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Eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles' "Citizen Kane"

Title: Eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles' "Citizen Kane"

Term Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Deitermann (Author)

Film Science
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[...] Jede neue Generation von Filmliebhabern - Wissenschaftler ebenso wie gewöhnliche Kinogänger - bemüht sich in gleichem Maße um die Auflösung des Rätsels um ein einziges Wort: ‚Rosebud’. Doch auch im Hinblick auf historische Zusammenhänge, wie Roosevelts Politik des New Deal oder dem Mythos des Amerikanischen Traums, erweckt Citizen Kane anhaltendes Interesse und fordert diesbezüglich eine tiefer gehende Untersuchung. Der Film schildert die Saga des Charles Foster Kane, Medienmogul und Politiker, öffentliche Figur und Privatmann, und lässt ihn auf sozialkritische Weise zum Symbol des amerikanischen Lebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden. Welles’ Klassiker lässt sich keinem bestimmten Genre zuordnen, vereinigt aber eine enorme Fülle an gattungsübergreifenden filmischen Mitteln. Durch für die damalige Zeit bahnbrechende Neuerungen wie der Wiedereinführung von Weitwinkelobjektiven und Tiefenschärfe anstelle von Schnitten, dem Bruch mit der chronologischen Erzählweise durch den Einsatz der Rückblendetechnik, der Erfindung der den Zuschauer führenden subjektiven Kamera oder der Verwendung der Überblendungstechnik erhob Orson WellesCitizen Kanezu einem filmhistorischen Meilenstein, der den Beginn einer neuen Filmepoche anzeigt. Trotz den aus heutiger Sicht revolutionären Neuheiten und der meisterhaften Inszenierung durch Orson Welles, geriet der Film 1941 zu einem finanziellen Misserfolg und zog steigenden Druck auf Welles nach sich, was bald darauf zu seiner Entlassung aus Hollywood führte. Von da an musste er sich mit Auftragsarbeiten und mittelmäßigen Rollen durchschlagen, um weiterhin freiproduzierte Filme drehen zu können. Ein Grund für den damaligen Kino-Flop rührt vom Boykott der Hearst-Presse her, da der Zeitungszar William Randolph Hearst sich in seiner Rolle als Vorlage für die Hauptperson inCitizen Kanenicht gefiel. Trotz dieser Rückschläge hat Welles die Entwicklung des Films stark beeinflusst und seine Stellung als herausragender Regisseur, Produzent, Schauspieler und Drehbuchautor vor allem durchCitizen Kaneals einem Musterbeispiel des Autorenfilms gefestigt. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles’ MeisterwerkCitizen Kanezu liefern, wobei insbesondere auf filmtechnische Neuerungen, die Sprache des Films und auch historische Zusammenhänge eingegangen werden soll. Der Einfluss Welles’ auf die weitere Entwicklung des Films spielt hierbei eine bedeutende Rolle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhalt von Citizen Kane

3. Die Sprache des Films

3.1 Rückblendetechnik

3.2 Verknüpfungstechnik

3.3 Kameraperspektive

3.4 Gegenstände als Zeichen

3.5 ‚Sound’

3.6 Tiefenschärfe

4. Der historische Hintergrund

4.1 Roosevelts Politik des New Deal

4.2 Der Mythos des Amerikanischen Traums

5. Das ‚Rosebud’-Motiv

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit liefert eine fundierte filmtheoretische Analyse von Orson Welles' Meisterwerk "Citizen Kane". Das primäre Ziel ist es, die bahnbrechenden filmtechnischen Innovationen des Regisseurs, die spezifische Filmsprache sowie die Einbettung des Werks in den historischen Kontext der USA zu untersuchen, um den nachhaltigen Einfluss des Films auf die Filmgeschichte zu verdeutlichen.

  • Filmtechnische Innovationen (z. B. Tiefenschärfe, subjektive Kamera)
  • Strukturelle Analyse der Erzählweise durch Rückblendetechnik
  • Sozialkritische Perspektive und die Dekonstruktion des "Amerikanischen Traums"
  • Symbolik und psychologische Motivik am Beispiel des „Rosebud“-Rätsels
  • Historische Einordnung in den Kontext der US-Politik und des Isolationismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Rückblendetechnik

An Citizen Kane ist besonders auffällig, dass ausgiebig mit dem Mittel der Rückblende gearbeitet wird. Unter der Rückblendetechnik versteht man den Einsatz von Szenen oder Einstellungen, in denen Ereignisse dargestellt werden, die vor der eigentlichen Handlung der erzählten Gegenwart liegen. Im Gegensatz zu verbal wiedergegebenen Geschehnissen aus der Vergangenheit durch einen Erzähler oder eine Figur, handelt es sich hierbei also um eine visuelle Form des zeitlichen Rückgriffs.

Durch sehr lange Rückblenden, welche sich zum Teil über 30 Minuten erstrecken, tendiert die Vergangenheit jedoch für den Zuschauer zur Gegenwart und Gegenwärtiges zur zukünftigen Vision zu werden.

Beginnend mit Kanes Tod erzählt der Film rückblickend sein Leben erst in einer Art Wochenschau, dann in Berichten von fünf Menschen, die Kane nahe standen. Zu ihnen zählen sein ehemaliger Vormund Thatcher, seine rechte Hand Bernstein, sein einstmals bester Freund Leland, seine zweite Frau Susan und sein Butler Raymond.

Welles bricht durch diese Rückblendetechnik mit der chronologischen Erzählweise und erzeugt durch die emotional geprägten Berichte der Zeugen, die sich zum Teil widersprechen und nicht immer in sich schlüssig sind, eine vielschichtige diskontinuierliche Erzählweise. Diese vielgerühmte Multiperspektivität offenbart dem Zuschauer die gegensätzlichen Charaktereigenschaften Kanes. Welles’ Absicht besteht darin, die Komplexität des menschlichen Charakters am Beispiel des Charles Foster Kane und die subjektive Natur des menschlichen Denkens am Beispiel der Zeugenaussagen hervorzuheben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet "Citizen Kane" als Meilenstein der Filmgeschichte, führt in die Problematik des "Rosebud"-Rätsels ein und beschreibt den methodischen Ansatz der Untersuchung.

2. Inhalt von Citizen Kane: Dieses Kapitel gibt einen inhaltlichen Überblick über die Lebensgeschichte von Charles Foster Kane sowie die Rahmenhandlung des Films.

3. Die Sprache des Films: Hier werden die filmischen Mittel wie Rückblenden, Schnitttechniken, Kameraperspektiven, Symbolik, Sounddesign und Tiefenschärfe analysiert.

4. Der historische Hintergrund: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss zeitgeschichtlicher Ereignisse, insbesondere den New Deal und den amerikanischen Isolationismus.

5. Das ‚Rosebud’-Motiv: Diese Analyse widmet sich der zentralen Symbolik des Films und der psychologischen Herleitung des Kindheitstraumas.

6. Resümee: Das Fazit fasst die Bedeutung von Welles’ Innovationen und den bleibenden Einfluss des Werkes auf das Autorenkino zusammen.

Schlüsselwörter

Citizen Kane, Orson Welles, Filmtheorie, Rückblendetechnik, Tiefenschärfe, Rosebud, Autorenfilm, Amerikanischer Traum, Narzissmus, Medienmogul, Symbolik, Filmmittel, Filmgeschichte, Zeugenaussagen, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles' Erstlingswerk "Citizen Kane" unter Berücksichtigung technischer und historischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die bahnbrechenden Erzählstrukturen, die filmische Sprache, die Dekonstruktion des amerikanischen Traums sowie die psychologische Tiefe der Hauptfigur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Status des Films als filmhistorischen Meilenstein durch eine detaillierte Analyse der von Welles eingesetzten filmtechnischen Neuerungen zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmtheoretische Filmanalyse durchgeführt, die sowohl formale Aspekte der Inszenierung als auch inhaltliche Motive interpretativ zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Filmsprache, des historischen Hintergrunds und der zentralen Symbolik des „Rosebud“-Motivs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind "Citizen Kane", "Filmanalyse", "Rückblendetechnik", "Amerikanischer Traum" und "Filmische Innovation".

Wie trägt die "Rückblendetechnik" zur Charakterisierung von Kane bei?

Durch die multiperspektivische Erzählweise aus verschiedenen Zeugenberichten wird Kanes Charakter vielschichtig, aber bewusst diskontinuierlich und widersprüchlich gezeichnet.

Welche psychologische Bedeutung hat das "Rosebud"-Motiv?

„Rosebud“ symbolisiert das kindliche Trauma der Trennung vom Elternhaus und den Verlust der unbeschwerten Kindheit, was Kanes spätere Unfähigkeit zu tieferen menschlichen Beziehungen erklärt.

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Details

Title
Eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles' "Citizen Kane"
College
University of Augsburg
Course
Filmtheorie
Grade
1,3
Author
Julia Deitermann (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V61107
ISBN (eBook)
9783638546331
ISBN (Book)
9783656778240
Language
German
Tags
Untersuchung Orson Welles Citizen Kane Filmtheorie Filmtheoretisch Filmanalyse Filminterpretation Xanadu Kultfilm Filmklassiker Tiefenschärfe Kameratechnik Überblendung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Deitermann (Author), 2003, Eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles' "Citizen Kane", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61107
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