Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Beschimpfungen unter pragmatischen , sozial-kulturellen und ethnolinguistischen Gesichtspunkten. Die Beispiele beziehen sich vornehmlich auf das Französische und Spanische. Im ersten Teil der Arbeit wird der weitläufige Begriff der Beschimpfungen eingegrenzt und Probleme der Abgrenzung des Begriffes in den romanischen Sprachen kurz skizziert. Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich auf allgemeine Merkmale, Kontexte und Stereotypen von Beschimpfungen eingehen. Zudem möchte ich anhand einiger Beispiele die Besonderheiten (syntaktischer und semantischer Art) von Beschimpfungen in den Beispielsprachen herausstellen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1.1. Beschimpfungen in der Wissenschaft
1.2. Probleme der Abgrenzung
1.3. Definition von Beschimpfungen
II. Hauptteil
2.1. Merkmale von Beschimpfungen
2.2. Kontexte von Beschimpfungen
2.3. Stereotypen: Ethnotypen/ Soziotypen/ Onotypen
2.4. Beschimpfungen: situativ oder essentiell?
2.5. Möglichkeiten des Beschimpften
2.6. Rolle von Dritten
2.7. Beschimpfungen in der Sprechakttheorie
2.8. Beschimpfungen im Nähe-Distanzsprachekontinuum
2.9. Merkmale von Beschimpfungen im Französischen
2.10. Merkmale von Beschimpfungen im Spanischen
III. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Diese Hausarbeit untersucht Beschimpfungen aus pragmatischer, sozial-kultureller und ethnolinguistischer Perspektive mit einem Fokus auf das Französische und Spanische. Ziel der Arbeit ist es, den weitläufigen Begriff der Beschimpfung theoretisch einzugrenzen, allgemeine Merkmale und Kontexte zu identifizieren und die Besonderheiten der Sprachbeispiele kontrastiv zu beleuchten.
- Pragmatische und soziolinguistische Einordnung von Beschimpfungen
- Differenzierung von Stereotypen (Ethno-, Sozio- und Onotypen)
- Analyse der Sprechakttheorie im Kontext von Beleidigungen
- Kontrastive Untersuchung französischer und spanischer Sprachdaten
- Kulturelle Kontexte und Kommunikationsbedingungen (Nähe-Distanz-Sprache)
Auszug aus dem Buch
1.1. Beschimpfungen in der Wissenschaft
Beschimpfungen werden erst seit dreißig 30 Jahren von Psychologen, Soziologen, Sprachwissenschaftlern, Ethnologen und anderen untersucht. In der Psychologie nennt man Beschimpfungen Verbalaggressionen, in der Soziologie konzentriert man sich auf Beschimpfungen in und zwischen Gruppen (Ausländern, religiöse Gruppen), in der Rechtssprechung untersucht man die Grenzen zwischen öffentlichen Beleidigungen und Meinungsfreiheit. Ein Beispiel hierfür wären Prominente, die Boulevardzeitungen verklagen.
Nach Laforest / Vincent kann man sich in der Linguistik dem Thema der Beschimpfungen auf 4 Weisen annähern (vgl. Laforest / Vincent 2004: 60) 1.lexikalisch-semantisch oder syntaktisch: das heißt man untersucht bestimmte Formen der Konstruktion oder einen bestimmten Wortschatz. 2.soziolinguistisch: es werden Gangsprachen oder Jugendsprachen untersucht. 3.pragmatisch: man konzentriert sich auf die performative Dimension einer Äußerung. 4.ethnolinguistisch: wie wird in den jeweiligen Sprachen beschimpft?
Im Folgenden möchte ich versuchen, auf alle 4 Aspekte einzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung steckt den pragmatischen und ethnolinguistischen Rahmen der Untersuchung ab und führt in die Abgrenzungsproblematik des Beschimpfungsbegriffs ein.
II. Hauptteil: Der Hauptteil systematisiert Merkmale, Kontexte und Sprecherrollen von Beschimpfungen und analysiert spezifische sprachliche Ausprägungen im Französischen und Spanischen.
III. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse über die soziale und emotionale Funktion von Beschimpfungen und betont den kulturspezifischen Umgang mit Beleidigungen in beiden Sprachen.
Schlüsselwörter
Beschimpfungen, Pragmatik, Soziolinguistik, Sprechakttheorie, Ethnolinguistik, Französisch, Spanisch, Verbalaggression, Stereotypen, Nähe-Distanz-Sprache, Performanz, Beleidigung, kulturelle Konventionen, Kommunikation, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht das sprachwissenschaftliche Phänomen der Beschimpfung unter pragmatischen und soziokulturellen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Definition und Abgrenzung von Beschimpfungen, deren Merkmale, situative Kontexte sowie deren Bedeutung in der Sprechakttheorie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Begriff der Beschimpfung theoretisch zu fundieren und kontrastiv an den romanischen Sprachen Französisch und Spanisch zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der linguistische, psychologische und soziologische Perspektiven sowie eine komparative Analyse der Sprachdaten kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung von Merkmalen und Kontexten sowie eine detaillierte sprachspezifische Analyse französischer und spanischer Beispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Pragmatik, Soziolinguistik, Beschimpfungen, Sprechakttheorie und kulturelle Identität.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen situativen und essentiellen Beschimpfungen?
Unter Rückgriff auf Lagorgette wird unterschieden, ob eine Beleidigung durch den Kontext (deiktisch markiert) oder als allgemeine, kontextunabhängige Abwertung eines Individuums erfolgt.
Welche Rolle spielen Tierbezeichnungen im Vergleich zwischen den Sprachen?
Der Autor stellt fest, dass das Spanische eine ausgeprägte Tendenz zur Verwendung von Tiernamen aufweist, während im Deutschen und anderen Sprachen oft fäkalsprachliche Begriffe dominieren.
Wie wird das Nähe-Distanz-Sprachekontinuum auf Beschimpfungen angewendet?
Die Arbeit nutzt die Theorie von Koch und Oesterreicher, um Beschimpfungen primär in der Nähesprache anzusiedeln, wobei jedoch auch reflektierte, distanzsprachliche Beispiele existieren.
- Citation du texte
- Sebastian Braun (Auteur), 2006, Beschimpfungen - am Beispiel des Französischen und Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63924