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Ausgewogene vs. unausgewogene sektorale Entwicklungspolitik

Title: Ausgewogene vs. unausgewogene sektorale Entwicklungspolitik

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marius Nickisch (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Die meisten Probleme der Entwicklungsländer, wie zum Beispiel Armut, lassen sich auf die wirtschaftliche Rückständigkeit und den mangelhaften Wachstumsprozess in diesen Ländern zurückführen. In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden für Entwicklungsländer zwei unterschiedliche Wachstumsstrategien mit dem Ziel, auf analytischem Wege einen Ausweg aus dem Wachstumsdilemma aufzuzeigen. Die als „balanced growth (BG)“ und „unbalanced growth (UB)“ bezeichneten Strategien sehen zwar beide den mangelnden Kapitalbildungsprozess als Ursache für das Ausbleiben des Wachstumsprozesses in den Entwicklungsländern, jedoch in den Gründen für den Kapitalmangel unterscheiden sie sich wesentlich. Dies resultiert in unterschiedlichen Lösungsansätzen, auf welche Art und Weise sich ein Wachstumsprozess vollziehen sollte. Des Weiteren implizieren die beiden Strategien, die in der deutschen Literatur auch als Konzepte des ausgewogenen bzw. unausgewogenen Wachstums bezeichnet werden, unterschiedliche Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger in den Entwicklungsländern bezüglich einer gesamtwirtschaftlichen Strategie. Ob die Strategien als generell gegensätzliche Ansätze anzusehen sind, wie die Bezeichnungen vermuten lassen, oder die Möglichkeit einer Zusammenführung von Elementen beider Strategien besteht, ist umstritten. Zudem ist die praktische Relevanz der Konzepte kritisch zu hinterfragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Strategiekonzepte der sektoralen Entwicklungspolitik

2.1 Ausgewogene sektorale Entwicklungspolitik - „Balanced Growth“

2.1.1 Ausgangslage

2.1.2 Die Idee des „Balanced Growth“

2.1.3 Die Rolle des Staates

2.1.4 Kritik an der Strategie des „Balanced Growth“

2.2 Unausgewogene sektorale Entwicklungspolitik - „Unbalanced Growth“

2.2.1 Der Grundgedanke des „Unbalanced Growth“

2.2.2 Verknüpfungseffekte und vertikale externe Ersparnisse

2.2.3 Wirtschaftspolitische Konsequenzen

2.2.4 Kritik an der Strategie des „Unbalanced Growth“

3 Der Vergleich beider Strategiekonzepte

3.1 Abgrenzung

3.2 Zusammenführung

3.3 Empirische Ergebnisse und praktische Umsetzung

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die theoretischen Konzepte des ausgewogenen (Balanced Growth) und unausgewogenen (Unbalanced Growth) Wachstums in Entwicklungsländern, um deren Eignung als wirtschaftspolitische Strategie zu bewerten und Möglichkeiten einer Synthese aufzuzeigen.

  • Ursachenanalyse für mangelnde Kapitalbildung und Unterentwicklung
  • Gegenüberstellung der Wachstumsstrategien von Nurkse, Hirschman und weiteren
  • Bedeutung externer Effekte und Verknüpfungsmechanismen (Linkages)
  • Rolle staatlicher Planung versus privatwirtschaftlicher Initiativen
  • Kritische Würdigung empirischer Ergebnisse und Praxisrelevanz

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Grundgedanke des „Unbalanced Growth“

Hirschman und Streeten sehen den Grund für den Mangel an Investitionsanreizen nicht in der Enge der Märkte, sondern an dem fehlenden Unternehmertum in unterentwickelten Ländern. Den Unternehmern fehle die Fähigkeit Investitionschancen zu erkennen und Investitionen durchzuführen. Der Unternehmermangel ist hier vorrangig als begrenzender Faktor zu sehen und nicht der Kapitalmangel wie beim BG. Nach Hirschman müssten die Unternehmer einem Reifeprozess in Form eines „learning by doing“ unterworfen werden. Dies könnte durch ständig neue Ungleichgewichtssituationen auf den Märkten erreicht werden, die einen Zwang auf Unternehmer ausüben, Entscheidungen zu treffen. Die vom BG geforderte Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage wird also beim UG gerade nicht gewollt.

Auch Skitovsky betont die besondere Bedeutung von Ungleichgewichten für den Entwicklungsprozess mit folgender Argumentation: Gewinne resultieren aus der Beseitigung von Ungleichgewichten und werden bei funktionierendem Wettbewerb neu investiert. Hierdurch kommt es wiederum zu einer Eliminierung der Gewinne und zu neuen Gleichgewichtsbestrebungen. Die Investition zieht jedoch auch Gewinne in anderen Industrien nach sich, was wieder auf die Beseitigung neuer Ungleichgewichte schließen lässt. Dieser Mechanismus kann auch mit dem Ablauf von Investitionssequenzen erklärt werden. Eine Investition ruft in vor –oder nachgelagerten Industrien weitere Investitionen hervor, um die durch die anfängliche Investition entstandenen Ungleichgewichte zu beseitigen. Die wirtschaftliche Entwicklung baut somit im Wesentlichen darauf auf, dass die Beseitigung eines Ungleichgewichtes auf einer Produktionsstufe zu neuen Ungleichgewichten auf anderen Produktionsstufen, mit einer daraus resultierenden Kette von Investitionen, führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem der wirtschaftlichen Rückständigkeit in Entwicklungsländern und führt in die zwei zentralen Wachstumsstrategien ein.

2 Strategiekonzepte der sektoralen Entwicklungspolitik: Dieses Kapitel erläutert detailliert die theoretischen Grundlagen, Wirkungsmechanismen und die Kritik an den Strategien des ausgewogenen sowie unausgewogenen Wachstums.

3 Der Vergleich beider Strategiekonzepte: Hier werden die Ansätze gegenübergestellt, Gemeinsamkeiten zur Synthese aufgezeigt und Ergebnisse empirischer Studien zur Erfolgsaussicht diskutiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass beide Strategien aufgrund ihrer Schwächen und mangelnden Durchführbarkeit in der Praxis kaum Bedeutung erlangt haben.

Schlüsselwörter

Entwicklungspolitik, Balanced Growth, Unbalanced Growth, Kapitalbildung, Marktenge, Unternehmertum, externe Effekte, Verknüpfungseffekte, Investitionssequenzen, Big Push, Infrastruktur, staatliche Planung, Wirtschaftswachstum, Entwicklungsländer, industrielle Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht zwei theoretische Wachstumsstrategien für Entwicklungsländer, die in den 50er und 60er Jahren entwickelt wurden.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Ursachen von Unterentwicklung, die Rolle von Kapital und Unternehmertum sowie die Steuerung von Wachstumsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die analytische Gegenüberstellung von ausgewogenem und unausgewogenem Wachstum sowie die Klärung, ob diese Ansätze in der Praxis relevant sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und vergleicht die Ansätze anhand bestehender ökonomischer Modelle und empirischer Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Konzepte (Kapitel 2) und deren direkten Vergleich sowie die Auswertung empirischer Ergebnisse (Kapitel 3).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Balanced Growth, Unbalanced Growth, externe Effekte, Investitionssequenzen und Unternehmertum sind zentral.

Warum kritisieren Vertreter des „Unbalanced Growth“ das „Balanced Growth“?

Sie bemängeln, dass das Konzept des ausgewogenen Wachstums ein vorhandenes Unternehmertum unterstellt und unrealistische Anforderungen an Kapital und Koordination stellt.

Ist eine Synthese der beiden Strategien laut Autor sinnvoll?

Der Autor legt dar, dass eine Synthese, etwa durch einen initialen „Big Push“ zur Industrieentwicklung und anschließende gezielte Ungleichgewichte, theoretisch denkbar ist.

Welches Ergebnis liefern empirische Studien zu diesen Strategien?

Die Ergebnisse sind widersprüchlich; es lässt sich keine eindeutige Überlegenheit einer der beiden Strategien wissenschaftlich nachweisen.

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Details

Title
Ausgewogene vs. unausgewogene sektorale Entwicklungspolitik
College
University of Hamburg  (Institut für Wirtschaftssysteme, Wirtschafts-und Theoriegeschichte)
Course
Seminar zur Wirtschafts-und Entwicklungspolitik
Grade
2,0
Author
Marius Nickisch (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V61829
ISBN (eBook)
9783638551953
ISBN (Book)
9783656784753
Language
German
Tags
Ausgewogene Entwicklungspolitik Seminar Wirtschafts-und Entwicklungspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marius Nickisch (Author), 2006, Ausgewogene vs. unausgewogene sektorale Entwicklungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/61829
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