Zwischen Schaffung und Abschaffung von Geschlechter-Klischees

Das Paradoxon der Programmatik des Girls' und Boys' Day


Bachelorarbeit, 2018

63 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungs-/ Tabellenverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heteronormativität vs. geschlechtliche Vielfalt
2.1 Mann, Frau, Mensch - Über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und die Entstehung von Geschlechter-Klischees
2.1.1 Das biologische Geschlecht
2.1.2 Das soziale Geschlecht
2.1.3 Die Geschlechtsidentität
2.1.4 Die Sexualität
2.1.5 Zusammenfassung: Was unterscheidet Männer und Frauen?
2.2 Zwischen Anpassung und Entfaltung - Über die Vor- und Nachteile von Heteronormativität
2.2.1 Heteronormativität in der Gesellschaft
2.2.2 Heteronormativität, Geschlecht und das Individuum
2.2.3 Zusammenfassung: Warum kategorisieren sich Menschen nach Geschlecht?

3. Jungen vs. Mädchen - Frauen vs. Männer: Über die Trennung der Geschlechter in Schule, Ausbildung und Beruf
3.1 Geschlechterdifferenzen im (Aus-)Bildungssystem und Berufsfeld
3.1.1 Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem
3.1.2 Geschlechterdifferenzen im Ausbildungssystem
3.1.3 Geschlechterdifferenzen im Berufsfeld
3.2 Erklärungsmodelle zur geschlechtsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes
3.2.1 Subjektorientierte Erklärungsmodelle
3.2.2 Strukturorientierte Erklärungsmodelle
3.2.3 Konstruktionstheoretische Erklärungsmodelle
3.3 Die Bedeutung von Geschlecht in der Berufswahl

4. Förderung für Mädchen - für Jungen - für alle: Über die Verschiebung der Ungleichheiten
4.1 Geschichtlicher Hintergrund: Mädchenförderung - Jungenförderung
4.2 Der neue Ansatz: Gender Mainstreaming
4.2.1 Der Wandel von Gleichstellungspolitiken im universitären Kontext
4.2.2 Gender Mainstreaming in Vorbereitungsmaßnahmen zur Berufswahl
4.2.3 Kritik am Gender Mainstreaming
4.3 Aktuelle Entwicklungen: Managing Diversity

5. Ein Zukunftstag für Mädchen, ein Zukunftstag für Jungen: Über das Paradoxon der Programmatik des Girls‘ und Boys‘ Day
5.1 Die Anfänge
5.2 Und was ist mit den Jungen?
5.3 Organisationsstruktur
5.4 Die konkrete Maßnahme
5.5 Analyse der Programmatik
5.5.1. Rechtliche Grundlagen
5.5.2 Aktuelle Situation in Deutschland
5.5.3 Zielsetzung
5.5.4 Maßnahmenkonzeption und Umsetzung
5.5.5 Evaluation
5.5.6 Abschließende Bewertung

6. Fazit

III. Literaturverzeichnis

I. Abbildungs-/ Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Anteil der männlichen Auszubildenden in ausgewählten Berufsgruppen 2015 Eigene Darstellung nach Destatis (Statistisches Bundesamt) (2017): Statistisches Jahrbuch. Deutschland und Internationales. Zwickau: Westermann Druck Zwickau GmbH

Abbildung 2: Anteil der weiblichen Auszubildenden in ausgewählten Berufsgruppen 2015 Eigene Darstellung nach Destatis (Statistisches Bundesamt) (2017): Statistisches Jahrbuch. Deutschland und Internationales. Zwickau: Westermann Druck Zwickau GmbH

Abbildung 3: Anteil der männlichen und weiblichen Auszubildenden in ausgewählten Berufsgruppen 2015 Eigene Darstellung nach Destatis (Statistisches Bundesamt) (2017): Statistisches Jahrbuch. Deutschland und Internationales. Zwickau: Westermann Druck Zwickau GmbH

Abbildung 4: Berufliche Bildungsabschlüsse von Männern und Frauen 2016 Eigene Darstellung nach Destatis (Statistisches Bundesamt) (2017): Statistisches Jahrbuch. Deutschland und Internationales. Zwickau: Westermann Druck Zwickau GmbH

Abbildung 5: Zyklus von Gleichstellungspolitik Eigene Darstellung nach Wroblewski, Angela (2016): Auf dem Weg zu einer reflexiven Gleichstellungspolitik: Von Geschlechtergleichstellung zu diversitätsorientierten Gleichstellungspolitiken an Universitäten. In Kriesi, Irene/ Liebig, Brigitte/ Horwath, Ilona/ Riegraf, Birgit (Hrsg.): Gender und Migration an Universitäten, Fachhochschulen und in der höheren Berufsausbildung. Forum Frauen- und Geschlechterforschung, Band 46. Schleßlitz/ Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot. S. 227. In Anlehnung an May, Judith V./ Wildavsky, Aaron B. (Hrsg.) (1978): The Policy Cycle. Beverly Hills/ London

Abbildung 6: Girls‘ Day und Boys‘ Day 2015/ 2018 – eine Gegenüberstellung Eigene Darstellung mit Daten aus Diaz, Miguel (2016): Boys‘ Day - Jungen-Zukunftstag. Evaluationsergebnisse 2015. Erhebungszeitpunkt April 2015. Bielefeld: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V./ Bundesweite Koordinationsstelle Projekt Boys‘ Day - Jungen-Zukunftstag./ Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. (2017): Das war der Boys‘ Day. Abgerufen von https://www.boys-day.de/Daten-Fakten/Rueckschau/ Das-war-der-Boys-Day/2018 [04.09.2018]./ Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancen gleichheit e. V. (2017): Girls' Day - ein Zukunftstag für Mädchen. Abgerufen von https://www.girls-day.de/Daten-Fakten/Das-ist-der-Girls-Day/Ein-Zukunftstag-fuer-Maedchen/ deutsch [04.09.2018]./ Wentzel, Wenka (2016): Girls’ Day - Mädchen-Zukunftstag und Boys’ Day - Jungen-Zukunftstag. Schwerpunkt: Schulen. Evaluationsergebnisse 2015. Erhebungszeitpunkt April 2015. Bielefeld: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V./ Bundesweite Koordinierungsstelle Girls’ Day - Mädchen-Zukunftstag und Bundesweite Koordinierungsstelle Boys’ Day - Jungen-Zukunftstag

II. Abkürzungsverzeichnis

BEEG = Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz

BJK = Bundesjugendkuratorium

BMFSFJ = Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

BMI = Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat

BVerfG = Bundesverfassungsgericht

DIMDI = Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information

IGLU = Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung

Kompetenzz = Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

LSVD = Lesben- und Schwulenverband in Deutschland

NWfJ = Neue Wege für Jungs

PISA = Programme for International Student Assessment

PStG = Personenstandgesetz

TIMSS = Third International Mathematics and Science Study

1. Einleitung

„Stoppt den Gender-Wahn“ und ähnliche Forderungen waren 2018 auf Wahlplakaten, Demonstrationen oder in den Medien zu lesen und zu hören. Ob im Fernsehen, im Internet, in den Nachrichten oder in zahlreichen öffentlichen Debatten, überall wird über geschlechtliche Vielfalt, Diskriminierung, Akzeptanz und Diversität diskutiert. Diese Themen wirken sich zunehmend auf den Alltag aus und gewinnen in der Politik an Aufmerksamkeit. So wurde erst im letzten Jahr die Ehe für alle eingeführt, die gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe ermöglicht. Leitschriften für geschlechtersensible Sprache werden an Universitäten entwickelt und ein dritter positiver Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde wird bis Ende 2018 eingeführt werden. Diese Entwicklungen werden auf der einen Seite hoch gelobt und auf der anderen Seite stark kritisiert, doch was steckt hinter der Debatte?

Der zentrale Aspekt der Diskussion ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau. In Zeiten der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt entwickelt sich die Thematik zunehmend zu einem Diskurs über Gleichberechtigung jenseits dieser Kategorien. Jedoch scheint das heteronormative System, welches die Existenz weiterer Geschlechter neben Mann und Frau ausschließt, nach wie vor stark in der Gesellschaft verankert zu sein. Viele Konzepte und Maßnahmen zur Förderung von Männern und Frauen basieren auf diesem System und insbesondere auf dem Arbeitsmarkt spielt das Geschlecht nach wie vor eine zentrale Rolle. Das zeigt sich beispielsweise in den Lohnunterschieden oder der Spaltung des Berufsfeldes in sogenannte Frauen- und Männerberufe. Solche Unterschiede bestehen schon lange und werden zunehmend kritisch hinterfragt, da sie zu Benachteiligung und Diskriminierung des einen oder anderen Geschlechts führen. Projekte, wie der Girls‘ und Boys‘ Day, sind in der deutschen Bildungslandschaft fest verankert. Sie sind ein Beispiel für vielfältige Maßnahmen, die zum Ausgleich der Geschlechterungleichheiten beitragen sollen.

Ich selbst habe während meiner Schulzeit zweimal am Girls‘ Day teilgenommen. Mir sind damals, wie heute einige Aspekte aufgefallen, die mich an der Konzeption des Mädchen-Zukunftstages stören. Seither beschäftigt mich das Thema zunehmend. Ich habe den Eindruck, dass die Programmatik des Girls‘ und Boys‘ Day angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht mehr zeitgemäß ist und ihr Ziel, der Ungleichverteilung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt entgegenzuwirken, nicht das eigentliche Problem der Benachteiligung lösen kann. Daher möchte ich in dieser Arbeit eine genauere Analyse des aktuellen Geschlechterdiskurses sowie der Programmatiken des Girls‘ und Boys‘ Day vornehmen. Die zentrale Fragestellung, unter der das Thema dieser Arbeit behandelt werden soll, lautet: Inwiefern reproduzieren der Girls‘ und Boys‘ Day durch ihre Programmatik Geschlechter-Klischees und damit einhergehende Ungleichheiten, die sie eigentlich auflösen wollen?

Um die Frage beantworten zu können, muss zunächst geklärt werden, was mit Geschlecht gemeint ist. Zudem wird auf das Konzept der Heteronormativität eingegangen. Sie stellt die Grundlage dar, auf der die Geschlechterdebatte aufbaut. Im Anschluss daran wird die aktuelle Geschlechterverteilung im Berufsfeld mit Hilfe verschiedener Forschungsergebnisse abgebildet. Außerdem wird anhand einiger Erklärungsmodelle versucht zu ergründen, weshalb nach wie vor gewisse geschlechterspezifische Präferenzen in der Berufswahl bestehen. Daraufhin werden die Konzepte erläutert, die sich auf der Grundlage dieser Problematik entwickelt haben, angefangen von der Mädchen-Förderung in den 1970er Jahren bis zu den neueren Ansätzen des Gender Mainstreaming und Managing Diversity. Auf der Basis der gesammelten Erkenntnisse, soll im letzten Schritt konkret auf den Girls‘ und Boys‘ Day eingegangen werden. Es gilt zu klären, welche Zielsetzungen die beiden Konzepte verfolgen und inwiefern sie umgesetzt werden. Zudem soll die Programmatik im Hinblick auf die aktuelle Geschlechterdebatte analysiert werden. In einem Fazit werden abschließend alle Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Umsetzung des Girls‘ und Boys‘ Day gegeben.

2. Heteronormativität vs. geschlechtliche Vielfalt

Auf die Frage nach dem Geschlecht, antworten die meisten Menschen, dass sie Mann oder Frau sind. Jedoch umfasst das Geschlecht viel mehr als diese beiden Kategorien. Daher wird im Folgenden auf den Begriff Geschlecht und die damit verbundene Debatte um Heteronormativität und geschlechtliche Vielfalt eingegangen.

Die Sozialstruktur unserer Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Gesellschaftsmitglieder in Gruppen eingeteilt und kategorisiert werden. Bereits im Kleinkindalter lernen Menschen, sich selbst und andere Personen in Gruppen einzuteilen und diesen Gruppen gewisse Eigenschaften zuzuordnen. Zu den ersten Kategorien, die Kinder lernen, zählen Mann und Frau. Die zweigeschlechtliche Unterscheidung geht auf das Konzept der Heteronormativität zurück. Sie ist ein gesellschaftliches Ordnungsmuster, welches von zwei klar voneinander abgrenzbaren, sich ausschließenden Geschlechtern ausgeht (vgl. Hartmann/ Klesse, 2007, S. 9). Heterosexualität gilt als Norm der Geschlechterverhältnisse und ist als zentrales Machtverhältnis zu verstehen, das sich auf die Gesellschaft und auf das Subjekt auswirkt. Geschlecht und Sexualität werden als natürlich, eindeutig und unveränderlich angesehen (vgl. ebd.). Alles, was von dieser Vorstellung abweicht, wird diskriminiert, verfolgt oder ausgelöscht (vgl. Wagenknecht, 2007, S. 17).

2.1 Mann, Frau, Mensch - Über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und die Entstehung von Geschlechter-Klischees

Die binäre Differenzierung der Geschlechter in Mann und Frau wird in Anbetracht der heutigen Debatten um geschlechtliche Vielfalt insbesondere durch die Geschlechterforschung zunehmend in Frage gestellt (vgl. Hartmann/ Klesse, 2007, S. 10), doch ist die Kritik gerechtfertigt? Etablierte Projekte, wie der Girls‘ und Boys‘ Day, sind ebenfalls durch die Geschlechterdifferenzierung unterteilt. Daher soll im Folgenden die Frage geklärt werden, inwiefern sich Männer und Frauen tatsächlich voneinander unterscheiden. Dazu lassen sich vier Ebenen unterteilen, auf denen sich Unterschiede feststellen lassen.

2.1.1 Das biologische Geschlecht

Ein Aspekt, in dem sich Menschen unterscheiden, ist der Körper. Bis zur sechsten Schwangerschaftswoche trägt jeder Fötus Anlagen für das männliche sowie das weibliche Geschlecht in sich. Erst danach prägen die Gene ein männliches oder weibliches Wesen (vgl. Tillmann, 2006, S. 47 f.), welches sich durch die Entwicklung der Chromosomen, Hormone, inneren Genitalien und äußeren Geschlechtsmerkmale definiert (vgl. Kockott, 2016). Die Summe der körperlichen Merkmale kennzeichnet das biologische Geschlecht, welches einem Menschen nach der Geburt zugewiesen wird (vgl. ebd.). Nicht jeder Fötus entwickelt sich eindeutig männlich oder weiblich. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es eine Vielzahl von biologischen Geschlechtern gibt, die durch Variationen der zuvor genannten Merkmale hervorgehen (vgl. Hempel, 2017). Es sind mittlerweile mehr als ein Dutzend verschiedener Ausprägungen der Geschlechtsentwicklung bekannt, die unter dem Begriff Intersexualität1 zusammengefasst werden (vgl. ebd.). Sie sind nicht mit einer Fehlbildung oder Krankheit gleichzusetzen (vgl. Bundesärztekammer, 2015, S. 1).

Intersexualität wird bis heute nicht vollkommen von der Gesellschaft anerkannt. Damit intersexuelle Kinder einem Geschlecht zugeordnet werden können, werden sie nach der Geburt i.d.R. operiert2. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen nicht um medizinisch notwendige, sondern rein kosmetische, geschlechtsangleichende Eingriffe. Verschiedene Verbände und Organisationen kritisieren dies als Menschenrechtsverletzung (vgl. Hempel, 2017). Zudem ist es erst seit 2013 möglich, kein Geschlecht im Geburtenregister eintragen zu lassen. §22 des Personenstandsgesetzes (PStG) wurde um einen dritten Absatz ergänzt, welcher lautet: „Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen“ (§22 Abs.3 PStG). Bis dahin waren Eltern gezwungen ihr intersexuelles Kind dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen und dem heteronormativen System anzupassen. Die Zuordnung sowie geschlechtsangleichende Operationen finden heutzutage immer noch bei vielen intersexuellen Menschen statt. Das kann bei den betroffenen Personen im Verlauf ihres Lebens zu schweren Belastungen führen, da sie so wie sie sind nicht vollkommen anerkannt werden.

Dementsprechend reicht Kritiker*innen sowie Betroffenen diese Regelung nicht. Sie fordern einen dritten positiven Geschlechtseintrag im Geburtenregister, um eine gleichberechtigte Anerkennung des Geschlechts als Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts zu ermöglichen (vgl. BVerfG, 2017, Rn.16). Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) formulierte im Beschluss vom 10. Oktober 2017, dass der Gesetzgeber verpflichtet ist, „bis zum 31. Dezember 2018 eine verfassungsgemäße Regelung herbeizuführen“ (BVerfG, 2017). Der aktuelle Gesetzesentwurf des Bundeskabinetts zur Änderung des PStG vom 15. August 2018 sieht neben den bestehenden drei Varianten weiblich, männlich, und ohne Angabe den dritten Geschlechtseintrag divers vor (vgl. BMI, 2018).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich Menschen im Hinblick auf das biologische Geschlecht unterscheiden. Allerdings ist die heteronormative Annahme von zwei Geschlechtern als einzig und natürlich nicht haltbar. Die Etablierung eines dritten positiven Geschlechtseintrages und vergleichbare Maßnahmen können zu mehr Akzeptanz in der Gesellschaft beitragen und dazu führen, dass intersexuelle Menschen nicht länger ausgeschlossen werden.

2.1.2 Das soziale Geschlecht

In den medizinischen und psycho-sozialen Wissenschaften besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass sich das Geschlecht nicht allein nach biologischen Merkmalen unterscheiden lässt, sondern von sozialen und psychischen Faktoren mitbestimmt wird (vgl. Bundesärztekammer, 2015, S. 5 ff.; Kockott, 2016; Kramer/ Pschyrembel, 2016; Richter-Appelt, 2016, S. 116 ff.). Auf dieser Grundlage wird nun auf die zweite Unterscheidungsebene eingegangen.

Die meisten der genannten biologischen Merkmale lassen sich von außen nicht erkennen. Daher hat sich der sogenannte moral fact (Ausweiszwang) entwickelt . Er beschreibt die Pflicht von Personen, sich in ihrer Geschlechtszugehörigkeit erkennbar zu machen (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 32). Zu diesem Zweck gibt es gewisse Merkmale, an denen jede Person das Geschlecht seines Gegenübers erkennen kann. Anzeichen für Weiblichkeit sind beispielsweise Make-Up, spezifische Kleidung, wie Kleider und Röcke, dominierende Farben, wie Rosa und Pink, und bestimmte Hobbys, wie Schuhe kaufen. Anzeichen für Männlichkeit sind hingegen die Stellung in der Familie als Hauptverdiener, Eigenschaften, wie Stärke oder Aggressivität, und Hobbys, wie Fußball.

Diese Merkmale sind unter einem Großteil der Männer und Frauen stark verbreitet. Die Verteilung der Eigenschaften und Vorlieben gilt, gemäß dem heteronormativen System, weitestgehend als Normalzustand. Das führt dazu, dass von geschlechtsspezifischem Verhalten gesprochen wird. Aus dieser Formulierung wird jedoch oft voreilig geschlossen, dass dieses Verhalten für jedes Mitglied seiner Gruppe gilt und Teil seines Geschlechts ist (vgl. Goffman, 1994). So entstehen Stereotypen und Geschlechter-Klischees. Es kann sich aber nicht um eine biologische Verknüpfung handeln, weil es Menschen gibt, die aus diesem Muster heraus fallen. Unter geschlechtsspezifisch ist somit eher geschlechtsklassenspezifisch zu verstehen (vgl. ebd.). Um das biologische Geschlecht sprachlich von dem sozial geformten Geschlecht (vgl. Beck/ Edelmann, 2016, S. 170) abzugrenzen, wurde das englische Wort „gender“ in die deutsche Sprache übernommen. Im englischen Sprachgebrauch beschreibt der Begriff eine soziale oder kulturelle Kategorie des Geschlechts (vgl. Nicholson, 1995).

In der heutigen Diskussion rückt die soziale Konstruktion des geschlechtsspezifischen Verhaltens zunehmend in den Vordergrund (vgl. Hartmann/ Klesse, 2007, S.10). Das Konzept der sozialen Geschlechterkonstruktion wird doing gender genannt. Es bezeichnet alltägliche Handlungen und interaktive Prozesse, in denen geschlechtsspezifisches Handeln erfolgt (vgl. BJK, 2009, S. 19). Laut der interaktionstheoretischen Geschlechterforschung ist Gender ein fortlaufender Herstellungs- bzw. Differenzierungsprozess, bei dem sich die Subjekte mittels Darstellungen und Zuschreibungen interaktiv in eine Geschlechtskategorie einordnen (vgl. Gildemeister, 2008; West/ Zimmerman, 1987). Individuen stilisieren sich gegenseitig als Mann und Frau (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 31). Gender wird somit in interaktiven Prozessen hervorgebracht (vgl. BJK, 2009, S. 19) und von kulturell geprägten geschlechtsspezifischen Normen und Rollenbildern sowie von Geschlechter-Klischees beeinflusst. Die Einordnung verschiedener Handlungen gewinnt daher unterschiedliche Bedeutung in Abhängigkeit von der Rolle, in der sich die Agierenden gegenüber stehen. So kann es sich auf die Ausformung der Interaktion auswirken, wenn sich Individuen beispielsweise in der Rolle Jung und Alt, gesund und krank oder Mann und Frau gegenüber stehen (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 34). Nach Hirschauer (2001, S. 217) kann die Geschlechterdifferenz je nach Kontext und Rollenverteilung in den Hintergrund treten und muss nicht in jedem Fall relevant sein oder relevant gemacht werden (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 31 f.).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich Männer und Frauen tendenziell in ihrem Verhalten unterscheiden. Das hat jedoch weniger mit dem biologischen Geschlecht zu tun, als mit den sozial reproduzierten Stereotypen von männlichem und weiblichem Verhalten. Menschen, die aus diesem konstruierten Muster von typisch weiblich und typisch männlich herausfallen, werden häufig ausgeschlossen. Gender spielt somit eine bedeutende Rolle bei der Betrachtung von Diskriminierung und ist u.a. eine zentrale Ungleichheitsdimension beim Zugang zu Bildung (vgl. Kriesi et al., 2016, S. 7). Das kann sich negativ auf die Entwicklung und die Psyche von Individuen auswirken. Die getrennte Betrachtung von Männern und Frauen, verstärkt Geschlechter-Klischees. Die Selektion nach Geschlecht in Projekten, wie dem Girls‘ und Boys‘ Day, kann daher kritisch gesehen werden.1

2.1.3 Die Geschlechtsidentität

Eine weitere Ebene, auf der sich Menschen unterscheiden, ist die Geschlechtsidentität. In einer heteronormativen Gesellschaft wird zwischen einer weiblichen und einer männlichen Geschlechtsidentität unterschieden. In ihr drückt ein Individuum aus, inwiefern es sich mit seinem biologischen Geschlecht identifiziert. Dazu gehört die innere Einstellung und ein entsprechender Geschlechtsausdruck, der sich im äußeren Erscheinungsbild in Form von Kleidungsstil, Make-up oder Frisur zeigt. Der Geschlechtsausdruck kann jedoch, ebenso wie die Geschlechtsidentität, von der heteronormativ gesetzten Norm abweichen. So gibt es zum Beispiel Menschen, die sich sowohl mit dem männlichen, als auch mit dem weiblichen Geschlecht identifizieren, oder sich in einem Spektrum dazwischen bewegen (vgl. Queer Lexikon, 2018). Des Weiteren gibt es Menschen, die das binäre System gänzlich ablehnen (vgl. ebd.).2

Wenn das biologische Geschlecht mit der Geschlechtsidentität überein stimmt, wird das cis genannt. Eine Person, die biologisch eine Frau ist und sich in ihrer Identität als Frau fühlt, kann somit als Cis-Frau bezeichnet werden (vgl. Wild, 2014, S. 20). Es ist jedoch möglich, dass der Geschlechtsausdruck, beispielsweise der Kleidungsstil, von dem weiblichen Stereotyp abweicht. Die Komponenten biologisches Geschlecht, Gender, Geschlechtsausdruck und -identität können somit völlig unabhängig voneinander sein. Andersherum gilt das gleiche für einen Cis-Mann (vgl. ebd.).

Wenn die Geschlechtsidentität nicht mit dem biologischen Geschlecht übereinstimmt, wird das hingegen als trans* 3 bezeichnet. Dieser Ausdruck beschreibt die psychische Identifizierung eines Menschen mit dem Geschlecht, das seinem eigenen biologischen Geschlecht entgegengesetzt ist. Ein Trans*Mann ist somit ein Mensch, der im biologischen Körper einer Frau geboren wurde, sich aber als Mann identifiziert. Anders herum identifiziert sich eine Trans*Frau als Frau, ist aber im Körper eines Mannes geboren (vgl. ebd., S. 21 f.). Sie bilden eine Minderheit4, die von der heteronormativ geprägten Gesellschaft tendenziell ausgeschlossen und diskriminiert wird. Die Geschlechtsidentität kann sich niemand aussuchen, weswegen es umso wichtiger ist, Akzeptanz für diese Personen zu schaffen.

2.1.4 Die Sexualität

Die letzte Ebene, die hier betrachtet werden soll, ist die Sexualität. Sie muss deutlich von den zuvor beschriebenen Ebenen abgegrenzt werden (vgl. Hartmann, 2007, S. 56), da sich die Sexualität unabhängig von biologischem Geschlecht, Gender und Identität entfalten kann.

Sexualität ist das Begehren eines Menschen in Bezug auf einen anderen Menschen. In der heteronormativ geprägten Gesellschaft gilt die Heterosexualität, also das gegenseitige Begehren der binären Geschlechter Frau und Mann, als Normalzustand (vgl. Hartmann/ Klesse, 2007, S. 9). Daneben gibt es viele weitere Formen von Sexualität, wie z.B. die Homo5 -, Bi 6 - oder Pansexualität7. Am Beispiel der Ehe für alle zeigt sich, dass die Anerkennung von Partnerschaften, die nicht dem heteronormativen Konzept entsprechen, ein langandauernder Prozess ist. In der Bundesrepublik wurde die Schaffung eines Rechtsinstituts für gleichgeschlechtliche Paare bereits in den 1980er Jahren gefordert. Erst 20 Jahre später, im Jahr 2000, wurde nach vielen Protesten und Demonstrationen das Lebenspartnerschaftsgesetz für homosexuelle Paare beschlossen, welches 2001 in Kraft trat. Noch einmal sechs Jahre später wurde aufgrund des weiterhin bestehenden Drucks verschiedener Verbände und Organisationen im Juli 2017 die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare endgültig beschlossen. Diese können ab dem ersten Oktober 2017, genauso wie heterosexuelle Paare, heiraten (vgl. LSVD, 2018).

Die Etablierung neuer Begrifflichkeiten und die Führung von Diskursen um das Thema der geschlechtlichen Vielfalt führt dazu, dass es mehr Möglichkeiten gibt, die eigene Sexualität und Identität zu entdecken (und dementsprechend zu betiteln) (vgl. Engel/ Schuster, 2007, S. 137). Ein Individuum kann sich jedoch weder seine Identität, noch seine Sexualität bewusst aussuchen oder beliebig ändern. Eine Trennung der beiden Geschlechter Mann und Frau macht in Bezug auf die Sexualität nicht viel Sinn, da es sich um eine private Angelegenheit handelt, die niemanden etwas anzugehen haben sollte. Jeder Mensch sollte lieben dürfen, wen er will, ohne dafür benachteiligt zu werden.

2.1.5 Zusammenfassung: Was unterscheidet Männer und Frauen?

Zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage, inwiefern sich Männer und Frauen tatsächlich voneinander unterscheiden, ist festzuhalten, dass das einzige, worin Männer und Frauen in jedem Fall verschieden sind, das biologische Geschlecht ist. Alle weiteren Merkmale und Ausprägungen von Geschlecht sind individuell und unabhängig voneinander. Eine getrennte Betrachtung der beiden Geschlechtergruppen macht daher nur in Diskursen einen Sinn, in denen die körperliche Konstitution von Mann und Frau eine Rolle spielt. Neuere Forschungen belegen, „dass dieses bipolare System nicht weiter haltbar ist: Heutzutage wird von einer Vielzahl geschlechtlicher Identitäten ausgegangen“ (Gäckle, 2017, S. 9). Die Anzahl von Geschlechterkategorien geht weit über das ursprünglich zugrundeliegende Begriffspaar männlich/ weiblich hinaus (Hartmann/ Klesse, 2007, S.10).

2.2 Zwischen Anpassung und Entfaltung - Über die Vor- und Nachteile von Heteronormativität

Trotz der Erkenntnis, dass sich Männer und Frauen nicht, wie lange Zeit angenommen, klar voneinander abgrenzen lassen, werden beide Geschlechter in wissenschaftlichen Diskursen getrennt voneinander betrachtet. Im Folgenden wird ein differenzierter Blick auf Heteronormativität geworfen. Dabei soll die Frage geklärt werden, wieso sich die meisten Menschen nach wie vor freiwillig in dieses Muster fügen, obwohl es vielfältige Möglichkeiten der Identitätsentfaltung gibt.

2.2.1 Heteronormativität in der Gesellschaft

Ihre Wurzeln hat der Heteronormativitätsbegriff in den 1970er Jahren. In dieser Zeit wurde er stark von feministischen, lesbischen, schwulen, bisexuellen und queeren8 Bewegungen kritisiert (vgl. Hartmann/ Klesse, 2007, S. 10 f.). Begriffe, wie Zwangsheterosexualität (vgl. Ferenczi, 1927; Rich, 1980) oder sex/ gender system (vgl. Rubin, 1975), wurden diskutiert. Bisher gibt es im deutschsprachigen Raum eher theoretische als empirische Publikationen der Geschlechterforschung unter kritischer Auseinandersetzung mit dem Heteronormativitätskonzept (vgl. Hartmann/ Klesse, 2007, S. 12). Der Begriff wird beispielsweise in der Queer Theory thematisiert (vgl. Wagenknecht, 2007, S. 18).

In Anbetracht der Tatsache, dass dieses System seit vielen Jahren wissenschaftlich thematisiert und kritisiert wird, liegt die Vermutung nahe, dass es mittlerweile überholt ist, jedoch ist Heteronormativität tief in der Gesellschaft verwurzelt. Wie das Beispiel der Änderung des PStG zeigt, werden die Gesetzgebung und die Medizin, durch dieses Konzept beeinflusst. In der Werbung ist es ebenfalls von Bedeutung. Sie nimmt großen Einfluss auf die Wahrnehmung und kann Geschlechter-Klischees verstärken oder abbauen, je nachdem, wie Geschlecht inszeniert wird (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 35 - 44). Beispielsweise wird Homosexualität in den meisten Fällen nicht als etwas Normales, sondern als etwas Besonderes dargestellt, das von der indirekt als normal gesetzten Heterosexualität abweicht (vgl. Pinseler, 2007, S. 220). Heteronormativität ist zudem die Grundlage jedes Wissenschaftsdiskurses9 (vgl. Hartmann, 2007, S. 56) und sorgt dafür, dass Menschen, die auf den vier zuvor dargestellten Ebenen von diesem System abweichen, in vielen Bereichen diskriminiert und ausgeschlossen werden (vgl. Griga/ Hadjar, 2016, S. 57 f.). Nach Foucault verfügen Diskurse über ein wirklichkeitserzeugendes Potenzial (vgl. Foucault, 1983). Sie können folglich zur Veränderung und Weiterentwicklung gesellschaftlicher Strukturen beitragen. Dazu müssten Diskurse jedoch auf einer anderen Basis geführt werden.

Die Sprache, die benötigt wird, um Diskurse zu führen, ist ein weiterer Bereich, der von Heteronormativität geprägt ist. Beispiele hierfür sind das generische Maskulinum oder Wörter, zu denen es kein gegengeschlechtliches Pendant gibt (z.B. Jungfrau oder Krankenschwester) zu nennen (vgl. Gäckle, 2017, S. 20). Gäckle schreibt dazu: „Auch hier spiegeln sich die traditionellen Rollenbilder in vielfältiger Weise wider. Im Sinne einer gendergerechten Sprache sollte es vermieden werden, Stereotype zu reproduzieren“ (ebd.).

Diese Beispiele zeigen, dass die Geschlechterdebatte nicht losgelöst von gesellschaftlichen Strukturen und Rollenbildern geführt werden kann und einer mehrdimensionalen Betrachtung bedarf (vgl. BJK, 2009, S. 21). Dazu zählt, neben der gesellschaftlichen, die subjektive Ebene. Daher soll im Folgenden darauf eingegangen werden, wie sich Heteronormativität auf das Individuum auswirkt und welche Bedeutung das Geschlecht bei der Identitätsbildung hat.

2.2.2 Heteronormativität, Geschlecht und das Individuum

Geschlecht und Sexualität gelten als bedeutender Bestandteil der Identität (vgl. Klesse, 2007, S. 189). Foucault beschreibt Sexualität als Teil des Subjektivierungs- und Individualisierungsprozesses (vgl. Foucault, 1983; Wagenknecht, 2007, S. 26; Engel/ Schuster, 2007, S. 137). Er geht davon aus, dass Subjektivierung durch die Annahme von gesellschaftlich zur Verfügung gestellten Subjektpositionen entsteht (vgl. Fritzsche/ Hartmann, 2007, S. 135 f.; Engel/ Schuster, 2007, S. 135). Subjektpositionen sind Rollen, die jeder Mensch in einer Interaktion einnimmt. Beispielsweise können Subjekte in der Rolle des Mannes oder in der Rolle der Frau interagieren.

Goffman definiert Rolle „als die typische Reaktion von Individuen in einer besonderen Position“ (Goffman, 1973, S. 104). Dabei unterscheidet er zwischen typischer, normativer Rolle und tatsächlichem Rollenverhalten einer Person in der jeweiligen Situation. Nach Goffman ist „die Position eines Individuums [...] in gewisser Weise von der variierenden Art [abhängig], wie es selbst seine Situation sieht und definiert“ (ebd.). Rolle wird demnach nicht, wie in gängiger soziologischer Definition, als Bündel von Verhaltenserwartungen verstanden, dem es zu entsprechen gilt (vgl. Bahrdt, 1984, S. 67). Goffman betont die Möglichkeit der individuellen, aktiven Rollenausgestaltung in der konkreten Situation (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 26). Das Individuum wird dabei u.a. von Rollenbildern und Erwartungen beeinflusst, die sich im Austausch mit der Umwelt herausbilden (vgl. BJK, 2009, S. 19).

Rollenbilder und Rollenerwartungen stellen einerseits Zwänge dar, welche sich auf das Verhalten der Subjekte auswirken. Andererseits bilden sie einen Rahmen (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 18 ff.), der als Mittel zur Reduktion von Komplexität verstanden werden kann. Er ermöglicht Orientierung und Stabilität in einer sozialen Welt, die eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten bietet und durch Mehrdeutigkeit von Verhaltensregeln und Situationen geprägt ist (vgl. Willems, 1997). Rollenbilder und -erwartungen „stecken für Jungen wie für Mädchen den Rahmen für die Ausgestaltung des Junge- bzw. Mädchen-Seins und ihrer individuellen Entwürfe von Männlichkeit bzw. Weiblichkeit ab“ (BJK, 2009, S. 21). Heteronormative Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit stellen Quellen der Selbstidentifikation dar, die Sicherheit und Halt bieten können (vgl. Schmid-Thomae, 2012, S. 29). Auf Individuen, die den heteronormativen Rollenbildern nicht entsprechen (können), da sich Sexualität und Identität nicht an die Erwartungen der Gesellschaft anpassen lassen, kann dies negative Auswirkungen haben (vgl. ebd., S. 26 ff.). Hier zeigt sich, dass Heteronormativität ein Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse ist. Angepasste Personen profitieren von dieser Norm, während unangepasste Personen benachteiligt werden. Es handelt sich um Minderheiten, die auf diese Weise gesellschaftlich diskriminiert werden.

Auf einen Großteil der Menschen wirkt sich Heteronormativität positiv aus. Daher ist es nachvollziehbar, dass es Individuen gibt, die sich freiwillig kategorisieren und kategorisieren lassen. Je häufiger dieser Vorgang eingeübt wird, desto weniger wird er hinterfragt. „Thus, we frame and are framed by gender before we know it“ (Ridgeway, 2009, S. 148). Solche automatisierten Kategorisierungen führen dazu, dass individuelle Eigenschaften einer Person nicht beachtet werden. Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt aufgrund von verallgemeinerten Zuschreibungen benachteiligt. Sie erhalten beispielsweise weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Arbeitgeber begründen diese Ungleichbehandlung zum Beispiel dadurch, dass Frauen nicht so leistungsstark sind, wie ihr männliches Pendant und häufigere Arbeitsausfälle, etwa aufgrund von familiären Pflichten, vorweisen. Diese Unterstellungen treffen nicht auf jede Frau zu. Sie entstehen lediglich aufgrund von Eigenschaften, die der Personengruppe der Frauen zugesprochen werden (vgl. Engelage, 2016, S. 236). Dieses Phänomen nennt sich statistische Diskriminierung (vgl. Blau/ Ferber, 1986). Unterschiede manifestieren sich und werden nicht mehr hinterfragt. Dadurch werden Erkenntnisse blockiert, die zur Lösung der Ungleichheitsdebatte beitragen könnten (vgl. BJK, 2009, S. 23). Ein unbefangener, vorurteilsfreier Blick auf den Diskurs wird erschwert bzw. unmöglich gemacht. Das Bundesjugendkuratorium (BJK) fordert daher, „den Blick weg von der dichotomen Wahrnehmung von Schülerinnen und Schülern als Jungen und Mädchen […], verstärkt auf die Komplexität individueller Bildungsbiographien und die jeweils spezifischen kulturellen und strukturellen Kontexte zu lenken“ (ebd., S. 25).

2.2.3 Zusammenfassung: Warum kategorisieren sich Menschen nach Geschlecht?

Es kann festgehalten werden, dass Heteronormativität und Geschlecht sowohl auf gesellschaftlicher, als auch auf individueller Ebene Einfluss nehmen. Neben zahlreichen negativen Auswirkungen, hat die Heteronormativität ebenso gute Seiten. Sie bietet Kategorien, die viele Menschen brauchen, um sich in einer pluralisierenden Gesellschaft zu orientieren. Die Anpassung an die Gesellschaft ist ein einfacher Weg für den Großteil der Menschen. Die negativen Auswirkungen für eine Minderheit, die nicht in dieses System passt, darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Damit die zunehmende Vielfalt das heteronormative System ablösen kann, sodass niemand mehr ausgeschlossen wird, müssen jedoch gleichzeitig Orientierungsmöglichkeiten für die Menschen geschaffen werden, die Vielfalt als Überforderung empfinden.

3. Jungen vs. Mädchen - Frauen vs. Männer: Über die Trennung der Geschlechter in Schule, Ausbildung und Beruf

Schmid-Thomae schreibt, dass Geschlechterdifferenzierungen „nicht nur in Interaktionen hervorgebracht, sondern auch durch soziale Strukturen bzw. Arrangements (z.B. Paarbeziehungen, ‚Frauen- und Männerberufe‘ etc.) geregelt und gefestigt“ (Schmid-Thomae, 2012, S. 32) werden. Daher liegt es nahe, in Bezug auf Geschlechterungleichheiten, das Berufsfeld im Hinblick auf Differenzierungsmechanismen zu analysieren. Ebenso soll das (Aus-)Bildungssystem in den Blick genommen werden, weil der Girls‘ und Boys‘ Day an der Schnittstelle von Schule und Beruf ansetzen. Da sich Studien hierzu nur auf die binären Geschlechter Mann und Frau beziehen und der Girls‘ und Boys‘ Day ebenfalls auf der Differenzierung der beiden Geschlechter beruhen, wird die Betrachtung im Folgenden ebenfalls auf Männer und Frauen bzw. Jungen und Mädchen beschränkt.

3.1 Geschlechterdifferenzen im (Aus-)Bildungssystem und Berufsfeld

Im Folgenden wird dargestellt, wie sich Geschlechterdifferenzen in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf äußern. Hierzu werden aktuelle Forschungsstände zur Ungleichheit von Jungen und Mädchen im (Aus-)Bildungssystem sowie zur Verteilung der Geschlechter im Berufsfeld abgebildet.

3.1.1 Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem

Die Differenzierung der Geschlechter ist tief im Bildungssystem verankert und geht auf die Zeit zurück, in der Jungen und Mädchen noch auf getrennte Schulen gingen. Die Koedukation wurde in den 1960er Jahren an öffentlichen weiterführenden Schulen eingeführt. Die bloße strukturelle Zusammenführung der Geschlechter konnte jedoch keine gedankliche Gleichstellung bewirken (vgl. Hartwig/ Muhlak, 2006, S. 109). Das ist u.a. darauf zurück zu führen, dass Geschlechterdifferenzen von klein auf durch gesellschaftlich reproduzierte Rollenbilder vermittelt werden (vgl. Kap. 2). Befunde zur Inszenierung von Geschlecht in schulischen Zusammenhängen zeigen auf, dass Lehrkräfte aktiv an der Zuschreibung und Herstellung von Geschlechterrollenbildern beteiligt sind (vgl. Budde, 2006). Eltern und Lehrkräfte haben großen Einfluss auf Kinder und Jugendliche, weil sie Bezugspersonen darstellen. Ihre Normvorstellungen und Erwartungshaltungen spielen im Hinblick auf Bildungserfolg bzw. -misserfolg daher eine bedeutende Rolle (vgl. Westphal/ Kämpfe, 2016, S. 126).

Laut BJK lassen sich Ungleichheiten „an verschiedenen Stellen in der Bildungsbiographie von Jungen und Mädchen“ (BJK, 2009, S. 15) empirisch belegen. Jungen schneiden an spezifischen Punkten des Bildungssystems schlechter und in wesentlichen Aspekten des Ausbildungssystems besser ab als Mädchen. Zahlen des Statistischen Bundesamtes können das belegen. Von den 2.994 erfassten Jungen und jungen Männern im Alter von 15 bis 25 Jahren, erlangten im Jahr 2016 etwa 21% einen Hauptschulabschluss, 36% einen Realschulabschluss und ca. 43% die (Fach-)Hochschulreife (vgl. Destatis, 2017, S. 84). Von den 2.701 erfassten Mädchen und jungen Frauen im gleichen Alter, erreichen 14% einen Hauptschulabschluss, ca. 34% einen Realschulabschluss und etwa 52% die (Fach-)Hochschulreife (vgl. ebd.). Im Ausbildungsbereich lassen sich hingegen Unterschiede zu Gunsten der Jungen im Bereich der höheren Bildung (Diplom, Promotion, Bachelor- und Masterabschluss) feststellen (vgl. ebd., S. 85). Um diese Tendenzen zu erklären müssen laut BJK die strukturellen, kulturellen sowie die subjektiven Faktoren, welche Leistungsunterschiede, Bildungsverläufe und Berufswahlen bedingen, in ihrem Zusammenspiel genauer bestimmt werden (vgl. BJK 2009, S. 15). Gleichzeitig gilt es „die Hindernisse zu identifizieren, die junge Menschen beiderlei Geschlechts in der Entfaltung ihrer Lebensmöglichkeiten einschränken“ (ebd.).

Die deutsche Schulstruktur ist christlich sozialisiert und an der Mittelschicht orientiert, was dazu führt, dass Passungsprobleme in Abhängigkeit von Migrationshintergrund, Sozialstatus und Geschlecht entstehen können (vgl. ebd., S. 125). Die internationale Bildungsforschung zeigt, „dass Bildungsaufsteiger[*innen] weniger bzw. eher ausbalancierte geschlechtsstereotype Haltungen und Verhaltensweisen zeigen“ (ebd., S. 127). Es scheint also zentral für den Bildungserfolg zu sein, sich entlang der sozialen Kategorien Geschlecht, Ethnizität und Status zu positionieren (vgl. ebd., S. 125 f.). Hier zeigt sich, dass die Kategorie Geschlecht mit zahlreichen anderen Faktoren verknüpft ist, die sich auf Ungleichheit auswirken (vgl. BJK, 2009, S. 16 f.).

Diskriminierung aufgrund mehrerer Merkmale (z.B. Geschlecht, Sexualität, Nationalität, Religion) wird als Intersektionalität bezeichnet (vgl. Griga/ Hadjar, 2016, S. 57). Crenshaw schrieb 1991 erstmals über Intersektionalitäten in Bezug auf die Entstehung von Ungleichheiten. Nach ihrem Ansatz genügt die Betrachtung einzelner Ungleichheitsdimensionen nicht (vgl. Crenshaw, 1991). Das Geschlecht kann nicht allein für Ungleichheiten verantwortlich gemacht werden. Ressourcendefizite, elterliche Bildungsaspirationen, strukturelle Hindernisse und Entscheidungen sind neben Diskriminierung ebenfalls Faktoren, die zur Entstehung von Ungleichheiten beitragen können (vgl. Westphal/ Kämpfe, 2016, S. 131 - 138).

Durch die Fokussierung auf Geschlecht werden andere Ursachen von Ungleichheit häufig vernachlässigt (vgl. BJK, 2009, S. 16 f.). Lösungsansätze des Ungleichheitsdiskurses werden deshalb mit dem Ziel der Reduzierung der Ungleichheit in Bezug auf das Geschlecht entwickelt und nicht mehrdimensional beleuchtet (vgl. ebd., S. 17). Das BJK lehnt Theorien, die medial sowie wissenschaftlich eindimensional sind und für die es bisher keine empirisch eindeutige Grundlage gibt, daher ab (vgl. ebd., S. 18).

Wie stark sich gewisse Faktoren auf den Bildungsaufstiegsprozess auswirken, hängt u.a. von der Lebensphase ab. Die Adoleszenz gilt als eine der wirkmächtigsten Phasen (vgl. King, 2006). Hier werden Jugendliche vor verschiedene Herausforderungen gestellt. Sie kämpfen um die Anerkennung der Peergroup, während sie gleichzeitig dem Druck standhalten müssen, einen erfolgreichen Bildungsabschluss zu erlangen (vgl. Westphal/ Kämpfe, 2016, S. 127). Es lässt sich festhalten, dass Kinder und Jugendliche bereits während der Schulzeit mit Geschlechterdifferenzen und deren Auswirkungen konfrontiert werden, wenngleich die Entstehung von Ungleichheiten mehrdimensional betrachtet werden muss (vgl. BJK, 2009, S. 16).

3.1.2 Geschlechterdifferenzen im Ausbildungssystem

Vor der Pubertät sind Leistungsunterschiede und Entwicklungsvorsprünge der Mädchen gegenüber der Jungen festzustellen. Jedoch löst sich diese Differenz im höheren Alter auf (vgl. BJK, 2009, S. 11). V.a. in Studien, die sich mit dem Berufsbildungssystem beschäftigen, deuten die Ergebnisse auf einen tendenziellen Vorsprung der Männer hin (vgl. ebd., S. 13). Die Entwicklungsverläufe von Jungen und Mädchen müssen bei der Untersuchung von Bildungsunterschieden stets beachtet werden (vgl. ebd., S.12).

Im Ausbildungssystem lassen sich vorrangig Unterschiede hinsichtlich der Berufsbereiche feststellen (vgl. Destatis, 2017, S. 95). Die in Abbildung 1 aufgeführten Ausbildungsberufe wurden 2015 mit über 90% von Männern ausgeübt, während die in Abbildung 2 dargestellten Ausbildungsberufe im gleichen Jahr mit über 90% von Frauen ausgeübt wurden. Es zeigt sich, dass die Mehrheit der Männer technische Berufe bevorzugt, derweil Frauen mehrheitlich Berufe im Hauswirtschafts- und Gesundheitsbereich vorziehen. Eine Ausnahme bildet die Sparte Rechtsberatung, -sprechung und -ordnung (vgl. ebd.). Es lassen sich jedoch nicht alle Arbeitsfelder in Frauen- und Männerberufe einteilen. Die dritte Abbildung zeigt die Ausbildungsberufe, bei denen der Anteil der Männer und Frauen 2015 nahezu ausgeglichen war (vgl. ebd.). Die Verteilung der Geschlechter entspricht dennoch zu einem großen Teil den gängigen Geschlechter-Klischees.

[...]


1 Der Begriff „inter“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „zwischen“. Der Zusatz „-sexuell“ kann irreführend sein, da es sich nicht um eine Sexualität handelt. Es gibt daher die alternativen Formulierungen „intergeschlechtlich“ oder „inter“ bzw. „inter*“. Durch das Gender-Sternchen sollen alle Geschlechter sprachlich sichtbar gemacht werden, sodass niemand ausgeschlossen wird. Das Gender-Sternchen wird neben dem sogenannten Gender-Gap (_) zunehmend in vielen weiteren Begriffskonstellationen verwendet (z.B. Leser*in/ Leser_in), sodass es neben dem biologischen Geschlecht, je nach Kontext, verschiedene Geschlechtsidentitäten, Sexualitäten oder Haltungen kennzeichnet (vgl. Gäckle, 2017, S. 9). Gäckle schreibt hierzu: „Der große Vorteil des Sichtbarmachens ist, dass es Eindeutigkeit schafft und für eine korrekte mentale Repräsentanz sorgt. Unter mentaler Repräsentanz sind die bildlichen Vorstellungen zu verstehen, die Sprache in uns hervorruft“ (ebd., S. 7). Das Ziel, alle Geschlechter und somit alle Menschen sprachlich bewusst einzubeziehen, ist der Grund, diese Schreibweise u.a. in dieser Arbeit zu verwenden.

2 Intersexualität kann nicht in jedem Fall bei der Geburt festgestellt werden, da es rein äußerlich zu dem Zeitpunkt nicht erkennbar sein muss. Die Angaben zur Anzahl der intersexuellen Menschen in Deutschland variieren daher und hängen davon ab, welche Erscheinungsformen gezählt werden. Es wird von einer Häufigkeit von 1:500 bis 1:100 ausgegangen, was aktuell einer Anzahl von etwa 160.000 bis 800.000 intersexuellen Menschen in Deutschland entspricht (vgl. Bonfig, 2017).

3 Da es sich bei der sogenannten Transsexualität um eine psychische Krankheit nach ICD-10 handelt (vgl. DIMDI, 2018), müssen die betreffenden Personen psychotherapeutisch betreut werden, um in einem nächsten Schritt Hormontherapien zu beantragen und ggf. Operationen durchführen zu lassen, die zu einer Transition führen. Den rechtlich korrekten Begriff Transsexualität, welcher 1923 eingeführt wurde (vgl. Wild, 2014, S. 23), lehnen einige Trans*Menschen ab, da es sich nicht um eine Sexualität handelt (vgl. ebd.). Alternativ dazu gibt es den Begriff Transidentität. Er betont, dass es bei der Sache um die Identifikation mit dem anderen Geschlecht geht (vgl. ebd., S. 22). Das Adjektiv transident wird in Deutschland heute häufig als Synonym für transsexuell verwendet. Dieser Begriff ist ebenfalls umstritten, da er zum einen suggeriert, dass der Körper komplett unwichtig ist, und zum anderen, weil „Identität“ so klingt, als ob es sich die Personen aussuchen könnten (vgl. Wecker/ Altmeier, 2015). Zusätzlich gibt es Trans*Menschen, die sich als Transgender bezeichnen. Einige Trans*Personen lehnen das Wort wegen der Betonung der sozialen Komponente ab (vgl. ebd.). Weil es um die genannten Begrifflichkeiten diverse Diskussionen gibt, wird in Deutschland zunehmend die Bezeichnung Trans * verwendet. Das Gender-Sternchen soll an dieser Stelle alle Ausformungen der Transsexualität/ Transidentität bzw. des Transgender einschließen (vgl. ebd.).

4 Bezüglich der Anzahl von Trans*Menschen in Deutschland sind keine konkreten Zahlen zu finden (vgl. Trans-Ident e.V., 2018).

5 Unter Homosexualität ist das gegenseitige Begehren zweier Menschen des gleichen Geschlechts zu verstehen (vgl. Queer Lexikon).

6 Bisexualität beschreibt sozusagen ein Nebeneinander von Homo- und Heterosexualität. Der Begriff benennt sexuelles Empfinden und Verhalten, das sich auf das eigene und ein anderes Geschlecht richtet. Je nach Interpretation ist Bisexualität auf die binären Geschlechter beschränkt. Andere Auslegungen lassen zu, dass das eigene Geschlecht und ein anderes Geschlecht, unabhängig vom binären System, gemeint sein können (vgl. ebd.).

7 Pansexuelle Menschen können sich zu allen Menschen, unabhängig von Geschlecht, Aussehen, etc. hingezogen fühlen (vgl. ebd.).

8 Der Begriff queer kommt ursprünglich aus dem Englischen und wurde lange Zeit als Schimpfwort benutzt. Heute ist queer positiv konnotiert und bezeichnet Menschen, deren Identität oder Sexualität nicht in die romantischen, sexuellen und/ oder geschlechtlichen Normen der Gesellschaft passen. Queer ist zudem eine Theorierichtung und ein Wissenschaftszweig (vgl. Queer Lexikon).

9 Als Beispiel für das Bestehen des Heteronormativitätskonzeptes in Diskursen, ist die Zoologie zu nennen. Es ist nachgewiesen, dass in der Tierwelt zahlreiche Sexualitäten und Varianten von Geschlecht vertreten sind. Trotzdem werden sie oft verschwiegen oder verschleiert (vgl. Ebeling, 2007, S. 89).

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Zwischen Schaffung und Abschaffung von Geschlechter-Klischees
Untertitel
Das Paradoxon der Programmatik des Girls' und Boys' Day
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,5
Autor
Jahr
2018
Seiten
63
Katalognummer
V595970
ISBN (eBook)
9783346182371
ISBN (Buch)
9783346182388
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender, Gender Mainstreaming, Girls' Day, Boys' Day, Geschlechter-Klischee, biologisches Geschlecht, soziales Geschlecht, Berufswahl, Stereotype, Heteronormatiivität
Arbeit zitieren
Jill Krämer (Autor), 2018, Zwischen Schaffung und Abschaffung von Geschlechter-Klischees, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/595970

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zwischen Schaffung und Abschaffung von Geschlechter-Klischees



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden