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Zu: Mavis E. Hetherington: "Positive" Scheidungsfolgen für Kinder

Titre: Zu: Mavis E. Hetherington: "Positive" Scheidungsfolgen für Kinder

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 12 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Türkan Elmaci (Auteur)

Sociologie - Relations et Famille
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Résumé Extrait Résumé des informations

Jährlich sind annähernd 200.000 Kinder in Deutschland von einer elterlichen Scheidung betroffen,Tendenz steigend. 1,3 Millionen Kinder leben mit nur einem Elternteil zusammen. 8 Prozent aller Familien sind Stieffamilien. In den USA sind es vergleichsweise jährlich eine Million Kinder, die von der Scheidung ihrer Eltern betroffen sind. Das erklärt, warum die amerikanische Forschung sich früh und intensiv mit den Folgen der Trennung zu beschäftigen begann. Anfangs war man der gängigen Meinung, daß eine Scheidung der Eltern den Kindern zahlreiche Probleme bringt. Nach dreissig Jahren und zahlreichen Studien ist die Ausgangslage zwar dieselbe geblieben, aber es gibt heute eine neue Botschaft: Scheidung, so lautet sie, wird von einer grossen Mehrheit von Kindern und Jugendlichen erstaunlich gut verkraftet. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich eben genau mit dieser neuen Botschaft und ist eine Ausarbeitung des Referats zum Thema "Positive Scheidungsfolgen für Kinder", basierend auf einer Studie der amerikanischen Psychologieprofessorin Mavis E. Hetherington von der University of Virginia in Charlottesville. Sie befragte in einer Langzeitstudie über Scheidungsfolgen die betroffenen Kinder als Erwachsene selbst zu ihren Erfahrungen mit der Trennung der Eltern. Damit werden Kinder hier ausnahmsweise nicht mehr nur als Objekte einer Scheidung untersucht, sondern werden als Subjekte wahrgenommen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. "Virginia Longitudinal Study of Divorce and Remarriage"

3. Einflussfaktoren des familialen Systems

3.1 Das familiale Konfliktniveau: Vorentscheidungsphase

3.2 Die Kompetenz des sorgeberechtigten Elternteils

3.3 Die Beziehung Kind-nichtsorgeberechtigtes Elternteil

3.4 Der Ehestatus nach Scheidung / Wiederheirat eines Elternteils

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht auf Basis der "Virginia Longitudinal Study" von Mavis E. Hetherington, inwieweit Scheidungen zwangsläufig negative Folgen für Kinder haben, und analysiert die differenzierten Faktoren, die die kindliche Anpassung nach einer elterlichen Trennung beeinflussen.

  • Die psychologische Langzeitperspektive auf Scheidungsfolgen
  • Einfluss des familialen Konfliktniveaus auf das Kindeswohl
  • Die Rolle der Erziehungskompetenz des sorgeberechtigten Elternteils
  • Qualitative Aspekte der Vater-Kind-Beziehung nach der Trennung
  • Die Auswirkungen von Wiederheirat und Stieffamilienstrukturen

Auszug aus dem Buch

3.1 Das familiale Konfliktniveau

Einer dieser Faktoren ist das familiale Konfliktniveau in der sogenannten Vorscheidungsphase: Die Längsschnittstudie weist darauf hin, daß negative "Scheidungsreaktionen" eines Kindes nicht unbedingt immer Folge der Scheidung selbst sind, sondern auch die Folge vorangegangener Erfahrungen im Familienleben sein können, die die Anpassung des Kindes beeinflussen, nicht der Umstand der Trennung selbst. So weisen Kinder aus Familien mit hohem Konfliktpotenzial bereits vor der Trennung klassische Scheidungssymptome wie Aggressivität, Trotz, Angst und einen Mangel an sozialer Verantwortung auf. Kinder aus derartig konfliktgeladenen Familien, die nach der Trennung in einer guten Atmosphäre aufwachsen, gehören nach Hetheringtons Überzeugung zu den eindeutigen Scheidungsgewinnern, was sich bereits zwei Jahre nach der Trennung feststellen läßt.

Es zeigte sich, daß Kinder aus Scheidungsfamilien mit geringerem Konfliktniveau besser angepaßt sind, als Kinder aus vollständigen Familien mit hohem Konfliktniveau. Das heißt, dass entscheidende hier ist nicht die Scheidung, sondern ob das Kind in einem Umfeld aufwächst, in dem sich die Eltern oft streiten oder nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Scheidungsrate und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, ob Scheidung für Kinder zwingend traumatische Folgen haben muss.

2. "Virginia Longitudinal Study of Divorce and Remarriage": Dieses Kapitel stellt die Methodik und den Umfang der weltweit einzigartigen Langzeitstudie von Mavis E. Hetherington vor.

3. Einflussfaktoren des familialen Systems: Hier werden zentrale Variablen wie Konfliktniveau, Elternkompetenz, Vater-Kind-Beziehung und Wiederheirat als Determinanten für die kindliche Entwicklung analysiert.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass die Mehrheit der Kinder eine Scheidung gut bewältigt und die Qualität der familiären Interaktion ausschlaggebender ist als die Scheidung an sich.

Schlüsselwörter

Scheidungsfolgen, Mavis E. Hetherington, Virginia Longitudinal Study, Kindeswohl, Familienkonflikte, Sorgeberechtigung, Stieffamilien, psychologische Anpassung, Langzeitstudie, Eltern-Kind-Beziehung, Loyalitätskonflikt, Trennungsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen von elterlichen Scheidungen auf Kinder unter Einbeziehung einer spezifischen amerikanischen Langzeitstudie.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Konfliktniveau in der Familie, der Erziehungskompetenz, der Beziehung zum nicht sorgeberechtigten Elternteil sowie der Situation in Stieffamilien.

Was ist das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Das Ziel ist es, die klassische "Desaster-Perspektive" zu hinterfragen und aufzuzeigen, dass Scheidung für viele Kinder keine irreversiblen negativen Folgen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Studie angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer 25-jährigen Längsschnittstudie (VLS), die sowohl Befragungen als auch Verhaltensbeobachtungen und Videoanalysen von 450 Familien umfasst.

Welche Kernpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Faktoren, die eine gelingende oder misslingende Anpassung des Kindes nach der Scheidung beeinflussen, insbesondere den Einfluss der Eltern-Interaktion.

Was sind die wichtigsten Schlagworte der Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Scheidungsfolgen, Entstigmatisierung, Familienkonflikte, Stiefelternbeziehungen und die Resilienz von Kindern.

Warum gelten Kinder aus konfliktreichen Kernfamilien manchmal als stärker belastet als Scheidungskinder?

Die Studie zeigt, dass eine ständige Konfliktsituation im Elternhaus negativere Auswirkungen auf die Psyche des Kindes haben kann als eine vollzogene Trennung, nach der das Kind in einem harmonischen Umfeld lebt.

Welchen Einfluss hat eine Wiederheirat auf die Kinder?

Die Daten deuten darauf hin, dass die Integration in eine Stieffamilie neue Herausforderungen birgt und Kinder hierbei häufiger psychologische Unterstützung benötigen als bei der Scheidung an sich.

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Résumé des informations

Titre
Zu: Mavis E. Hetherington: "Positive" Scheidungsfolgen für Kinder
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Cours
Elternschaft heute
Note
1,7
Auteur
Türkan Elmaci (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
12
N° de catalogue
V59393
ISBN (ebook)
9783638533492
ISBN (Livre)
9783656776338
Langue
allemand
mots-clé
Mavis Hetherington Positive Scheidungsfolgen Kinder Elternschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Türkan Elmaci (Auteur), 2006, Zu: Mavis E. Hetherington: "Positive" Scheidungsfolgen für Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59393
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Extrait de  12  pages
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