Seit etwa zwei Dezennien hat sich das Umfeld vieler Unternehmen dramatisch verändert. Auch in Zukunft werden die Unternehmen durch die zunehmende Globalisierung und Technologisierung vor immer neue Aufgaben und Bedingungen gestellt werden.
Dieser Zustand hat erhebliche Konsequenzen für das Management von Unternehmen, das durch organisatorische und personelle Maßnahmen versuchen muss, den sich verändernden Rahmenbedingungen zu begegnen.
„Führungsnachwuchskräfte werden heute ausgesucht und gefördert, um in den Situationen von morgen erfolgreich agieren zu können."
Aus diesem Grund gewinnen heutzutage Instrumente zur Auswahl, Beurteilung und Entwicklung von Mitarbeitern eine ganz besondere Attraktivität für Unternehmen und andere Organisationen.
Objektive und treffsichere Prognoseverfahren im Personalbereich helfen daher den personalwirtschaftlichen Grundsatz „der richtige Mitarbeiter am richtigen Platz“ zu verwirklichen.
Die betriebswirtschaftliche und psychologische Forschung hat bisweilen zahlreiche Methoden zur Unterstützung der Führungskräfte hervorgebracht. Mit dem enormen technischen Fortschritt sowohl im Software- als auch im Hardwarebereich werden zunehmend computergestützte Auswahlverfahren für Führungskräfte angewendet, was nicht zuletzt aus Effizienzgründen geschieht.
In Unternehmen sind oftmals viele Personen angestellt, die potentiell für eine höhere Führungsaufgabe geeignet sein könnten, wobei sich der Begriff der Eignung auf die Wahrscheinlichkeit bezieht, in bestimmten Tätigkeiten oder Berufen erfolgreich zu sein.
Eine möglichst frühe Erfassung dieser Mitarbeiter ist sowohl für diese selbst als auch für die Unternehmung elementar, da es nur für geeignete Personen sinnvoll ist, die verhältnismäßig teuren, zeitintensiven und anspruchsvollen Förderprogramme für Führungskräfte zu absolvieren bzw. durchzuführen. Andererseits muss wegen der großen Zahl potentieller Kandidaten auf aufwendige und kostenintensive Auswahlverfahren, wie z. B. Assessment-Center, verzichtet werden. Gefragt sind also Verfahren, die es erlauben, mit vertretbarem Aufwand aus einem großen Kandidatenpool zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die geeigneten Personen für eine höhere Führungsaufgabe zu selektieren. Computergestützte Verfahren haben in diesem Zusammenhang die Vorteile einer rationellen Durchführung und Auswertung, der schnellen Ergebnisverfügbarkeit sowie des Wegfalls einer separaten Dateneingabe für spätere Analysen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffsabgrenzung
1.3.1 Führungskraft
1.3.2 Potential
1.3.3 Kompetenzen
1.3.4 Anforderungsprofil für Führungskräfte
1.3.5 Schlüsselqualifikationen
2. Die Potentialanalyse
2.1 Differenzierung von Leistungs- und Potentialbeurteilung
2.1.1 Leistungsbeurteilung
2.1.2 Potentialbeurteilung
2.1.3 Vorteile der Potentialanalyse
2.2 Qualitätsstandards für Potentialanalyseverfahren
2.2.1 Wissenschaftliche Gütekriterien
2.2.2 Sonstige Qualitätskriterien
2.2.3 Zertifizierung
2.3 Nutzenanalyse-Modelle
2.3.1 Basiselemente
2.3.2 Taylor-Russell-Modell
2.3.3 Das B-C-G-Modell
3. Computergestützte Potentialbeurteilungsverfahren
3.1 Kategorisierung der Testgruppen
3.1.1 Computergestützte Paper-Pencil-Tests
3.1.2 Computergestützte Arbeitsproben
3.1.3 Dynamische Simulationsverfahren
3.2 Kritische Würdigung
3.3 Analyse ausgewählter computerunterstützten Testverfahren
3.3.1 Der Paper-Pencil-Test „CAPTain“
3.3.2 Die Arbeitsprobe „PC-Postkorb–Ausbildungszentrum Seeblick“
3.3.3 Das Simulationsverfahren „UTOPIA“
4. Potentialermittlung am Beispiel der ???
4.1 Ist-Zustand
4.2 Soll-Zustand
4.3 Handlungsempfehlung
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine fundierte Handlungsempfehlung für die künftige Potentialermittlung von Führungskräften bei der „???“ zu erarbeiten. Dabei soll insbesondere untersucht werden, inwieweit computergestützte Testverfahren (CUT) sinnvoll in den Auswahl- und Beurteilungsprozess implementiert werden können, um die Validität und Effizienz der Prognoseverfahren zu steigern.
- Grundlagen der Potentialanalyse und Abgrenzung von Leistungsbeurteilung
- Qualitätsstandards und Nutzenanalyse-Modelle für Testverfahren
- Kategorisierung und kritische Würdigung computergestützter Testverfahren
- Analyse spezifischer Instrumente (CAPTain, PC-Postkorb, UTOPIA)
- Praktische Handlungsempfehlung zur Implementierung
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Dynamische Simulationsverfahren
Diese Form der CUT erschließt eine völlig neue Dimension von Testverfahren. Schuler ist der Auffassung, dass „sich mit der Nutzung des Computers für komplexe dynamische Problemlöseaufgaben oder Szenarios schließlich eine Verwendung anbietet, die durch andere Medien nicht ersetzt werden kann“. Ursprünglich wurden diese dynamischen Computersimulationen von kognitionswissenschaftlich arbeitenden Psychologen konstruiert, um die Logik des menschlichen Denkens zu ergründen. Zunehmend wird diese Form jedoch auch von Unternehmen zur Potentialanalyse der Mitarbeiter eingesetzt. Bei diesen modularen Verfahren simuliert eine Software mehr oder weniger schwierige Entscheidungsprobleme in dynamisch ablaufenden Prozessen, bei denen -je nach Anforderungsprofil- viele unterschiedliche Faktoren miteinander vernetzt werden können.
Ziel dieser teils mehr, teils weniger realitätsnahen CUT ist es, Verhaltens- und Leistungsunterschiede bei der Bewältigung komplexer Handlungs- und Entscheidungssituationen zu diagnostizieren. Indikatoren für die Zustände des Systems werden dem Probanden rückgekoppelt und stellen so die Ausgangsbedingungen für den nächsten Durchgang dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Grundlegende Hinführung zum Wandel der Anforderungen an Führungskräfte und der daraus resultierenden Bedeutung moderner Instrumente zur Potentialanalyse.
2. Die Potentialanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit der Differenzierung zwischen Leistungs- und Potentialbeurteilung, notwendigen Gütekriterien sowie Modellen zur Nutzenanalyse.
3. Computergestützte Potentialbeurteilungsverfahren: Kategorisierung und eingehende Analyse verschiedener computergestützter Testgruppen sowie eine kritische Würdigung ihrer Vor- und Nachteile.
4. Potentialermittlung am Beispiel der ???: Konkrete Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf den Fall der „???“ inklusive einer Handlungsempfehlung zur Methodenkombination.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse und Bewertung des Einsatzes von Computertechnologie als nachhaltige Ergänzung in der Personalauswahl.
Schlüsselwörter
Potentialanalyse, Führungskräfte, Computergestützte Testverfahren, CUT, Validität, Reliabilität, Personalauswahl, Leistungsbeurteilung, CAPTain, PC-Postkorb, UTOPIA, Nutzenanalyse, Kompetenzen, Schlüsselqualifikationen, Eignungsdiagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz moderner, computergestützter Verfahren zur Potentialermittlung von Führungskräften, um diese objektiver und effizienter zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen der Eignungsdiagnostik, den wissenschaftlichen Gütekriterien, verschiedenen Nutzenmodellen sowie der Analyse spezifischer Softwaresysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine konkrete Handlungsempfehlung für die „???“, wie Potentialanalyseverfahren optimiert und durch computergestützte Tools ergänzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich von Qualitätsstandards für Testverfahren und einer kritischen Würdigung der computergestützten Methodik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Potentialanalyse, die Analyse von Nutzenmodellen und die detaillierte Vorstellung der Testkategorien (Paper-Pencil, Arbeitsproben, Simulationen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Potentialanalyse, Eignungsdiagnostik, Validität, Reliabilität und computergestützte Testverfahren (CUT).
Wie unterscheidet sich CAPTain von UTOPIA?
Während CAPTain als Selbsteinschätzungsprogramm primär Persönlichkeitsmerkmale und Arbeitsstile misst, dient UTOPIA als dynamisches Simulationsplanspiel zur Analyse strategischen Problemlöseverhaltens.
Warum ist das Thema Nutzenanalyse in der Personalauswahl wichtig?
Die Nutzenanalyse ist entscheidend, um den finanziellen Mehrwert (Nettonutzen) der Investition in aufwendige Auswahlverfahren gegenüber einer Zufallsauswahl oder weniger validen Methoden zu rechtfertigen.
- Quote paper
- Michael Gottheil (Author), 2002, Die Potentialermittlung von Führungskräften mit Hilfe computergestützter Testverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5977