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Karin Knorr-Cetina: Soziologie der Finanzmärkte

Título: Karin Knorr-Cetina: Soziologie der Finanzmärkte

Trabajo Escrito , 2006 , 14 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Christian Gülisch (Autor)

Sociología - General y Teorías
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Karin Knorr-Cetina und einem ihrer Forschungsschwerpunkte: Die Soziologie der Finanzmärkte. Als Grundlage sollen vier von ihr verfasste Texte dienen, die den Theorieansatz unter Beihilfe von Urs Brügger beschreiben. Ziel dieser Hausarbeit ist die Darstellung ihrer Erforschung von globalen Mikrostrukturen anhand von Finanzmärkten und deren Akteuren.

Die Analyse dieses Arbeitsgebietes stützt sich auf den handlungstheoretischen Forschungsansatz der Phänomenologie und der daraus entsprungenen Ethnomethodologie. Entwickelt wurde der phänomenologische Ansatz von Edmund Husserl erstmals im Jahre 1907 mit seiner “Idee der Phänomenologie“. Sozialwissenschaftler wie Alfred Schütz führten diesen Begriff Mitte des 20. Jahrhunderts in die Soziologie ein. In der Philosophie wurde die Phänomenologie verwendet, um die subjektiven Erfahrungen eines Individuums für objektive Muster und Verallgemeinerungen zu rechtfertigen (vgl. Vetter, 2004, S. 410ff, Hügli/Lübcke, 1998). Die soziologische Phänomenologie behandelt nach Schütz die Reichweite der direkten Erfahrung und die Sinnstruktur der sozialen Welt (vgl. Krieger, 1998, S. 27). Diese allgemein hin als "Lebenswelt" (Eberle, 2000, S. 15) bezeichnete Diskussion war eine der Ursprünge der Ethnomethodologie. ‚Lebenswelt’ bezeichnet in diesem Sinne schlicht die Welt, in der wir uns täglich unreflektiert bewegen (vgl. Bühl, 2002, S. 150).

Der Begriff Ethnomethodologie wurde von Harold Garfinkel eingeführt und nachhaltig geprägt. Der Terminus setzt sich aus den Silben "ethno" und "methodology" zusammen. Die Vorsilbe "Ethno" bezieht sich, in Anlehnung an die Ethnographie, auf die anthropologische Erforschung von Wissen, also der beschreibenden Völkerkunde. Gleichzeitig verweist dieser Wortestandteil auf die praktischen Handlungen gewöhnlicher Menschen bzw. auf die Frage, wie jene als Mitglieder der Gesellschaft über das Alltagswissen dieser Gemeinschaft verfügen können. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Der ethnomethodologische Ansatz

2. Globale Mikrostrukturen

3. Finanzmärkte aus soziologischer Perspektive

4. Wechsel zum „Face to Screen“

5. Körperliche Verankerung globalen Handelns

6. Möglichkeit einer globalen „Wir-Beziehung“

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die soziologische Erforschung globaler Mikrostrukturen am Beispiel von Finanzmärkten und deren Akteuren darzustellen, wobei insbesondere die Perspektive von Karin Knorr-Cetina unter Anwendung ethnomethodologischer Ansätze beleuchtet wird.

  • Grundlagen der Ethnomethodologie und deren Anwendung auf soziale Mikrostrukturen.
  • Analyse globaler Finanzmärkte als soziale Interaktionsräume.
  • Vergleich zwischen physischer Interaktion („Face to Face“) und digitaler Kommunikation („Face to Screen“).
  • Körperliche Identifikation der Händler mit dem Marktsystem und dessen Repräsentation auf Bildschirmen.
  • Konstitution einer globalen „Wir-Beziehung“ unter Akteuren der Finanzmärkte.

Auszug aus dem Buch

5. Körperliche Verankerung globalen Handelns

Das starke Gefühl der Verbundenheit zum Markt lässt sich am Beispiel des Händlers besonders gut auf der physischen Ebene beobachten. Die Bildschirmrealität wird mit den eigenen Körpern der Händler in Verbindung gebracht, um der emotionalen Stresssituation einen sehr makaberen Ausdruck zu verleihen.

Eine Transaktion bedeutet für den Händler entweder Gewinn oder Verlust seiner Reputation, da die Bilanzen sofort zu Buche geschrieben und noch am selben Tag von den jeweiligen Vorgesetzten ausgewertet werden. Es entsteht eine sehr angespannte Stresssituation für die Händler, die sich im emotionalen Vokabular äußert, das die Angriffs und Gewalttätigkeit des Marktes wiedergibt. Auf den ‚Trading Floors’ beziehen sich die Termini meist auf Sex, Gewalt und eine Menge Begriffe, die mit analer Penetration zu tun haben:

„I got shafted, I got bent over, I got blown up, I got raped, I got stuffed/the guy stuffed me, I got fucked, I got hammered, I got killed.” (Knorr-Cetina, 2002b, S. 176).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der ethnomethodologische Ansatz: Dieses Kapitel führt in den ethnomethodologischen Forschungsansatz ein und erläutert dessen Anwendung zur Analyse sozialer Mikrostrukturen in der Soziologie von Karin Knorr-Cetina.

2. Globale Mikrostrukturen: Hier wird der Begriff der globalen Mikrostrukturen definiert, um zu erklären, wie lokale, durch Interaktion konstituierte Integrationsmuster globale Finanzmärkte bilden.

3. Finanzmärkte aus soziologischer Perspektive: Das Kapitel analysiert den Finanzmarkt als spezifischen sozialen Interaktionsraum und grenzt ihn durch seine besondere Handelsorientierung, globale Ausrichtung und Wissensdurchdringung von anderen Märkten ab.

4. Wechsel zum „Face to Screen“: Es wird die Modifikation des „Face to Face“-Konzepts zum „Face to Screen“ beschrieben, da globale Finanzmarktinteraktionen nicht mehr an physische Ko-Präsenz gebunden sind.

5. Körperliche Verankerung globalen Handelns: Hier wird untersucht, wie Händler ihre physische Identität und ihr emotionales Empfinden in den digitalen Handel einbringen und durch spezifische Sprache mit dem Markt verschmelzen.

6. Möglichkeit einer globalen „Wir-Beziehung“: Dieses Kapitel beleuchtet, wie trotz räumlicher Distanz eine Intersubjektivität und eine soziale Wir-Gemeinschaft unter Händlern durch technische Überbrückung und gemeinsame Erfahrungen entsteht.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Karin Knorr-Cetina erfolgreich ethnomethodologische Methoden nutzt, um die Konstruktion sozialer Wirklichkeit bei Finanzmarktakteuren mikrosoziologisch darzustellen.

Schlüsselwörter

Karin Knorr-Cetina, Ethnomethodologie, Finanzmärkte, Mikrosoziologie, Globale Mikrostrukturen, Intersubjektivität, Face to Screen, Handel, Wissensdurchdringung, soziale Interaktion, Bildschirmrealität, Wir-Beziehung, Identität, Devisenhändler, Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht Karin Knorr-Cetinas soziologische Perspektive auf globale Finanzmärkte und deren Akteure.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Analyse von globalen Mikrostrukturen, die Rolle von Kommunikation, Wissensvermittlung und die soziale Konstruktion von Wirklichkeit im Finanzhandel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Knorr-Cetinas Erforschung globaler Mikrostrukturen anhand der Handlungsabläufe und Integrationsmuster von Finanzmarktakteuren darzustellen.

Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?

Die Analyse basiert auf dem handlungstheoretischen Forschungsansatz der Phänomenologie und der daraus entstandenen Ethnomethodologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die soziologische Betrachtung von Finanzmärkten, den Wandel von physischer zu Bildschirm-Interaktion sowie die körperliche und soziale Integration der Händler.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind „Globale Mikrostrukturen“, „Face to Screen“, „Intersubjektivität“ und „Wissensdurchdringung“.

Warum ist der Begriff „Face to Screen“ für das Verständnis der Arbeit entscheidend?

Er beschreibt die notwendige Modifikation soziologischer Konzepte, da globale Finanzmarktinteraktionen nicht mehr auf physischer Nähe basieren, sondern durch Bildschirme vermittelt werden.

Welche Rolle spielt die Sprache der Händler laut Knorr-Cetina?

Die spezifische, oft gewaltvolle Sprache der Händler dient als Ausdruck ihrer extremen körperlichen und emotionalen Identifikation mit dem Marktgeschehen.

Was bedeutet der Begriff „Wir-Beziehung“ in diesem Kontext?

Er beschreibt eine trotz räumlicher Distanz entstehende soziale Gemeinschaft der Händler, die durch die kontinuierliche, technologisch vermittelte Beobachtung desselben Marktes konstituiert wird.

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Detalles

Título
Karin Knorr-Cetina: Soziologie der Finanzmärkte
Universidad
University of Erfurt
Curso
eld und Finanzmärkte: Die ökonomische und soziologische Perspektive
Calificación
1,7
Autor
Christian Gülisch (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
14
No. de catálogo
V62420
ISBN (Ebook)
9783638556637
ISBN (Libro)
9783656068242
Idioma
Alemán
Etiqueta
Karin Knorr-Cetina Soziologie Finanzmärkte Perspektive
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Gülisch (Autor), 2006, Karin Knorr-Cetina: Soziologie der Finanzmärkte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62420
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