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"Dass Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit ausbreitest". Martin Luthers Gebetstheologie des Kleinen Katechismus

Title: "Dass Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit ausbreitest". Martin Luthers Gebetstheologie des Kleinen Katechismus

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Münch (Author)

Theology - Systematic Theology
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In Zeiten der Not geschieht es immer wieder, dass sich Menschen ihrer religiösen Wurzeln erinnern. Das zeigten in den letzten Monaten vor allem die Katastrophen von New York und Südostasien, aber auch Ereignisse wie der Tod von Papst Johannes Paul II, als tausende von Menschen auf öffentlichen Plätzen und in den Kirchen zusammenliefen um zusammen für die Betroffenen zu beten. Diese Geschehnisse haben viele Menschen regelrecht ins Gebet getrieben, selbst solche, die es im Normalfall nicht tun. Sie scheinen das Gebet in diesen Momenten als etwas Gutes und Notwendiges, als befreiende Tat zu erfahren und das relativ unabhängig von ihrer Konfession oder gar Religion. Leider, so muss man feststellen, wird das zumeist nicht in Alltag hinüber gerettet. Häufig, wenn die tägliche „Normalität“ ihre Herrschaft über das Leben des Menschen zurückgewinnt, geht dabei auch dieses in der Not aufflammende Bewusstsein der Verwiesenheit auf Gott verloren. Aber nicht überall ist es so: Bei so manchem dienen solche Vorkommnisse als eine Art religiöses Schlüsselerlebnis, wie ich in meiner Umgebung feststellen konnte. Und dann folgen in der Regel die tieferen Anfragen an diejenigen, von denen man weiß: Die glauben schon die ganze Zeit. Diese sollten sich damit auskennen. In dieser Arbeit soll es zumindest um eine dieser Fragen an den christlichen Glauben gehen: Was hat es auf sich mit dem christlichen Gebet?
Diese Frage ist nicht neu. Schon Luther hat mit seinen Vaterunser-Auslegungen versucht, den Menschen seiner Zeit Inhalt und Unerlässlichkeit des christlichen Betens vor Augen zu halten und zu begründen. Dabei begegneten auch ihm die Fragen, die sich einem jeden stellen, welcher sich mit dem Gebet beschäftigt: Warum soll ich eigentlich beten? Was erlange ich dadurch, was ich ohne es nicht erlangen würde? Und wie bete ich richtig, woran kann ich mich orientieren? All diesen Fragen entzieht sich Luther nicht, sondern er versucht mit seiner Gebetstheologie Antworten zu finden, welche in dieser Arbeit anhand seiner Vaterunser-Auslegung im Kleinen Katechismus skizziert werden sollen. Zur Methodik: Im zweiten Punkt wird die Vorrede des Großen Katechismus untersucht, da diese die für die Gebetstheologie der Katechismen Luthers grundlegenden Themen wie Gebetsmotivation, Gebetshilfe und Segen des Gebets ausführlich behandelt. Im dritten Punkt steht dann die luthersche Auslegung des Vaterunsers im Kleinen Katechismus im Mittelpunkt der Erörterung. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Warum beten?

2. Die Vorrede des Dritten Hauptstücks im Großen Katechismus

2.1 Der Gebotscharakter des Gebets

2.2 Gottes Verheißung und Zusage

2.3 Das Vaterunser als Mustergebet

2.4 Luthers Gebetsbilder in Vorrede und Auslegungen des Dritten Hauptstücks im Großen Katechismus

2.4.1 „daß Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit ausbreitest“

2.4.2 Kaiser und Bettler

2.4.3 „Gebete als ein eiserne Mauer“

2.5 Zusammenfassung

3. Gott im Himmel und der Mensch auf Erden

3.1 Vom Verständnis der Anrede

3.2 Gottes Wort und seine Annahme durch den Menschen

3.3 Gottes Name und seine Heiligung beim Menschen

3.4 Gottes Reich „hier zeitlich und dort ewiglich“

3.5 Gottes Wille und Mensch im Kampf zwischen Gott und Widergott

3.6 Gottes Gaben und die menschliche Danksagung

3.7 Des Menschen Versuchung und seine Erlösung

4. Ertrag: Das Gebet als unerlässliches Verbindungsglied zwischen Vater und Kind

5. Schluss: Vom Segen der Gebetstheologie Luthers

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Martin Luthers Gebetstheologie, insbesondere anhand des Kleinen Katechismus und der Vorrede zum Dritten Hauptstück im Großen Katechismus, um die Bedeutung des christlichen Gebets als existenzielle Verbindung zwischen Gott und Mensch darzulegen.

  • Grundlagen lutherischer Gebetstheologie (Gebot und Verheißung)
  • Die Funktion des Vaterunsers als Mustergebet
  • Analyse der Gebetsbilder Luthers (entzündetes Herz, Mantel, Kaiser und Bettler, Gebetsmauer)
  • Verständnis der Gottesbeziehung in der Vaterunser-Auslegung
  • Das Gebet als Werk des Gehorsams und Mittel gegen den "Häuptfeind"

Auszug aus dem Buch

2.4.1 „daß Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit ausbreitest“

Es fällt auf, dass Luther den Begriff „Herz“ im Großen Katechismus sehr häufig benutzt. Auch der Ausdruck „entzündetes Herz“ bzw. „das Herz anzünden“ findet sich nicht nur einmal. Dabei zeigt sich, dass sich dieses Ent- bzw. Anzünden auf zwei sich widerstrebende Verursacher zurückführen lässt: zum einen auf Gott und zum anderen auf dessen Widersacher, den Teufel.

In der Erklärung zum dritten Gebot wird vom Entzünden des Unglaubens und böser Gedanken gegen Gott und seine Gebote gesprochen. Unglaube und böse Gedanken fungieren hier sozusagen als Brenngut – wenn es auch nicht das göttliche Feuer ist, was im Herzen brennt. Demgegenüber brennt das rechte Feuer im Herzen, wenn es ganz und gar auf Gott ausgerichtet ist und ihm anhängt. Entzündet kann es werden durch Gottes überschwängliche Gaben und Liebe, sowie durch Sein Wort und die darin gegebenen Verheißungen.

So lässt sich das Entzünden mit dem Anhängen des Herzens aus der Auslegung des Ersten Gebots identifizieren. Beides stellt die Ausrichtung des Menschen auf den Schöpfer als dynamische Verbindung dar. Das „entzündete Herz“ ist also eine weitere sprachliche Veranschaulichung des von Luther im Ersten Gebot ausführlich behandelten völlig vertrauenden Ergebens in Gott.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Warum beten?: Die Einleitung beleuchtet die existenzielle Notwendigkeit des Gebets in Krisenzeiten und führt in Luthers Vaterunser-Auslegung als Antwort auf grundlegende Fragen zum Gebet ein.

2. Die Vorrede des Dritten Hauptstücks im Großen Katechismus: Dieses Kapitel erläutert die Leitlinien Gebot und Verheißung und stellt zentrale Gebetsbilder Luthers vor, die den Glauben und die Gebetspraxis veranschaulichen.

3. Gott im Himmel und der Mensch auf Erden: Es wird analysiert, wie Luther die Vaterunser-Bitten theologisch interpretiert, um die Beziehung zwischen dem väterlichen Gott und dem Menschen sowie die Rolle des Wortes Gottes zu klären.

4. Ertrag: Das Gebet als unerlässliches Verbindungsglied zwischen Vater und Kind: Das Kapitel fasst zusammen, dass das Gebet kein menschliches Verdienst, sondern ein Werk des Gehorsams und eine Antwort auf Gottes Zuwendung ist.

5. Schluss: Vom Segen der Gebetstheologie Luthers: Der Schluss betont die zeitlose Relevanz von Luthers Theologie, die den Menschen zur lebendigen Gotteskindschaft führt und Gebet als essenziellen Bestandteil des Christseins definiert.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Kleiner Katechismus, Großer Katechismus, Gebetstheologie, Vaterunser, Gebot, Verheißung, Gottesbeziehung, Glaube, Gottes Wort, Fürbitte, Gebetsbilder, Gotteskindschaft, Gehorsam

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Martin Luthers Verständnis des christlichen Gebets, basierend auf seinen Katechismen, und analysiert die theologische Begründung sowie die praktische Bedeutung des Betens.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen Luthers Gebetslehre, die Auslegung des Vaterunsers, das Verhältnis von Gebot und Verheißung sowie die Bedeutung der Gottesbeziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Luthers Gebetstheologie als eine Anleitung zum rechten, vertrauenden Beten zu skizzieren und ihre Relevanz für den Menschen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Untersuchung und Analyse von Luthers Vorrede zum Dritten Hauptstück des Großen Katechismus sowie seiner Vaterunser-Auslegung im Kleinen Katechismus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Luthers Gebetsmotiven (Gebotscharakter, Verheißung) und eine detaillierte Analyse der Bitten des Vaterunsers als Dialog zwischen Gott und Mensch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gebetstheologie, Gotteskindschaft, Vertrauen, Gottes Wort, Gehorsam und Vaterunser.

Welche Rolle spielen die "Gebetsbilder" bei Luther?

Sie dienen dazu, komplexe theologische Inhalte für einfache Gläubige anschaulicher zu gestalten, wie etwa das entzündete Herz oder der ausgebreitete Mantel.

Was bedeutet das Bild der "eisernen Mauer"?

Es symbolisiert das Fürbittengebet als Schutzraum für die Gemeinschaft der Gläubigen gegen Anfechtungen und die widergöttlichen Mächte.

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Details

Title
"Dass Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit ausbreitest". Martin Luthers Gebetstheologie des Kleinen Katechismus
College
University of Heidelberg  (Wissenschaftlich-heologisches Seminar)
Course
Luthers Kleiner Katechismus
Grade
1,0
Author
Peter Münch (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V60850
ISBN (eBook)
9783638544221
ISBN (Book)
9783656764977
Language
German
Tags
Dein Herz Mantel Martin Luthers Gebetstheologie Kleinen Katechismus Bezug Vorrede Dritten Hauptstücks Großen Katechismus Luthers Kleiner Katechismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Münch (Author), 2005, "Dass Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit ausbreitest". Martin Luthers Gebetstheologie des Kleinen Katechismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60850
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