Über die Chancen und Risiken der Jugendlichen, die Hochleistungssport betreiben, wird in der Öffentlichkeit vielfach kontrovers diskutiert. Einerseits begegnen uns Argumente, wonach sich sportliches Engagement positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung niederschlägt und somit vorteilhaft für das Leben ist.
Dem gegenüber stehen allerdings Auffassungen, vor allem von kritischen Sportpädagogen, dass die leistungssportliche Aktivität zu schwerwiegenden Entwicklungsdefiziten in sozialer, intellektueller und emotionaler Hinsicht für Jugendliche führen kann und somit den Aufbau von Persönlichkeit und Identität der jugendlichen Leistungssportler beeinträchtigt und gefährdet.
Sportliche Höchstleistungen auf internationaler Ebene können nur durch langjähriges Training erreicht werden. Außerdem ist eine breite Basis leistungssportlich engagierter Jugendlicher die Voraussetzung für den Erfolg eines nationalen Spitzensportkonzepts. Aus dieser Basis gilt es dann die Besten der Besten auszuwählen und zu fördern.
Im Folgenden möchte ich, neben den nicht wissenschaftlich belegten Argumentationen zu den Chancen und Risiken der jugendlichen Hochleistungssportler, auch auf wissenschaftlich gestützte Studien zum Selbstkonzept der Athleten und Athletinnen eingehen. Erst durch empirische Befunde einzelner Studien ist es möglich, eine Basis zu schaffen, mit deren Hilfe man die mit dem leistungssportlichen Engagement verbundenen Chancen und Risiken überhaupt angemessen bilanzieren zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMATIK
2.1 Jugendliche Entwicklungsaufgaben
2.1.1 Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
2.1.2 Stressful life events
2.1.3 Ressourcen zur Bewältigung der Belastungen
3 DAS SELBSTKONZEPT
3.1.1 Das schulische Selbstkonzept
4 CHANCEN UND RISIKEN
4.1 Empirische Befunde
5 PRINZIPIEN FÜR EINEN PÄDAGOGISCH VERANTWORTUNGS VOLLEN LEISTUNGSSPORT
6 RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die kontrovers diskutierten Chancen und Risiken für Jugendliche im Hochleistungssport. Das Ziel ist es, neben normativen Annahmen eine fundierte wissenschaftliche Einordnung auf Basis empirischer Studien, insbesondere unter Berücksichtigung des Selbstkonzepts der jungen Athleten, vorzunehmen.
- Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
- Belastungsfaktoren und Stress im Leistungssport
- Bedeutung des Selbstkonzepts für junge Sportler
- Empirische Untersuchung schulischer Leistungen
- Pädagogische Prinzipien im Leistungssport
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Über die Chancen und Risiken der Jugendlichen, die Hochleistungssport betreiben, wird in der Öffentlichkeit vielfach kontrovers diskutiert. Einerseits begegnen uns Argumente, wonach sich sportliches Engagement positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung niederschlägt und somit vorteilhaft für das Leben ist.
Dem gegenüber stehen allerdings Auffassungen, vor allem von kritischen Sportpädagogen, dass die leistungssportliche Aktivität zu schwerwiegenden Entwicklungsdefiziten in sozialer, intellektueller und emotionaler Hinsicht für Jugendliche führen kann und somit den Aufbau von Persönlichkeit und Identität der jugendlichen Leistungssportler beeinträchtigt und gefährdet.
Sportliche Höchstleistungen auf internationaler Ebene können nur durch langjähriges Training erreicht werden. Außerdem ist eine breite Basis leistungssportlich engagierter Jugendlicher die Voraussetzung für den Erfolg eines nationalen Spitzensportkonzepts. Aus dieser Basis gilt es dann die Besten der Besten auszuwählen und zu fördern.
Im Folgenden möchte ich, neben den nicht wissenschaftlich belegten Argumentationen zu den Chancen und Risiken der jugendlichen Hochleistungssportler, auch auf wissenschaftlich gestützte Studien zum Selbstkonzept der Athleten und Athletinnen eingehen. Erst durch empirische Befunde einzelner Studien ist es möglich, eine Basis zu schaffen, mit deren Hilfe man die mit dem leistungssportlichen Engagement verbundenen Chancen und Risiken überhaupt angemessen bilanzieren zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Kontroverse zwischen Befürwortern und Kritikern des jugendlichen Hochleistungssports und definiert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit.
2 EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMATIK: Dieses Kapitel erläutert die altersspezifischen Entwicklungsaufgaben und die zusätzlichen Belastungen, die durch den Leistungssport für Jugendliche entstehen.
3 DAS SELBSTKONZEPT: Hier wird das theoretische Konstrukt des Selbstkonzepts erklärt und dessen Bedeutung für die Bewältigung sportlicher und schulischer Anforderungen analysiert.
4 CHANCEN UND RISIKEN: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen des frühen Leistungssporttrainings und bewertet verschiedene wissenschaftliche Strategien zur Untersuchung der damit verbundenen Risiken.
5 PRINZIPIEN FÜR EINEN PÄDAGOGISCH VERANTWORTUNGS VOLLEN LEISTUNGSSPORT: Basierend auf den vorherigen Erkenntnissen werden konkrete pädagogische Richtlinien für einen verantwortungsvollen Umgang mit Nachwuchsathleten vorgestellt.
6 RESÜMEE: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Leistungssport für Jugendliche sowohl eine Chance als auch ein Risiko darstellt, wobei keine eindeutige statistische Überlegenheit oder Benachteiligung nachweisbar ist.
Schlüsselwörter
Hochleistungssport, Jugendliche, Selbstkonzept, Entwicklungsaufgaben, Sportpädagogik, Belastung, empirische Befunde, Leistungsdruck, Doppelbelastung, Persönlichkeitsentwicklung, Spitzensport, Stressful life events, pädagogische Verantwortung, Trainingsbelastung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Aspekte des jugendlichen Hochleistungssports und beleuchtet kritisch, welche Chancen und Risiken mit einer solchen Karriere in jungen Jahren verbunden sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen, das Konzept des Selbstbildes, die Doppelbelastung durch Schule und Training sowie pädagogische Prinzipien im Leistungssport.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Das Ziel ist eine sachliche Bilanzierung der Debatte um den jugendlichen Hochleistungssport, wobei spekulative Aussagen durch wissenschaftliche und empirische Befunde hinterfragt werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit vergleicht quantitative Verfahren, wie die statistische Analyse von Schulnoten, mit qualitativen Ansätzen, die auf subjektiven Erfahrungswerten der Athleten basieren.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verankerung der Entwicklungspsychologie, die Analyse des Selbstkonzepts und die Auseinandersetzung mit empirischen Studien zum Schulerfolg.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Werk charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Hochleistungssport, Selbstkonzept, Doppelbelastung und pädagogische Verantwortung beschreiben.
Was besagt die Studie von Heim (2003) zum schulischen Selbstkonzept?
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich das schulische Fähigkeitsbild von Leistungssportlern nur geringfügig von dem einer Kontrollgruppe unterscheidet, was gegen massive Leistungsdefizite spricht.
Welche sechs Prinzipien nach Kurz sind für den Leistungssport entscheidend?
Kurz formuliert Prinzipien, die unter anderem Gesundheit, soziale Kontakte, berufliche Perspektiven und die Förderung von Freizeitinteressen fordern, um einen verantwortungsvollen Leistungssport zu garantieren.
Ist der Hochleistungssport als Risiko für eine gesunde Entwicklung einzustufen?
Laut der Arbeit ist der Leistungssport weder als pauschales Risiko zu werten, noch als Garant für eine überdurchschnittliche Entwicklung; es handelt sich vielmehr um eine Chance und ein Risiko zugleich.
- Citar trabajo
- Christian Reif (Autor), 2006, Jugendliche im Hochleistungssport - Chancen und Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61170