1 Einleitung
Genau wie klassische Unternehmen stehen auch Städte heutzutage unter einem hohen Wettbewerbsdruck. Städte sind gezwungen, sich dem stetigen Wandel der Rahmenbedingungen, den Strukturveränderungen, den finanziellen Engpässen, dem Wettbewerb um Fördermittel für Wissenschaft und Technik, der Unzufriedenheit der Bürger sowie dem Verdrängungswettbewerb zwischen den einzelnen Kommunen in ihrer Region zu stellen. Wie ein Unternehmen muss auch eine Stadt inzwischen ein attraktives Angebot aufweisen, sich vom Wettbewerb differenzieren und nebenbei auch noch für ein positives Image sorgen. Nur so können Einwohner gehalten, Neuansiedlungen von Unternehmen verzeichnet und Touristen angeworben werden. Um diesen wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, haben sich seit Anfang der 80er Jahre zahlreiche Stadtmarketingorganisationen etabliert.(1)
Während zu Beginn dieser Zeit vor allem Großstädte die Vorteile verschiedener Marketinginstrumente nutzten, beschäftigen sich heutzutage auch zahlreiche kleinere Kommunen mit diesem Thema. So wurde auch in Friedrichshafen 2003 die Stadtmarketing GmbH gegründet. Um die Attraktivität der Stadt auch in Zukunft sicherzustellen, plant, organisiert und veranstaltet das Stadtmarketing seither in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren der Stadt regelmäßig Veranstaltungen, Events und sonstige Aktionen. Ein besonderes Schwerpunktthema bildet dabei die Belebung der Innenstadt. Bisher wurde jedoch nicht sichergestellt, dass diese Aktionen auch tatsächlich im Sinne der Einwohner erfolgen. Auch ob und inwieweit sich seither die Attraktivität der Stadt verbessert hat und in welche Richtung sich das Image verschoben hat, wurde bislang nicht überprüft. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll dies nachgeholt werden.
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(1) Vgl.: Konken, [Stadtmarketing], S.59
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Motivation
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 GRUNDLAGEN
2.1 BEGRIFFSDEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN
2.1.1 Citymarketing
2.1.2 Standortmarketing
2.1.3 Stadtmarketing
2.1.4 Regionalmarketing
2.2 Entwicklung des Stadtmarketings
2.2.1 Entstehung im sozialen Bereich
2.2.2 Gründe für die Entwicklung
2.2.3 Stadtmarketing heute
2.3 Aufgaben und Ziele des Stadtmarketings
2.3.1 Aufgaben
2.3.2 Ziele
2.4 Der Stadtmarketingprozess
2.4.1 Anschubphase
2.4.2 Analysephase
2.4.3 Leitbildentwicklung
2.4.4 Entwicklung von Maßnahmen, Umsetzung und Kontrolle
3 IMAGE
3.1 Definition
3.2 Bedeutung für eine Stadt
3.3 Prozess des Imageaufbaus
3.3.1 Festlegung des Soll-Images
3.3.2 Umsetzungen von Maßnahmen
3.3.3 Grenzen der Einflussnahme
3.3.4 Unterstützung und Gefahren der PR-Arbeit
3.4 Kommunikation des Images
3.5 Nahbild vs. Fernbild
3.5.1 Nahbild
3.5.2 Fernbild
4 STADTMARKETING IN FRIEDRICHSHAFEN
4.1 Informationen zur Stadt
4.1.1 Der geschichtliche Hintergrund
4.1.2 Die Stadt heute
4.1.3 Einordnung in die Region
4.2 Organisation des Stadtmarketings in Friedrichshafen
4.3 Aufgaben und bisherige Projekte
4.3.1 Innenstadtmarketing
4.3.2 Standortmarketing
4.3.3 Tourismusmarketing
4.3.4 Verwaltungsmarketing
4.3.5 Sonstige Aufgaben
4.4 Budget
5 ANALYSE
5.1 Analyse bestehender Studien
5.1.1 Bürgerumfrage 2002
5.1.2 Zufriedenheitsstudie 2005
5.2 Zusammenfassung und Bewertung der aktuellen Analyseergebnisse
5.2.1 Zusammenfassung
5.2.2 Bewertung
5.3 SWOT-Analyse
5.3.1 Beobachtete Stärken und Schwächen
5.3.2 Genannte Stärken und Schwächen
6 ABLEITUNG VON MAßNAHMEN
6.1 Eindeutigere Positionierung
6.1.1 Derzeitige Positionierung der Stadt
6.1.2 Zukünftige Positionierung der Stadt
6.2 Schritte zur Attraktivitätssteigerung
6.2.1 Das Anliegen
6.2.2 Das Problem
6.2.3 Die Hoffnung
6.2.4 Die Zukunft
7 CONTROLLING
7.1 Notwendigkeit
7.2 Probleme des Controllings
7.3 Controlling in Friedrichshafen
8 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die aktuelle Attraktivität und das Image der Stadt Friedrichshafen aus Sicht verschiedener Zielgruppen zu erfassen, um fundierte Handlungsempfehlungen für die künftige Stadtentwicklung zu generieren. Dabei soll untersucht werden, ob die bisherigen Marketingaktivitäten im Sinne der Einwohner wirksam sind und welche Anpassungen notwendig sind, um die Stadt als lebenswerten Standort zu positionieren und weiterzuentwickeln.
- Analyse des Stadtmarketing-Konzepts und dessen Implementierung in Friedrichshafen.
- Evaluation der aktuellen Wahrnehmung der Stadt durch Einwohner, Touristen und Umlandbewohner.
- Untersuchung von Stärken und Schwächen des Wirtschafts-, Tourismus- und Innenstadtmarketings.
- Entwicklung strategischer Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung und Positionierung der Stadt.
- Etablierung eines Controlling-Systems zur Erfolgskontrolle städtischer Marketingmaßnahmen.
Auszug aus dem Buch
3.3.4 Unterstützung und Gefahren der PR-Arbeit
Die Vorstellungen bzw. Einstellungen und damit auch Vorurteile gegenüber einer Stadt sind in den Köpfen der Stadtbetrachter so starr und festsitzend verankert, dass eine begleitende PR-Arbeit beim Imageaufbau unabkömmlich ist. Diese muss die Markenbotschaft der Stadt über möglichst viele Medienkanäle kontinuierlich kommunizieren und so das alte Bild der Stadt durch ein neues ersetzen. Einerseits hilft die Presse also, durch positive Berichterstattungen, Beiträge und Berichte das neue Erscheinungsbild der Stadt zu kommunizieren. Andererseits stellt die Presse aber auch eine große Gefahr dar. Durch negative Schlagzeilen, die sich schnell in ganz Deutschland verbreiten, kann das Bild einer Stadt völlig zerstört werden. Diese Schlagzeilen liegen häufig außerhalb des Verantwortungsbereiches der Stadt. So kann z.B. ein Zugunglück oder ein spektakulärer Überfall für negative Schlagzeilen sorgen. Ein solcher Umstand reicht aus, um die Stadt für die nächsten Jahre mit einem negativen Image zu behaften. Um ein positives Image aufzubauen reicht allerdings nicht eine Schlagzeile eines gelungenen Events aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Arbeit beleuchtet den zunehmenden Wettbewerbsdruck auf Kommunen und begründet die Notwendigkeit von strategischem Stadtmarketing in Friedrichshafen.
2 GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie City- und Standortmarketing und erläutert den systematischen Prozess der Stadtentwicklung von der Anschub- bis zur Realisierungsphase.
3 IMAGE: Es wird die psychologische Bedeutung des Stadtimages sowie der Prozess des Imageaufbaus und die Differenzierung zwischen Nah- und Fernbild ausführlich dargelegt.
4 STADTMARKETING IN FRIEDRICHSHAFEN: Der Abschnitt analysiert die spezifische Situation in Friedrichshafen, beleuchtet die Rolle der Stadtmarketing GmbH und stellt die bisherigen Projekte in den verschiedenen Aufgabenfeldern vor.
5 ANALYSE: Basierend auf Bürgerumfragen und Zufriedenheitsstudien wird der Ist-Zustand Friedrichshafens untersucht und eine SWOT-Analyse der Stärken und Schwächen durchgeführt.
6 ABLEITUNG VON MAßNAHMEN: Hier werden konkrete Empfehlungen zur strategischen Positionierung und Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität, insbesondere der Innenstadt, abgeleitet.
7 CONTROLLING: Dieses Kapitel erörtert die Notwendigkeit von Erfolgskontrollen im Stadtmarketing und zeigt Wege auf, wie diese in Friedrichshafen künftig standardisiert werden können.
8 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der bisherigen Anstrengungen und einem Ausblick auf zukünftige Herausforderungen und Chancen der Stadtentwicklung.
Schlüsselwörter
Stadtmarketing, Friedrichshafen, Imageanalyse, Standortmarketing, Innenstadtbelebung, Bürgerzufriedenheit, Stadtpositionierung, SWOT-Analyse, Controlling, Tourismusmarketing, Stadtidentität, Corporate Identity, Standortfaktoren, Stadtentwicklung, Kommunikationskonzept.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Diplomarbeit untersucht das Image und die Attraktivität der Stadt Friedrichshafen im Kontext des Stadtmarketings und leitet daraus Optimierungsmöglichkeiten ab.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des Stadtmarketings, die spezifische Organisation in Friedrichshafen, eine detaillierte Analyse der Stadtwahrnehmung und die Ableitung zukünftiger Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Gestaltung Friedrichshafens im Sinne der Bürger erfolgt und die Attraktivität der Stadt durch ein geschärftes Profil und ein positives Image nachhaltig gesteigert wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung bestehender Umfragedaten (Bürgerumfrage 2002, Zufriedenheitsstudie 2005) sowie einer SWOT-Analyse.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Stadtmarketing-Prozesses, eine Ist-Analyse Friedrichshafens mittels empirischer Daten sowie die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur Positionierung.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Schlagworte sind Stadtmarketing, Imagebildung, Innenstadtattraktivität, Positionierung und Controlling im städtischen Umfeld.
Welche Rolle spielt das neue Medienhaus K42 für die Stadtentwicklung?
Das Medienhaus K42 fungiert als zentrales Zukunftsprojekt, um die Innenstadt durch eine Kombination aus Kultur, Medien und Gastronomie auch in den Abendstunden und außerhalb der Sommermonate zu beleben.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Nahbild und Fernbild wichtig?
Die Differenzierung hilft zu verstehen, dass die Bewohner (Nahbild) die Stadt oft kritischer wahrnehmen als externe Besucher (Fernbild), was für eine gezielte Kommunikationsstrategie entscheidend ist.
- Quote paper
- Melanie Kubens (Author), 2006, Image- und Zufriedenheitsanalyse der Stadt Friedrichshafen sowie Ableitung zukünftiger Handlungsempfehlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65079