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Politische PR - Inszenierte Politik im Massenmedium Fernsehen

Title: Politische PR - Inszenierte Politik im Massenmedium Fernsehen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Melanie Koehler (Author)

Ethics
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Die moderne Gesellschaft, in der wir heute leben, ist ohne Zweifel immer komplexer geworden und befindet sich in einem ständigen Wandel. Auf diese immer komplexer und differenzierter werdenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Teilsysteme muss demzufolge die Politik reagieren und ihr politisches Handeln danach gestalten.
Drei Faktoren sind für diese neuen gesellschaftlichen Bedingungen entscheidend, welche in der Konsequenz auch massgeblich politisches Handeln und die Vermittlung der Politik bestimmen. Zunächst sei auf die steten gesellschaftlichen Modernisierungprozesse zu verweisen. Diese Prozesse sind vor allem durch eine wachsende Enttraditionalisierung, Individualisierung und Pluralisierung der Lebensstile charakterisiert. Damit einhergehend ist aber auch die Auflösung ehemals fester Bindungen von Wählergruppen an Parteien zu erklären. Stammwähler wurden zu Wechselwählern, die letzlich bei der Stimmenabgabe an der Wahlurne mehr oder weniger nach situativen Faktoren entscheiden.
Ein weiteres Merkmal der modernen Gesellschaft unserer Zeit ist der gestiegene Medienkonsum. Massenmedien, allen voran das Fernsehen bestimmen einen großen Teil des menschlichen Alltags. Dabei war und ist das System der Massenmedien ebenfalls einem permanenten Wandel unterlegen. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, dass die Medienpolitik zunehmend an Einfluss verloren hat, so dass das Mediensystem, insbesondere das des Fernsehens durch eine immer größere Selbst- und Eigensteuerung gekennzeichnet ist, vor allem durch die Entwicklung des dualen Fernsehsytems. Mit dem sich daraus ergebenden Kampf um Quoten, haben sich die Sendeformante, auch die der öffentlich-rechtlichen Sender, immer mehr dem vom Publikum nachgefragten Unterhaltungformaten zugewendet.
Die beiden aufgezeigten Entwicklungsmerkmale haben auch Konsequenzen für die Politik. Durch den bereits erwähnten Rückgang der interpersonalen Kommunikation zwischen Bürger und Partei, sind letztgenannte immer mehr auf die Massenmedien, vor allem auf das Fernsehen als Vermittler ihres Parteiprofils angewiesen. Gleichzeitig gestaltet es sich für Parteien immer schwieriger, aufgrund der hohen Kommunikationsintensität und Informationsdichte, die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu erreichen.
In der vorliegenden Arbeit soll nun erläutert werden, mit welchen Maßnahmen und Strategien, die Politik versucht, in den Medien öffentlichkeitswirksam präsent zu sein.

Excerpt


Gliederung

Einleitung

1. Die Bedingungen des Mediensystems

1.1. Funktions-und Produktionsweisen des Fernsehens

2. Public Relations und Journalismus

2.1. Begriffsklärung Public Relations

2.2. PR im System der Massenmedien

3. Politische Public Relations

3.1. Strategien politischer PR

3.1.1. Strategie der Themensetzung

3.1.2. Symbolische Politik

3.1.3. Personalisierungsstrategie

4. Konsequenzen und ethische Probleme

4.1. Politische Inszenierung und die Medienlogik des Fernsehens

4.1.1. Ereignis- und Personeninszenierung

4.1.2. Entpolitisierung des Wahlkampfes

4.2. Probleme inszenierte Politik und die Frage nach journalistischer Verantwortung

4.2.1. Gefahren inszenierter Politik

4.2.2. Probleme und Konsequenzen für den Journalismus

4.2.3. Probleme und Konsequenzen für die Politik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Abhängigkeitsverhältnis zwischen Politik und Mediensystem im Fernsehen. Dabei wird analysiert, wie politische Akteure durch PR-Strategien mediale Aufmerksamkeit erlangen und welche ethischen Konsequenzen diese Inszenierung von Politik für den Journalismus, die demokratische Meinungsbildung und die Glaubwürdigkeit der politischen Akteure nach sich zieht.

  • Strukturwandel des Fernsehens (duales System, Quotendruck)
  • Strategien politischer Öffentlichkeitsarbeit (Themensetzung, Personalisierung, symbolische Politik)
  • Die "Medienlogik" als neuer Maßstab politischen Handelns
  • Problematiken der inszenierten "Pseudoereignisse" und "Amerikanisierung"
  • Journalistische Verantwortung vs. Abhängigkeit von PR-Zulieferungen

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Strategie der Themensetzung

Diese PR-Strategie soll in erster Linie dazu dienen, durch die gezielte Themensetzung in den Massenmedien die öffentliche Meinung zu beeinflussen.27 Durch die richtige Auswahl, Besetzung und die mediengerechte Aufbereitung, anders gesagt durch die Inszenierung bestimmter Themen, wollen Parteien und Politiker die massenmediale Berichterstattung absichern und kontrollieren, um so ein für sie günstiges Bild in der Öffentlichkeit zu erhalten. Der Bergiff des "Agenda-Setting" spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle, da hier durch Parteien Themen lanciert werden, die mit ihnen in einen positiven Kontext gebrachte werden. Durch diese Methode wird ein parteipolitisches Kompetenzprofil erstellt, wobei man die eigenen Stärken hervorhebt und gleichzeitig auf die Schwächen der politischen Gegner hinweist.28

Eine weitere Aufgabe der PR-Arbeit besteht in diesem Bereich darin, die für die Partei oder den Politiker problematischen oder brisanten Themen in der Öffentlichkeit herunterzuspielen bzw. durch andere Themen davon abzulenken.29

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Thematisierungs- und Dethematisierungsstrategien zentrale Bestandteile politischer Öffentlichkeitsarbeit sind, die sehr stark auf die Zusammenarbeit mit den Massenmedien ausgerichtet sind und dem Ziel dienen sollen, dass Ansehen politischer Akteure in der Öffentlichkeit positiv zu stärken, um diese beeinflussen und lenken zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Bedingungen des Mediensystems: Analyse der Struktur- und Funktionsweise des Fernsehens als Leitmedium, insbesondere unter dem Einfluss des dualen Rundfunksystems und des steigenden Quotendrucks.

2. Public Relations und Journalismus: Untersuchung der wechselseitigen Abhängigkeit beider Systeme, bei der PR zunehmend als informierender Zulieferer für den unter Zeitdruck stehenden Journalismus agiert.

3. Politische Public Relations: Darstellung spezifischer Strategien, wie Politik versucht, durch Agenda-Setting, symbolische Politik und Personalisierung die mediale Aufmerksamkeit zu steuern.

4. Konsequenzen und ethische Probleme: Kritische Auseinandersetzung mit der medialen Inszenierung von Politik, ihren Risiken für die Substanz der politischen Auseinandersetzung und den Herausforderungen für journalistische und politische Verantwortung.

5. Fazit: Zusammenfassende Bilanz über den Vertrauensverlust durch Scheinpolitik und den dringenden Bedarf nach reflexiven Standards in Politik und Journalismus.

Schlüsselwörter

Politische Kommunikation, Public Relations, Journalismus, Fernsehen, Medienlogik, Inszenierung, Agenda-Setting, Personalisierung, Politainment, Wahlkampf, Medienethik, Demokratie, Manipulation, Scheinpolitik, Glaubwürdigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel zwischen politischer Öffentlichkeitsarbeit (PR) und dem Medium Fernsehen und untersucht, wie politische Akteure versuchen, ihr Bild in der Öffentlichkeit durch mediale Inszenierungen zu kontrollieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Veränderung der Medienlandschaft durch Quotendruck, die Strategien der politischen PR und die daraus resultierenden ethischen Probleme für Journalismus und Politik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der notwendigen professionellen Mediendarstellung von Politikern und dem Risiko einer Entpolitisierung bzw. Manipulation durch rein bildorientierte Inszenierungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienethische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und empirischer Studien zur politischen Kommunikation und zum Journalismus basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie politische Akteure Nachrichtenfaktoren für ihre PR nutzen, wie "Pseudoereignisse" geschaffen werden und welche problematischen Abhängigkeiten sich dadurch für Journalisten ergeben.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind vor allem "Politikvermittlung", "Inszenierung", "Medienlogik", "Entpolitisierung" und das Spannungsfeld zwischen "Image und Inhalt".

Was versteht die Autorin unter einer "Personalisierungsstrategie"?

Damit ist die Fokussierung auf einzelne Führungspersonen und deren mediengerechte Inszenierung gemeint, um durch eine erhöhte Sympathie oder "Telegenität" Wählergruppen zu erreichen, anstatt primär durch inhaltliche Parteiprogramme zu überzeugen.

Welche Gefahr sieht die Arbeit für den Journalismus?

Es besteht die Gefahr, dass Journalisten ihre Autonomie verlieren und zu bloßen Mediatoren von PR-Botschaften werden, weil sie aus Zeitdruck auf voraufbereitetes Material angewiesen sind, anstatt selbst kritisch zu recherchieren.

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Details

Title
Politische PR - Inszenierte Politik im Massenmedium Fernsehen
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie)
Course
Hauptseminar: Medienethik
Grade
1,0
Author
Melanie Koehler (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V64490
ISBN (eBook)
9783638572934
Language
German
Tags
Politische Inszenierte Politik Massenmedium Fernsehen Hauptseminar Medienethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Koehler (Author), 2006, Politische PR - Inszenierte Politik im Massenmedium Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64490
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