Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics

Literarische Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien

Title: Literarische Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien

Examination Thesis , 2006 , 66 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andrea Fuchs (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die literarische Tradition ist ein notwendiger Bestandteil dessen, was
literarische Kultur ausmacht. Nicht zuletzt im Literaturunterricht der Schule
entscheidet sich, welche Zukunft eine literarische Kultur hat. Literaturunterricht ist in der Lage, Traditionen und Werte anhand literarischer Werke zu überliefern. Literarische Traditionen und gesellschaftliche Werte spiegeln sich in literarischen Kanones wider.
Die vorliegende Wissenschaftliche Hausarbeit mit dem Thema „Literarische Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien“ gliedert sich in zwei Kapitel. Ausgehend von der Definition des Kanonbegriffs zeige ich im ersten Kapitel Probleme der Kanonbildungen auf. Der Weg über die Geschichte des Kanons führt auch über den Weg der Geschichte des Kanons im
Literaturunterricht. Der Kanon im Literaturunterricht hat in den vergangenen
Jahren immer mehr an Bedeutung verloren. Erste Folgen der in Kanonlosigkeit
mündenden Entwicklungen werden sichtbar und führen zu unterschiedlichen
Reaktionen. Kanongegner und -befürworter führen seitdem eine Kanondebatte in
Fachdidaktik, Wissenschaft und Medien. Die Argumente der Kanongegner, und
der Kanonbefürworter bilden die Grundlage für die anschließende Darstellung
der gegenwärtigen Tendenzen in der Kanonbildung. Das zweite Kapitel befasst sich mit den curricularen Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien. Die Bildungspläne der einzelnen Bundesländer geben die möglichen Inhalte des Deutsch- und Literaturunterrichts vor, indem sie unter anderem Literaturempfehlungen geben. Am Beispiel der deutschsprachigen Literatur ab dem 20. Jahrhundert untersuche ich, ausgehend von den Fragen der Verbindlichkeit und des Umfangs der Literaturempfehlungen, die Bedeutung der Lektüre von DDR-Literatur im Deutschunterricht. Schlussendlich ist das Ziel die Bildung eines Schulkanons, der Übereinstimmungen von Literaturempfehlungen voraussetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Kanon und Kanonbildung

1.1 Definitionen und Probleme

1.2 Zur Geschichte des Kanons im Literaturunterricht

1.3 Die aktuelle Kanondiskussion

1.3.1 Argumente der Kanongegner

1.3.2 Argumente der Kanonbefürworter

1.4 Gegenwärtige Tendenzen in der Kanonbildung

1.4.1 Der Weg ist das Ziel – Ziele und Inhalte

1.4.1.1 Ich-Identität und Bildung als Voraussetzung von Persönlichkeitsbildung

1.4.2 Die zentrale Stellung des Deutschunterrichts bei der Persönlichkeitsbildung

1.4.3 Ausgewählte Kanonvorschläge

1.4.3.1 Konrad-Adenauer-Stiftung: Lektüreempfehlungen

1.4.3.2 Die Zeit-Schülerbibliothek

1.4.3.3 Marcel-Reich-Ranicki: Arche Noah der Bücher

1.5 Fazit

2. Literarische Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien am Beispiel der deutschsprachigen Literatur ab dem 20. Jahrhundert

2.1 Methodischer Ansatz und Vorgehensweise

2.2 Die Bildungspläne in den Bundesländern – Ein vergleichender Überblick

2.2.1 Verbindlichkeit und Einordnung der empfohlenen Literatur

2.2.2 Umfang der Literaturlisten

2.2.3 Die Bedeutung von DDR-Literatur

2.2.4 Anzeichen der Einigkeit

2.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der literarischen Kanonbildung in den gymnasialen Lehrplänen der deutschen Bundesländer. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwiefern verbindliche Literaturempfehlungen existieren, welchen Umfang diese haben und ob es trotz regionaler Unterschiede übereinstimmende Tendenzen in der schulischen Literaturrezeption gibt, insbesondere im Hinblick auf Literatur ab dem 20. Jahrhundert und den Stellenwert von DDR-Literatur.

  • Entwicklung und historischer Kontext der Kanondebatte in der Fachdidaktik.
  • Analyse der Verbindlichkeit und Einordnung von Lektüreempfehlungen in den Bildungsplänen der 16 Bundesländer.
  • Quantitativer Vergleich der Literaturlisten und deren inhaltliche Schwerpunkte.
  • Untersuchung der Relevanz und Verbreitung von DDR-Literatur im Deutschunterricht.

Auszug aus dem Buch

1.2 Zur Geschichte des Kanons im Literaturunterricht

Jörg-Dieter Gauger und Josef Kraus sprechen in der Onlinedokumentation „Initiative Bildung der Persönlichkeit“, das schulpolitische Grundsatzpapier der Konrad-Adenauer-Stiftung, von einer Vielzahl an „Fehlentwicklungen“ im Bildungs- und Wissenschaftssektor, die ein „unbestreitbares Erbe von 1968“ sind. Doch wie kam es zu diesen Entwicklungen?

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte das umfangreiche Studium antiker Literatur zur rhetorisch-stilistischen Schulung von Gymnasiasten. Deutsche Werke wurden zwar behandelt, spielten aber eine untergeordnete Rolle.

Um 1850 kam es zu einer Neuorientierung des Literaturunterrichts. Es bildete sich ein nationaler Schulkanon zugunsten „eines selbstständigeren, literaturhistorisch orientierten Lektüreunterrichts“ aus, der Eingang in den Literaturunterricht von Gymnasien und Realschulen fand. Der Kanon als normatives Instrument hielt sich, trotz entsprechender Akzentuierungen durch die jeweiligen Herrschaftsformen, mit einer gewissen Kontinuität. Die Orientierung an kanonischen Vorgaben war die gängige Praxis im Literaturunterricht. Die gemeinsame Überzeugung in der Gesellschaft, dass man „feste Traditionen pflegt und ihr Selbstverständnis teils aus der Literatur gewinnt, teils an ihr demonstriert“, schaffte die nötige Legitimation für die Existenz eines Kanons.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kanon und Kanonbildung: Dieses Kapitel erläutert die etymologischen und theoretischen Grundlagen des Kanonbegriffs, diskutiert die aktuelle Kanondebatte zwischen Befürwortern und Gegnern und stellt gegenwärtige Tendenzen in der Kanonbildung vor.

2. Literarische Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien am Beispiel der deutschsprachigen Literatur ab dem 20. Jahrhundert: Der Hauptteil der Arbeit analysiert methodisch die verschiedenen Bildungspläne der Bundesländer, vergleicht den Umfang und die Verbindlichkeit der Literaturempfehlungen und untersucht gezielt die Bedeutung von DDR-Literatur sowie Anzeichen eines gemeinsamen Schulkanons.

Schlüsselwörter

Kanonbildung, Literaturunterricht, Bildungspläne, Literaturgeschichte, Deutschunterricht, DDR-Literatur, Lesekompetenz, Klassiker, Curriculum, Literaturdidaktik, Schulkanon, Bildungsauftrag, Kanondebatte, Lektüreempfehlung, Literaturtradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der literarischen Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in den Lehrplänen für Gymnasien, insbesondere im Kontext der Literatur ab dem 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Fundierung von Literaturkanones, die Analyse der unterschiedlichen Lektürevorgaben der 16 deutschen Bundesländer sowie die Debatte über den Verlust an Literaturtradition im schulischen Unterricht.

Was ist die primäre Zielsetzung der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin, anhand einer Analyse der aktuellen Bildungspläne zu klären, ob es verbindliche Literaturvorgaben gibt und ob ein länderübergreifender, faktischer Schulkanon für das 20. Jahrhundert existiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet einen vergleichenden, quantitativen Analyseansatz, bei dem sie die Bildungspläne aller 16 Bundesländer systematisch auf Autoren-, Werk- und Genre-Nennungen hin auswertet und filtert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf den methodischen Vergleich der Bildungspläne, die Kategorisierung der Literatur nach Verbindlichkeit, Entstehungszeit und die statistische Auswertung der Nennungen, inklusive einer speziellen Analyse der DDR-Literatur.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kanonbildung, Literaturdidaktik, Schulkanon, DDR-Literatur und Curriculare Vorgaben.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit DDR-Literatur in den neuen und alten Bundesländern?

Die Untersuchung zeigt, dass die neuen Bundesländer im Durchschnitt deutlich mehr Werke der DDR-Literatur in ihren Curricula empfehlen als die alten Bundesländer, was als Spiegelung unterschiedlicher historischer Traditionen interpretiert wird.

Gibt es laut der Analyse einen einheitlichen Literaturkanon in Deutschland?

Obwohl es keinen offiziell postulierten, bundesweiten Lektüreplan gibt, zeigt die Analyse eine Schnittmenge an Nennungen, die auf einen "heimlichen" oder unausgesprochenen Mindestkanon für das 20. Jahrhundert schließen lässt.

Excerpt out of 66 pages  - scroll top

Details

Title
Literarische Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien
College
Martin Luther University
Grade
2,0
Author
Andrea Fuchs (Author)
Publication Year
2006
Pages
66
Catalog Number
V60872
ISBN (eBook)
9783638544436
Language
German
Tags
Literarische Kanonbildung Vorgaben Lehrplänen Gymnasien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Fuchs (Author), 2006, Literarische Kanonbildung durch curriculare Vorgaben in Lehrplänen für Gymnasien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60872
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  66  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint