Steigende Komplexität und Dynamik des Wandels bestimmen heutzutage zunehmend das Unternehmensumfeld und damit die wesentlichen Einflussfaktoren des unternehmerischen Entscheidens und Handelns. Die erfolgreiche Bewältigung dieses wachsenden Veränderungsbedarfs erfordert eine Bereitschaft und Fähigkeit zum Wandel auf Seiten der betroffenen Mitarbeiter. Die Bedeutung der Peopleside, der 'weichen' Faktoren im Zusammenhang von Veränderungsmaßnahmen wird jedoch nicht immer ausreichend beachtet - mit der Folge, dass eine hohe Anzahl an Veränderungssprojekten scheitert.
Nach allgemeiner Auffassung kann der gezielte Einsatz der Methoden und Techniken eines systematischen Change Managements dabei helfen, die individuellen oder organisatorischen Widerstände abzubauen und stattdessen die Akzeptanz für grundlegende betriebliche Veränderungen herzustellen und aufrechtzuerhalten.
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die erfolgskritische Wirkung von unternehmensinterner Kommunikation in Veränderungsprozessen. Nach der theoretischen Einführung der hier relevanten Aspekte von Change Management und Kommunikation soll an dem Praxisbeispiel eines SAP-Einführungsprojektes die Frage untersucht werden, wie eine gezielte Kommunikation als Mittel der Verhaltensbeeinflussung die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter und damit die Erfolgswahrscheinlichkeit komplexer Veränderungsprojekte erhöhen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Abgrenzung der Themenstellung
2. Planmäßige Veränderungsgestaltung: Change Management
2.1 Begriff des Change Managements
2.2 Widerstände in Veränderungsprozessen
2.3 Verlaufsformen von Veränderungsprozessen
3. Erhöhung der Veränderungsbereitschaft: Kommunikation
3.1 Grundelemente der Kommunikation
3.2 Kommunikation in Veränderungsprozessen
4. Praxisbeispiel einer SAP-Einführung
4.1 Projektbeschreibung
4.2 Rolle des Change Managements
4.3 Schwerpunkte des Change Managements
4.3.1 Auswahl der Kommunikationsmittel
4.3.2 Entwicklung von Schulungsplänen
5. Fazit und Ausblick
7. Anlagen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die erfolgskritische Wirkung unternehmensinterner Kommunikation während komplexer Veränderungsprozesse. Das primäre Ziel besteht darin, am Praxisbeispiel einer SAP-Einführung aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Kommunikationsstrategie die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter gesteigert und damit die Erfolgswahrscheinlichkeit des Projekts maßgeblich erhöht werden kann.
- Bedeutung des Change Managements in modernen Veränderungsprozessen
- Analyse von Widerständen und typischen Verlaufsformen im Wandel
- Die Rolle der Kommunikation als Bindeglied zwischen Information und Partizipation
- Praktische Anwendung von Change-Management-Instrumenten in SAP-Projekten
- Das Konzept der Multiplikatoren und Power-User in der Anwenderschulung
Auszug aus dem Buch
3.2 Kommunikation in Veränderungsprozessen
Gerade in Veränderungsphasen erweist sich die „Infrastruktur der Kommunikation ... [als] das Nervensystem des Unternehmens“ (DOPPLER/LAUTERBURG 2005, 338). Die Kommunikation muss unterschiedliche Zielgruppen, Phasen und Situationen im Veränderungsprozess adressieren. Dabei gilt es, die vollständige und störanfällige Informations- oder Kommunikationskette abzusichern, die die von Änderungen betroffenen Mitarbeiter durchlaufen müssen (vgl. BIRKER 2004, 25):
gesagt ist nicht gleich gehört
gehört ist nicht gleich verstanden
verstanden ist nicht gleich einverstanden
einverstanden ist nicht gleich gewusst, wie zu handeln
gewusst, wie zu handeln ist nicht gleich motiviert zu sein zum Handeln (aktiv zu werden)
Ein Kommunikationskonzept, das der Vorbereitung auf die Veränderungen und der späteren Umsetzung der Veränderungen selbst dient, sollte folgende Aspekte berücksichtigen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abgrenzung der Themenstellung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Komplexität und den Veränderungsdruck in modernen Unternehmen sowie die zentrale Rolle der Mitarbeiterakzeptanz für das Gelingen von IT-Projekten.
2. Planmäßige Veränderungsgestaltung: Change Management: Dieses Kapitel definiert den Begriff Change Management, erörtert die Entstehung von Widerständen in Organisationen und stellt typische Phasenmodelle von Veränderungsprozessen vor.
3. Erhöhung der Veränderungsbereitschaft: Kommunikation: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Kommunikation erläutert und die spezifische Notwendigkeit einer zielgerichteten Kommunikationsstrategie zur Überwindung von Widerständen in Wandelphasen hervorgehoben.
4. Praxisbeispiel einer SAP-Einführung: Der Hauptteil analysiert eine konkrete SAP-Einführung, bei der Change-Management-Methoden eingesetzt wurden, um durch gezielte Kommunikation, Kick-off-Events und Schulungskonzepte Widerstände abzubauen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt den Erfolg der eingesetzten Instrumente und verweist auf die Notwendigkeit weiterer Forschung zur langfristigen Verankerung eines Innovationsklimas.
Schlüsselwörter
Change Management, Kommunikation, SAP-Einführung, Veränderungsbereitschaft, Widerstand, Unternehmenskultur, Stakeholder-Analyse, Informationsdefizite, Partizipation, Mitarbeiterorientierung, Prozessoptimierung, Projektmanagement, Multiplikatoren, Power-User, Unternehmenserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung einer professionellen Kommunikation als Schlüsselfaktor für den Erfolg von Change-Management-Prozessen in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Change Management, betriebliche Kommunikation, Umgang mit Widerständen in Organisationen und die praktische Implementierung von IT-Großprojekten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen gezielter interner Kommunikation und der Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter während einer SAP-Einführung wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Herleitung der Grundlagen, kombiniert mit einer Fallstudienanalyse (Praxisbeispiel) eines IT-Implementierungsprojekts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Projektorganisation, die Auswahl von Kommunikationsmitteln und die konkreten Maßnahmen wie Workshops, Kick-off-Veranstaltungen und Schulungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Change Management, Kommunikation, SAP R/3, Widerstandsmanagement und die Förderung der Mitarbeiterakzeptanz.
Welche Rolle spielt die informelle Kommunikation laut Autor?
Informelle Strukturen wie der "Flurfunk" können offizielle Maßnahmen verstärken oder konterkarieren, daher sollten sie gezielt in die Kommunikationsstrategie einbezogen werden.
Warum wurde das Konzept der Multiplikatoren gewählt?
Das Konzept der internen Multiplikatoren und Power-User erhöht die Attraktivität und Authentizität der Schulungsinhalte und sichert den langfristigen Know-how-Transfer im Unternehmen.
Welches Fazit zieht der Autor zur Erfolgskontrolle?
Die Erfolgskontrolle ergab, dass die frühzeitige und offene Kommunikation sowie die aktive Partizipation entscheidende Erfolgsfaktoren waren, um die Akzeptanz der Mitarbeiter zu sichern.
- Quote paper
- Helfried Zimmermann (Author), 2006, Kommunikation als kritischer Erfolgsfaktor im Change Management am Beispiel einer SAP-Einführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62635