Innerhalb der vorliegenden Seminararbeit werden folgende Fragen untersucht: Auf welche Ebenen des Akkreditierungssystems bezieht sich die Vermutungswirkung konkret? Wie kann die Vermutungswirkung auf den einzelnen Ebenen identifiziert werden? Welche Schwachstellen bzw. Probleme ergeben sich im Zusammenhang mit der Vermutungswirkung? Wird damit das Vertrauen in das neu geschaffene System geschwächt? Die Seminararbeit beginnt mit der Beschreibung der Neuen und Globalen Konzeption. Anschließend werden die Struktur der EG-Richtlinien und die Struktur der harmonisierten Normen analysiert und dargestellt. Im Hauptteil der Seminararbeit werden die unterschiedlichen Vermutungswirkungen der einzelnen Ebenen (Akkreditierer, Zertifizierer und Hersteller) identifiziert, dargestellt und die in Verbindung mit der Vermutungswirkung auftretenden Probleme beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Akkreditierungs- und Zertifizierungssystem
2.1 Die Neue Konzeption (New Approach)
2.2 Die Globale Konzeption (Global Approach)
2.2.1 Bedeutung für die Vermutungswirkung
2.3 Strukturen von Richtlinien und harmonisierten Normen im Sinnes des neuen Konzeptes
2.3.1 Struktureller Aufbau und Wirkungsweise der Richtlinien des neuen Konzeptes
2.3.1.1 Wirkungsfeld der Richtlinien
2.3.1.2 Hauptelemente der Richtlinien
2.3.2 Struktureller Aufbau und Wirkungsweise der harmonisierten Normen im Sinne des neuen Konzeptes
2.3.2.1 Aufgaben der Normen
2.3.2.2 Struktur der Normen
2.3.2.3 Wirkungsfeld der harmonisierten Normen
3. Vermutungswirkung
3.1 Definition/ Erläuterung der Vermutungswirkung im Sinne des neuen Konzeptes
3.2 Ebenen der Vermutungswirkung
3.3 Ebene der Hersteller
3.3.1 Schwachstellen
3.4 Ebene der Konformitätsbewerter
3.4.1 Schwachstellen
3.5 Ebene der Akkreditierer
3.5.1 Grundlagen
3.5.2 Das Akkreditierungssystem in Deutschland
3.5.3 Vermutungswirkung
3.5.4 Schwachstellen auf der Akkreditierungsebene
4. Fazit
Anhang 1: Grundlegende Begriffe, Definitionen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Vermutungswirkung innerhalb des europäischen Akkreditierungs- und Zertifizierungssystems, mit dem primären Ziel zu klären, ob dieses Instrument unter den gegebenen Bedingungen noch ein verlässliches Vertrauensverhältnis zwischen Produkten, Herstellern und Konformitätsbewertungsstellen gewährleisten kann.
- Grundlagen des Neuen und Globalen Konzepts der europäischen Produktsicherheit.
- Strukturanalyse von EG-Richtlinien und harmonisierten Normen.
- Identifikation der Vermutungswirkung auf den Ebenen Hersteller, Konformitätsbewerter und Akkreditierer.
- Aufdeckung von Schwachstellen und systemischen Problemen bei der praktischen Anwendung.
- Einfluss der Neuordnung des deutschen Akkreditierungswesens auf die Rechtssicherheit.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Schwachstellen
Probleme der Vermutungswirkung auf der Ebene der Hersteller und Dienstleister ergeben sich aus dem Tatbestand, dass es einige wenige Normen gibt, die nicht die Mindestkriterien der Richtlinien erfüllen.
Dieses Problem wird im Folgenden anhand der EG-Maschinenrichtlinie und den dazu gehörigen harmonisierten Normen beschrieben.
Zu der Maschinenrichtlinie 98/37/EG wurden bis Ende April 2005 von den europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC insgesamt 750 europäische Normen veröffentlicht. 475 dieser Normen waren Ende April 2004 im Amtsblatt der Europäischen Union gelistet, weitere 100 stehen dort noch zur Veröffentlichung als harmonisierte europäische Norm an. Angesichts der überwältigenden Zahl der bereits erarbeiteten und noch zu erarbeitenden Produktnormen haben die zahlreichen technischen Komitees der Normungsorganisationen keine einfache Aufgabe, da die zuständigen Kreise, bestehend aus Bund und Ländern, Sozialpartnern, Versicherungen, usw., alle unterschiedliche Forderungen an die zu entwickelnden Normen stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Vertrauen und gegenseitiger Anerkennung im Binnenmarkt und definiert die zentralen Forschungsfragen zur Vermutungswirkung.
2. Das Akkreditierungs- und Zertifizierungssystem: Dieses Kapitel erläutert die Prinzipien des Neuen und Globalen Konzepts sowie die Rolle von EG-Richtlinien und harmonisierten Normen.
3. Vermutungswirkung: Der Hauptteil analysiert detailliert die Vermutungswirkung auf drei Ebenen und deckt durch spezifische Fallbeispiele grundlegende Schwachstellen auf.
4. Fazit: Das Fazit fasst die systemischen Mängel zusammen und stellt fest, dass das Vertrauen in die Vermutungswirkung aufgrund der aufgezeigten Schwachstellen gefährdet ist.
Schlüsselwörter
Vermutungswirkung, Akkreditierung, Konformitätsbewertung, Neues Konzept, harmonisierte Normen, EG-Richtlinien, Produktsicherheit, Zertifizierung, Maschinenrichtlinie, Akkreditierungsgesetz, Binnenmarkt, Qualitätsmanagement, Rechtsvorschriften, Normungsauftrag, Arbeitsschutz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die sogenannte Vermutungswirkung im europäischen Akkreditierungssystem heute noch ihre Funktion erfüllt, Vertrauen in die Sicherheit von Produkten und die Kompetenz von Prüfstellen zu schaffen.
Welche Ebenen werden in der Untersuchung unterschieden?
Es werden drei Ebenen analysiert: Die Ebene der Hersteller, die Ebene der Konformitätsbewertungsstellen und die Ebene der Akkreditierungsstellen.
Welches zentrale Problem identifizieren die Autoren im Zusammenhang mit harmonisierten Normen?
Die Autoren zeigen auf, dass einige harmonisierte Normen die in den Richtlinien geforderten Mindestsicherheitskriterien nicht vollständig abdecken, was zu einem Vertrauensverlust führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Analyse von EU-Rechtsvorschriften, technischen Normen und aktuellem Fachschrifttum zur Bewertung der regulatorischen Wirksamkeit.
Was behandelt der Hauptteil der Seminararbeit konkret?
Der Hauptteil identifiziert die unterschiedlichen Vermutungswirkungen auf den genannten Ebenen und dokumentiert anhand der Maschinenrichtlinie systematische Schwachstellen bei der Normung.
Welche Rolle spielt das Akkreditierungsgesetz in der aktuellen Debatte?
Das Gesetz soll den zersplitterten Rahmen für Anerkennungen in Deutschland vereinheitlichen, steht jedoch in der Praxis noch vor der Herausforderung, ausreichend Vertrauen zwischen verschiedenen Prüfstellen zu erzeugen.
Warum wird die Vermutungswirkung bei Gartenhäckslern kritisch betrachtet?
In diesem Fall entsprachen die Produkte trotz Anwendung harmonisierter Normen nicht den Sicherheitsanforderungen, was zum vorübergehenden Verlust der Vermutungswirkung für die entsprechende Norm führte.
Wie wirkt sich die Konkurrenz zwischen Akkreditierungsstellen aus?
Durch Wettbewerbsdruck neigen Stellen dazu, den Ergebnissen konkurrierender Institute zu misstrauen, was die gegenseitige Anerkennung erschwert und das Ziel der Kosteneinsparung behindert.
- Citation du texte
- Sascha Mockenhaupt (Auteur), Björn Kuhlmey (Auteur), 2005, Vermutungswirkung innerhalb des Europäischen Akkreditierungssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65625