Viele zeitgenössische Historiker beschäftigen sich mit dem Thema der Schlacht bei Tannenberg/Grunwald, in der am 15. Juli 1410 das Heer des deutschen Ritterordens gegen dem polnisch-litauischen kämpfte und verlor. Eine der größten Ritterschlachten des späten Mittelalters. Eine Schlacht, die sowohl glorifiziert, wie auch als ein Zeichen der Schmach gesehen wurde, die es zu beseitigen galt. Den Historikern ging dabei weniger um die Schlacht selbst, als vielmehr um die Aufarbeitung der geschichtlichen Tatsachen und die Klärung des aus jener Schlacht entstandenen Mythos, sowohl auf der deutschen wie auch auf der polnischen Seite.
Teilweise ist der Versuch einer Art „Aufklärung“ gelungen, doch den Mythos, der im nationalen, literarisch-kulturellen Gedanken seine Wurzeln hat, schaffte man nicht gänzlich beiseite zu räumen.
Ich versuche hier lediglich ein paar der Nachforschungen, Analysen zusammenzustellen, sie miteinander zu vergleichen, um zu einer Art Zwischenergebnis zu gelangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Rolle der USA
2.1 Was heisst „Abstinence-only“?
2.2 „Abstinence-only“ in den Entwicklungsländern
3 Auswirkungen der „Abstinence-only“-Strategie der USA auf die Aids-Prävention in den Entwicklungsländern
3.1 „Abstinence-only“ verhindert eine umfassende Aids-Prävention in den Entwicklungsländern
3.2 Fallbeispiel Uganda
4 Fazit
5 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der US-amerikanischen „Abstinence-only“-Strategie auf die HIV/Aids-Prävention in Entwicklungsländern, wobei die Situation in Uganda als zentrales Fallbeispiel dient. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die an konservative Bedingungen geknüpfte Entwicklungshilfe der USA eine ganzheitliche Präventionspolitik untergräbt.
- Die globale Aids-Epidemie und die Herausforderungen der Entwicklungspolitik
- Entwicklung und inhaltliche Ausgestaltung des „Abstinence-only“-Konzepts
- Konditionalitäten in der US-amerikanischen HIV/Aids-Finanzierung (PEPFAR)
- Der Zielkonflikt zwischen „Abstinence-only“-Vorgaben und evidenzbasierter Aufklärung
- Politische und gesellschaftliche Auswirkungen des Strategiewechsels in Uganda
Auszug aus dem Buch
3.1 „Abstinence-only“ verhindert eine umfassende Aids-Prävention in den Entwicklungsländern
Die Effektivität von „Abstinence-only“-Programmen ist selbst in den USA bisher nicht wissenschaftlich erwiesen. Vielmehr deutet einiges darauf hin, dass sie sogar gegenteilige Effekte bewirken (Human Rights Watch 2005: 21). Evaluationen von „Abstinence-only“-Programmen ergaben, dass sich in der mittleren Alterskategorie von Jugendlichen (zwischen 15.5 Jahren und 17.5 Jahren) der Zeitpunkt des ersten Sexualverkehrs um ca. 18 Monate verschiebt (Swiss Aids News 2005: 11). Früher oder später haben diese Jugendlichen gleichwohl Sex – häufig auch vor oder ausserhalb der Ehe. Dann könnte es in der Folge geschehen, dass sie keine Präservative verwenden, weil sie entweder über keine oder nur über falsche Informationen verfügen.
Der Slogan „Enthaltsamkeit bis zu Heirat“ erweckt den Eindruck, die Ehe böte Sicherheit vor einer Ansteckung mit Aids. In der Praxis scheint die Ehe für viele Frauen das Aids-Risiko jedoch eher zu erhöhen. Eine Studie in Thailand ergab, dass ca. 75 Prozent der HIV-positiven Frauen mit grosser Wahrscheinlichkeit über ihre untreuen Ehemänner infizierten (UNAIDS 2004: 80).
Wie dringend umfassende Aids-Aufklärung nötig ist, zeigen Untersuchungen von UNAIDS. In vielen Befragungen stellte sich heraus, dass die Menschen in Entwicklungsländern zwar oft wussten, dass es sich bei Aids um eine gefährliche Krankheit handelt. Zahlreiche Befragte waren sich aber über die Übertragungsweise und über die Schutzmöglichkeiten nicht im Klaren. In Indien zum Beispiel hatten 30 Prozent der Frauen noch nie von Aids gehört. In den ländlichen Gebieten (Uttar Pradesh, Gujarat, Bihar) wussten jeweils weniger als 25 Prozent der Frauen, dass das Aids-Virus sexuell übertragbar ist (UNAIDS 2004: 94). Der UN-Bevölkerungfonds (UNFPA) berichtet von über 200 Mythen und Vorstellungen, die der Verwendung von Präservativen im Wege stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die verheerenden Auswirkungen von Aids auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklungsländer und betont die zentrale Rolle der USA als bedeutendster Geber im Bereich reproduktiver Gesundheit.
2 Die Rolle der USA: Dieses Kapitel definiert das „Abstinence-only“-Konzept als integralen Bestandteil der US-Entwicklungspolitik unter der Bush-Administration und beschreibt die damit verbundenen finanziellen Auflagen für internationale Programme.
3 Auswirkungen der „Abstinence-only“-Strategie der USA auf die Aids-Prävention in den Entwicklungsländern: Der Hauptteil analysiert die ineffektiven Aspekte der Enthaltsamkeitserziehung und zeigt am Beispiel Uganda auf, wie politische Ideologie die wissenschaftlich fundierte Aufklärung und den Kondomgebrauch verdrängt.
4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die US-Strategie auf Kosten der Menschenleben geht, da sie dringend benötigte Ressourcen für eine umfassende Aids-Prävention bindet und den Zugang zu lebenswichtigen Informationen beschränkt.
5 Literatur: Das Literaturverzeichnis führt sämtliche herangezogenen Quellen, Berichte von UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen sowie weiterführende Studien auf.
Schlüsselwörter
Aids-Prävention, Abstinence-only, Entwicklungsländer, Uganda, Kondome, HIV, reproduktive Gesundheit, PEPFAR, US-Entwicklungspolitik, Enthaltsamkeitserziehung, Aufklärung, Familienplanung, Menschenrechte, Moralvorstellungen, Weltbevölkerungskonferenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der US-amerikanischen „Abstinence-only“-Politik auf die HIV/Aids-Prävention in Entwicklungsländern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die internationale Aidshilfe, das „Abstinence-only“-Konzept der US-Regierung, die Bedeutung von Aufklärung und Kondomnutzung sowie die Auswirkungen von politisch motivierten Förderbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den negativen Einfluss konservativer politischer Vorgaben aus den USA auf die praktische Präventionsarbeit in Ländern wie Uganda aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, gestützt auf Berichte von UNAIDS, UNFPA, Human Rights Watch und anderen relevanten Organisationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird das „Abstinence-only“-Konzept definiert, die Finanzierungsstrukturen (PEPFAR) analysiert und die konkrete Umsetzung und deren Folgen im Fallbeispiel Uganda untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Aids-Prävention, Abstinence-only, Uganda, reproduktive Gesundheit und US-Entwicklungspolitik charakterisieren.
Warum wurde Uganda als Fallbeispiel gewählt?
Uganda gilt als Paradebeispiel für die einstige Wirksamkeit des „ABC“-Konzepts, weshalb der dortige Strategiewechsel unter dem Druck der US-Finanzierung besonders aufschlussreich für die Auswirkungen der aktuellen US-Politik ist.
Welche Rolle spielt der PEPFAR-Fonds bei der Umsetzung der Strategie?
Der Fonds ist das wichtigste Finanzierungsinstrument der USA; durch die Koppelung der Mittel an „Abstinence-only“-Programme zwingt er NGOs und Regierungen dazu, ihre Präventionsstrategien anzupassen, um die Gelder nicht zu verlieren.
- Citar trabajo
- Karolina Weber (Autor), 2006, Wie wirkt sich die "Abstinence-only" -Strategie der USA auf die Aidsprävention in den Entwicklungsländern aus? - Am Beispiel von Uganda, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65324