Die Begriffe „Selbstsorge“ und „Selbstmanagement“ sind mittlerweile in den
Alltagsgebrauch übergegangen. Auch ich kannte diese Begriffe vom „Hören-Sagen“, habe aber erst durch das Seminar „Bildung zwischen Selbstsorge und Selbstmanagement“ gelernt, was wirklich dahinter steckt. Wie durch den Wortanfang „Selbst-“ schon offensichtlich wird, geht es darum, sich mit der eigenen Person auseinanderzusetzen. In Erinnerung an die erste Seminarsitzung kommen mir dazu Begriffe wie „Freundschaft mit sich selbst“, „Selbstablehnung“, „Selbstkontrolle“, „Selbsterkenntnis“, „Selbsteinschätzung“ oder „Ziele erreichen“ in den Kopf. Während wir selbst einige Strategien kennen gelernt und teilweise ausprobiert haben, habe ich gemerkt, wie schwer es tatsächlich ist, Selbstsorge und Selbstmanagement bewusst umzusetzen. An diesem Punkt kam für mich die Frage auf: Wenn diese Aufgabe schon für eine „normale Studentin“ Schwierigkeiten mit sich bringt, welche Probleme hat dann erst jemand, der sich in einer viel heikleren Situation befindet? Bei der Recherche möglicher „Problemgruppen“ entschied ich mich für Jugendliche, die ein auffälliges Verhalten zeigen und deshalb Unterstützung durch eine Trainingsmaßnahme brauchen. Als Interventionsgrund sehe ich dabei sowohl das Verhaltensproblem als auch das Jugendlich-Sein an sich an, da die Pubertät viele Jugendliche in eine Sinnkrise stürzt. Die Anbindung an Selbstsorge und Selbstmanagement liegt für mich darin, dass diesen Jugendlichen Hilfestellung geboten wird, sich mit der eigenen Persönlichkeit und Identität auseinanderzusetzen und gezielt Strategien zu entwickeln, wie sie ihren Alltag besser managen können. Dazu gehört auch, dass sie lernen, sich selbst anzunehmen und die Herausforderungen des Alltags zu meistern.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Eriksons Theorie der Persönlichkeitsentwicklung
- Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche in der Phase der Identitätsprüfung
- allgemeine Informationen über das Training nach Petermann & Petermann
- Grundlagen des Vorgehens
- Diagnostisches Gespräch mit dem Jugendlichen
- Fragebögen und psychologische Tests
- Verhaltensbeobachtung
- Aktenanalyse
- Einzeltraining mit Jugendlichen
- Erstkontakt zwischen Trainer und Jugendlichem
- Gliederung des Einzeltrainings
- Beispiel: Themenblock 3 „Lebensschicksale und Eigenverantwortung“
- Ziele des Themenblocks „Lebensschicksale und Eigenverantwortung“
- Praktisches Vorgehen im Themenblock „Lebensschicksale und Eigenverantwortung“
- Gruppentraining mit Jugendlichen
- Gliederung des Gruppentrainings
- Beispiel: Themenblock 9 „Umgehen mit Misserfolg“
- Ziele des Themenblocks „Umgehen mit Misserfolg“
- Praktisches Vorgehen im Themenblock „Umgehen mit Misserfolg“
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Jugendliche durch ein gezieltes Training zur Förderung ihres Arbeits- und Sozialverhaltens in Bezug auf Selbstsorge und Selbstmanagement unterstützt werden können. Ziel ist es, die Entwicklung von Strategien zur Bewältigung von Herausforderungen des Alltags und zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit zu fördern.
- Psychosoziale Entwicklung von Jugendlichen
- Selbstsorge und Selbstmanagement als wichtige Kompetenzen für Jugendliche
- Trainingsprogramme zur Förderung von Sozial- und Arbeitsverhalten
- Anwendung von Eriksons Theorie der Persönlichkeitsentwicklung in der Praxis
- Bedeutung von Trainingsprogrammen zur Unterstützung von Jugendlichen in der Phase der Identitätsfindung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Thematik der Selbstsorge und des Selbstmanagements bei Jugendlichen im Kontext ihrer Entwicklung vor. Der Fokus liegt auf der Unterstützung von Jugendlichen mit auffälligem Verhalten durch Trainingsmaßnahmen. Die zentrale Fragestellung der Arbeit wird formuliert.
- Eriksons Theorie der Persönlichkeitsentwicklung: Dieses Kapitel stellt Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung vor, das die Bedeutung von Phasen und Konflikten für die Persönlichkeitsentwicklung aufzeigt. Im Fokus steht dabei die Phase der Adoleszenz und die damit verbundenen Herausforderungen.
- Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche in der Phase der Identitätsprüfung: Dieses Kapitel beschreibt allgemeine Informationen und Grundlagen des Trainingsprogramms von Petermann & Petermann, das sich auf die Förderung von Sozial- und Arbeitsverhalten bei auffälligen Jugendlichen konzentriert.
- Einzeltraining mit Jugendlichen: Dieses Kapitel behandelt die ersten Schritte des Einzeltrainings, die Gliederung des Programms und bietet ein Beispiel für einen Themenblock.
- Gruppentraining mit Jugendlichen: Dieses Kapitel beleuchtet die Gliederung des Gruppentrainings und zeigt ein Beispiel für einen Themenblock, der sich auf das Umgehen mit Misserfolg konzentriert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Selbstsorge, Selbstmanagement, Jugend, Persönlichkeitsentwicklung, Identitätsfindung, auffälliges Verhalten, Trainingsmaßnahmen, Sozialverhalten, Arbeitsverhalten, Erikson, Petermann, Petermann. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von Trainingsprogrammen zur Stärkung der Selbstregulation und zur Unterstützung von Jugendlichen in schwierigen Lebensphasen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Selbstsorge und Selbstmanagement bei Jugendlichen?
Selbstsorge und Selbstmanagement umfassen Strategien, mit denen sich Jugendliche mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen, Ziele erreichen und ihren Alltag sowie Herausforderungen bewusster bewältigen können.
Warum ist dieses Training besonders für verhaltensauffällige Jugendliche wichtig?
Jugendliche in der Pubertät befinden sich oft in einer Sinnkrise. Trainingsmaßnahmen bieten Hilfestellung zur Identitätsfindung und vermitteln Techniken, um auffälliges Verhalten durch bessere Selbstregulation zu kontrollieren.
Welche Rolle spielt Eriksons Theorie in der Arbeit?
Eriksons Modell der psychosozialen Entwicklung dient als Grundlage, um die Phase der Adoleszenz und die damit verbundenen Identitätskonflikte besser zu verstehen und pädagogisch darauf zu reagieren.
Wie ist das Einzeltraining für Jugendliche nach Petermann & Petermann aufgebaut?
Das Training beginnt mit einem diagnostischen Gespräch, gefolgt von Verhaltensbeobachtungen und Tests. Ein zentraler Baustein ist die Förderung von Eigenverantwortung für das eigene Lebensschicksal.
Was lernen Jugendliche im Gruppentraining zum Thema Misserfolg?
Im Gruppentraining werden gezielt Strategien erarbeitet, wie Jugendliche konstruktiv mit Misserfolgen umgehen können, um Frustrationen abzubauen und das Sozialverhalten zu stärken.
- Quote paper
- Judith Scherer (Author), 2006, Training mit Jugendlichen zur Bildung von Selbstsorge- und Selbstmanagementstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/59995