Diese Arbeit beschäftigt sich mit ADHS und Interventionsmöglichkeiten, wobei Elternprogramme besonderes berücksichtigt werden. Dazu werden zuerst das Erscheinungsbild der Aufmerksamkeitsstörung und der Impulsivität/Hyperaktivität und ebenso die Diagnostik der Störung nach zwei Manualen erklärt. Verschiedene Behandlungsansätze, wie man die Symptome vermindern kann, werden vorgestellt. Diese unterteilen sich in kindzentrierte, eltern-/familienzentrierte und kindergarten-/schulzentrierte Ansätze, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Ein Mix aus diesen Ansätzen wird als multimodale Behandlung bezeichnet. Mit der Wirksamkeit von multimodalen Behandlungen in Vergleich zu anderen Verfahren beschäftigt sich die MTA-Studie. Ergebnis hiervon ist, dass eine kombinierte einer medikamentösen Behandlung nicht generell überlegen ist. Anschließend werde ich die (Eltern)Programme von Döpfner et al. (2002), Lauth/Schlottke (2002) und Krowatschek (2004) beschreiben. Diese Programme arbeiten alle auf mehreren Ebenen. Sie beschäftigen sich sowohl mit dem Kind als auch mit den Eltern oder der Familien und bezihen teils sogar Lehrer mit ein. Anhand einer Studie von Salbach et al. (2005) wird deutlich, dass Elterngruppentrainings durchaus wirksam und sinnvoll sind. Abschließend werden einige Punkte kritisch beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist eine Aufmerksamkeitsstörung?
2.1 Erscheinungsbild
2.2 Diagnose
2.2.1 DSM – IV
2.2.2 ICD 10
3. Welche Behandlungsansätze gibt es?
3.1 Kindzentrierte Verfahren
3.2 Eltern- und familienzentrierte Verfahren
3.3 Kindergarten- und schulzentrierte Ansätze
3.4 Multimodale Behandlung
3.4.1 MTA – Studie
4. Wie kann ein Programm aussehen?
4.1 Das Marburger Konzentrationstraining (Krowatschek)
4.2 Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern (Lauth/Schlottke)
4.3 Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (Döpfner et al.)
5. Studie zur Wirksamkeit eines Eltern - Gruppentrainings (Salbach et al.)
5.1 Aufbau
5.2 Training
5.3 Ergebnisse
6. Diskussion
6.1 Wie aussagekräftig ist die Wirksamkeits-Studie?
6.2 Reduziert THOP die Eltern zu Marionetten?
6.3 Wie realistisch sind die Anforderungen der Trainings an die Eltern?
6.4 Elternabende oder Einzelsitzungen?
6.5 Trainings für alle!
7. Quellenangabe
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Eltern von Kindern mit AD(H)S grundlegende Informationen zur Störung sowie zu verschiedenen Interventionsmöglichkeiten zu vermitteln, um sie in ihrem Alltag und in der Unterstützung ihres Kindes zu entlasten. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, wie wirksam unterschiedliche Trainingsprogramme und multimodale Behandlungsansätze sind.
- AD(H)S-Erscheinungsbild und diagnostische Kriterien (DSM-IV, ICD-10)
- Übersicht kind-, eltern- und schulzentrierter Interventionsansätze
- Detaillierte Vorstellung etablierter Elternprogramme (MKT, Lauth/Schlottke, THOP)
- Empirische Untersuchung der Wirksamkeit von Elterngruppentrainings
- Kritische Reflexion über Anforderungen und Anwendungsmöglichkeiten der Trainings
Auszug aus dem Buch
4.2 Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern (Lauth/Schlottke)
Das Training von Lauth und Schlottke (2002) untergliedert sich in die Therapiebausteine Basistraining, Strategietraining, Elternanleitung, Wissensvermittlung und Vermittlung sozialer Kompetenzen.
Der Baustein Elternanleitung ist speziell nur für die Eltern der aufmerksamkeitsgestörten Kinder gedacht. Hierin wird den Eltern die Diagnose ihres Kindes genau erklärt und sie erhalten Informationen über die Therapie, die ihr Kind gerade durchläuft. Es wird die weitere Zusammenarbeit mit den Eltern vereinbart. Ziele sind,
„ die Eltern über Störung und Therapie (zu) informieren, die Eltern – Kind – Interaktion (zu) verbessern, die Eltern hinsichtlich der Anleitung des Kindes im Alltag (zu) beraten (…), aktuelle Belastungen in den familiären „Standardsituationen“ (…) (zu) verringern, (gegebenenfalls) strukturelle Belastungen in der Familie (…) ab(zu)bauen (Lauth/Schlottke 2002, S. 325).
Als eine Interventionsmöglichkeit gilt die Einführung der gemeinsamen Spielzeit. Hier beschäftigt sich ein Elternteil zu einer festgelegten Zeit intensiv und ausschließlich etwas 30 Minuten lang mit dem aufmerksamkeitsgestörten Kind. Dabei kann gespielt oder gemalt oder vorgelesen etc. werden, je nach Wunsch des Kindes. Wichtig ist, dass das Kind die Regeln bestimmen darf, dass es gelobt wird und dass geringfügig problematisches Verhalten ignoriert wird. Durch die intensive Beschäftigung soll eine entspannte Beziehung zwischen Eltern und Kind ermöglicht und vertieft werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik ein, mit der Eltern von AD(H)S-Kindern konfrontiert sind, und definiert die Zielsetzung, Basisinformationen und Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
2. Was ist eine Aufmerksamkeitsstörung?: Es werden das Erscheinungsbild der Störung, die Symptomatik sowie die diagnostische Einordnung nach DSM-IV und ICD-10 erläutert.
3. Welche Behandlungsansätze gibt es?: Dieser Abschnitt kategorisiert verschiedene Therapieansätze wie kindzentrierte, familienzentrierte und schulzentrierte Verfahren sowie die multimodale Behandlung und die Ergebnisse der MTA-Studie.
4. Wie kann ein Programm aussehen?: Drei multimodale Programme, namentlich das MKT, das Training von Lauth/Schlottke sowie das THOP von Döpfner et al., werden detailliert vorgestellt.
5. Studie zur Wirksamkeit eines Eltern - Gruppentrainings (Salbach et al.): Hier werden Aufbau, Durchführung und Ergebnisse einer spezifischen Studie zur Wirksamkeit von Elterngruppentrainings dargestellt.
6. Diskussion: Dieser Teil reflektiert kritisch die Aussagekraft der Wirksamkeitsstudien, den Einfluss der Trainer und die Realisierbarkeit der Trainingsanforderungen für Eltern.
7. Quellenangabe: Ein Verzeichnis der verwendeten Literatur und Studien.
Schlüsselwörter
AD(H)S, Aufmerksamkeitsstörung, Elterntraining, Intervention, multimodale Behandlung, THOP, Marburger Konzentrationstraining, Verhaltensmodifikation, Eltern-Kind-Interaktion, Wirksamkeitsstudie, Impulsivität, Hyperaktivität, Diagnose, Therapieprogramm, Familienzentrierte Ansätze
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Interventionsmöglichkeiten bei Kindern mit AD(H)S, wobei ein besonderes Augenmerk auf Elterntrainings und deren Wirksamkeit gelegt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Diagnose von AD(H)S, verschiedene Behandlungsansätze, die detaillierte Beschreibung bekannter Trainingsprogramme sowie die wissenschaftliche Überprüfung ihrer Wirksamkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Eltern Basisinformationen bereitzustellen und Wege aufzuzeigen, wie sie durch gezielte Trainingsprogramme ihren Kindern helfen und die familiäre Situation verbessern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Konzepte sowie die kritische Auswertung empirischer Studien, wie beispielsweise der MTA-Studie und der Studie von Salbach et al.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, die Vorstellung von drei multimodalen Therapieprogrammen und die Analyse einer spezifischen Wirksamkeitsstudie für Elterntrainings.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen AD(H)S, multimodale Behandlung, Elterntraining, Verhaltensmodifikation und Eltern-Kind-Interaktion.
Wie bewertet die Arbeit das Programm THOP im Hinblick auf die Elternrolle?
Die Arbeit diskutiert kritisch, ob starre Vorgaben des Programms dazu führen könnten, dass sich Eltern wie "Marionetten" fühlen oder ihnen die Fähigkeit zum eigenständigen Handeln abgesprochen wird.
Warum ist laut der Arbeit eine Kombination aus Elternabenden und Einzelsitzungen sinnvoll?
Während Elternabende den Erfahrungsaustausch fördern, ermöglichen Einzelsitzungen ein gezielteres Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse und Problemlagen des einzelnen Kindes.
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- Katharina Garschhammer (Author), 2005, Elterntraining bei Kindern mit AD(H)S. Interventionsansätze und Trainingsprogramme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59222