst haben sich verlagert. Hat man sich zuvor eher auf die politischen Aspekte von antiken Nahverhältnissen konzentriert, so begann man dort die sozialen Blickwinkel näher zu untersuchen. Seit den 1990er Jahren fokussierte man sich dann weniger auf die Bindungswesen im Allgemeinen, als vielmehr auf die auf die agierenden Menschen im engeren Sinne.23 Diese Hausarbeit knüpft also genau hier an, in- dem sie das Verhalten der Patrone gegenüber ihren clientes 24 bei einem Gastmahl untersucht.

2.2 Die cena im Allgemeinen – Sitzordnungen, Speisekarte und weitere Tätigkeiten während dem Bankett

Da der Untersuchungsgegenstand die römische cena ist, sollte zunächst einmal diese selbst näher betrachtet werden. Die einfache cena recta war wie schon erwähnt ein abendliches Gastmahl. Hier im Fokus steht das Abendessen bei einem Patron, was neben der sportula eine der Leistungen eines Patrons für seine Klienten war, wurde jedoch wie schon festge- stellt, zu Martials Zeit immer seltener. Deshalb gibt es auch die Annahme, dass es für viele Klienten das Ziel des Tages war, am Ende des Tages bei seinem Patron zu speisen. Es galt sogar „als langweilig und deprimierend, […] geradezu als peinlich, ja entwürdigend[, allein zu Hause zu speisen]“25.

Die c ena war für viele auch deswegen so schwierig zu erreichen, da ihre Teilnehmeranzahl begrenzt war. M. Terentius Varro stellt als metaphorische Formel auf, sie müsse bei der Anzahl der Grazien beginnen und dürfe höchstens bis zur Anzahl der Musen steigen.26 Somit sind mindestens drei und höchstens neun Personen laut dieser Formel bei einem Gastmahl dabei. Durch die Einführung neuer Möblierungen, wie das sigma/stibadium um die Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.27, welches durch seine halbrunde Form nun bis zu 8 Personen Platz bot28, wurde die Maximalanzahl der Teilnehmer größer, wobei es zu Martials Zeit auch schon größere Gastmähler im dreistelligen Bereich gab29. Standardmäßig waren aber neun Teilnehmer, was wohl auch an der Standardmöblierung durch drei Liegen um die mensa 30 gelegen haben könnte, da standardmäßig drei Personen auf eine Liege gepasst haben.31 Für Martial und seinen Zeitgenossen Horaz war auch eine Anzahl über die der Musen hinaus, nämlich bis zu 12 Teilnehmer, noch annehmbar.32 Begonnen hat die cena in der Regel in der neunten Stunde des römischen Tages.33 Somit hat sie also ungefähr um 15 Uhr nach heutiger Zeitrechnung begonnen.34

Gespeist wurde im triclinium, was als Speisezimmer genau für solche Anlässe gebaut war. Wie in Abb. 1 zu sehen ist, hatten die Möbel in diesem Raum eine bestimmte Anordnung. Joachim Marquardt schreibt, dass die Liegen aber nicht nur speziell angeordnet waren, son- dern wurden auch die Plätze bestimmt verteilt. So lagen auf dem medius und dem summus lectus die Gäste, während der Gastgeber mit seiner Familie (i.d.R mit Frau und Kind) auf dem imus lag. Am Liegeende des lectus sumus und imus war immer der bequemste Platz aufgrund seiner Lehne und ebenso ein „Ehrenplatz“.35

Diese spezielle Anordnung weist eindeutig auf eine hierarchische Ordnung im sozialen Be- reich hin36, denn wer auf den Ehrenplatz kommt (auf dem imus war dies meistens der Gast- geber) wurde somit auch wahrscheinlich aufgrund eines sozialen Standes bestimmt, da dar- über hinaus sogar ein locus consularis auf dem medius lectus existierte, der für den Konsul bestimmt war.37 Wer aber nicht mehr auf die Liegen passte, musste auf der freien Seite des Tisches auf Stühlen sitzen38, was als erniedrigend wirken konnte. Neben dieser Platzordnung wurde auch immer in einer gewissen Reihenfolge das Essen serviert, nämlich beginnend beim imus und endend beim medius.39

Nun ist eine cena aber nicht nur mit der liegenden und sitzenden Gesellschaft verbunden, sondern im Fokus steht das Essen und Trinken, sowie die Tätigkeiten währenddessen. Laut neuzeitlicher Forschung gab es im antiken Rom vieles auf der Speisekarte. Mithilfe von an- tiken Kochbüchern, Agrarschriftstellern Roms und weiterer Quellen hat Jacques André zu diesem Thema ein umfassendes Überblickswerk geschrieben. Aus dieser Untersuchung geht hervor, dass die Römer verschiedenste Wurzelgemüse, Artischocken, Salate, Pilze, aber auch verschiedenste (Trocken-)früchte, Fisch, Geflügel und sogar Wild aßen.40 Pilze, besser gesagt die boleti hatten für Martial einen hohen Wert, wie man anhand seiner Epigramme sehen kann.41 Zum Essen war Wein beim Gastmahl immer begleitend (auch vor der comis- siato).42

Je nach Gastgeber bestand die cena aus mehreren kleinen cenae (prima, secunda, tertia, …), also Gängen und wurden durch den Nachtisch abgeschlossen. Bei einem c onvivium schloß sich noch ein Trinkgelage an die cena an.43 Davor wurden die Gäste und der Gastgeber aber noch eingesalbt Während der Gastgeber und die Gäste tranken, gab es oftmals auch noch verschiedene Un- terhaltungsmöglichkeiten bei der comissiato. Martial beispielsweise berichtet in einem sei- ner Epigramme davon, dass Gedichte vorgetragen werden konnten44, aber auch Sänger45, Mimen und Tänzerinnen46 waren beliebt.

Das Gastmahl endet nach der comissiato, jedoch gab es dazu keine direkten Vorgaben. Viele gingen bis in die Nacht, manche sogar bis „zum ersten Hahnenschrei“47. Diese Zügellosig- keit wurde jedoch von antiken Dichtern und Schriftstellern kritisiert, da dies die Gesundheit kaputt mache. Horaz zum Beispiel riet zu einer gemäßigten comissiato.48

[...]


1 Auf die cena und ihre Begrifflichkeiten wird in Kapitel 2.1 f. näher eingegangen

2 C. Neumeister (1991) 170.

3 Der Begriff convivium wird von Neumeister beschrieben als eine cena, „wie sie genannt wurde, wenn Gäste geladen waren und sich an sie ein Gelage (commissiato) anschloß“ – Ebd.; es gibt jedoch auch die Sichtweise, dass convivia nur aristokratische Bankette meint oder eben alle Bankette der Öffentlichkeit darunter gelten – Vgl. K. Vössing (2004) 269-270.

4 C. Neumeister (1991) 170.

5 Vgl. ebd. 176-177; Das behandelte Epigramm: Mart. 3, 82.

6 Siehe Fußnote 1.

7 Ob und inwieweit man Martials Epigramme als Zeitzeugenquellen verwenden kann ist in der Forschung weitgehend umstritten. Garnsey und Saller beispielsweise sehen eine große Schwierigkeit ein präzises Gesamt- bild der römischen Gesellschaft aus Epigrammen der damaligen Zeit richtig zu erarbeiten vor allem aufgrund

8 E. Stein-Hölkeskamp (2005) 27.

9 Ch. Meier (1966) 30-31; Zusammenfassender Begriff für ein Patron-Klienten-Verhältnis, welcher im Folgen- den zur Vereinfachung und Prävention möglicher Verwechslungen öfter verwendet wird.

10 Vgl. D. Schnurbusch (2011) 17.

11 Vgl. K. Vössing (2004) 265-271.

12 Zum Begriff: Marquardt (2016) 207-212.

13 K. Vössing (2004) 271; ebenso ist mit diesem Begriff ein spezifisch privates oder öffentliches Gastmahl, sondern Gastmähler im Allgemeinen beim Patron gemeint – Vgl. D. Schnurbusch (2011) 142.

14 A. Ganter (2015) 213-214.

15 K. Vössing (2010) 724-726.

16 Vgl. E. Stein-Hölkeskamp (2005) 94.

17 Vgl. A. Ganter (2015) 212-213.

18 E. Stein-Hölkeskamp (2005) 27.

19 Zu Martials Epigrammen siehe mehr in Fußnote 7.

20 Vgl. A. Ganter (2015) 4.

21 Vgl. Wallace-Hadrill (1989) 63-64; Zum Forschungsstand siehe auch A. Ganter (2015) 4.

22 Vgl. A. Ganter (2015) 5. Verwiesen wurde hier auf: M. Gelzer (1912/1962) 49; Ch. Meier (1966) 30 -31.

23 Vgl. A. Ganter (2015) 17.

24 Verwendet wird hier der Begriff clientes, da amicus immer eine vertrautere Bindung zu ihren Patronen mar- kierte und auch dementsprechend eine bessere Behandlung suggerierte. Es soll sich speziell auf die schlechter behandelten Klienten konzentriert werden, um daraus mögliche kausale Schlüsse für dieses Verhalten schlie- ßen zu können.

25 E. Stein-Hölkeskamp (2005) 27.

26 Vgl. Gell. 13, 11. Gellius zitierte aus Varro sat. Men. Frg. 333.

27 E. Stein-Hölkeskamp (2005) 34.

28 Vgl. Mart. 14, 87 - Accipe lunata scriptum testudine sigma. octo capit; veniat quisquis amicus erit.

29 Vgl. E. Stein-Hölkeskamp (2005) 35. Martial kritisiert dies aber als „zu unpersönlich“ in einem seiner Epi- gramme – Vgl. Mart. 11, 35.

30 Lateinische Bezeichnung für den Speisetisch.

31 Zur Anordnung der Liegeplätze bei einer cena siehe Abb. 1.

32 Hor. Sat. 1, 4, 86ff.;

33 Vgl. Mart. 4, 8, 6 – […] imperat extructos frangere nona toros […] bedeutet so viel wie „Die neunte verlangt, die angehäuften Polster einzudrücken“, womit wahrscheinlich die Liegepolster gemeint sind. Das Epigramm behandelt den idealisierten Tagesablauf aus Sicht eines Dichters und markiert die neunte Stunde als Beginn der cena. Siehe auch Marquardt (2016) 298.

34 P. Lichtenberger (2011) http://www.imperiumromanum.com/kultur/kalender/kalender_zeitmessung_01.htm [Zugriff: 29.09.2019]. Es gibt auch Abweichungen, wie in einer Satire Horazens, bei der ein gewisser Nasi- denius sein Gastmahl gerne früher verrichtete – Vgl. Hor. sat. 2, 8. Aber sowohl früher, als auch später als die Stunde galt als weniger angesehen – Vgl. Neumeister (1991) 170.

35 Vgl. Marquardt (2016) 303-305; „Beim sigma galten die beiden Endplätze (cornua) als die besten […].“ – Neumeister (1991) 171.

36 Dieser Ansicht spiegelt sich auch bei Stein-Hölkeskamp wieder: E. Stein-Hölkeskamp (2005) 101-111.

37 Vgl. Plut. Queast. Conviv. 1, 3, 1.

38 Vgl. Neumeister (1991) 171.

39 Vgl. E. Stein-Hölkeskamp (2005) 102.

40 Vgl. J. André (1961) 17-114; Es wird hier bewusst nur grob auf diese Nahrungsauswahl eingegangen, um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu sprengen. Es wird nur näher auf diese eingegangen, sofern sie aufgrund der Quelleninterpretation für diese Untersuchung relevant sind. Martial beschreibt in einem seiner Epigramme ausführlich ein mögliches Menü einer schlichten cena – Mart. 10, 48, 7-18.

41 Vgl. Mart. 13, 48 - Argentum atque aurum facilest laenamque togamque mittere; boletos mittere difficilest, das Epigramm vergleicht Silber und Gold mit Pilzen, und dass Zweitere leichter herzugeben seien, als die beiden Edelmetalle, weshalb ihnen in diesem Epigramm ein höherer Wert zugesprochen wird, was sicherlich sehr überspitzt ist, aber diese Botschaft vermitteln sollte; Vgl. Mart. 1, 20 - Dic mihi, quis furor est? Turba spectante vocata solus boletos, Caeciliane, voras. quid dignum tanto tibi ventre gulaque precabor? boletum qua lem Claudiusedit, edas […]. - Hier kritisiert das lyrische Ich den Gastgebern, dass dieser als einziger vor seinen Gästen bo letos „frißt“ und wünscht ihm, einen giftigen Pilz erwischt zu haben. Dabei wird auch die Exklusivität der Pilze als Nahrung beim Gastmahl hervorgehoben und ihr ein Wert durch die Verärgerung des lyrischen Ichs zugesprochen. Zu den verschiedenen Arten von Pilzen für die Menschen der römischen Antike: Vgl. J. André (1961) 37.

42 Vgl. Neumeister (1991) 174; Die comissiato ist das Trinkgelage, was sich an die cena anschließt, wenn diese ein convivium ist – Vgl. ebd.; Zum Thema Wein im antiken Rom siehe J. André (1961) 140-152.

43 Vgl. Neumeister (1991) 174.

44 Vgl. Mart. 11, 52, 16-18: plus ego polliceor: nil recitabo tibi, ipse tuos nobis relegas licet usque Gigantas, rura vel aeterno proxima Vergilio – das lyrische Ich versichert dem Adressaten, ihm keine eigenen Gedichte vorzulesen, sondern bietet diesem an, dass er seine eigenen Geschichten und Gedichte vortragen kann. Diese Art von Unterhaltung war aber nicht für alle Gäste erfreulich: Vgl. Mart. 3, 44; Mart. 3, 45; Mart. 3, 50.

45 Hor. Epist. 2, 2, 9.

46 Vgl. Mart. 14, 203: Tam tremulum crisat, tam blandum prurit, ut ipsum masturbatorem fecerit Hippolytum. Hier verehrt das lyrische Ich eine Tänzerin aus Gades.

47 E. Stein-Hölkeskamp (2005) 255.

48 Vgl. Hor. Sat. 2, 2, 76ff.; Sen. Epist. 95, 20-21.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Demonstration hierarchischer Ordnung? Die soziale Darstellung der Patrone der frühen Kaiserzeit bei einer 'cena recta' im Spiegel von Martials Epigrammen
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Alte Geschichte)
Veranstaltung
Die römische Gesellschaft bei Martial
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V590963
ISBN (eBook)
9783346185563
ISBN (Buch)
9783346185570
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Epigramme, Martial, Cena Recta, Gastmahl, Patron, Klienten, Soziale Darstellung, Beziehung, Kultur, Rom, römische Kultur, römische Sozialgeschichte
Arbeit zitieren
Rico Göbel (Autor), 2019, Demonstration hierarchischer Ordnung? Die soziale Darstellung der Patrone der frühen Kaiserzeit bei einer 'cena recta' im Spiegel von Martials Epigrammen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/590963

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