Um personelle Fehlentscheidungen zu vermeiden, wollen viele größere Unternehmen genau wissen, wen sie einstellen, und versuchen dies durch bestimmte Auswahlmethoden und Tests herauszufinden. Hier gibt es zwei Möglichkeiten der Auswahlverfahren: der Eignungstest oder das Assessment Center. Der Begriff „Assessment Center“ (im Folgenden AC abgekürzt) wird zur Bezeichnung unterschiedlicher Auswahlverfahren verwendet und bedeutet wörtlich übersetzt „Einschätzungs-. Bewertungs- und Beurteilungszentrum“ (vgl. www.wikipedia.org). Bevor solch ein AC einen Bewerber einlädt, muss dieser zuvor das ganz normale Bewerbungsgespräch bei dem Unternehmen, bei dem er sich beworben hat, durchlaufen.
Wesentliche Inhalte von AC sind strukturierte Interviews, Gruppendiskussionen, Rollenspiele (Mitarbeitergespräche, Kollegengespräche, Verkaufsgespräche), Präsentationsaufgaben, Fragebögen (psychometrische Testverfahren, Persönlichkeits- und Leistungstests) sowie Postkorb- Fallstudien. Durch diese Bestandteile wird die Brauchbarkeit (Güte) für die Personalbeurteilung bedingt. Die vorliegende Arbeit wird sich speziell mit dem Aufbau, der Durchführung, den Zielen, den Gütekriterien sowie einem Vergleich der Bonner-Postkorb-Module (im Folgenden BPM abgekürzt) CaterTrans, Chronos, Minos und AeroWings und der Mailbox ´90 (im Folgenden M90 abgekürzt) beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bonner-Postkorb-Module (BPM)
2.1. Konzeption
2.2 Konstruktion der Postkörbe
2.3 Gütekriterien und empirische Fundierung
2.3.1. Reliabilität
2.3.2. Validität
2.3.3. Objektivität
2.3.4 Normierung
2.4. Durchführung
3. Mailbox `90
3.1 Konzeption
3.2 Gütekriterien und empirische Fundierung
3.2.1. Reliabilität
3.2.2 Validität
3.2.3 Objektivität
3.2.4 Normierung
3.3. Durchführung und Auswertung
4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten
4.1. Konzeption
4.2. Durchführung und Auswertung
4.3. Reliabilität
4.4. Validität
4.5. Objektivität
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Bonner-Postkorb-Module (BPM) und das computergestützte Verfahren Mailbox `90 hinsichtlich ihrer Konzeption, Durchführung, empirischen Gütekriterien und Eignung zur Personalauswahl und -entwicklung.
- Vergleichende Analyse der Postkorb-Verfahren BPM und Mailbox `90.
- Untersuchung der psychometrischen Gütekriterien (Reliabilität, Validität, Objektivität).
- Gegenüberstellung von papierbasierten Verfahren und computergestützten Simulationen.
- Diskussion über die Relevanz von Arbeitsproben in Assessment Centern.
- Bewertung der Praxistauglichkeit bei der Personalauswahl.
Auszug aus dem Buch
3.1 Konzeption
Im Vergleich zu den herkömmlichen Postkorbverfahren, werden bei Mailbox die Tests am PC bearbeitet, was eine schnellere Durchführung und Auswertung, sowie mehr Objektivität mit sich zieht. Vorteil an diesem computergestützten Test ist, dass der Computer eine realistische Arbeitssituation mit allen dazugehörigen Problemen und Entscheidungen (z.B. durch Störung des Arbeitsablaufs durch eingehende neue Dokumente oder Telefonate oder durch kooperierende Abteilungen) simulieren kann. Die Aufgabe besteht darin, dass sich der Bewerber in die Rolle einer Führungsposition eines Unternehmens hineinversetzen, und innerhalb von 32 Minuten eine Reihe von Anforderungen und Problemstellungen bearbeiten muss.
Um ein komplexes Verhaltensmuster zu erfassen, wird auf verschiedenen Beurteilungsdimensionen bewertet, welche sich in aufgabenorientierte Skalen (Arbeitszeit, Arbeitseinteilung, Zielorientierung, Arbeitsgüte) und verlaufsorientierte Skalen (Aktivität, Delegieren, Ordnen) unterteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Assessment Center und führt in die Thematik der Postkorb-Übungen als Instrument zur Personalbeurteilung ein.
2. Bonner-Postkorb-Module (BPM): Dieses Kapitel beschreibt das Konzept, die Konstruktion, die empirischen Gütekriterien und die Durchführung der BPM-Module.
3. Mailbox `90: Hier werden die Funktionsweise, die psychometrischen Eigenschaften und der computergestützte Ablauf des Testverfahrens Mailbox `90 detailliert dargelegt.
4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten: In diesem Kapitel werden beide Verfahren direkt miteinander verglichen, wobei insbesondere Unterschiede in der Konzeption, Durchführung und Validität hervorgehoben werden.
5. Fazit: Das Fazit bewertet den Einsatz beider Verfahren kritisch und kommt zu dem Schluss, dass sie trotz gewisser Mängel wertvolle Ergänzungen bei der Personalauswahl darstellen.
Schlüsselwörter
Assessment Center, Postkorbverfahren, Personalauswahl, Personalentwicklung, Bonner-Postkorb-Module, Mailbox `90, Reliabilität, Validität, Objektivität, Arbeitsprobe, Führungskräfte, psychometrische Testverfahren, Leistungsbeurteilung, Managementkompetenzen, Testtheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen systematischen Vergleich zwischen klassischen papierbasierten Postkorb-Modulen (BPM) und dem computergestützten Verfahren Mailbox `90 im Kontext der Personalauswahl.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Konzeption der Tests, die empirische Überprüfung ihrer Qualität (Gütekriterien) sowie der Vergleich ihrer praktischen Anwendung im Assessment Center.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Bewertung der Eignung beider Verfahren zur Erfassung berufsbezogener Leistungen und die Identifikation von Stärken und Schwächen der jeweiligen Instrumente.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin führt eine vergleichende Literatur- und Dokumentenanalyse auf Basis der verfügbaren Handanweisungen und empirischen Studien durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der BPM, die Analyse von Mailbox `90 und einen direkten Vergleich dieser Instrumente hinsichtlich ihrer psychometrischen Güte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Assessment Center, Postkorbverfahren, Validität, Reliabilität, Personalauswahl und Führungskräfte.
Warum schneidet die Objektivität bei Mailbox `90 laut Autorin besser ab?
Da die Durchführung und Auswertung vollständig computergestützt erfolgen, werden subjektive Beobachterfehler minimiert, was zu einer optimalen Objektivität führt.
Was kritisiert die Autorin an der Verwendung von Multiple-Choice-Fragen in Mailbox `90?
Die Autorin argumentiert, dass Multiple-Choice-Fragen die Eigenleistung des Bewerbers verschleiern und die Schwierigkeit des Tests im Vergleich zu offenen Antwortformaten reduzieren könnten.
- Citar trabajo
- Nicole Burghardt (Autor), 2005, Die Bonner-Postkorb-Module und Mailbox '90, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62454