Die Arbeit setzt sich mit der Begrenzung der Rückstellungshöhe in der Steuerbilanz durch die Handelsbilanz auseinander und behandelt das Thema anhand eines Beispiels.
Durch die von der OFD Münster veröffentlichte Verfügung vom 13.7.2012 hat sich der Gesetzgeber mit der steuerlichen Bilanzierung von Rückstellungen auseinandergesetzt. Dabei stand vor allem der handelsrechtliche Wertansatz und dessen maßgebende Bedeutung für die steuerrechtliche Rückstellungbildung im Fokus.
Diese Auffassung schlug sich ebenfalls in den Einkommensteuer-Änderungsrichtlinien vom Jahre 2012 nieder. Nachfolgend wird beispielhaft anhand einer Rückstellungsart, die in der Praxis oftmals davon betroffen ist, aufgezeigt, wie die Begrenzung der Rückstellungshöhe in der Steuerbilanz durch die Handelsbilanz zustande kommt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik
2 Rückstellungen im Allgemeinen
2.1 Begriff und Zweck von Rückstellungen
2.2 Ansatz von Rückstellungen
2.3 Bewertung von Rückstellungen
3 Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen in der HB
3.1 Ansatz der Rückstellung im Handelsrecht
3.2 Bewertung der Rückstellung im Handelsrecht
4 Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen in der StB
4.1 Der Maßgeblichkeitsgrundsatz
4.2 Ansatz der Rückstellung dem Grunde nach
4.3 Bewertung der Rückstellung der Höhe nach
5 Konsequenzen für die Rückstellungsbewertung
6 Fazit
7 Anhang A
8 Anhang B
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerliche Bilanzierung von Rückstellungen für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen, insbesondere vor dem Hintergrund der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz und der durch Richtlinien veränderten Bewertungsvorgaben.
- Bilanzielle Behandlung von Rückstellungen für Aufbewahrungspflichten
- Die Rolle des Maßgeblichkeitsgrundsatzes im Steuerrecht
- Unterschiede in der Bewertung zwischen Handels- und Steuerbilanz
- Auswirkungen der Abzinsungspflicht auf den Rückstellungsbetrag
- Praktische Implikationen der steuerlichen Bilanzierung
Auszug aus dem Buch
Bewertung von Rückstellungen
Rückstellungen sind gemäß § 253 Abs. 1 S. 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages anzusetzen. Demzufolge sind sie mit dem Betrag zu bilanzieren, der durch die Berücksichtigung aller möglichen Risiken, am wahrscheinlichsten für die Inanspruchnahme des Unternehmens ist. Bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrages für die handelsrechtliche Bildung einer Rückstellung sind künftige Preis- und Kostenänderungen zu berücksichtigen. Im Steuerrecht wird dies durch den § 6 Abs. 1 Nr. 3a lit. f EStG untersagt. Daraus folgt eine Abweichung zwischen der Handels- und Steuerbilanz.
Durch das BilMoG wurde eine Abzinsungspflicht für Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr eingeführt. Eine Diskontierung der langfristigen Rückstellungen erfolgt mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahren. Der dabei anzuwendende Zinssatz wird monatlich von der Deutschen Bundesbank bekannt gegeben. Eine ausführliche Stellungnahme hat das IDW im RS HFA 34 veröffentlicht um Zweifelsfragen bezüglich der Bewertung von Rückstellungen nach Einführung des BilMoG vorzubeugen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik: Diese Einleitung beleuchtet die steuerliche Bilanzierung von Rückstellungen unter Berücksichtigung aktueller Verfügungen und der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz.
2 Rückstellungen im Allgemeinen: Hier werden die begrifflichen Grundlagen, die Ansatzkriterien sowie die allgemeinen Bewertungsregeln für Rückstellungen im handelsrechtlichen Kontext definiert.
3 Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen in der HB: Dieses Kapitel behandelt die handelsrechtliche Pflicht zur Rückstellungsbildung für Archivierungskosten und deren Bewertung unter Einbeziehung von Einzel- und Gemeinkosten.
4 Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen in der StB: Hierbei liegt der Fokus auf der steuerlichen Behandlung, dem Maßgeblichkeitsgrundsatz und der Abgrenzung zur handelsrechtlichen Bewertung.
5 Konsequenzen für die Rückstellungsbewertung: Dieses Kapitel erörtert die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten und die Auswirkungen durch Divergenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz bei der Rückstellungsbildung.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse kritisch zusammen und hinterfragt die steuerliche Behandlung von Rückstellungen im Hinblick auf ihre Konsequenz und Gerechtigkeit.
Schlüsselwörter
Rückstellungen, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Maßgeblichkeitsgrundsatz, Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen, BilMoG, Erfüllungsbetrag, Abzinsung, Sachleistungsverpflichtung, Bilanzierung, Bewertungsunterschiede, Archivierung, EStG, HGB, Bewertung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die Bewertung und den Ansatz von Rückstellungen für Aufbewahrungspflichten von Geschäftsunterlagen und wie sich dabei Diskrepanzen zwischen Handels- und Steuerbilanz ergeben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die wesentlichen Bereiche sind die handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften, die steuerliche Behandlung nach Maßgabe des EStG sowie die Auswirkungen der Abzinsung und der Maßgeblichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, an einem Beispiel aufzuzeigen, wie die Begrenzung der Rückstellungshöhe in der Steuerbilanz durch handelsrechtliche Wertansätze zustande kommt und welche Konsequenzen dies hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine systematische Analyse von Gesetzen, Rechtsprechung (BFH-Urteile) und fachlichen Stellungnahmen (IDW) zur Bilanzierung.
Was umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Archivierungsrückstellungen sowohl im Handels- als auch im Steuerrecht und vergleicht diese.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Rückstellungen, Maßgeblichkeitsgrundsatz, Handelsbilanz, Steuerbilanz und BilMoG.
Wie unterscheidet sich die Bewertung im Steuerrecht von der im Handelsrecht?
Das Steuerrecht untersagt häufig die Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostenänderungen, die im Handelsrecht verpflichtend sind, was zu unterschiedlichen Rückstellungsbeträgen führt.
Welche Rolle spielt die Abzinsung bei langfristigen Rückstellungen?
Seit Einführung des BilMoG müssen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr mit einem siebenjährigen Durchschnittszinssatz abgezinst werden, was den Bilanzwert beeinflusst.
Was besagt die 2012er Änderung in Bezug auf die Steuerbilanz?
Die Einkommensteuer-Änderungsrichtlinien (EStÄR 2012) führen dazu, dass die steuerliche Rückstellung die handelsrechtliche nicht überschreiten darf, was zu einem Abbau von Wahlrechten führt.
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- Ruben Fernandes (Author), 2018, Begrenzung der Rückstellungshöhe in der Steuerbilanz durch die Handelsbilanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/592979