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Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden. Eine architektonische Auslegung des 'Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges'

Title: Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden. Eine architektonische Auslegung des 'Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges'

Scientific Essay , 2001 , 27 Pages

Autor:in: M.A. Andreas Gruschke (Author)

Orientalism / Sinology - Miscellaneous
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Auf gängigen kulturhistorischen Karten des tibetischen Hochlandes zeichnet sich der Lebensraum der Ngolok-Nomaden meist durch große weiße Flecken aus. Der Hauptgrund dafür dürfte sein, daß es in der westlichen Literatur kaum Beschreibungen dieser Region gibt, denn es scheiterte annähernd jeder Versuch europäischer oder amerikanischer Forschungsreisender, für längere Zeit in den Lebensraum der Ngolok-Seta, also die Großregion um die heiligen Berge Amnye Machen und Nyenpo Yutse vorzustoßen. Einige dieser Forschungsreisenden bezahlten ihre Versuche gar mit dem Leben, wie die Franzosen Dutreuil de Rhins oder Victor Liotard: “The Ngolo-Setas tribesmen belonged to that Tibet which few Europeans had penetrated, the Tibet of the primitive herdsmen of the high plateaux far removed from the civilization of Lhasa and of the settlements of the valleys.” Die Vorstellungen von den primitiven, also rauhen, räuberischen und mordlustigen Ngolok blieb uns noch bis weit ins 20. Jahrhundert bewahrt. Wohl daher gab es wenig Anlaß, sich mit der Möglichkeit einer ausgeprägten Klosterkultur in jener Region auseinanderzusetzen, zumal ja selbst das berühmteste Kloster im Ngolok-Gebiet, das große Rakya Gompa am Gelben Fluß, teilweise unter deren Übergriffen zu leiden hatte: “I called on the local Buddha, of course. Without the aid of these holy men, no intruder from the outside world could last long among these fanatics. ... The Rimong chief, most powerful of the Ngoloks, would probably rob and murder us,
predicted the steward. Only recently this wild tribe had even robbed a Living
Buddha, ... as his party went over one of the Ngolok trails. / ... the Buddha finally changed his mind and said he would send my messages to the Ngolok
chiefs, advising them of my approach. At first, every man who was asked to go
as a messenger with our letters declined the job. / ... the chief Buddha, he was powerless. The guilty clan paid not the slightest attention to him; in fact, a few nights later, they stole some of his own horses and sheep. ... News had just reached him that a member of his lamasery, returning from the Ngoloks, had been robbed and killed.” Aus diesem Grunde verwundert es auch nicht weiter, daß in tibetischen Geographien, die ja im wesentlichen Beschreibungen von Tempeln, Klöstern und Pilgerorten in der tibetischen Ökumene sind, Darstellungen solcher religiöser Stätten im Kerngebiet der Ngolok selbst in tibetischen Quellen nur wenig zu finden sind. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden

Pema - Die Heimat der “wilden” Ngolok-Stämme

Cagri Gompa

Der “Pilgerpfad” im Cagri-Kloster

Zielsetzung und Themen der Publikation

Diese Arbeit untersucht die architektonische Umsetzung und religiöse Bedeutung des Cagri-Klosters in der Ngolok-Präfektur als materielle Manifestation des “Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges”. Der Autor analysiert, wie tibetische Klöster durch ihre bauliche Konzeption als Mandalas dienen und welche Rolle Padmasambhava sowie die Rime-Bewegung bei der Integration verschiedener buddhistischer Traditionen in dieser abgelegenen Region spielen.

  • Architektonische Auslegung des buddhistischen Kupferberg-Paradieses
  • Religiöse und symbolische Bedeutung des Cagri-Klosters als Mandala
  • Historischer Kontext der Klöster im Ngolok-Lebensraum
  • Bedeutung von Pilgerwegen und rituellen Umwandlungen (pradakshina-patha)
  • Einfluss der Rime-Bewegung auf die ikonographische Ausstattung

Auszug aus dem Buch

Cagri Gompa

Obschon erst 1937 errichtet, wollen wir uns hier eines der jüngeren Klöster in Pema zur Betrachtung herausgreifen. Es handelt sich um das Cagri-Kloster (lcags ri dgon pa), auf chinesisch Jiangritang Si (Abb.1). Auch wenn es zu den jüngeren Bauten im Ngolok-Gebiet gehört, sprechen seine außergewöhnliche Anlage, die Besonderheiten seiner kosmologischen Bezüge wie auch der Umstand, daß es in der Zeit vor und während der Kulturrevolution in seiner Struktur wohl vergleichsweise unbeschädigt geblieben ist, dafür, es als einen der außergewöhnlichsten Plätze im südlichen Amdo zu betrachten. Für Cagri Gompa gilt einmal mehr, daß die Tibeter mittels Mandalas Methoden entwickelten, “Reine Länder” auf künstlerische Weise entstehen zu lassen.

Das Cagri-Kloster ist vom Kreisort Pema aus leicht zu erreichen, indem man das Städtchen auf der Hauptstraße in Richtung Südosten verläßt. Nach Passieren des neu errichteten Monumentalchörten am Ortsausgang und dem Überqueren des Flusses breitet sich linker Hand ein großes Gebetsfahnenfeld mit Manisteinen und Altarplattformen aus. Es ist die örtliche Stätte für Himmelsbestattungen. Von hier aus ist bereits die auf einem Hügel stehende Tempelhalle im chinesisch anmutenden Pagodenstil zu sehen, die etwa drei Kilometer vom Ort entfernt liegt. Die Einheimischen bezeichnen den Namen dieser Anlage als Sangdag Hwaré (sangs bdag dpa’ ri), doch trotz der lautlich etwas veränderten Bezeichnung ist offensichtlich, daß die Bauformen des Sangdog-Pelri-Bauwerks (s.u.) im bekannten Kathog-Kloster in Kham Pate gestanden haben.

Zusammenfassung der Kapitel

Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden: Die Einleitung führt in die Sehnsucht nach dem “Paradies” und die schwierige Erreichbarkeit des Ngolok-Lebensraums für Außenstehende ein.

Pema - Die Heimat der “wilden” Ngolok-Stämme: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Besiedlung des Pema-Gebiets, die Ausbreitung des Buddhismus und die Bedeutung von Stupas (Chörten) in dieser Region.

Cagri Gompa: Eine detaillierte Betrachtung des Cagri-Klosters, dessen architektonische Struktur als irdische Repräsentation des Kupferberg-Paradieses Padmasambhavas interpretiert wird.

Der “Pilgerpfad” im Cagri-Kloster: Der Fokus liegt hier auf der rituellen Bedeutung des Pilgerwegs, der symbolischen Architektur der Tempelhalle und der ikonographischen Anordnung der Gottheiten in den verschiedenen Stockwerken.

Schlüsselwörter

Cagri Gompa, Ngolok, Pema, Padmasambhava, Sangdog Pelri, Mandala, Tibetischer Buddhismus, Stupa, Chörten, Pilgerpfad, Amdo, Nyingmapa, Rime-Bewegung, Sakralarchitektur, Trikaya.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation primär?

Die Arbeit befasst sich mit der architektonischen Auslegung des “Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges” im Cagri-Kloster in der tibetischen Ngolok-Präfektur.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die tibetische Klostertradition im Amdo-Gebiet, die Symbolik von Mandalas in der Architektur und die religiöse Bedeutung von Pilgerwegen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Cagri-Kloster als beispielhaften Versuch darzustellen, ein “Reines Land” dreidimensional und architektonisch in einem ganzen Tempelbau zu verwirklichen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Der Autor nutzt kulturhistorische Analysen, Beobachtungen vor Ort (Feldstudien) sowie den Abgleich mit tibetischen Quellen und Schriften zur buddhistischen Ikonographie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit vermittelt?

Der Hauptteil beschreibt detailliert den Aufbau des Klosters, die Bedeutung der Gottheiten in der Ikonographie und die rituelle Praxis der Umwandlung (pradakshina-patha) durch die Pilger.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Cagri Gompa, Sangdog Pelri, Mandala, Padmasambhava und die spirituelle Topographie des tibetischen Hochlands.

Welche Rolle spielt die "Rime-Bewegung" in diesem Kontext?

Die Rime-Bewegung wird als integrativer Ansatz beschrieben, der es Nyingmapa-Klöstern erlaubte, auch Bildnisse aus anderen Traditionen wie der Gelugpa zu integrieren.

Was symbolisiert die Dreigliederung der Stockwerke im Cagri-Kloster?

Die Gliederung verweist auf die Trikaya-Lehre des Buddhismus, die die drei Körper eines Buddha symbolisiert, wobei jedes Stockwerk eine Stufe der Erkenntnis darstellt.

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Details

Title
Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden. Eine architektonische Auslegung des 'Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges'
Course
Publikation
Author
M.A. Andreas Gruschke (Author)
Publication Year
2001
Pages
27
Catalog Number
V60771
ISBN (eBook)
9783638543583
ISBN (Book)
9783656783190
Language
German
Tags
Pema Lotos-Land Ngolok-Nomaden Eine Auslegung Paradieses Glorreichen Kupferfarbenen Berges Publikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Andreas Gruschke (Author), 2001, Pema: Im Lotos-Land der Ngolok-Nomaden. Eine architektonische Auslegung des 'Paradieses des Glorreichen Kupferfarbenen Berges', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60771
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