Diese Hausarbeit wird sich mit der Thematik der Gehörlosigkeit und der Schwerhörigkeit, insbesondere im Kindesalter und der daraus resultierend Anbahnung einer Kommunikationsstörung, auseinander setzen. Es soll keine reine medizinische Abhandlung darstellen, sondern sich in erster Linie um die pädagogischen Probleme und Sichtweisen handeln. Um diese aber besser darstellen zu können, wird es im ersten Teil eine genauere Definition der erwähnten Begriffe (2.Kapitel) geben.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit sollen nicht nur, die in Verbindung mit dieser Art der Behinderung, auftretenden Problemen erläutert werden, sondern auch pädagogische Maßnahmen, die zur Verbesserung der Lebensqualität betroffener Kinder beitragen können. Denn eine der Hauptaufgaben eines Heilpädagogen ist „... eine zweckgerichtete Tätigkeit in medizinischer, pädagogischer, sozialer und ökonomischer Sicht zur Erhaltung, Herstellung, Wiederherstellung und Pflege der Fähigkeit des Menschen, (um) in allen Altersstufen aktiv am gesellschaftlichen Geschehen teilzunehmen.“ (Wellmitz/von Pawel [Hrsg.], 1993, S.49)
Das bedeutet, das sich der zweiten Teil dieser Arbeit konkret mit den verschiedenen Stufen der Gehörlosigkeit, der Möglichkeiten des Auftretens, der Einfluss dieser Behinderung auf den Spracherwerb und -entwicklung sowie pädagogische Maßnahmen zur Handhabung und Umgang mit dieser Beeinträchtigung, beschäftigt, denn: “Hörschädigungen im Kindesalter können unbehandelt zu Störungen der Sprachentwicklung und der intellektuellen und psychosozialen Entfaltung führen.“ (http://www.meb.uni-bonn.de/hno/text/inf02_96.html, Stand: 02.06.2006)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1. Was ist eine Hörschädigung?
2.2. Formen der Hörschädigungen
2.3. Art des Erlangens der Hörschädigung
3. Phasen der Sprachentwicklung
4. Früherkennung und Frühförderung
5. Hilfe zur Bewältigung von Hörproblemen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Perspektive auf Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit im Kindesalter, wobei insbesondere die Auswirkungen auf den Spracherwerb und die daraus resultierende Anbahnung von Kommunikationsstörungen analysiert werden.
- Definition und Differenzierung von Hörschädigungen
- Chronologische Phasen der kindlichen Sprachentwicklung
- Bedeutung der Früherkennung und Frühförderung
- Technische Hilfsmittel wie Hörgeräte und Cochlea-Implantate
- Pädagogische Maßnahmen zur Förderung der Lebensqualität
Auszug aus dem Buch
2.1. Was ist eine Hörschädigung?
Aus pädagogischer Sicht betrachtet werden unter diesem Begriff sämtliche Formen und Grade einer Beeinträchtigung des Hörapparates erfasst. Dabei sollte man zwischen den Begriffen Hörbeeinträchtigung und Hörschädigung unterscheiden, da letzteres im Gegensatz zum ersten Begriff irreparabel ist.
Des Weiteren muss gerade unter pädagogischen Gesichtspunkten zwischen den Begriffen Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit differenziert werden. „Ein gehörloses Kind ist vor allem ein Augenmensch. Es nimmt die Sprache hauptsächlich durch das Sehen auf, d.h. es sieht sie als gesprochene Sprache vom Mund seiner Mitmenschen ab... Beim schwerhörigen Kind verhält es sich gerade umgekehrt. Das ihm im Vergleich zum gehörlosen Kind in einem größeren Umfang gebliebene Hörvermögen befähigt es, die Sprache hauptsächlich über das Gehör aufzunehmen, ...“ (Löwe, 1974, S.43)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die pädagogischen Fragestellungen rund um kindliche Hörschädigungen und die damit verbundenen Kommunikationsrisiken ein.
2.1. Was ist eine Hörschädigung?: Dieses Kapitel definiert Hörschädigungen aus pädagogischer Sicht und grenzt Begriffe wie Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit voneinander ab.
2.2. Formen der Hörschädigungen: Hier werden verschiedene Grade der Hörbehinderung klassifiziert, von leichtgradiger Schwerhörigkeit bis zur völligen Taubheit.
2.3. Art des Erlangens der Hörschädigung: Das Kapitel beleuchtet die ätiologischen Hintergründe, unterteilt in pränatale, perinatale und postnatale Störungsursachen.
3. Phasen der Sprachentwicklung: Die chronologische Entwicklung kindlicher Lautäußerungen wird dargestellt, um Abweichungen, die auf Hörschädigungen hinweisen könnten, frühzeitig zu identifizieren.
4. Früherkennung und Frühförderung: Das Kapitel erläutert die Bedeutung einer zeitnahen Diagnose und stellt Methoden wie die Verhaltensbeobachtung oder Risikokind-Untersuchungen vor.
5. Hilfe zur Bewältigung von Hörproblemen: Hier werden technische Hilfsmittel (Hörgeräte, Cochlea-Implantate) und ergänzende pädagogische sowie logopädische Förderansätze diskutiert.
Schlüsselwörter
Hörschädigung, Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, Sprachentwicklung, Kommunikation, Früherkennung, Frühförderung, Hörgerät, Cochlea-Implantat, Heilpädagogik, Audiologie, Deprivation, Spracherwerb, Pädagogik, Sinnesentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die pädagogische Sichtweise auf Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit bei Kindern sowie die daraus entstehenden Herausforderungen für die Sprachentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Klassifikation von Hörschäden, die Stadien des Spracherwerbs und die verschiedenen Ansätze der pädagogischen und technischen Frühförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pädagogen durch gezielte Förderung und technologische Unterstützung die Lebensqualität hörgeschädigter Kinder verbessern und Kommunikationsstörungen entgegenwirken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine heilpädagogische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung entwicklungspsychologischer und audiologischer Erkenntnisse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die chronologische Darstellung der Sprachentwicklung, die methodische Früherkennung bei Risikokindern sowie technische und pädagogische Hilfsangebote.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hörschädigung, Sprachentwicklung, Früherkennung, Cochlea-Implantat, Heilpädagogik und kommunikative Teilhabe.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "kritischer" und "sensitiver" Periode so wichtig?
Löwe betont, dass diese Phasen für das Lernen entscheidend sind; in der kritischen Phase sind Fähigkeiten irreversibel an Zeiträume gebunden, während sie in der sensitiven Phase leichter erlernt werden können.
Warum wird die Untersuchung aller Neugeborenen ("Aussonderungsuntersuchungen") kritisch gesehen?
Die Autorin argumentiert anhand von Daten, dass aufgrund der Seltenheit schwerer Hörschäden bei Neugeborenen eine generelle Untersuchung ökonomisch wenig effizient ist und der Fokus stattdessen auf Risikokinder liegen sollte.
- Quote paper
- Stephanie König (Author), 2006, Hörschädigungen im Kindesalter - unter besonderer Berücksichtigung der Anbahnung einer Kommunikationsstörung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62305