Die Klasse 7S, die aus 14 Mädchen und 14 Jungen besteht, habe ich im ersten Halbjahr des Schuljahres 2003/2004 mit zwei Wochenstunden eigenverantwortlich unterrichtet. Mit dem Halbjahreswechsel habe ich den Unterricht im Rahmen des Ausbildungsunterrichts unmittelbar fortgeführt.
Die Schüler bringen dem Fach Geschichte sehr großes Interesse entgegen, das sich nicht nur in der ausgesprochen lebhaften und spontanen, nahezu unermüdlichen und begeisterten Mitarbeit äußert, sondern auch in der Bereicherung des Unterrichts durch unaufgefordert erstellte Referate und mitgebrachte Materialien. Obwohl beide Stunden in einer 6. Stunde liegen, verhält sich die Klasse in der Regel diszipliniert und in Erarbeitungsphasen konzentriert, sodass die Arbeitsatmosphäre freundlich und entspannt ist.
Das Leistungsvermögen schätze ich insgesamt als gut bis sehr gut ein. Die Schüler verfügen in vielen Bereichen über ein erstaunliches Vorwissen, entwickeln selbstständig weiterführende Fragestellungen, knüpfen Verbindungen zwischen griechischer und römischer Geschichte und stellen Bezüge zur deutschen Geschichte und aktuellen politischen Situation her. Die zunächst noch häufig zu konstatierende Tendenz, Beiträge spekulativer Art anzubieten, entwickelt sich beständig zurück. Dagegen erweist es sich zunehmend als schwierig, die enorme Breite der Beiträge zu kanalisieren, da die Schüler in immer höherem Maße selbstständig weiter denken und stets auf Nebenschauplätze verweisen, dabei aber nicht immer zwischen im Hinblick auf die Fragestellung relevanten und zu vernachlässigenden Aspekten differenzieren können, sodass ich hier im Interesse klarer Lernergebnisse durch Strukturierung, Bündelung und gelegentlich auch Zurückstellung von Beiträgen regulierend eingreifen muss.
Inhaltsverzeichnis
1. Bild der Lerngruppe
2. Lernvoraussetzungen
2.a) Inhaltlich
2.b) Methodisch
2.c) Sozialformen
3. Einordnung in den Unterrichtszusammenhang
4. Didaktisch- methodische Vorüberlegungen
4.a) Sachanalyse
4.b) Didaktische Analyse und Schwerpunktsetzung
4.c) Lernziele
4.d) Methodik
5. Hausaufgabe zu der Stunde
6. Geplanter Verlauf
7. Hausaufgabe:
7. (Arbeitsaufträge auf dem AB): Bearbeitet das Arbeitsblatt.
Zielsetzung & Themen der Unterrichtseinheit
Ziel der Unterrichtseinheit ist es, den Schülern ein Verständnis für den historischen Wandel von der späten römischen Republik zum Prinzipat zu vermitteln, wobei der Fokus auf der Diskrepanz zwischen politischer Fassade und tatsächlicher Machtausübung durch Augustus liegt.
- Soziale Krisen in der späten römischen Republik
- Die Errichtung des Prinzipats als Herrschaftsform
- Analyse von politischer Propaganda und Inszenierung
- Das Spannungsfeld zwischen Augustus und dem Senat
- Auswertung historischer Quellen und Geschichtserzählungen
Auszug aus dem Buch
Auf die Verpackung kommt es an
Octavian: „Caesar, meine Liebe, Caesar war, bei aller Verehrung, die ich für ihn empfinde, in mancher Beziehung ein ausgemachter Narr...“
Livia : „Was man von dir nicht behaupten kann. Schließlich hast du eine kluge Frau, die dich vor Narrheiten bewahrt.“
Octavian : „Ganz richtig, meine Liebe. Aber von dir einmal abgesehen – ich behaupte in aller Bescheidenheit, dass ich dem vergöttlichten Caesar eine wichtige Erkenntnis voraushabe.“
Livia : „Und die wäre?“
Octavian : „Ganz einfach. Für meinen Erfolg ist wichtig, was ich tue. Für die Zufriedenheit der anderen aber ist wichtig, wie ich es tue. Das hat Caesar überhaupt nicht beachtet, und deshalb war er ein Narr.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bild der Lerngruppe: Analyse der Zusammensetzung, des Interesses und des Leistungsvermögens der Klasse 7S im Fach Geschichte.
2. Lernvoraussetzungen: Darstellung der inhaltlichen Vorkenntnisse, methodischen Fähigkeiten und bevorzugten Sozialformen der Schüler.
3. Einordnung in den Unterrichtszusammenhang: Verortung der Stunde innerhalb der Unterrichtsreihe, zwischen dem Aufstieg Octavians und der Selbstdarstellung des Augustus.
4. Didaktisch- methodische Vorüberlegungen: Darlegung der fachwissenschaftlichen Sachanalyse, der didaktischen Schwerpunktsetzung auf den Aspekt von Fassade und Wirklichkeit sowie der geplanten methodischen Vorgehensweise.
5. Hausaufgabe zu der Stunde: Anweisung zur Sicherung der Arbeitsergebnisse durch Übertragung des Tafelbildes.
6. Geplanter Verlauf: Detaillierte Darstellung der geplanten Lehrer- und Schüleraktivitäten, gegliedert nach Lernzielen.
7. Hausaufgabe: (Arbeitsaufträge auf dem AB): Bearbeitet das Arbeitsblatt.: Konkreter Arbeitsauftrag zur Vertiefung des Themas durch Bearbeitung des Arbeitsblatts.
Schlüsselwörter
Prinzipat, Augustus, Römische Republik, Machtinszenierung, Senatsaristokratie, politische Propaganda, Restitutio rei publicae, Geschichte, Unterrichtsentwurf, Caesar, Machtpolitik, Quellenanalyse, Herrschaftslegitimation, Bürgerkrieg, Antike.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst einen Unterrichtsentwurf für den Geschichtsunterricht in einer 7. Klasse zum Thema "Die Errichtung des Prinzipats" unter dem Aspekt von Fassade und Wirklichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Transition von der späten Republik zum Kaisertum, die Rolle des Augustus als "Princeps" sowie die Analyse von Machtinszenierung und politischer Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, die Schüler für die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Machterwerb des Augustus und dessen offizieller Darstellung als Wiederherstellung der republikanischen Ordnung zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein multiperspektivischer Ansatz verfolgt, der durch den Einsatz von Geschichtserzählungen (fiktive Dialoge) und die vergleichende Analyse von Quellen sowie Tafelarbeit eine kognitive Auseinandersetzung fördert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Sachanalyse der Prinzipatsgründung, der didaktischen Begründung der Stundenkonzeption sowie dem konkreten, schrittweisen Verlauf der Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Prinzipat, Augustus, Machtinszenierung, Propaganda, Senat und Republik sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Warum wird im Unterricht eine Geschichtserzählung verwendet?
Die Geschichtserzählung dient als "Advance Organizer", der durch seine anschauliche und plastische Darstellung Motivation erzeugt und den Schülern hilft, den abstrakten historischen Sachverhalt besser zu erfassen.
Wie geht Augustus laut dem Text mit dem Senat um?
Augustus entmachtet den Senat faktisch, gibt ihm aber formal Aufgaben und Mitsprachemöglichkeiten, um den Anschein der republikanischen Tradition zu wahren und die Aristokratie in seine Ordnung einzubinden.
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- Ines Bauermeister (Author), 2004, Geschichte 7. Klasse Gynmasium: Lösungsversuche der sozialen Krise in der späten Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65548