Diese Arbeit soll einen generellen Überblick über die Aspekte von Make-or-Buy-Entscheidungen geben. Es soll das grundsätzliche Wahlproblem zwischen Eigenfertigung („Make“) und Fremdbezug („Buy“) aufgezeigt werden. Dem Leser soll bewusst gemacht werden, dass bei jeder Entscheidung dieser Art eine Vielzahl von verschiedenen Parametern zu beachten ist und es für den Entscheidungsweg kein „allgemeingültiges Rezept“ gibt. Bei jeder Make-or-Buy-Entscheidung steht immer die aktuelle Unternehmenssituation und das Unternehmensumfeld im Mittelpunkt. Ausgehend von einer Systematisierung der Entscheidungen werden verschiedene Anlässe aus Produktion und Forschung & Entwicklung aufgezeigt. Anschließend werden dann die wesentlichen Entscheidungskriterien herausgearbeitet. Ausgehend von den Mängeln der Vollkostenrechnung werden die Ansätze in den verschiedenen zeitlichen Entscheidungsebenen kurz dargestellt. Abschließend soll dann ein Fallbeispiel zur kurzfristigen Make-or-Buy-Entscheidung die zuvor erläuterten Ansätze praktisch verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und methodischer Aufbau
2 Systematisierung von Make-or-Buy Entscheidungen
2.1 Strategische Entscheidungen
2.2 Operative Entscheidungen
3 Typische Anlässe und Möglichkeiten bei der Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug
3.1. Anlässe und Möglichkeiten der Eigenfertigung und des Fremdbezugs in der Produktion
3.2 Eigen- und Fremdfertigung in Forschung und Entwicklung
4 Wirtschaftlich bedeutsame Entscheidungskriterien
4.1 Quantitative Entscheidungskriterien
4.1.1 Kostenmäßige Aspekte
4.1.2 Finanzwirtschaftliche Aspekte
4.2 Qualitative Entscheidungskriterien
5 Ansätze und Hilfsmittel zur Make-or-Buy-Entscheidung
5.1 Entscheidungsfeld und Zielsystem
5.2 Make-or Buy Kostenvergleich
5.2.1 Mängel der Vollkostenrechnung und die daraus resultierenden Anforderungen an die Kostenrechnung
5.2.2 Kurzfristige Entscheidungsrechnung
5.2.2.1 Betrachtung ohne Engpaß-Situation
5.2.2.2 Betrachtung in einer betrieblicher Engpaßsituation
5.2.3 Langfristige Entscheidungsrechnung
5.2.4 Graphische Übersicht der kostenrechnerischen Verfahren
6 Lösungsansatz zur Gestaltung eines Kostenvergleichs
7 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit systematisiert den Prozess der Make-or-Buy-Entscheidung und zeigt auf, wie Unternehmen durch eine fundierte, kostenorientierte Analyse ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können, anstatt sich auf historische oder zufällige Vorgehensweisen zu verlassen.
- Strategische versus operative Make-or-Buy-Entscheidungen
- Anlässe und Kriterien für die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug
- Kritik an der Vollkostenrechnung und Anwendung entscheidungsrelevanter Kosten
- Differenzierung nach kurzfristigen und langfristigen Planungshorizonten
- Praktische Anwendung der Entscheidungsfindung durch Fallbeispiele
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – geprägt von einem national und international zunehmenden Wettbewerb – lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens nur gewährleisten, wenn dieses in der Lage ist, auf die sich ständig ändernden Marktanforderungen schnell, flexibel und kostengünstig zu reagieren.
Im Mittelpunkt der Diskussion stehen dabei verstärkt strategische Überlegungen zur Schaffung konzeptioneller und materieller Vorteile gegenüber Konkurrenten (vgl. HESS 1989, 4). In dem Zusammenhang der Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wird in der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur der Make-or-Buy-Entscheidung für den Erfolg eines Unternehmens nach wie vor eine über die Theorie hinausgehende, sehr wesentliche, praktische Bedeutung beigemessen (vgl. BAUR 1990, 3). Dabei stehen Überlegungen im Mittelpunkt, durch eine Reduzierung des unternehmensinternen Leistungsspektrums auf Kernbereiche und gezielten Fremdbezug von bislang selbsterstellten Produktkomponenten nachhaltig Kosten- und Flexibilitätsvorteile zu realisieren.
Aufgrund der Tragweite der notwendigen Entscheidungen stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, diese bestmöglichst zu fundieren und zu objektivieren, so dass mögliche „Zufälligkeiten“ in der Entscheidungsfindung weitestgehend ausgeschlossen werden können. Das gestiegene Bewusstsein hinsichtlich der Bedeutung solcher Entscheidungen erfordert ein systematisches Vorgehen bei der Entscheidungsherleitung, das sowohl strategische als auch operative Methoden integriert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Das Kapitel führt in die Notwendigkeit von Make-or-Buy-Entscheidungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ein und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2 Systematisierung von Make-or-Buy Entscheidungen: Hier wird zwischen langfristig strategischen und kurzfristig operativen Entscheidungsdimensionen unterschieden.
3 Typische Anlässe und Möglichkeiten bei der Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug: Es werden Auslöser für Make-or-Buy-Analysen in Produktion sowie Forschung und Entwicklung analysiert.
4 Wirtschaftlich bedeutsame Entscheidungskriterien: Dieses Kapitel erläutert quantitative monetäre sowie qualitative, oft subjektiv geprägte Kriterien für die Entscheidungsfindung.
5 Ansätze und Hilfsmittel zur Make-or-Buy-Entscheidung: Der Fokus liegt auf kostenrechnerischen Verfahren, wobei besonders die Grenzen der Vollkostenrechnung aufgezeigt und alternative kurz- sowie langfristige Berechnungsmodelle vorgestellt werden.
6 Lösungsansatz zur Gestaltung eines Kostenvergleichs: Anhand eines praktischen Fallbeispiels wird demonstriert, wie die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug korrekt berechnet wird.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Make-or-Buy eine strategische Daueraufgabe ist, die objektive Methoden zur Existenzsicherung erfordert.
Schlüsselwörter
Make-or-Buy, Eigenfertigung, Fremdbezug, Wettbewerbsfähigkeit, Kostenrechnung, Fertigungstiefe, Kernkompetenz, Strategische Planung, Kurzfristige Entscheidungsrechnung, Vollkostenrechnung, Deckungsbeitrag, Kapazitätsauslastung, Betriebswirtschaft, Investitionsrechnung, Unternehmensstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Herangehensweise und die kostenbezogene Fundierung der Entscheidung zwischen Eigenfertigung (Make) und Fremdbezug (Buy) in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von strategischen zu operativen Entscheidungen, die Identifikation relevanter Kosten sowie die Kritik an der klassischen Vollkostenrechnung im Kontext der Make-or-Buy-Problematik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, dem Leser ein systematisches Verständnis zu vermitteln, wie Entscheidungen über die Fertigungstiefe jenseits von „Zufälligkeiten“ objektiv fundiert getroffen werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur und nutzt zur praktischen Verdeutlichung ein konkretes Fallbeispiel aus dem Maschinenbau.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Systematisierung der Entscheidungen, die Darstellung der Kriterien, die detaillierte Vorstellung kostenrechnerischer Ansätze (kurz- und langfristig) sowie deren praktische Anwendung in einem Rechenbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fertigungstiefe, Eigenfertigung, Fremdbezug, Deckungsbeitrag, Vollkostenrechnung und strategische Unternehmensführung charakterisiert.
Warum ist die Vollkostenrechnung für diese Entscheidung oft ungeeignet?
Weil sie durch die Fixkostenproportionalisierung oft fälschlicherweise nahelegt, dass der Fremdbezug günstiger sei, obwohl nur variable Kosten für eine kurzfristige Entscheidung relevant sind.
Wie unterscheidet sich die kurzfristige von der langfristigen Entscheidungsrechnung?
Bei kurzfristigen Entscheidungen wird mit konstanten Kapazitäten und variablen Kosten kalkuliert, während bei langfristigen Entscheidungen auch Kapazitätsveränderungen und Investitionen einbezogen werden müssen.
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- Anke Krasemann (Author), 2004, Systematisierung und kostenbezogene Fundierung von Make-or-Buy-Entscheidungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65488