Diese Hausarbeit gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Aufgaben und Rollen von Online-Tutoren und die daraus resultierenden Kompetenzen. Das virtuelle Lernen im Netz, das inhaltlich anspruchsvoll ist und sich meist über einen längeren Zeitraum erstreckt, erfordert personale Unterstützung, wenn es nachhaltig und erfolgreich verlaufen soll. Dabei entsteht zunehmend ein professionalisiertes pädagogisches Handlungsfeld, in dem Qualifizierungsstandards entwickelt und durchgesetzt werden. Außerdem gewinnen Dozenten in der beruflichen Weiterbildung mit den neuen Technologien ein breiteres Repertoire zur Gestaltung von Lehr- und Lernsituationen.
Die Entwicklung der Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren zu einem zuvor kaum vorstellbaren globalen Zugang zu Informationen, Wissen, Perspektiven und Erfahrungen geführt. Durch sie werden zum einen die Kommunikations- und Kooperationswege schneller, zum anderen bieten sich Chancen, aber auch Herausforderungen für die Entwicklung von Arbeit, Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie. Betroffen sind in dem Zusammenhang auch alle Wege, Inhalte und Formen von Bildung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die historische Entwicklung und ihre Folgen
3. Begriffsklärungen
3.1 E-Teaching
3.2 Online-Tutoring
3.3 Online-Tutor
4. Aufgaben, Rollen und Kompetenzen von Online-Tutoren
4.1 Aufgaben von Online-Tutoren
4.2 Aus Aufgaben werden Rollen
4.3 Rollen benötigen Kompetenzen
4.3.1 Der Kompetenzbegriff
4.3.2 Organisatorisch-administrative Kompetenz
4.3.3 Inhalts- und Fachkompetenz
4.3.4 Medien- und Technikkompetenz
4.3.5 Sozial-kommunikative Kompetenz
4.3.6 Didaktisch-methodische Kompetenz
5. Qualifizierungsmöglichkeiten von Online-Tutoren
6. Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Anforderungsprofil von Online-Tutoren in der beruflichen Weiterbildung, indem sie deren vielschichtige Aufgaben, notwendige Kompetenzfelder und die historische Einbettung des virtuellen Lehrens und Lernens analysiert, um eine Basis für die Professionalisierung in diesem Bereich zu schaffen.
- Historische Entwicklung des computergestützten Lehrens und Lernens.
- Begriffsbestimmung von E-Teaching, Online-Tutoring und der Rolle des Online-Tutors.
- Analyse der Aufgabenkategorien didaktisch, sozial, organisatorisch und technisch.
- Systematisierung der Rollen von Online-Tutoren wie Experte, Coach, Moderator und Teambildner.
- Ableitung eines umfassenden Kompetenzprofils zur professionellen Begleitung von Online-Lernprozessen.
Auszug aus dem Buch
4.2 Aus Aufgaben werden Rollen
Mit unterschiedlichen Aufgaben sind auch unterschiedliche Erwartungen und Rollen verbunden. An Dozierende, die in ihre Lehre moderne Informations- und Kommunikationstechnologien integrieren, werden – im Vergleich zur Präsenzlehre – andere Rollenerwartungen gestellt. Der Schwerpunkt liegt hier nicht länger nur auf der Erwartung, dass sie ausschließlich inhaltliches Wissen einbringen, d.h. als Experten fungieren, sondern beispielsweise auch (wie oben beschrieben) auf ihrer Aufgabe, den Lehr- und Lernprozess technisch zu unterstützen. Weitere Rollenerwartungen bestehen darin, die Lernenden zu begleiten (‚Coach‘), der Lerngruppe bei ihrer Entwicklung zu helfen (‚Teambildner‘), Kommunikationsprozesse zu moderieren und durch das eigene Verhalten die Zusammenarbeit positiv zu beeinflussen (‚Rollenmodell‘) (vgl. Rautenstrauch 2001). Rautenstrauch (2001) systematisiert diese Rollen und Rollenerwartungen weiter und konkretisiert sie mit entsprechenden Aufgabenzuordnungen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung digitaler Medien in der beruflichen Weiterbildung und identifiziert den Online-Tutor als entscheidenden Faktor für den Erfolg von E-Learning.
2. Die historische Entwicklung und ihre Folgen: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von frühen Lehrmaschinen bis hin zum modernen E-Learning nach und verdeutlicht die Notwendigkeit persönlicher Betreuung für nachhaltige Lernerfolge.
3. Begriffsklärungen: Hier werden die zentralen Termini E-Teaching, Online-Tutoring und Online-Tutor definiert und voneinander abgegrenzt, um ein einheitliches Begriffsverständnis zu etablieren.
4. Aufgaben, Rollen und Kompetenzen von Online-Tutoren: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Rollenbilder und Kompetenzanforderungen, die für eine professionelle Begleitung in virtuellen Lernumgebungen unerlässlich sind.
5. Qualifizierungsmöglichkeiten von Online-Tutoren: Das Kapitel diskutiert, wie Online-Tutoren durch gezielte Weiterbildungsangebote für ihre komplexen Aufgaben professionalisiert werden können.
6. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der Betreuung in Online-Szenarien zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Herausforderungen durch neue Technologien wie Virtual Reality.
Schlüsselwörter
Online-Tutoren, E-Learning, Berufliche Weiterbildung, Online-Tutoring, E-Teaching, Kompetenzprofil, Medienkompetenz, Didaktik, virtuelle Lernumgebung, Lernbegleitung, Blended Learning, digitale Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Online-Tutors und den Anforderungen, die das virtuelle Lernen in der beruflichen Weiterbildung an das pädagogische Fachpersonal stellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Definition von Online-Tutoring, die Systematisierung der Aufgaben und Rollen von Online-Tutoren sowie die Identifikation der notwendigen Kompetenzen für diesen Tätigkeitsbereich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aus den Aufgaben und Rollen der Tutoren ein professionelles Anforderungsprofil abzuleiten, das als Basis für Qualifizierungsmaßnahmen dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer und medienwissenschaftlicher Konzepte, um die Rolle und die Kompetenzfelder des Online-Tutors wissenschaftlich herzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Analyse der verschiedenen Betreuungsaufgaben (didaktisch, sozial, organisatorisch, technisch) und die detaillierte Ausarbeitung der spezifischen Kompetenzfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Online-Tutoring, E-Learning, Medienkompetenz, didaktische Begleitung und berufliche Weiterbildung charakterisiert.
Warum ist die Rolle des Online-Tutors im E-Learning so entscheidend?
Die Arbeit zeigt, dass rein digitale Inhalte ohne die persönliche Lernbegleitung und Moderation durch einen Tutor häufig zu geringeren Lernerfolgen führen und die Lernenden bei der Bewältigung des Lernprozesses überfordern können.
Welche Rolle spielt die Medienkompetenz für den Online-Tutor?
Die Medienkompetenz ist essenziell, da sie dem Tutor ermöglicht, nicht nur Technik zu verstehen und zu nutzen, sondern auch als Multiplikator und Gestalter virtueller Lernumgebungen zu fungieren.
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- Michael Lindner (Author), 2018, Fähigkeiten und Kompetenzen von Online-Tutoren in der beruflichen Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/593498