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Objektive Hermeneutik im Schulalltag - Möglichkeiten und Grenzen eines hermeneutischen Vorgehens in der Unterrichtsforschung

Title: Objektive Hermeneutik im Schulalltag - Möglichkeiten und Grenzen eines hermeneutischen Vorgehens in der Unterrichtsforschung

Term Paper , 2006 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Martin Kutschke (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Summary Excerpt Details

Die Evaluation von Unterricht ist ein wesentliches Element für die Weiterentwicklung und Verbesserung des Schulalltages. Neben der Erhebung von Daten über die Ergebnisse von Unterricht bei der Ausbildung verschiedener Kernkompetenzen, wie es in den PISA- und Iglu-Studien geschehen ist, müssen auch die Strukturen des Unterrichtsablaufes selber evaluiert werden. Zu Erkenntnissen über die Struktur von Unterricht gelangt man dabei am besten durch wissenschaftlich fundierte Beobachtungen des eigentlichen Unterrichtsgeschehens, z. B. durch offene oder durch systematische Beobachtungen.
Die reine Beobachtung führt für sich genommen aber noch nicht zu weiterführenden Erkenntnissen. Vielmehr müssen die erhobenen Daten, die meist in Form von Beobachtungsprotokollen vorliegen, interpretiert werden. In der vorliegenden Arbeit soll ein zu diesem Zweck entwickeltes Interpretationsverfahren, die Methode der objektiven Hermeneutik, vorgestellt und auf seine Brauchbarkeit im schulischen Kontext hin untersucht werden. Dazu werden im ersten Teil die theoretischen Grundlagen der Methode sowie ihr praktisches Vorgehen dargestellt. Im zweiten Teil der Arbeit sollen anhand eines Beispieles die Vorteile dieser Methode, aber auch ihre Probleme beim Einsatz in der Unterrichtsforschung, erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hermeneutik in den Sozialwissenschaften

2.1 Die Methode der objektiven Hermeneutik

2.2 Das praktische Vorgehen der objektiven Hermeneutik

3. Objektiv-hermeneutische Analyse von Unterricht

3.1 Möglicher Erkenntnisgewinn

3.2 Probleme der Anwendung im Schulalltag

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen der objektiven Hermeneutik als qualitatives Interpretationsverfahren im schulischen Kontext. Es wird analysiert, ob diese Methode zur Aufdeckung latenter Sinnstrukturen im Unterricht beitragen kann, um so die Unterrichtsqualität nachhaltig zu verbessern.

  • Grundlagen der Hermeneutik und der objektiven Hermeneutik nach Oevermann.
  • Methodik der sequentiellen Analyse und der Ebenen der Feinanalyse.
  • Anwendung des Verfahrens auf ein konkretes Beispiel der Lehrer-Schüler-Interaktion.
  • Diskussion der praktischen Herausforderungen und des Zeitaufwands im Schulalltag.

Auszug aus dem Buch

2.2 Das praktische Vorgehen der objektiven Hermeneutik

Der oben angeführte dritte Einflussfaktor zeigt auf, dass es keine prinzipielle erkenntnislogische Differenz zwischen dem Verfahren, wie es im Alltagshandeln auftritt und dem der objektiven Hermeneutik geben kann. Um aber die Wissenschaftlichkeit des objektiv-hermeneutischen Vorgehens zu sichern, muss dies nach OEVERMANN „forschungspraktisch entsprechend in Gestalt einer Kunstlehre“ geschehen. Das zentrale Element ist hierbei das abduktive Schließen, bei dem, ausgehend von detaillierten Untersuchung der Merkmale eines Ereignisses und mit Hilfe eines virtuell als gültig angesehen Regelwissens, auf den vorliegenden Fall geschlossen wird. Problematisch hierbei ist, dass kein sicherer Weg zu einem abduktiven Schluss existiert und es mithin zu deduktiven oder induktiven Kurzschlüssen kommen mag. Um dies zu vermeiden, hat OEVERMANN eine Reihe von Kategorien formuliert, die er als Ebenen der Feinanalyse bezeichnet. Sie dienen „als Erinnerungshilfe und als Gerüst [...], das den Interpreten dazu anhalten soll, jeden Interakt eines Protokolles möglichst ausführlich, d. h. vollständig auf allen [...] von den Kategorien bezeichneten Ebenen zu interpretieren.“ Im Einzelnen lauten die Ebenen wie folgt:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Notwendigkeit einer tiefergehenden Unterrichtsevaluation und Einführung in die Methode der objektiven Hermeneutik.

2. Hermeneutik in den Sozialwissenschaften: Theoretische Herleitung des hermeneutischen Verstehens und Einführung der objektiven Hermeneutik nach Ullrich Oevermann.

2.1 Die Methode der objektiven Hermeneutik: Erläuterung der Bedeutung latenter Sinnstrukturen und deren Differenz zu subjektiv-intentionalen Bedeutungen.

2.2 Das praktische Vorgehen der objektiven Hermeneutik: Vorstellung der methodischen Schritte, insbesondere der Feinanalyse-Ebenen und der sequentiellen Interpretation.

3. Objektiv-hermeneutische Analyse von Unterricht: Exemplarische Anwendung der Methode an einem Fallbeispiel einer Lehrer-Schüler-Interaktion.

3.1 Möglicher Erkenntnisgewinn: Aufzeigen der Vorteile der sequentiellen Analyse gegenüber oberflächlichen Interpretationen zur Aufdeckung von Interaktionsproblemen.

3.2 Probleme der Anwendung im Schulalltag: Analyse der theoretischen Schwierigkeiten und des hohen zeitlichen Aufwands bei der praktischen Umsetzung.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Dilemmas zwischen theoretischem Erkenntnisgewinn und praktischer Unmöglichkeit der Einbindung von Lehrkräften.

Schlüsselwörter

Objektive Hermeneutik, Unterrichtsforschung, Unterrichtsevaluation, Qualitative Sozialforschung, Sequenzanalyse, Latente Sinnstrukturen, Feinanalyse, Interpretationsverfahren, Lehrer-Schüler-Interaktion, Schulalltag, Abduktives Schließen, Sozialisation, Pädagogische Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob die Methode der objektiven Hermeneutik geeignet ist, um die Qualität und die verborgenen Dynamiken im Schulunterricht wissenschaftlich fundiert zu analysieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die hermeneutischen Grundlagen, die methodische Vorgehensweise nach Ullrich Oevermann sowie die praktische Anwendbarkeit dieser komplexen Analyseform im deutschen Schulwesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Erkenntnisgewinn durch das Aufdecken latenter Sinnstrukturen im Unterricht gegenüber dem enormen Zeit- und Arbeitsaufwand abzuwägen und zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird erläutert?

Es wird die Methode der objektiven Hermeneutik vorgestellt, die auf einer sequentiellen Analyse von Interaktionsprotokollen und einer detaillierten Feinanalyse in verschiedenen Ebenen basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Methode und eine praktische exemplarische Anwendung an einem Fallbeispiel einer Interaktion zwischen Lehrkraft und Schüler.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die objektive Hermeneutik, die Feinanalyse, latente Sinnstrukturen und die Problematik der praktischen Umsetzung im Schulalltag.

Warum ist eine vollständige Sequenzanalyse im Schulalltag schwer umsetzbar?

Die Methode erfordert laut Oevermann einen immensen zeitlichen Aufwand – oft 10 bis 15 Stunden Interpretation für wenige Minuten Interaktion –, was unter den aktuellen Bedingungen der Schulen unrealistisch ist.

Welches konkrete Fallbeispiel wird untersucht?

Es wird eine Interaktion zur Rückgabe einer Klassenarbeit analysiert, bei der ein Schüler den Lehrer auf eine Säumigkeit anspricht, was zu einer eskalierenden Interaktionsdynamik führt.

Welches Fazit zieht der Autor?

Der Autor konstatiert ein Dilemma: Während die Methode sehr wertvolle Erkenntnisse über Unterrichtsprobleme liefern kann, ist die notwendige Einbindung der Lehrkräfte aufgrund von Personalmangel und Arbeitsbelastung faktisch kaum zu realisieren.

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Details

Title
Objektive Hermeneutik im Schulalltag - Möglichkeiten und Grenzen eines hermeneutischen Vorgehens in der Unterrichtsforschung
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Politische Ordnung in der BRD und Internationale Beziehungen als Gegenstände der politischen Bildung
Grade
2,3
Author
Martin Kutschke (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V64418
ISBN (eBook)
9783638572415
ISBN (Book)
9783640859467
Language
German
Tags
Objektive Hermeneutik Schulalltag Möglichkeiten Grenzen Vorgehens Unterrichtsforschung Politische Ordnung Internationale Beziehungen Gegenstände Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Kutschke (Author), 2006, Objektive Hermeneutik im Schulalltag - Möglichkeiten und Grenzen eines hermeneutischen Vorgehens in der Unterrichtsforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64418
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